Gedanken – „Steht auf und verankert euch im Lebendigen Gott“

von Stefania Caterina und Pater Tomislav Vlašić

(übersetztes Audio)

  1. Juli 2019

Pater Tomislav: Liebe Schwestern und Brüder, das Thema der heutigen Gedanken ist „Steht auf und verankert euch im Lebendigen Gott“.

In diesen Tagen fragen sich sicherlich viele von euch, was die Kirche Jesu Christi des Universums ist, die auf der Erde lebt, was müssen wir tun, wie müssen wir uns verhalten, wie uns organisieren? Fahren wir fort, diese Gedanken unter uns weiterzuführen, um gut verstehen zu können, was der Herr von seiner Kirche auf der Erde möchte.

Am 11. Juli feiern wir das Fest des Patrons von Europa, den Heiligen Benedikt. Feiern wir unser Fest, nicht irgendein Fest. In dieser Zeit sehen wir viele Nachrichten, Auseinandersetzungen in Europa, in Italien, verschiedene Gedankenströmungen – ein Krieg unter den Geistern und wir sind von diesem Krieg umfangen. Es besteht die Gefahr, auch für die Christen, sich auf der einen oder anderen Seite anzuklammern, an dem einen oder anderen Thron, der untergeht. Aber was geschieht am Fest des Patrons von Europa, wenn der ganze Himmel, insbesondere alle Heiligen, alle Gerechten Europas, alle Märtyrer sich in Bewegung setzen? Wir können von dieser Dynamik der Heiligkeit umfangen werden und diese Heiligkeit kann sich in ganz Europa verbreiten.

Was war an den Heiligen besonders? Sprechen wir von den Heiligen Europas. Sie waren in Gott verankert und hatten den Geist Gottes. Sie verwandelten die Schwierigkeiten, die Augenblicke der Finsternis, die Anfeindungen in Möglichkeiten zu evangelisieren. Es gelang ihnen, einen europäischen, christlichen Kontinent zu bilden, mit einer christlichen Kultur. Diesen Geist müssen wir wieder aufgreifen und Gott wird diesen Geist in ganz Europa wachrufen, aber die Kinder Gottes müssen mitwirken. Beginnen wir also, als Kirche Jesu Christi des Universums zu leben, in jene Dynamik einzutreten, die auf all das eine Antwort gibt, was heute als Frage auftaucht, denn den Menschen gelingt es nicht, ihre Probleme zu lösen. Sie klammern sich rechts oder links an oder gehen im Abgrund der Depression unter.

Das Evangelium, Matthäus 9, spricht davon, dass Jesus von den Dämonen befreite, jede Krankheit heilte und dann sagte: «Die Ernte ist groß, aber es gibt nur wenig Arbeiter. Bittet also den Herrn der Ernte, Arbeiter für seine Ernte auszusenden!» Was soll das bedeuten? Es soll heißen, dass Er der Kirche, den Aposteln, den Jüngern, die sich zu Werkzeugen des Wirkens Gottes gemacht haben, den Weg geöffnet hat, dass Jesus Christus durch sie fortgefahren hat zu handeln. Daher nehmen wir erneut die Botschaft der Muttergottes und lesen einen Teil, über den wir heute Abend nachdenken. Hören wir zu.

„Kinder, die Kirche Jesu Christi des Universums muss die Eigenschaften meines Herzens haben: sie muss Mutter sein. Meine erste Mission ist es nämlich, Mutter Gottes, Mutter der Kinder Gottes und Mutter der Kirche meines Sohnes zu sein. Daher ist diese Kirche Mutter, weil sie ständig die Kinder Gottes hervorbringt, sie bringt sie hervor zum Leben. Mein Unbeflecktes Herz gießt seine Unbeflecktheit auf das Volk Gottes aus, das deshalb unbefleckt sein muss. Die Kirche Jesu Christi ist daher Mutter und unbefleckt. Sie ist eine missionarische Kirche, die ständig und machtvoll das Reich Gottes verkündet.

Kinder, lasst euch nicht täuschen durch das, was ihr leider aus dem Mund großer Vertreter der Amtskirche hört: sie sprechen von der „Kirche, die hinausgeht, Kirche als Feldlazarett“. Das ist sie nicht. Die Mission der Kirche ist jene, ständig Kinder Gottes zum Leben der Allerheiligsten Dreifaltigkeit hervorzubringen. Das macht sie unversehrt, frei, fähig, das Gute zu wählen und das Böse zurückzuweisen und jedem Kind Gottes zu begegnen, um ihm das Leben zu schenken.“

Gehen wir von den Worten der Muttergottes aus, die Sie an uns gerichtet hat. Sie ist in Gott. Gerade weil Sie unbefleckt in Gott ist, bringt Sie ständig Leben hervor und Sie sagt, dass die Kirche Mutter sein muss, die Leben hervorbringt und dass sie unbefleckt sein muss. Bringt sie kein Leben hervor und wer kein Leben hervorbringt, ist tot. Jemand hat gesagt: Wer sich nicht jeden Tag bemüht wiedergeboren zu werden, stirbt. Ich würde sagen, der ist schon tot. Die Kirche, die das Leiden Christi trägt und verkündet und seine Auferstehung bezeugt, hat die Macht, Leben hervorzubringen. Die neue Kirche, die Kirche, die vom Himmel unter uns gekommen ist, die Kirche Jesu Christi des Universums, die bereits auf der Erde lebt, ist dazu aufgerufen sich zu wünschen, unbefleckt zu sein und sie kann lediglich durch Maria unbefleckt sein. Daher reicht es nicht, eine Beziehung mit der Muttergottes zu haben nach der Art: „Gib mir das, gib mir jenes, ich brauche dies, ich brauche jenes“, sondern es braucht das tiefe Bedürfnis eines jeden von uns Ihr ähnlich zu sein. Dann treten wir sozusagen in ein magnetisches Feld ein, wo wir durch die Unbeflecktheit beschützt sind. Wir sind derart beschützt, dass in uns alle Prozesse stattfinden können, die der Heilige Geist in uns hervorruft.

Dieser Schritt ist groß und verlangt gleichzeitig Verantwortungsbewusstsein, denn wenn man sich im reinen Licht befindet, sehen wir all unsere Fehler, all unsere Sünden. Wir müssen unser Ja erneuern und auf die Erfüllung dieser Gnade in der neuen Schöpfung hingehen.

Die Kirche Jesu Christi auf der Erde muss also den Weg der Unbefleckten Mutter Maria gehen, in die vollkommene Gemeinschaft mit Ihr eintreten und durch Sie über jede Provokation, jedes Kreuz, jede Bedrohung erhoben werden. Die Kirche hat die Möglichkeit, sich in Gott zu erheben, sich in Dem zu verankern, der den Tod und die Verdorbenheit in Gott besiegt hat. Dafür muss sich die Kirche Jesu Christi auf der Erde inmitten aller Schwierigkeiten entscheiden und die Schwierigkeiten, wie wir gehört haben, in die Seligpreisungen umwandeln.

Die Kirche Jesu Christi auf der Erde nimmt an der Liturgie des Himmels teil, aber sie muss auf folgende Weise teilnehmen, und zwar, indem sie am unbefleckten Leben Mariens teilnimmt und an der Kirche, die die Liturgie des Himmels feiert, das heißt, sie muss in Gemeinschaft mit allen außergewöhnlichen und erhabenen Werkzeugen sein.

Wir haben die Episode über den Kampf Jakobs mit Gott gelesen, wie es im Kapitel 32 der Genesis überliefert wird. Ich lese sie euch vor, damit wir sie dieses Mal aus dem Blickwinkel unserer Teilnahme an diesem Kampf betrachten können, auch wenn im Buch „Das Universum und seine Bewohner“[1] dieser Schritt sehr gut erklärt ist. Während des Kampfes mit Gott – es wurde uns gesagt, dass der, der mit Jakob kämpfte, der Heilige Michael war – sagte jener: «Lass mich los; denn die Morgenröte ist aufgestiegen». Es scheint, als würde sich der Heilige Michael zurückziehen. «Jakob aber entgegnete: „Ich lasse dich nicht los, wenn du mich nicht segnest.“ Jener fragte: „Wie heißt du?“ „Jakob“, antwortete er. Da sprach der Mann: „Nicht mehr Jakob wird man dich nennen, sondern Israel; denn mit Gott und Mensch hast du gestritten und hast gewonnen.“» Nach dem Kampf mit Jakob kam der Segen. Nach welchem Kampf? Mir scheint wir können folgern, dass es der Kampf um den Segen von Gott war. Und am Ende segnete ihn der Heilige Michael.

Erinnert euch daran, dass Jakob den Segen Isaaks durch eine List seiner Mutter erhielt. Haltet euch auch vor Augen, dass Jakob viele Begebenheiten und Prüfungen durchlebte, die Gott erlaubte, aber das reicht nicht. Für uns reichen die täglichen Prüfungen nicht. Für die Kirche Jesu Christi des Universums, die auf der Erde lebt, ist es notwendig, dass sie von den außergewöhnlichen Werkzeugen geprüft wird. Was bedeutet das? Wir haben gesagt, dass der Heilige Michael der Vorläufer der Wiederkehr Jesu Christi ist, das heißt, dass er uns vorbereitet. Was bedeutet das? Es bedeutet, dass ein so mächtiger, so lichtreicher Erzengel uns in unserem Innersten berührt, und Jakob bat um den Segen. Unser Kampf müsste jener Kampf sein, aus unserem Egoismus, Egozentrismus, aus unseren Sorgen herauszukommen und uns zu jenem Segen zu erheben, der uns ermöglicht, unsere völlige Identität in Gott und unsere Mission zu leben. Alle Auserwählten wurden auf diese Weise geprüft. Vielleicht ist uns nicht bewusst, was wir beten.

Im Psalm 17 betet der Psalmist: «Höre, Herr, die gerechte Sache, achte auf mein Flehen, vernimm mein Gebet von Lippen ohne Falsch!» Das bedeutet: ich sehe es nicht, ich möchte nicht täuschen. Er fährt fort: «Von deinem Angesicht ergehe mein Urteil; denn deine Augen sehen, was recht ist. Prüfst du mein Herz, suchst du mich heim in der Nacht und erprobst mich, dann findest du an mir kein Unrecht.» Diese Kirche ist dazu aufgerufen, eine Haltung einzunehmen, die jede Psychoanalyse, jede Psychotherapie übersteigt. Möge das Feuer des Heiligen Geist in unser Unterbewusstsein herabkommen, wie die Psychologie sagt, es komme bis zum Geist herab und reinige alles in uns.

Diese Kirche muss gereinigt werden, wenn sie erhoben werden möchte, wenn sie auf die Herausforderungen dieser Zeit eine Antwort geben möchte. Sie muss in Gott geboren werden, wie Gott es gewünscht hat. Das ist ein wunderbares Bemühen, das uns Gott vorschlägt. Es ist ein Bemühen, dass wir auf die Erwartungen aller Gerechten dieser Zeiten und aller Zeiten eine reife Frucht geben können. Wir können den Menschen eine Antwort übermitteln, die nicht wissen, wohin sie sich wenden sollen, auch wenn sie sich Christen nennen und zum Teil so verdorben sind wie alle anderen. Sie entscheiden sich für rechts oder links, morgen für links oder rechts, werden hin- und hergeworfen, streiten sich und kennen den Weg nicht. Wir sind dazu berufen uns zu erheben, im lebendigen Gott verankert zu sein. Das ist der Sinn unserer Gemeinschaft mit der Kirche des ganzen Universums, damit diese Macht unter uns herabkomme, in jeden von uns. Wir fühlen diese Macht und tragen diese Macht, dieses Licht zur ganzen Kirche, zu allen an Jesus Christus Glaubenden, zu allen Menschen guten Willens.

Wie wir oftmals gesagt haben, handelt Gott durch seine Mitarbeiter. Ich habe die Allerheiligste Jungfrau Maria hervorgehoben, fügen wir den Heiligen Josef hinzu, dann die außergewöhnlichen Werkzeuge, die Gott in dieser Zeit ins Spiel gebracht hat. Es wird uns nicht gelingen, uns zu erheben, wenn wir nicht ständig mit ihnen in Gemeinschaft leben. Das ist die Bestimmung der Kirche auf der Erde. Sie wird alle Macht, alle Möglichkeiten haben. Habt Mut, diesen Weg zu wählen.

Ich segne euch im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.

[1] Vgl. S. 151; Verlag Luci dell‘Esodo

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