Gedanken „Seid ein auferstandenes Volk“

von Stefania Caterina und Pater Tomislav Vlašić

(übersetztes Audio)

  1. Mai 2017

Pater Tomislav: Liebe Schwestern und Brüder, das Thema der heutigen Gedanken ist: „Seid ein auferstandenes Volk“. In der letzten Folge haben wir die Nachricht aufgenommen und darüber nachgedacht, dass der auferstandenen Jesus die Planeten des oberen und mittleren Universum besucht. In dieser Folge möchten wir darüber nachdenken, wie wir uns mit dem auferstandenen Christus vereinen können.

Der auferstandene Christus ist ein unentgeltliches Geschenk von Gott an uns, aber wir können Ihm nicht ohne Gegenleistung begegnen. Wir müssen uns zu dem Leben erheben, das im auferstandenen Christus wirkt und in weiterer Folge zum verherrlichten Leben Christi. Das ist die Erfahrung aller Apostel und der Jünger, die Jesus gefolgt sind, aber es ist keine Erfahrung, die sich in einem Augenblick ereignet hat, auch nicht in den ersten Begegnungen mit dem auferstandenen Christus. Jesus ist noch vierzig Tage lange bei ihnen geblieben und hat für sie zum Vater gebetet, Er hat sie allmählich dazu gebracht, ihre Denkweise, ihre Mentalität zu ändern, jene Mentalität, die sie betrübt, verwirrt und ängstlich gemacht hat. Und dieser Weg mit dem auferstandenen Jesus hat die Apostel zum Pfingstfest geführt; die eindeutige Verbindung zwischen dem auferstandenen Jesus und dem Herabkommen des Heiligen Geistes ist klar und deutlich, und das hätte auch nach dem Pfingstfest andauern müssen. Die Kirche, die Christen sind hingegen stehengeblieben und haben vergessen, dass sie diesen österlichen Durchgang ständig durchlaufen müssen. Sie haben sich vom Auferstandenen entfernt und damit auch vom machtvollen Wirken des Heiligen Geistes. In der Folge ist das Leben der Allerheiligsten Dreifaltigkeit für viele Christen ein verborgenes Geheimnis geworden, anstatt ein Geheimnis des Lichts zu sein.

Wir greifen neuerlich zwei Episoden auf, die wir in diesen Tagen gehört bzw. gelesen haben, die die Schritte der Apostel zeigen. Die erste Episode ist jene der zwei Jünger von Emmaus, die von Jerusalem enttäuscht davonliefen und dann wieder zurückgekehrt sind.

Stefania Caterina: Es ist Kapitel 24 aus dem Evangelium nach Lukas und Jesus stößt zu den beiden Jüngern, die unterwegs sind, sich unterhalten und traurig sind über all das, was Jesus zugestoßen ist. Jesus nähert sich ihnen und ist an ihrer Seite – und das zeigt uns, dass Jesus auf unserem Weg immer an unserer Seite ist, auch wenn wir enttäuscht oder betrübt sind – aber sie erkennen Ihn nicht. Sie erkennen Jesus nicht einmal, als Er sie ermahnt und zu ihnen sagt: «Begreift ihr denn nicht? Wie schwer fällt es euch zu glauben, was in der Schrift steht»; Er öffnet ihren Verstand, erklärt die Schrift, aber sie erkennen Ihn nicht. Sie erkennen Ihn erst in dem Augenblick, als sie Ihn einladen, bei ihnen zu bleiben, als sie bei Tisch sitzen und Jesus das Brot bricht. Sie erkennen Ihn also, als sie gemeinsam mit Ihm am Eucharistischen Festmahl teilnehmen, wo Jesus die Geste des Brotbrechens wiederholt, und das Evangelium sagt: «Da gingen ihnen die Augen auf, und sie erkannt Ihn». Und das ist das Zeugnis… und auf derart tiefgehende Weise erkennen sie Ihn, dass sie radikal ihren Gedanken ändern. In diesem Augenblick erinnern sie sich nicht mehr an die Enttäuschung, an die Trauer, sondern sie haben neue Kraft erhalten und kehren zurück nach Jerusalem. Sie machen eine völlige Kehrtwende und kehren dorthin zurück, wovon sie geflüchtet sind und bezeugen den anderen Aposteln, was sie gesehen und gehört haben.

Pater Tomislav: Nehmen wir noch eine andere Episode, und zwar jene, die der Heilige Johannes in Kapitel 21 überliefert, den wundersamen Fischfang, wo Jesus Fisch und Brot vorbereitet hat. Danach hat Er ihren Geist geöffnet und ihre Herzen entflammt. In der Folge fragt Er Simon Petrus: «Liebst du mich mehr als diese?» und wiederholt diese Frage drei Mal und Petrus antwortet immer: «Ich liebe dich» und zuletzt: «Du weißt alles, du weißt, dass ich dich liebe» und dabei weint er, und gerade diese Tränen sind wichtig. In diesen Tränen dringt die Liebe Jesu ein und lässt Petrus nach seiner Antwort auferstehen; sie macht ihn dazu fähig, gegen seinen eigenen Willen zu handeln, loszulassen, woran er gebunden ist. Petrus wird gehen und sein Leben vollenden.

Wir müssen diesen eucharistischen Durchgang in uns entdecken. Der wunde Punkt der Teilnahme an der Eucharistie ist gerade folgender: Die Christen haben vergessen, dass die Teilnahme an der Eucharistie jedes Mal ein österlicher Durchgang ist: mit unseren eigenen Sünden in Christus einzutauchen, die Sünden der Menschheit, die Begrenztheit einzutauchen, die eigenen Wunden zu öffnen und sich mit Dem zu vereinen, der sich am Kreuz aufopfert, um auf diese Weise am Ende der Messe mit Ihm vereint auferstanden zu sein. Und dieser Durchgang ist nicht einfach nur ein Ritual: Der eucharistische Durchgang bedeutet, den auferstandenen Jesus Christus zu erreichen, sich von der niedrigen Ebene zu erheben, auf der wir uns im Schmerz, in den Ängsten, in den Sorgen eingeschlossen haben, denn der Grund, weshalb es uns nicht gelingt, uns dorthin zu erheben, wo Christus verherrlicht lebt, liegt immer in unserem Inneren, in einer Sorge um das Leben, in einem Egozentrismus.

Es ist also sehr wichtig, erneut den Abschnitt darüber zu lesen, wie die Allerheiligste Mutter Maria an diesem österlichen Durchgang teilgenommen hat.

Stefania Caterina: Wir nehmen einen Abschnitt aus dem Buch „Die Geschichte neu schreiben – im Gedanken Gottes“[1], Seite 76 und 77. Es ist Jesus, der spricht:

„Mein Osterdurchgang vom Tod zum Leben hat sich zuallererst in meiner Mutter verkörpert und ist sichtbar geworden. Ihre Gegenwart unter den Aposteln war wesentlich: nachdem sie den Heiligen Geist empfangen hatten, verstanden die Apostel und Jünger alles, doch durch Maria traten sie völlig in mein Opfer ein und vereinten sich mit mir.

Maria wurde unter dem Kreuz zur Mutter der Menschheit, in dem Augenblick, in dem Sie sich mit meinem Opfer vereint hat. Sie hat der ganzen Menschheit den Weg zur Vereinigung mit mir geöffnet, da Sie die neue Menschheit hervorgebracht hat, dessen Erstlingsfrucht das Priestertum ist, denn das neue Volk ist ein priesterliches Volk. Ein Volk, das sich nach dem Beispiel Mariens, mit Maria und durch Maria, mit meinem Opfer vereint hat, um in meine Auferstehung einzutreten. Daraus ergibt sich, dass ohne Maria weder das allgemeine noch das ministerielle Priestertum seine Fülle erreichen kann.

Das Werk Gott Vaters ist ein Werk, das sich durch mich verkörpert. Der Vater hat mich auf die Erde gesandt und hier bin ich Mensch geworden. Durch meine Menschwerdung habe ich den Willen des Vaters unter die Menschen gebracht. Auch mein Werk muss sich in der Menschheit verkörpern. Und in wem musste es sich vor allem verkörpern, wenn nicht in Maria, meiner Mutter? Jene, die meinem Körper das Leben weitergegeben hat, sollte Sie meinem Mystischen Leib nicht auch das Leben weitergeben?“

Pater Tomislav: Die Allerheiligste Mutter ist das Beispiel für die ganze Kirche, für die ganze Menschheit, Sie ist das Ziel, das zu erreichen ist. Ihre völlige Teilnahme am Opfer Christi, Ihre Erhebung mit Christus zum Willen des Vaters, Ihre Selbstaufopferung als Mutter, die aus freiem Willen gemeinsam mit dem Sohn leidet, hat Sie dazu gebracht, das einzige Geschöpf zu sein, das mit Leib und Seele in den Himmel aufgenommen wurde und als Mutter nimmt Sie am ewigen Opfer Ihres Sohnes teil und betet für uns alle.

Lassen wir uns aber nicht täuschen. Auch hier wird die Gnade durch die Fürsprache unserer Mutter unentgeltlich gewährt, aber von unserer Seite kann sie nicht ohne Gegenleistung bleiben: Wir können das Leben Gottes nur annehmen, indem wir als Menschheit der Erde mit der dreifaltigen Macht, die uns mitgeteilt wird, wiedergeboren werden, aber immer indem wir all dem gegenüber absterben, was verderblich und verdorben ist und uns zum Unverdorbenen erheben. Hier müssen wir uns Gedanken machen: Es geht nicht nur um eine mittelmäßige Teilnahme, sondern darum, dass ein Christ bereit ist, dieses Leben zu verlieren, um das Leben Christi zu erhalten. Das ist die Nachfolge Christi, es gibt keinen anderen Weg. Maria hat uns diesen Weg zu Jesus Christus geöffnet und öffnet ihn fortwährend. Sie ist unsere Mutter.

In dieser Zeit der Vorbereitung auf den hundertsten Jahrestag der Erscheinungen der Muttergottes in Fatima – und bald feiern wir ihre erste Erscheinung in Fatima, und zwar am 13. Mai – ist es sehr wichtig zu verstehen, dass wir in dieser Zeit die Gnaden, die in Fatima durch eine mittelmäßige, zögernde Haltung der Kirche abgelehnt wurden, nur dann zurückerlangen können, wenn wir ein Volk sind, das bereit ist am Opfer teilzunehmen, und zwar an welchem? An allem, wodurch wir heute, wodurch die Menschheit hindurchgeht, indem wir wirklich alle Barrieren durchbrechen und uns mystisch mit Christus erheben.

Bezüglich der Göttlichen Barmherzigkeit und der Botschaft der Heiligen Faustyna sagt der Heilige Geist, dass die Göttliche Barmherzigkeit die Person Christi ist, die der Menschheit geschenkt wurde[2]. Wer die Person Christi annimmt, erhält und nimmt alle göttlichen Vorzüge an. Wer in der Eucharistie den lebendigen Jesus Christus als Person annimmt, wird zu Seinem Leib, zu Seinem Blut und trägt den lebendigen Jesus Christus in sich. Wir können uns also nicht zum auferstandenen Christus erheben, wenn wir Ihn in den Prüfungen nicht bedingungslos annehmen, und Prüfungen gibt es für uns auf der Erde vom Morgen bis zum Abend und vom Abend bis zum Morgen. Wir sind also dazu aufgerufen, am österlichen Durchgang teilzunehmen; nicht nur, wenn wir an der Heiligen Messe teilnehmen, sondern unser ganzes Leben müsste sich durch alle Prüfungen erheben, die wir mit der Hilfe Mariens und des ganzen Mystischen Leibes Christi gemeinsam mit Jesus dem Vater aufopfern, um uns von all dem zu befreien, was uns verdirbt. Dann wir das Gesetz des Lebens, das das Leben des glorreichen Jesu regiert, auch uns regieren.

Stefania Caterina: Wir haben gesagt, dass die Muttergottes gerade die Person, die Vermittlerin ist, die uns hilft, diesen österlichen Durchgang zu durchlaufen, die uns zu Jesus führt und in meiner persönlichen Erfahrung ist die Allerheiligste Jungfrau Maria immer gegenwärtig gewesen, in dieser Hinsicht ist Sie von höchster Bedeutung. Es war mir immer klar, dass ich an der Eucharistie nicht teilhaben kann, wenn Sie nicht bei mir ist, und das Volk der Erde hat die Gewissheit, dass Maria bei ihm ist. Die Muttergottes ist überall gegenwärtig, aber Sie ist Teil der Menschheit der Erde, Sie ist Tochter dieser Erde, Sie kennt die Erde, ihre Nöte. Sie ist uns auf besondere Weise nahe.

Während der Eucharistiefeier durchlaufen wir abermals die Ereignisse von Ostern, der österliche Durchgang wird in der Eucharistie durchlaufen, es ist ein Gedächtnis, wir rufen uns diesen Durchgang ins Gedächtnis zurück und Maria ist da, Sie ist gegenwärtig und ich bemühe mich, mit Ihr an der Eucharistie teilzunehmen. Die Muttergottes hat Jesus auf den Kalvarienberg begleitet, Sie ist Ihm begegnet, hat Ihn gesehen, Ihn angesehen, sie haben einander angesehen und sich in dieser tragischen Begegnung auf dem Kalvarienberg einer im anderen widergespiegelt. Die Muttergottes war zu Füßen des Kreuzes, Sie war Jene, die Jesus nach der Abnahme vom Kreuz tot in Empfang genommen hat, Sie hat Ihn zum Grab begleitet und Ihn als Erste nach der Auferstehung angenommen. Und während der Messe geschieht all dies: Jesus stirbt, wird vom Kreuz genommen, wird zum Zeitpunkt, an dem wir die Kommunion empfangen, in uns hineingelegt, um aufzuerstehen, um uns auferstehen zu lassen: da ist die Muttergottes bei uns und in meinen Augen ist das ein wesentlicher Schritt, ein sehr wichtiger Schlüssel, um auch das verstehen zu können, was wir während der Messe durchleben. Ich rufe Sie oft vor, während und nach der Messe an. Zum Zeitpunkt der Kommunion bitte ich Sie, Jesus in mir zu empfangen, so wie Sie ihn empfangen hat, als Er vom Kreuz genommen wurde. Maria war das erste Geschöpf, das Ihn, als Er geboren wurde und als Er gestorben ist, in ihren Armen empfangen hat. Sie ist das erste und letzte Geschöpf, das Ihn als lebendigen und toten Menschen angenommen hat und daher ist es wichtig für uns, mit Ihr vereint zu sein.

Pater Tomislav: Die Kirche sagt klar und deutlich: Zu Füßen des Kreuzes explodierte die Mutterschaft Mariens, Sie ist in die Fülle eingetreten und unsere Mutter geworden. Unsere Vaterschaft, unsere Mutterschaft explodieren in uns nur dann, wenn wir zu Füßen des Kreuzes mit Christus vereint sind. Was bedeutet diese Explosion der Vaterschaft und der Mutterschaft? Es ist das, was der Heilige Johannes in seinem Evangelium überliefert, dass zum Zeitpunkt, als Jesus sagte: «Vater, in deine Hände lege ich meinen Geist», der Heilige Geist auf uns herabgekommen ist; der Heilige Geist kommt auf uns herab und lässt all das möglich werden, was Jesus für uns getan hat und wir erheben uns im Heiligen Geist zum Vater.

Als Priester habe ich häufig erlebt, dass die Menschen, wenn vor Pfingsten die Novene zum Heiligen Geist gefeiert wird, in Richtung außergewöhnliche Erfahrungen, außergewöhnliche Gaben abrutschen. Die außergewöhnliche Gabe, die uns Gott geschenkt hat, ist sein Sohn und der Heilige Geist. Indem wir das annehmen, indem wir am Leben des Heiligen Geistes teilnehmen und im Heiligen Geist am Sohn, erheben wir uns zum Vater und in uns explodiert die Kreativität, das, was Gott in jeden von uns eingeprägt hat und durch jeden von uns ausdrücken möchte.

Wir sehen also, dass wir im Glauben die Gegenwart des auferstandenen Christus erfahren und innerlich auferstehen können. Warum können wir den auferstanden Christus nicht sichtbar erleben? Weil wir uns davon entfernt haben, die Eucharistie so zu leben, wie sie die Allerheiligste Jungfrau Maria mit den Aposteln gelebt hat, daher konnte auch der Heilige Geist weniger handeln.

Wir möchten also, dass das neue Volk ein auferstandenes Volk ist. Wir beten für euch.

Und ich segne euch, damit der auferstandene Christus auch bei dieser Gelegenheit eure Seelen, eure Schmerzen, eure Tränen berühren möge, Er vergebe euch eure Sünden, damit der Heilige Geist in euch wirken möge, euch zur Reue, zur Umkehr, zur Erhebung über jede Prüfung, jede Provokation Satans hinaus bewegen möge. Er mache euch zu Zeugen in dieser sehr schwierigen Zeit, um den Antichristen und den Falschen Propheten zurückzuweisen, im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.

[1] Vgl. Dieses Buch ist derzeit noch nicht auf Deutsch erhältlich. Der italienische Originaltitel des Buches lautet: “Riscrivere la storia – Nel pensiero di Dio“, Verlag Luci dell’Esodo. Diese Botschaft wurde auch mit dem Titel „Die Allerheiligste Jungfrau Maria, Miterlöserin der Menschheit” auf http://unterwegszurneuenschoepfung.org veröffentlicht.

[2] Vgl. das Buch „Das Universum und seine Bewohner“, S. 275, Verlag Luci dell’Esodo, verlag@lucidellesodo.com

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