Gedanken „Seid ein heiliges, priesterliches Volk“

von Stefania Caterina und Pater Tomislav Vlašić

(übersetztes Audio)

  1. Mai 2017

Pater Tomislav: Liebe Schwestern und Brüder, das Thema der heutigen Gedanken lautet: „Seid ein heiliges, priesterliches Volk“.

Der vierte Sonntag der Osterzeit spricht vom Guten Hirten. Die ganze Woche steht im Zeichen des Guten Hirten und diese Woche führt uns zum Beginn der Feierlichkeiten hinsichtlich der Erscheinungen der Muttergottes in Fatima. Wir feiern den hundertsten Jahrestag der Erscheinungen und betrachten die Ereignisse nach den Erscheinungen der Muttergottes, wo wir nicht auf Ihren Ruf geantwortet haben, aber auch was wir an Gutem getan haben.

Wir stellen auch eine Verbindung her mit dem, was in Medjugorje geschehen ist, den letzten Erscheinungen der Muttergottes, Königin des Friedens. Sie hat uns erklärt, dass Sie zum letzten Mal auf die Erde gekommen ist, um den Plan der Vereinigung des ganzen Universums in Christus voranzutreiben. Wir setzen unsere Gedanken über den Guten Hirten unserer Seelen also in der Dimension des ganzen Universums an.

Das Klima, das wir in dieser Zeit einatmen, ist ein Klima der Ungewissheit, der Unsicherheit und der Verwirrung. Die politischen Wahlen sind in allen Ländern ein Drama, die Autorität auf der Erde funktioniert nicht mehr, sie hat an Niveau verloren, die Angehörigen der verschiedenen Parteien akzeptieren einander nicht, es herrscht der Egoismus, der Egozentrismus vor. Auf der anderen Seite ist Verzweiflung, Panik zu finden, und man sagt, dass die Menschheit unregierbar ist. Sucht man eine starke Hand, riskiert man einen zerstörerischen Krieg; behält man die Demokratie so bei, wie sie die Welt heute versteht, bricht alles auseinander, weil die Menschen nicht fähig sind, die Freiheit zu bewahren, ihre Schritte auf die Erlösung auszurichten. In diesem Klima möchten wir wissen, Wer uns in dieser Zeit führt, Wem wir unser Leben anvertrauen können und wie wir mit Ihm zusammenarbeiten können.

Am Sonntag lesen wir den Text des Guten Hirten[1]. Jesus stellt sich als der Gute Hirte vor und sagt: «Ich bin die Tür; wer durch die Tür hineingeht, wird gerettet sein. Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und damit sie es in Fülle haben.» Wer nicht durch die Tür hineingeht, findet das Heil nicht. Jesus weist sich als die einzige Türe aus und die Kirche sagt, dass Er der Einzige Mittler zwischen Gott und den Menschen ist. Aber ist diese Wahrheit in uns lebendig? Wir befinden uns in einem Relativismus, wo es scheint, als wäre jede Religion gleich, als wäre jeder Mittler gleich. In den interreligiösen Dialogen hört man den Namen Jesus Christus nicht. Welche Art von Hirten haben wir heute, welchen Hirten, der das Volk mit Jesus Christus vereint? Aus diesem Grund haben wir einen Abschnitt aus dem Buch „Über die Große Barriere hinaus“[2] gewählt, der von Jesus Christus, Priester und König des Universums spricht. Hören wir zu.

Stefania Caterina: Die Botschaft ist vom Heiligen Geist vom 26. Oktober 2002, die auf Seite 29 des Buches „Über die Große Barriere hinaus“ zu finden ist.

„Das Priestertum Christi wurde infolge der Erbsünde notwendig. Der Mensch, der aufgrund der Sünde gefallen ist, riss die ganze Schöpfung mit sich ins Verderben. Die Schöpfung wurde vom Hauch des Bösen umhüllt, dem Überbringer des Todes. Der Tod trat als Folge der Sünde in das Universum ein. Mit dem Tod traten die körperlichen und geistigen Krankheiten und die Verdorbenheit ein, die alle Geschöpfe berühren. Daher war ein Priester notwendig, das heißt ein Mittler, der die verdorbene Menschheit wieder zum Vater zurückbringt. Das Opfer Christi, des Hohenpriesters, der mit seinem Blut die Sünde abgewaschen hat, stellte den anfänglichen Zustand der Unverdorbenheit wieder her. Das Priestertum Christi ist königlich und universal, das heißt es erstreckt sich auf alle Geschöpfe, ohne Ausnahme, denn alles wurde durch das Opfer Christi zum Vater zurückgeführt.

Das Priestertum Christi war der Schlüssel der Erlösung, das vielen ermöglichte, sich Gott aufzuopfern. Ohne das Opfer Christi, des Hohenpriesters, gäbe es niemanden, der sich Gott aufopfern könnte. Denn ihr könnt euch Gott nur aufopfern, weil ihr aufgeopfert wurdet. Jesus Christus opfert euch fortwährend dem Vater auf. Ihr könnt euch aufopfern, weil Jesus Christus sich ein für alle Mal für euch aufgeopfert hat.

Wir müssen in die Unbeflecktheit der ursprünglichen Schöpfung zurückkehren. Maria ist die Frau, die wie der erste Mensch geschaffen wurde, und zwar unbefleckt. Ihr müsst alle durch das Opfer Christi und durch das Unbefleckte Herz Mariens zur Unbeflecktheit zurückkehren. Wenn ihr euer Leben Gott aufopfert, fügt ihr euch in das Opfer Christi ein, um unbefleckt in die Dimension der ursprünglichen Schöpfung zurückzukehren. Ihr kehrt in den Schoß des Vaters zurück.

Der Vater ist Heiligkeit und Reinheit, und ihr müsst heilig und rein in seinen Schoß zurückkehren. Die Unbeflecktheit ist der Schlüssel, um in die neue Schöpfung einzutreten. Ihr könnt aber nicht unbefleckt und rein sein, wenn ihr nicht mit Hilfe eures eigenen Opfers durch das Opfer Christi hindurchgeht.

Wer auf der Erde dazu berufen ist, Priester Christi zu sein, ist zum königlichen und universalen Priestertum berufen. Durch seine Hände muss sich jedes Geschöpf Gott aufopfern können, und alles muss in Christus vereint werden. Dann ist auf dem Altar das ganze Universum aufgeopfert. Es werden alle Leiden und Opfer der Verdorbenheit zu Gott erhoben. Alles wird auf dem Altar des Priesters dargebracht, es wird durch das Opfer Christi zu Gott Vater zurückgebracht. Auf diese Weise wird das Priestertum universal.“

Pater Tomislav: Wir stellen uns die Frage, warum Jesus Christus auf so kategorische Weise sagt: «Ich bin die Tür. Wer nicht durch die Tür hineingeht, tritt nicht in das Leben ein»? Die Antwort ist, weil Jesus Christus das Wort Gottes ist, durch Ihn ist alles erschaffen worden und nichts wurde ohne Ihn erschaffen[3]. Er lebt in vollkommener Harmonie mit dem Vater, daher ist Er die einzige Tür, die zum Vater führt, zum Vater, dem Ursprung des Lebens. Er ist der Einzige, der fähig ist, uns wieder mit dem Vater zu versöhnen, uns in die Harmonie der Gesetze einzuführen, die das Leben regieren, in die Gesetze des reinen Geistes.

Warum ist Jesus die einzige Tür? Er hat als Sohn Gottes die Sünden der Menschheit auf sich genommen. Er ist es, der in unserer Menschlichkeit treu geblieben ist, als Er durch all unsere Situationen hindurchgegangen ist, die Sünde der Menschheit ertragen und auf sich genommen hat, jener Menschheit, die Ihn abgelehnt, verurteilt, gedemütigt und gekreuzigt hat. Er ist den Gesetzen des reinen Geistes, dem Vater treu geblieben, daher konnten Ihn weder die menschliche Bosheit, noch die Sünde, noch der Tod beherrschen: Er ist auferstanden. Also kann jeder von uns, der sich auf dem Weg zur neuen Schöpfung mit Jesus vereint, durch Ihn in seinem Inneren diese Macht haben, um auf das Böse mit dem Guten zu antworten, sich dem Bösen nicht zu beugen, auch dem Antichristen nicht.

Es gibt einen Abschnitt im Evangelium, wo es heißt: «Wer durch die Tür in den Schafstall geht, dem öffnet der Türhüter». Wer ist der Türhüter? Es ist der Heilige Geist. Jeder von uns also, der Jesus Christus nachfolgt und mit Ihm leben möchte, wird vom Heiligen Geist geführt und jeder von uns, der Mitarbeiter Jesu Christi sein möchte, um die Schafe auf dem Weg des Guten Hirten zu führen, wird vom Heiligen Geist geführt und weiß, was er zu tun hat.

Heute ist der Tag für die geistlichen Berufe. Leider liegt in den Tagen für die geistlichen Berufe die ganze Aufmerksamkeit darauf, wie man Mädchen und Jungen für die geistlichen Berufe erreichen und versammeln kann, aber zuallererst müssen wir uns mit dem Guten Hirten messen und uns fragen, ob wir, alle Christen, am Leben des Guten Hirten teilnehmen. Dann wird es neue Priester, neue geweihte Personen geben.

Alle Christen müssten Priester sein, im Sinne des allgemeinen, königlichen Priestertums. Wie wir euch erklärt haben, unterscheidet es sich nicht vom ministeriellen Priestertum, denn wir sind dazu berufen, das Leben in Jesus Christus zu finden, der Menschheit den Weg des Friedens zu zeigen, der Sicherheit, der Harmonie, des gegenseitigen Verständnisses, den Weg, der zum Ursprung, zur Quelle führt, zum Vater. Wenn wir das nicht für die Menschheit tun, werden auch wir uns verlieren, weil wir nicht in das Leben eintreten.

Heute, wo der religiöse Relativismus um sich greift und den Menschen gestattet, ihre Bedürfnisse zu befriedigen, das, was die Menschen möchten, laufen wir Gefahr, unsere Orientierung zu verlieren. Und wie ich zu Beginn gesagt habe, stehen wir vor dem Beginn der Feierlichkeiten hinsichtlich der Erscheinungen der Muttergottes in Fatima. Wir müssen aufpassen, diese Feiern nicht zunichte zu machen, sie zu flüchtigen Festen zu machen. Die Muttergottes möchte, dass wir uns alle Gnaden zurückholen, die Gott geschenkt hat und schenken wollte, die Er in dieser Zeit schenken möchte und wir können uns alle Gnaden zurückholen, wenn wir den einzigen Guten Hirten, den einzigen Weg entdecken und die Instabilität auf der Erde wird aufhören, die Lage wird sich ändern. Wenn wir Christen nicht wissen wie wir nach dem leben sollen, was uns der Gute Hirte gelehrt hat oder es nicht wollen, dann sind wir das Salz, das den Geschmack verloren hat[4], dann sind unsere Lampen erloschen[5].

Es ist also an der Zeit, unseren Weg wiederaufzunehmen und in dieser Osterzeit müssen wir, wie ich auch in anderen Folgen gesagt habe, die enge Verbindung zwischen der Auferstehung Christi und Pfingsten verstehen, in diesen Weg eintreten, der uns zur Auferstehung des Lebens führt und jene dreifaltige Macht annehmen, die heute machtvoll im ganzen Universum wirkt.

Und ich segne euch alle, damit der Gute Hirte in euren Herzen verankert sei, damit ihr seine Führung erfahren könnt, damit sich in diesen Zeiten in euch wieder der Frieden, die Freude, die Gelassenheit, das Licht und die Ruhe entfalten mögen. Er kümmert sich nicht um die materiellen Dinge, sondern um eure Seelen. Aus dem Geheimnis des Lebens entspringt alles Übrige, auch die materiellen Dinge regeln sich, damit ihr alle die Erfahrung machen könnt, dass der Gute Hirte wahrhaftig unter euch ist. Möge euch der Heilige Geist unterweisen, im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.

[1] Vgl. Joh 10,1-10

[2] Verlag Luci dell’Esodo, verlag@lucidellesodo.com

[3] Vgl. Joh 1,1-3

[4] Vgl. Mt 5,13

[5] Vgl. Mt 25,1-13

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