Gedanken – Die Sünden gegen das Kostbarste Blut Jesu wiedergutmachen

von Stefania Caterina und Pater Tomislav Vlašić

(übersetztes Audio)

  1. Juli 2017

Pater Tomislav: Liebe Schwestern und Brüder, früher wurde am 1. Juli das Fest, das Hochfest des Kostbaren Blutes Christi gefeiert. Heute möchten wir diese Heilige Messe zur Wiedergutmachung aller Sünden gegen das Kostbarste Blut Christi aufopfern, wir möchten Es verehren und um Vergebung für die Entweihung unseres Lebens und der Entweihung der Erde bitten, die wir jeden Tag vor Augen haben.

Wir Christen denken oft an die Wunder, die Jesus vollbracht hat. Gestern hörten wir in der Liturgie von einem Wunder, von einem großen Wunder: Gott versprach Abraham und der betagten Sara einen Sohn und bekräftigte: «Für Gott ist alles möglich.»[1]. Heute sehen wir in der ersten Lesung Ähnliches: Der Prophet Elischa versprach der Witwe von Schunem, die unfruchtbar war, einen Sohn[2]. Der Herr erfüllte das Versprechen. Ich möchte, dass wir uns in diesem Beispiel betrachten, unser unfruchtbares Leben, wo sich unsere Misserfolge, unsere Bitterkeit, die Rache, der Hass befinden, wo die Leere in uns ist. Gott kann in seiner Allmacht alles füllen, Er kann uns über die Maßen hinaus mit der Gnade erfüllen, damit unser Leben erfüllt und verwirklicht ist.

Das bekräftigt auch der Heilige Paulus im Brief an die Römer[3]: «Wir wurden mit ihm [Jesus] begraben durch die Taufe auf den Tod; und wie Christus durch die Herrlichkeit des Vaters von den Toten auferweckt wurde, so sollen auch wir als neue Menschen leben.» So wie Jesus durch die Herrlichkeit des Vaters auferweckt wurde, so können auch wir unser Leben wieder aufnehmen und ein neues Leben leben. In uns kann sich unser Leben verwirklichen bis wir die Fülle des Lebens leben, aber nicht nur in diesem Leben auf der Erde, sondern «wir wissen, dass Christus, von den Toten auferweckt, nicht mehr stirbt; der Tod hat keine Macht mehr über ihn.» Glauben wir, dass auch wir mit Ihm leben werden, auferweckt, neu? Hier liegt die Einladung Gottes, am Leben Christi teilzunehmen und mit Christus können wir in diesem Leben glücklich leben und haben die vollkommene Hoffnung, auf ewig zu leben, aber wir müssen auch eine andere Seite betrachten: wie drückt sich die Allmacht Gottes in uns aus.

Kehren wir erneut zur ersten Lesung zurück, zum zweiten Buch der Könige. «Eines Tages ging Elischa nach Schunem. Dort lebte eine vornehme Frau, die ihn dringend bat, bei ihr zu essen. Seither kehrte er zum Essen bei ihr ein, sooft er vorbeikam. Sie aber sagte zu ihrem Mann: Ich weiß, dass dieser Mann, der ständig bei uns vorbeikommt, ein heiliger Gottesmann ist. Wir wollen ein kleines, gemauertes Obergemach herrichten», usw. Diese Frau hat die Gegenwart eines Boten Gottes wahrgenommen, sie hat die Heiligkeit Gottes wahrgenommen und begann dem zu dienen, der die Heiligkeit Gottes überbrachte.

Jesus ist unter uns gekommen, Er hat sein Kostbares Blut für uns gegeben. In dem auf der Erde vergossenen Blut hat Er sein Leben vergossen, Er hat die Heiligkeit des Vaters, die Herrlichkeit des Vaters kommuniziert. Wie kommt es, dass sich die Menschheit so weit entfernt? Wir sehen das jeden Tag, wir sehen das auf verschiedene Weisen und wir Christen lesen und verkünden erneut im Evangelium die Zeichen, die Er vollbracht hat, aber Er ist lebendig unter uns, bereit, sich in jedem Augenblick dem Vater aufzuopfern, um unseren Unrat, unsere Sünden zu waschen, um uns zu erneuern und aufzuerwecken, aber die Menschheit erkennt diese Heiligkeit nicht. Sie spürt auch das Bedürfnis nach einem ewigen Leben, nach einem Gott ähnlichen Leben nicht mehr. Das ist kollektiver Selbstmord, ein geistiger Selbstmord. Das Kostbarste Blut Christi ist vergessen und verschmäht.

Daher ermahnt uns das heutige Evangelium[4]. Wozu ermahnt es uns? Dass die ganze Allmacht Gottes zu unseren Gunsten nutzlos wird, wenn wir sie nicht annehmen. Jesus ist unter uns und lehrt uns: «Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, ist meiner nicht würdig, und wer Sohn oder Tochter mehr liebt als mich, ist meiner nicht würdig. Und wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und mir nachfolgt, ist meiner nicht würdig.» Um die Allmacht Gottes anzunehmen, die sich uns zur Verfügung gestellt hat, um uns zu erneuern, um hier auf der Erde mit allen Prüfungen und Schwierigkeiten glücklich und in der Fülle des Lebens zu leben und um das ewige Leben zu leben, ist es notwendig, sich von all dem zu lösen, was uns in unserem Leben zu Sklaven macht. Jesus stellt sich nicht gegen unsere Eltern, gegen unsere Schwestern und Brüder, im Gegenteil, aber Er lädt uns zu einem gesunden Abstand ein. Jesus ist nicht dagegen, das Leben auf der Erde zu genießen, aber Er lädt uns zu einem gesunden Abstand ein, damit uns das Vergnügen nicht zerstört und uns nicht von der Quelle des Lebens entfernt.

In dieser Zeit, in der das Wirken des Antichristen in den verschiedenen Ausprägungen, die unseren Augen entgehen, jeden Tag stärker wird, werden wir ins Verderben geführt, wenn wir uns dem Geist Christi verschließen. Wir fragen uns, wie es möglich ist, dass es so viele Selbstmorde, so viele Kriege gibt? Geht einer zu Ende, beginnen zehn andere an verschiedenen Punkten der Erde. Wie ist es möglich, dass die Menschheit so viel Fortschritt erlebt und die Armut, das Ungleichgewicht, die Sklaverei, die Massenverführung zunehmen? Und was können wir tun? Jeder von uns kann Jesus Christus annehmen, das Leben, das Er uns schenkt, wie jene Frau, von der wir gehört haben.

Heute müsste sich der Christ fragen – ich sage Christ, denn die Christen erkennen Jesus den Lippen nach als Herrn an – wie sie Jesus annehmen. Als Propheten? Und erhalten sie den Lohn des Propheten? Als Gerechten? Und wie ihr seht, diese Gerechtigkeit wird im Sinne der menschlichen Gerechtigkeit verstanden, häufig im Sinne eines Gerechtigkeitsfimmel, aber wenn wir das erfüllte Leben leben möchten, muss Jesus Christus als Retter der Welt angenommen werden, als Erlöser des ganzen Universums. Er muss als Göttliche Person angenommen werden, die uns in das göttliche Leben einführt. Haben wir Jesus Christus kompromisslos angenommen, so führt Er uns dahin, jenes Leben zu genießen, das allmächtig in uns ist und uns das ewige Leben garantiert.

Unsere heutigen Gedanken zielen also insbesondere darauf ab, dahin zurückzukehren, die Eucharistie zu lieben, nicht als ein Ritual, sondern im Bewusstsein, dass sich der Sohn Gottes für uns opfert, um uns von jeder Form der inneren Sklaverei zu befreien, von der Sklaverei, die vom Leben auf der Erde herrührt; Er opfert sich auf, um uns zum Vater erheben zu können, Er erlöst uns mit seinem Blut. Wir Christen werden also darum gebeten, uns zu bekehren, eine Bekehrung, in der wir Jesus Christus annehmen, und um noch etwas werden wir gebeten: den lebendigen Jesus Christus, die Frucht seines Kostbaren Blutes in uns zu tragen, damit jene in der Welt, die guten Willens sind, Gott wahrnehmen können, der rettet. Ansonsten werden auch wir Christen mit einem Rutsch nach unten in das Verderben gezogen.

Ich segne euch und besprenge euch mit dem Blut Christi, euch alle, die ihr zuhört, euch all, die ihr das Heil möchtet, damit das Blut Christi alle eure Sünden beseitige und den freien Weg zu den neuen Himmeln und der neuen Erde öffne, im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.

[1] Vgl. Samstag der 12. Woche im Jahreskreis (I): Gen 18,1-15

[2] Vgl. 13. Sonntag im Jahreskreis (A): 2Kön 4,8-11.14-16a

[3] Vgl. Rm 6,3-4.8-11

[4] Vgl. Mt 10,37-42

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