2. Woche der Weihnachtszeit – Vigilfeier zur Erscheinung des Herrn

Kirche Jesu Christi des Universums

von Mauro

(übersetztes Audio)

5.1.2023

2.Woche der Weihnachtszeit – Vigilfeier zur Erscheinung des Herrn
1Joh 3, 11-21; Ps 99; Joh 1, 43-51

Morgen ist das Fest der Erscheinung des Herrn an alle Völker; wir wissen, dass „an alle Völker“ bedeutet dem ganzen Universum gegenüber. Es ist interessant zu sehen, wie die Erscheinung des Herrn, eines Kindes, den Völkern des Universums gegenüber erfolgt. Auch die Hirten nahmen Ihn an und beteten Ihn an, aber der Großteil der Menschen war sich dessen nicht einmal bewusst.

Am Sonntag feiern wir die Taufe des Herrn und den Beginn seines öffentlichen Auftrags: Er selbst geht und verkündet. Mich berührt zu sehen, wie diese Verkündigung unabhängig vom Wort erfolgt, wie der Heilige Paulus sagt: «Wenn niemand das Evangelium verkündet, wie soll es dann jemand annehmen und akzeptieren können?»[1], sondern dass eine Verkündigung im Geist, ein machtvolles Wirken im Geist durch ein Kind erfolgt ist, durch die Stille, durch die Einfachheit. Wir sehen drei Menschen, einen Mann, eine Frau und ein Kind in einem Stall und dank dessen ändern wir unser Leben, dank dessen beginnen wir zu glauben und dieser Glaube bringt uns dazu, unser Leben hinzugeben, wie es die Hirten getan haben, wie es jene unschuldigen Kinder getan haben, jene ersten Märtyrer. Die Verkündigung hat schon begonnen, die Evangelisierung hat schon begonnen.

Wir befinden uns in dieser Zeit, in der die glorreiche Wiederkehr vorbereitet wird, in der die Anwesenheit Jesu in seinem zweiten Kommen dieses machtvolle Wirken im Geist mit sich bringt. Und in gewisser Weise sind wir als Kirche Jesu Christi, als seine Kirche, aufgerufen, unser Zeugnis zu überbringen von dem, was wir gesehen, gefühlt, berührt haben, von dem, was Jesus, was die Gnade in uns getan hat. Hier ist aber auch sofort das Verhalten eines Volkes zu sehen, das den Herrn ständig bittet: „Was muss ich tun? Sag mir, was ich tun soll. Ich gebe Dir mein Leben hin, ich möchte Deinen Willen tun“, aber dann, wenn Er zu ihnen spricht, wenn Er es ihnen erklärt, wenn Er ihnen sagt, was sie tun, was sie loslassen sollen, wenn Er offen zu ihnen spricht, setzen sie es nicht um; der Mensch beginnt vielmehr mithilfe seines Verstandes an diesen Worte zu deuteln, um seiner Auslegung nach zu zeigen, was Gott sagen wollte oder was Gott hätte sagen und tun sollen.

Wir lesen gerade den Brief des Apostels Johannes[2]. Dieser Brief, wie auch sein Evangelium, richtet sein Augenmerk sehr stark auf das Leben, den Urheber des Lebens[3], das Licht der Welt[4]. «Er kam unter die Seinen, Er kam in die Finsternis, aber die Finsternis nahm Ihn nicht an.»[5] Er ist gekommen, um ein neues Gebot zu überbringen: «Liebt einander. Wer liebt, stammt von Gott.» Seht, das ist so einfach…, selbst wenn man sich viel Mühe geben würde es zu analysieren… «Wer liebt, stammt von Gott. Wer Ihn nicht liebt, hat Ihn nicht erkannt.»[6] Heute sagt er es ganz deutlich: «Kain stammt nicht von Gott.»[7] Wer seinen Bruder tötet – und man muss ihn nicht umbringen, indem man ihm das Leben nimmt, man kann ihn mit dem eigenen Urteil, mit der eigenen Einstellung, mit den eigenen Worten, mit dem eigenen Verhalten, mit dem eigenen Gedanken töten –, der stammt nicht von Gott, da er keine Liebe in sich hat.

Der Heilige Johannes geht so weit zu sagen: «Wer von Gott stammt, sündigt nicht mehr.»[8] Was meint er damit? Er meint, wer Gott annimmt (er sagt das sehr deutlich, nicht wahr?), wer sich erleuchten lässt, was bedeutet, dass jener erlaubt, dass die Finsternis, die in ihm ist, ans Licht kommt, denn wir haben die Finsternis in uns, jeder von uns und auch als Volk; wer dem Herrn erlaubt, in ihm zu handeln, wird vom Gerechten hervorgebracht, von Ihm, und wer von Ihm hervorgebracht wurde, kann nicht mehr sündigen. Er wird Fehler begehen aufgrund seiner Begrenztheit, unter Berücksichtigung der Tatsache, dass dieser Weg der Reinigung lange Zeit dauern kann, aber er wird nicht mehr jene Sünde begehen, die darin besteht, sich dem Wirken Gottes zu widersetzen.

Wir begehen dann die Sünde, das Licht nicht anzunehmen und in der Finsternis zu bleiben, wenn wir uns dem Wirken Gottes widersetzen. Gott spricht auf deutliche Weise zu uns, Er zeigt es uns deutlich durch den Bruder, die Schwester, durch eine Botschaft, durch ein Ereignis, durch eine Situation in unserem Leben und wir leisten Gott gegenüber Widerstand. Der Heilige Johannes fügt hinzu: «Wer sagt, nicht zu sündigen, ist ein Lügner und macht Jesus zum Lügner.»[9] Wir sind Lügner, wenn wir sagen, nicht gesündigt zu haben oder beginnen, uns zu rechtfertigen. Wenn wir aber sagen: „Ich habe einen Fehler gemacht“, dann haben wir einen Beistand beim Vater[10].

Es ist alles ein Wirken GOTTES: Er ist es, der uns hervorbringt, Er gibt uns die Macht, Kinder Gottes zu werden. Aber Er hat diese Macht nicht wir und es gibt keine Methode, um diese Macht zu bekommen. Das hat rein gar nichts mit Esoterik, Freimaurerei oder irgendwelchen Methoden zu tun. Das ist alles ein Wirken Gottes, wenn wir Ihm freie Hand lassen und dann werden wir zu neuen Geschöpfen. Da gibt es keine Hierarchie, keinen Überheiligen, keinen Theologen, es gibt nur den Gerechten. Immer noch der Heilige Johannes: „Das ist Sünde, wenn ihr euch dem Wirken Jesu widersetzt, jenem Wirken, dem niemand widerstehen kann, denn für Gott ist nichts unmöglich.“ Aber es ist eine Sünde gerade deshalb, weil die Einzigen, die Widerstand leisten können, wir selbst sind. Wenn wir Ihm freie Hand lassen, dann gibt es keine Sünde, die wir begangen haben können, nichts noch so Hässliches in uns, was Er nicht besiegen kann, besiegen möchte und bereits besiegt hat.

In letzter Zeit geschieht es häufig, dass mir Menschen, die nicht wirklich religiös sind, manch einer bezeichnet sich sogar als Atheisten, sagen, dass sie sich nicht wirklich bemühen, den Glauben zu vertiefen, weil sie keinen Unterschied zwischen Christen und Nicht-Christen bemerken. Sie sagen: „Sie verhalten sich alle gleich. Sie verwenden unterschiedliche Worte, aber konkret tun sie das Gleiche. Alle verteidigen sich, alle schauen auf den eigenen Vorteil, alle schlagen zu, wenn sie können. Christen und Nicht-Christen sind alle gleich.“ Was bedeutet das? Was zeigt uns das? Sie sehen keinen Unterschied. Sie haben leider häufig Recht, gerade deshalb, weil der Herr, das Licht, der Urheber des Lebens in den Christen nicht frei ist und es bedeutet nicht, von Gott zu reden, uns den Mund mit Gott zu füllen, das Evangelium, den Heiligen Franz von Assisi, Jesus Christus, die Muttergottes oder eine Botschaft zu zitieren. Darum geht es nicht. Wir sind Kinder Gottes und somit anders, wenn der Herr in uns freie Hand hat, sonst sind wir so wie die anderen.

Ich füge sogar noch hinzu, dass der Heilige Franz von Assisi seine Brüder, die immer das Evangelium oder die Heiligen zitierten, mit den Worten zurechtwies: „Ihr müsst so leben, wie Jesus gelebt hat, ihr müsst euch so verhalten, wie sich jener Heilige oder Jesus verhalten hat und sie nicht ständig nur zitieren. Wenn ihr über Jesus sprecht, Ihn zitiert, einen Heiligen zitiert, das, was er getan hat, es aber selber nicht tut, sündigt ihr.“ Das war der Heilige Franz von Assisi, der sie zurechtwies!

Wenn ihr genauer hinseht, wird euch bewusst, dass in dieser sehr anspruchsvollen Zeit ein Trend zu beobachten ist – es gibt ihn immer schon, aber jetzt gelangt er zum Höhepunkt –, ein Trend, der Jesus in seiner Göttlichkeit und seiner Menschlichkeit in Frage stellt. Es ist ein Trend, der in beide Richtungen funktioniert, und zwar in dem einerseits die Tatsache, das Jesus wahrer Mensch ist, widerrufen wird und andererseits, das Jesus der Sohn Gottes ist, denn Jesus ist DER Christus, der Sohn Gottes, der Mensch wurde, und gerade unter diesem Aspekt wird man zu Kindern von Christus. Zu versuchen, diese beiden Aspekte ins Wanken zu bringen, sei es, weil alles vergeistigt wird oder weil Jesus lediglich zu Jesus von Nazaret gemacht wird, was noch subtiler ist, so ist das wahrhafte Häresie. Es bedeutet, die Türen nicht für das Licht, sondern für die Finsternis zu öffnen. Ob gewollt oder nicht gewollt, aber die Finsternis nimmt Raum ein, weil es wirklich eine Schlacht zwischen der Primärenergie und der zersetzenden Energie ist und diese Schlacht ist sehr subtil. Durch diese Diskussionen entstehen, wie der Heilige Johannes sagt, Antichristen, die den Sohn leugnen[11] und daher auch den Vater nicht haben, oder umgekehrt.

Die zentrale Rolle Jesu und das Wirken Jesu gibt dem, der Ihn annimmt die Macht, Kind Gottes zu werden.[12] Gerade dieses erlösende Wirken, das durch das Kreuz erfolgt, das Jesus aber fortwährend in jedem von uns verwirklicht – das Licht, das in die Finsternis kommt –, ist das Wirken Jesu, aber es ist ein dreifaltiges Wirken, denn darin steckt das Wirken des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes, und ich füge hinzu, auch das Wirken der Allerheiligsten Jungfrau Maria, die in diesem Augenblick gemeinsam mit Jesus Kinder Gottes hervorbringt.

Das ist die Kirche, seine Kirche, und unsere Aufgabe als seine Kirche ist es, gerade dieses Wirken lebendig zu erhalten. Es mag scheinen, dass wir euch ermüden, dass wir offensichtliche, überholte oder seltsame Dinge sagen, aber das sind die einzigen Dinge, die den Lauf der Geschichte ändern können, die die wahren Probleme der Menschheit lösen können. Alles Übrige ist nur Geschwätz, alles Übrige sind nur menschliche Aktionen, auch richtige, aber wenn nicht diese Art von Geist dahintersteht, nützen sie gar nichts und haben keine Auswirkung.

Auf diese Weise umgewandelt zu sein, macht aus uns Helfer von Jesus, Helfer der ganzen Kirche, Helfer der außergewöhnlichen Werkzeuge[13], um die Welt zu ändern, um die Geschichte neu zu schreiben. Aber unser Zeugnis ist gerade jenes zu sagen, dass in mir, in uns das Licht leuchtet und die Finsternis aufgedeckt hat; es bedeutet nicht zu sagen, die Finsternis hat das Licht nicht angenommen, nein!, sondern das Licht hat die Finsternis aufgedeckt und wir haben die Möglichkeit bekommen, sie Jesus zu übergeben. Und indem wir die Finsternis Jesus übergeben haben, sind wir zu Priestern geworden, in unserem königlichen Priestertum. Wir sind zu Aposteln geworden und verkünden allen Völkern dieses Wirken. Wir sind zu Werkzeugen des Heils geworden.

Ich habe gesagt, dass am Sonntag sein öffentliches Wirken beginnt. Machen wir uns wirklich Gedanken, was unsere Taufe bedeutet. Es ist wahr: Die Taufe reinigt uns von allen Sünden, auch von der Erbsünde. Sie fügt uns in die Kirche ein, aber ab dem Zeitpunkt, ab dem wir in die Kirche eingefügt wurden, sind wir Mitglieder seines Leibes und werden wie Er. Wir haben eine Aufgabe. Das heißt, wir werden nicht getauft, damit es uns gut geht, getauft, damit alles mit uns in Ordnung ist: Wir werden getauft, verzeiht mir, aber ich muss es sagen, um in den Krieg mit dem Bösen einzutreten, getauft, um zu Zeugen, zu Märtyrern, zu „Alter Christus“[14], heilig und selig zu werden. Das ist der Durchgang, der jeden Getauften erwartet.

Ich bitte also die Allerheiligste Jungfrau Maria und den Heiligen Josef uns im wichtigen Fest von Morgen zu führen, an dem wir gerade der Verkündigung an das ganze Universum gedenken und der Gemeinschaft mit dem ganzen Universum. Mögen alle Gnaden der Taufe in uns erneut erwachen, unsere Identität und unsere Mission, im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.“

[1] Vgl. Röm 10, 14-15

[2] Vgl. 1Joh 3, 11-21

[3] Vgl. 1Joh 1, 1-3

[4] Vgl. Joh 8, 12; Joh 9, 5

[5] Vgl. Joh 1, 8-11

[6] Vgl. 1Joh 4, 7-8

[7] Vgl. 1Joh 3, 12

[8] Vgl. 1Joh 3,9; 5, 18

[9] Vgl. 1Joh 1, 10

[10] Vgl. 1Joh 2, 1

[11] Vgl. 1Joh 2, 18-23; 1Joh 4, 1-3; 2Joh 1, 7-11

[12] Vgl. Joh 1, 12

[13] Zur Vertiefung des Themas der außergewöhnlichen Werkzeuge verweisen wir auf die Rubrik „Die außergewöhnlichen Werkzeuge Gottes“ auf unserer Webseite https://unterwegszurneuenschoepfung.org

[14] Alter Christus, wie Christus zu werden Anm.d.Ü.

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