Das Opfer des Lebens an Jesus durch das Unbefleckte Herz der Allerheiligsten Jungfrau Maria

Stefania Caterina und Pater Tomislav Vlašić sprechen über die Hingabe des Lebens an Jesus durch das Unbefleckte Herz der Allerheiligsten Jungfrau Maria

(übersetztes Video)

  1. Mai 2016

Pater Tomislav: Liebe Schwestern und Brüder, wir begrüßen euch alle und wünschen euch, dass ihr diesen Ausführungen gut folgen könnt.

Unsere Gedanken in dieser Zeit tragen den Titel „Das Priestertum Jesu Christi im ganzen Universum“. Jesus Christus ist der Einzige Priester, der Einzige Mittler zwischen Gott und den Menschen. In der Folge strebt das ganze Universum dahin, in Jesus Christus vereint zu sein und die glorreiche Wiederkehr Christi und den Eintritt des Volkes Gottes in die neue Schöpfung vorzubereiten. Das ganze Volk wird also darauf ausgerichtet, am Werk Christi teilzunehmen, um in das Leben Gottes einzutreten.

Nachdem wir heute vom Priestertum Christi sprechen, möchten wir damit beginnen, die Eigenschaften zu vertiefen, die das Volk, das am Priestertum Christi teilnimmt, haben muss. Indem das Volk am Priestertum Christi teilnimmt, ist es auf dem Weg zum Reich Gottes, das auf drei Säulen aufbaut: Jesus das Leben durch Maria aufzuopfern, auf der Unbeflecktheit und Integrität und auf der universalen Gemeinschaft.

In diesen Gedanken sprechen wir vom Opfer des Lebens an Jesus durch Maria. Wenn wir vom Opfer oder der Hingabe des Lebens sprechen ist es notwendig zu erklären, dass es verschiedene Ebenen des Opfers gibt. Wir sind gewohnt, in den großen Heiligen, in den großen Mystikern die einzigen Vorbilder für die Hingabe zu sehen – das ist eine besondere Gnade, sagen wir, eine Gnade, die bestimmten Menschen unentgeltlich zum Wohl des ganzen Volkes geschenkt wird. Das mindert keineswegs die Teilnahme der Heiligen, der Mystiker an dieser Gnade. Es gibt noch eine andere Art Opfer, die sich Ganzhingabe oder Ganzopfer nennt. Das ist die höchste Form der Aufopferung. Es gibt eine übliche Art der Hingabe, die das ganze Volk verpflichtet und darüber möchten wir sprechen, damit jeder in seiner Berufung, in der Gnade, die er erhalten hat, vorwärtsgehen kann.

Ich möchte den Heiligen Paulus aus dem Brief an die Römer zitieren, und zwar die ersten beiden Verse des Kapitels 12. Der Abschnitt trägt die Überschrift: Das Leben als Gottesdienst. Angesichts des Erbarmens Gottes ermahne ich euch, meine Schwestern und Brüder, euch selbst als lebendiges und heiliges Opfer darzubringen, das Gott gefällt; das ist für euch der wahre und angemessene Gottesdienst. Gleicht euch nicht dieser Welt an, sondern wandelt euch und erneuert euer Denken, damit ihr prüfen und erkennen könnt, was der Wille Gottes ist: was ihm gefällt, was gut und vollkommen ist.“ Ich schließe das Zitat. An dieser Stelle müsste jeder beginnen, darüber nachzudenken. Das ist der Weg, das ist die Richtlinie, danach richtet sich unser wahrer Kult an Gott. Außerhalb davon gibt es nichts, darüber sprechen wir. Unabhängig von den Dimensionen des Universums, die wir euch zeigen, ist das der Weg für das ganze Universum.

Sehen wir uns an, wie unsere Schwestern und Brüder im oberen Universum leben, die Gott treu geblieben sind. Hören wir Stefania zu.

Stefania Caterina: Für die Schwestern und Brüder, die die Erbsünde nicht begangen haben und sich daher in einer anderen Dimension befinden als wir, ist ihr Opfer an Gott etwas, sagen wir, Natürliches, etwas, das von Anfang an und seit jeher so ist und um genau zu sein, wüssten sie gar nicht, wie sie sonst leben sollten, denn sie stehen Gott vollkommen zur Verfügung. Ihre ganze Erfahrung als Volk geht vom Geist und ihrem Opfer an Gott aus, das den Geist ausdehnt und sie auch für eine große Kenntnis fähig macht. Aus diesem Grund kennen die treuen Schwestern und Brüder ausgehend von dieser Hingabe an Gott den Willen Gottes und seine Gesetze auf vollkommene Weise, soweit, dass sie es verstehen, die Gesetze zu verwenden, sowohl in der Schöpfung als auch bei ihren Reisen, usw. Ihr Opfer ist makellos und gemeinschaftlich – jede Frau, jeder Mann dieses Planeten opfert sich auf, aber gleichzeitig opfert sich auch das gesamte Volk auf, daher verstärkt dieses gemeinschaftliche Opfer das Opfer des Einzelnen um ein Vielfaches und umgekehrt. Diese Schwestern und Brüder werden vom auferstandenen Jesus regelmäßig besucht. Jesus zeigt sich diesen Völkern in Fleisch und Blut, so, wie Er den Aposteln nach der Auferstehung erschienen ist. Diese Schwestern und Brüder sind auf besondere Weise mit der Auferstehung Christi verbunden und drücken diese Macht vollkommen aus, so wie wir der Erde eher mit seinem Leiden verbunden sind, denn wir erfahren hier auf diesem Planeten das Leiden und der Christ lebt sein Leiden vereint mit Christus.

Was mich und meine persönliche Erfahrung betrifft, so kann ich sagen, dass der Faden, der sich durch all meine Erfahrungen, aber auch durch mein Leben selbst zieht, gerade das Opfer an Gott durch das Unbefleckte Herz Mariens ist. Jede meiner Erfahrungen hat in dieser Hingabe ihren Ursprung und hat mich zur Hingabe an Gott zurückgebracht. Es hätte keinen Sinn, eine außergewöhnliche Erfahrung zu machen, wenn diese nicht ihre Wurzeln in meiner völligen Aufopferung an Jesus durch Maria hätte, denn sie wäre sonst zum Selbstzweck und würde meinen Egoismus und meine Ambitionen nähren, aber das darf nicht sein, denn diese außergewöhnlichen Gnaden dienen gerade dazu, die Beziehung mit Gott immer weiter zu vertiefen und das ist nur durch die Hingabe möglich.

In diesem Zusammenhang hat der Heilige Geist mehrfach zu mir über das Opfer als Hilfsmittel gesprochen, als eine Türe, durch die die Gnade wirkt, und hier möchte ich gerne eine Erklärung einfügen, die wir in unserem Buch „Das Universum und seine Bewohner“[1] – für den, der es hat – auf Seite 248 niedergeschrieben haben. Hier wird vom Wirken Gottes gesprochen, vom Wirken Gottes, das vielfältig ist und viele verschiedene Ausprägungen hat. Das Wirken geht natürlich vom Gedanken Gottes aus. Gott beabsichtigt, auf eine bestimmte Art und Weise zu handeln und dieser Gedanke hat schon die ganze Macht in sich, um das zu verwirklichen, was Er sich gedacht hat. Gott denkt und verwirklicht seinen Gedanken. Und wie verwirklicht Er ihn? Durch die Gnade, die jene Macht ist, die ununterbrochen vom Gedanken Gottes ausgeht. Gott an sich würde niemanden benötigen, um seine Handlungen umzusetzen, um sie zu konkretisieren und sichtbar zu machen. Gott genügt sich selbst und benötigt niemanden, aber in seiner großen Güte, in seiner großen Barmherzigkeit wollte Er seinem Wirken die Engel und Menschen hinzufügen, die seine erhabensten Geschöpfe sind. Die Engel und Menschen sind also dazu berufen, am Wirken Gottes teilzunehmen. Wie können sie das? Mithilfe der Gnade, das heißt Gott schenkt in dem Augenblick, in dem er die Menschen und die Engel dazu beruft, an seinem Wirken teilzunehmen, die notwendige Gnade, um seinen Willen zu verwirklichen, daher ist die Gnade gerade jene Macht, die das Wirken Gottes verwirklicht und an der der Mensch teilnehmen muss. Die Gnade alleine reicht aber nicht: sowohl die Engel als auch die Menschen müssen diese Gnade annehmen, und wie können sie das tun? Indem sie sich Gott hingeben, Gott annehmen und die Gnade Gottes annehmen. Hier beginnt auf wirklich erhabene Weise die Allerheiligste Dreifaltigkeit zu wirken, denn die Drei Personen ergänzen einander, sodass der Mensch – der Mensch wie auch die Engel – dazu befähigt wird, den Willen Gottes zu verwirklichen, was auch der Heilige Paulus sagte: indem sich der Mensch hingibt erkennt er, was richtig und gut ist.

Hört also zu: „Nehmen wir zum Beispiel einen Menschen, dem Gott beabsichtigt, eine bestimmte Aufgabe zu übertragen. Der Heilige Geist, die heiligende Person wirkt im Geist dieses Menschen, um ihn zu befähigen, den Willen Gottes zu erkennen, zu verstehen und anzunehmen. Der Mensch muss antworten: er muss Gott annehmen und sich Ihm hingeben, Ihm dadurch erlauben zu handeln, der Mensch muss sich also heiligen. Nur so wird er fähig sein zu verstehen, worum Gott ihn bittet. Geschieht das, so führt der Heilige Geist den Menschen zu Jesus Christus und offenbart ihm das Wirken des Sohnes Gottes, des Erlösers, das in erster Linie jenes ist, den Menschen von der Sünde zu befreien und ihn im Innersten zu heilen. Dann bringt Jesus als Hohepriester den Menschen dem Vater dar, damit der Vater, der Schöpfer, dem Menschen den Überfluss an Leben gibt. An diesem Punkt angelangt erhält der Mensch die Gnade, die aus den Gedanken und dem Wirken der Allerheiligsten Dreifaltigkeit entstammt, und wird dazu befähigt, mit der ganzen Macht zu handeln, um den Willen Gottes zu verwirklichen.“

Ihr könnt also verstehen, dass sich ein Mensch, wenn diese Hingabe und diese Gnade fehlen, sehr oft in der Situation befindet, in der er den Willen Gottes nicht versteht und von seinem eigenen Willen ausgeht; er versucht das zu verwirklichen, von dem er glaubt, dass es der Wille Gottes ist, aber sehr oft ist er das nicht. Das Problem des Menschen ist daher nicht so sehr die Tatsache, den Willen Gottes nicht zu verstehen, sondern Gott nicht zu akzeptieren und sich Ihm nicht aufzuopfern, denn wenn der Mensch Gott akzeptiert und sich Ihm hingibt, wird er ganz sicher in die Lage versetzt, den Willen Gottes zu verstehen, denn das wünscht sich auch Gott. Das ist ein Samen, den wir übrigens schon mit der Taufe erhalten.

Pater Tomislav: Wir Christen müssen wirklich unsere Realität betrachten. Die Eltern, angetrieben von der Gnade, gehen in die Kirche, um ihr Kind taufen zu lassen. Das Kind fügt sich durch die Taufe in die Gemeinschaft der Gläubigen ein, es erhält die Gnade Kind Gottes zu werden. Es erhält die Gnade, die aber wie ein Samen ist. Welche Dynamik hat diese Gnade? Die Heilige Schrift ist hier eindeutig: durch die Taufe stirbt der Mensch sich selbst ab, um mit Christus aufzuerstehen. Sich selbst absterben bedeutet nicht, sich selbst zunichte zu machen, sondern es bedeutet, alles Verdorbene in sich sterben zu lassen, all das, was sich seit Adam und Eva bis heute angesammelt hat, was sich an kollektiver und persönlicher Sünde angehäuft hat. Sich selbst absterben bedeutet, die Verdorbenheit, die Krankheit, eine Unordnung, die Kriege, usw. in sich sterben zu lassen. Nur wenn der Mensch auf seinem christlichen Weg sich selbst abstirbt um für Christus zu leben, tritt er in die Dimension seiner Auferstehung ein und nimmt daran teil. Hier auf der Erde ist die Auferstehung des Geistes sicher ein allmählicher Prozess, wenn die Menschheit Jesus Christus annehmen würde. In diesem Sinn würde sie allmählich auch im Körper auferstehen.

Das ist sehr wichtig und führt uns von der Taufe zur Eucharistie. Die Eucharistie drückt die Teilnahme am Ostergeheimnis aus, sie ist ein Durchgang, aber dieses Hindurchgehen geschieht nur in jenen Seelen, die am Ostergeheimnis teilnehmen, die der Verdorbenheit, dem verdorbenen Ich in sich entgegentreten, und dadurch gelangen sie zur Auferstehung. Es ist sehr wichtig zu verstehen, dass unsere Teilnahme notwendig ist, ansonsten laufen wir Gefahr, die Gnaden in uns nicht zu nützen, sie in der Warteschleife zu lassen, sozusagen als leere Rituale. Daher ist es sehr wichtig, dass wir Christen in diese Dynamik in Christus eintauchen, die für das ganze Universum, für alle Dimensionen gilt, für die treuen Schwestern und Brüder genauso wie für uns.

Stefania Caterina: Hier zeigt sich die Figur des Priesters insbesondere als jene, die vor allen anderen dieses Opfer verkörpern muss, er müsste ein Alter Christus sein. Auf der anderen Seite muss auch das Volk gemeinsam mit dem Priester am Opfer teilnehmen, das Volk muss ein priesterliches Volk sein. Das Volk Christi ist ein priesterliches Volk, weil es vollkommen am Opfer Christi, dem Hohenpriester, teilnimmt, und der Priester, der der Feier vorsteht, ist ein Alter Christus, das heißt, in ihm ist das Opfer Christi lebendig. Was geschieht in der Zukunft, was geschieht in der neuen Schöpfung? Dass dieses priesterliche Volk wirklich das Volk Gottes sein wird, das völlig am Wirken und am Leben Gottes teilnimmt. Ihr wisst, dass wir hier auf der Erde, aber auch im ganzen Universum, die Fülle noch nicht erreicht haben, die in der neuen Schöpfung sein wird. Wir benötigen heute noch Werkzeuge und viele Dinge, um das leben zu können, worum Gott uns bittet, aber in der neuen Schöpfung wird ein reines Opfer des Volkes übrig bleiben, das sich mit dem Obersten Hirten vereint, dem Hohenpriester Jesus Christus, und das ganze Volk wird keine Werkzeuge, Studien oder Sonstiges mehr benötigen, um Gott und seinen Willen zu erkennen – es wird im Einklang mit dem Willen Gottes leben. Aber in dieser Welt, in dieser Dimension, in der wir noch leben, ist diese Hilfe der Priester, der Priester als Alter Christus noch und insbesondere notwendig.

Pater Tomislav: Stefania hat hervorgehoben, dass der Priester ein Alter Christus sein müsste, aber es wird vergessen und nicht beachtet, dass jeder Getaufte ein Alter Christus werden müsste. Im Heiligen Franz von Assisi ist das ganz eindeutig. Es ist deshalb eindeutig, weil er sich selbst dazu angetrieben hat, Christus vollkommen zu lieben, das Leiden mit Christus zu teilen und gleichzeitig zur inneren Schönheit, zur Sanftheit, zu einer Umwandlung zu gelangen. In diesem Sinn wird das Volk also durch die Hingabe an Christus durch die Unbefleckte Mutter dazu aufgerufen und angetrieben vorwärtszugehen, um die mystische Vereinigung mit Christus zu erreichen.

Wenn wir vom Opfer der Priester sprechen, muss ich sagen, seien wir vorsichtig, uns nicht täuschen zu lassen. Ein Priester oder eine geweihte Person sagt oft: Ich habe alles zurückgelassen, ich gehöre Christus an. Das reicht nicht, es reicht nicht, denn unser ganzes Seelenleben kann in eine andere Richtung gehen. Ein Priester – auch eine geweihte Person – um ein Alter Christus sein zu können, muss sich vollkommen seiner Selbst entledigen so, wie Jesus sich bis dahin entledigt hat, zunichte gemacht und gedemütigt zu werden; durch den Tod am Kreuz ist Er bis zum Äußersten gegangen und dabei dem Vater treu geblieben. Der Weg eines Priesters, einer geweihten Person und letztlich auch des Volkes ist der, in die mystische Vereinigung mit Christus einzutreten. Der Heilige Paulus sagt: „Nicht mehr ich lebe, sondern Christus lebt in mir.“[2] So wird der Priester, ein wahrer Christ zum Alter Christus und wird sichtbar. Es war nicht der Heilige Franz von Assisi, der von sich selbst gesagt hat: Ich bin ein Alter Christus; das Volk hat es gesehen. So wie die Muttergottes in Medjugorje den Pfarrangehörigen und den Priestern sagte, sie mögen so leben, dass ihr Antlitz  für alle Pilger sichtbar wird. Ich möchte euch sagen, dass dieser innere Weg jeden Menschen, insbesondere den Priester, zu einem Weg am Rande des Todes führt, in die Finsternis des Glaubens und die Treue muss sich dadurch zeigen, dass sich dieser Mensch an niemanden und nichts anklammert, nicht einmal an Hilfsmittel und nicht einmal an hochheilige Figuren, sondern nur an Gott. Dann sind das Opfer, die Prüfungen eine Gelegenheit, ein Umfeld, wo diese Treue wächst und sich die Macht der Auferstehung in den Menschen ausbreitet. Darauf möchte ich hinaus: die erste Aufgabe des Priesters ist es, sich selbst aufzuopfern, damit Christus in ihm lebt. Seine zweite Aufgabe ist es, die Hingabe in den Gläubigen zu fördern und wenn er wirklich aufgeopfert, unbefleckt und untadelig ist, dann erhebt sich das Volk. Dann verbinden sich zwei Opfer: das Opfer des Priesters und das Opfer des priesterlichen Volkes werden zu einem und dieses steigt vom Altar auf. Das ist die Macht der Eucharistie, des Opfers, wenn sich das Volk erhebt.

Hören wir nun Stefania zu, welche Früchte ihr das aufgeopferte Leben gebracht hat.

Stefania Caterina: Ich habe schon gesagt, dass das Opfer mein ganzes Leben, von meiner Kindheit an, sagen wir, seit ich mich erinnern kann, ausgerichtet hat. Ich spreche über meine Erfahrungen, nicht um mich in den Mittelpunkt zu stellen, sondern um euch verständlich zu machen, dass die Dinge, die wir euch erzählen, nichts Abstraktes sind, etwas, das nicht verwirklicht werden kann, sondern es sind Dinge, die wir erlebt haben. Aus diesem Grund spreche ich von meinen Erfahrungen.

Gott hat mich also durch meinen Wunsch, mich Ihm hinzugeben, bis zu meiner Begegnung mit Pater Tomislav geführt, das heißt zu einem Priester, der sein Leben bereits Gott als Ganzopfer dargebracht hat. Zu diesem Zeitpunkt verspürte ich immer deutlicher in mir den Drang, mein Leben wirklich, feierlich und endgültig Gott als Ganzopfer darzubringen und 1998 verwirklichte ich diesen, meinen tiefen Wunsch durch die Hände von Pater Tomislav. Ich habe mein ganzes Leben Jesus durch Maria insbesondere dafür aufgeopfert, dass sich in Pater Tomislav vollkommen der Wunsch und der Plan Gottes für sein Priestertum verwirklichen mögen. Pater Tomislav seinerseits hat, während er mein Versprechen gegenüber Gott in seine priesterlichen Hände erhalten hat, sein ganzes Leben aufgeopfert, damit Gott in mir seine Wünsche verwirklichen möge. Durch dieses gegenseitige Opfer an Gott konnte in mir immer mehr die Erkenntnis über den Plan Gottes und seines Willens reifen, wie wir zuvor angesprochen haben, sodass sich ab 1998 neue Dimensionen in mir geöffnet haben und der Herr immer mehr damit begonnen hat, diese große Thematik des Plans, alles in Christus zu vereinen, zu vertiefen. Ich kann ohne Weiteres sagen, dass meine Erfahrungen nach diesem Opfer gemeinsam mit Pater Tomislav für ihn und mit ihm sowohl einen qualitativen als auch quantitativen Auftrieb erfahren haben.

Pater Tomislav: Mit diesem Beispiel wollten wir euch zeigen, was das Prinzip der Kirche Gottes, der Gemeinschaft in der Kirche, im Volk Gottes ist, wo zwei Opfer zu einem werden. Das ganze Volk muss in diese Dimension geführt werden, jeder auf die Art und Weise, in der Ordnung, die Gott für ihn vorgesehen hat. Ordnung in Gott bedeutet, dass jeder in seiner Einzigartigkeit und alle gemeinsam die Fülle erreichen. Das vollkommene Beispiel dafür ist heute die Gemeinschaft in der Zentralen Zelle, wo sich die sieben großen Erzengel für jeden von uns aufopfern und wir uns alle füreinander aufopfern. Es gibt keine Diskussionen, sondern einen Austausch, ein Fließen des göttlichen Lebens untereinander und ich sage euch, dass wir durch diese Gemeinschaft und Christus aufgeopfert die Quelle in Christus erreichen, jene Macht, die wir schließlich in das ganze Universum bringen. Das ist wichtig und das werden wir auch vertiefen, wenn wir von der universalen Gemeinschaft sprechen.

Ich möchte mein Zeugnis abgeben, insbesondere für die Priester. Wenn ein Priester sich aufrichtig und vollkommen Jesus Christus in der Unbeflecktheit aufopfert, das heißt bewusst und transparent, wenn er sich Gott aufopfert, um in die universale Gemeinschaft einzutreten – unter der universalen Gemeinschaft verstehe ich all jene, die Christus angehören – dann erhebt er sich, er löst sich vom Rest. Was bedeutet das? Im Priester kommt eine sehr schöne Gabe zum Vorschein: das Einfühlungsvermögen, im Gegensatz zur Sympathie. Er ist nicht mehr die Figur, die im Mittelpunkt steht. Er löst sich, öffnet den Weg, er lebt und kümmert sich, ohne sich Sorgen zu machen, in ihm sind keine negativen Gedanken mehr vorhanden wie Gewissensbisse, Urteile oder Sorgen – er ist frei und in dieser Freiheit öffnet er dem Volk den Weg und erhebt das Volk. Durch dieses sein Opfer und indem er dem Volk den Weg öffnet, unterrichtet er das Volk, er baut dieses Opfer des Volkes auf, erklärt und fördert es, damit sich das Volk in jeder Heiligen Messe aufopfert und nicht nur das, sondern die Messe lebendig mitfeiert. Das ist grundlegend und sehr wichtig. Das Volk kann sich nicht erheben, wenn sich der Priester nicht erhebt; auf der anderen Seite kann sich auch der Priester nicht erheben, wenn sich das Volk nicht für ihn aufopfert, und das ist grundlegend für die Erneuerung des Volkes Gottes, der Kirche.

Wir Priester bringen im Offertorium das Brot und den Wein dar, das Opfer des Volkes ist ausgegrenzt, und ich sage euch Priestern, aber auch dem priesterlichen Volk: in eurem Opfer erhebt ihr die Menschheit. Es gibt viele unglückliche, leidende Menschen, die niemand mit menschlichen Mitteln erreichen kann, aber der Priester, das Volk, das sich aufopfert und alles aufopfert, was es berührt – und wir berühren all das Schlechte der Menschheit in dem Ausmaß, in dem Gott es erlaubt und weil Er uns und das leidende Volk in unsere Mission einbinden möchte – wenn der Priester das Volk mit all seinen Bedürfnissen darbringt und er selbst ein reiner Kanal ist, um mystisch mit Christus vereint zu sein, dann erhebt sich das Volk und erreicht jenes Volk, auch ohne es sehen zu können. Das ist für den priesterlichen Dienst sehr wichtig.

Stefania Caterina: Ich möchte hinzufügen, immer ausgehend von meiner persönlichen Erfahrung, wobei ich glaube, dass dies auch für viele andere zutrifft, wenn der Priester auf diese Weise lebt und sich ihm eine Seele nähert entweder durch die Sakramente oder einfach so, dann wird der Priester in gewissem Sinn durchsichtig, das heißt, dass durch den Priester einfach die reine Liebe Gottes durchscheint. Dann erhält die Seele jene Liebe, die heiligt, jene Liebe, die befreit, jene Liebe, die die wahre, reine Barmherzigkeit Gottes ist, und der Priester müsste wirklich der Kanal der Barmherzigkeit sein, der nicht an sich bindet, sondern zu Gott führt. Natürlich muss im Priester auf besondere Weise die Vaterschaft Gottes wirken – häufig nennen wir die Priester Vater und das müssten sie in Gott sein, gerade weil sie, wenn wir so wollen, bevorzugte Hilfsmittel inmitten des Volkes sind, damit die Liebe, die Barmherzigkeit und die Güte Gottes fließen können.

Pater Tomislav: Ich möchte diese Gedanken so schließen, dass ihr verstehen könnt, dass das Opfer des Lebens an Jesus durch die Mutter Gottes für den Christen die Regel ist. Durch das Opfer vollzieht sich die wahre Umkehr. Die völlige Hingabe führt zur völligen Umkehr, sie richtet die Menschen auf das Leben Gottes aus und die Menschen blühen im Leben Gottes auf und wachsen darin. Das ist der Weg unserer innerlichen Auferstehung, unserer Heilung. Der Menschheit steht dieser Weg der Heilung zur Verfügung, um neue Geschöpfe zu werden und das führt uns zur neuen Schöpfung. Es gibt keinen anderen Weg.

Ich bete für euch. Jeden Tag opfere ich all jene, die dazu bereit sind, Jesus Christus durch die Unbefleckte Mutter Maria auf. Und ich segne euch jeden Tag, aber auch in diesem Augenblick, damit ihr diesen Ruf verstehen und darauf antworten könnt, damit sich euer Leben zum Positiven ändern möge, im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.

[1] Verlag Luci dell‘Esodo

[2] Gal 2,20

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