Gedanken „Die Göttliche Barmherzigkeit”

von Stefania Caterina und Tomislav Vlašić

  1. April 2015

Liebe Schwestern und Brüder, heute feiern wir die Göttliche Barmherzigkeit. Am 24. September 1936 offenbarte Gott durch seinen Sohn Jesus Christus die Göttliche Barmherzigkeit an Faustyna Kowalska und lud die Menschheit, an erster Stelle die katholische Kirche, ein, die Göttliche Barmherzigkeit anzunehmen. Johannes Paul II führte bei der Heiligsprechung der Heiligen Faustyna im Jahr 2000 diesen Tag der Göttlichen Barmherzigkeit ein. Das war der Schritt auf das dritte Jahrtausend zu. Wir befinden uns in diesem Jahrtausend, daher richte ich mich in diesen Gedanken insbesondere an euch, die ihr die Gnade und den Aufruf gespürt habt, die Barmherzigkeit Gottes anzunehmen, die Gnaden dieser Zeit anzunehmen und in Richtung Vereinigung in Christus zu gehen. Hören wir uns an, was der Dreifaltige Geist in Bezug auf die Barmherzigkeit Gottes sagt.

Aus dem Buch „Die Geschichte neu schreiben – Band II – Das Universum und seine Bewohner“[1], S. 275

Was ist die Göttliche Barmherzigkeit? Es ist kein Begriff, sondern eine Person: Jesus Christus. Er ist die Göttliche Barmherzigkeit, die für euch Mensch geworden ist. In Jesus Christus haben sich alle göttlichen Vorrechte verkörpert, da Jesus wahrer Gott und wahrer Mensch ist. Die Macht, die Intelligenz, die Kraft, die Weisheit, die Güte, die Gerechtigkeit und die Barmherzigkeit wurden in Jesus, der Zweiten Person der Allerheiligsten Dreifaltigkeit sichtbar. Wenn der Mensch Jesus Christus annimmt und sich Ihm hingibt, nimmt er die Macht der Göttlichkeit an. Dann beginnt Jesus zu handeln und die Macht seiner Göttlichkeit wohnt im Menschen. Wie Gott in Christus sichtbar wird, so wird Christus in dem Menschen sichtbar, der Ihn liebt und Ihn mit Glauben annimmt. Bei euch auf der Erde geschieht das vor allem durch das Sakrament der Eucharistie, durch das Jesus in euch eintritt: Sein Fleisch und Sein Blut werden zu eurem Fleisch und zu eurem Blut, wenn ihr Ihn liebt und Ihn als Herrn eures Lebens anerkennt.

Als Jesus die Menschheit und die katholische Kirche durch die Heilige Faustyna bat, die Göttliche Barmherzigkeit anzunehmen und anzubeten, bat Er darum, angenommen, angerufen und angebetet zu werden, denn Er ist die Göttliche Barmherzigkeit.

Wären die Bitten Jesu rasch erfüllt worden und hätte sich die Verehrung der Göttlichen Barmherzigkeit schnell ausgebreitet, hätte Gott die schweren Vergehen der Menschen vergeben und das Werk Luzifers zunichte gemacht. Daher wollte Jesus, dass die Kirche das, was Er durch die Heilige Faustyna offenbart hatte, den Christen und der Menschheit übermitteln würde; aber zum wiederholten Mal lief es nicht so. Die katholische Kirche verspürte keine Eile, die Bitten Jesu anzunehmen. Die Heilige Faustyna erlitt viele Verfolgungen, ihre Schriften wurden für gefährlich gehalten und konnten nur heimlich weitergegeben werden; es wurde kein Fest der Göttlichen Barmherzigkeit eingeführt. Dennoch beteten viele demütige und gläubige Menschen den Wünschen Jesu entsprechend und verehrten das von Ihm gewünschte Bild, aber es war nicht ausreichend. Durch die Heilige Faustyna hatte Jesus gesprochen, aufgerufen und auf viele Arten erklärt, dass es ohne Vergebung keinen Frieden und ohne Barmherzigkeit keine Vergebung gibt. Er hatte die Völker aufgerufen sich zu bekehren, darunter auch Polen, das Heimatland der Heiligen Faustyna, aber umsonst. Die Heilige Faustyna starb 1938. 1939 fielen die nationalsozialistischen Truppen gerade in Polen ein und gaben den Auftakt zum Schrecken des Zweiten Weltkriegs, dessen Auswirkungen noch heute auf der Menschheit der Erde lasten.

Die Heilige Schwester Faustyna Kowalska wurde im Jahr 2000 von der katholischen Kirche heiliggesprochen. Im gleichen Jahr wurde das Fest der Göttlichen Barmherzigkeit eingeführt, ungefähr 70 Jahre nachdem Jesus darum gebeten hatte.

Wie ich gesagt habe, hat Papst Johannes Paul II das Fest der Göttlichen Barmherzigkeit im Jahr 2000 eingeführt und der, der an diesem Tag zur Beichte geht und die Kommunion empfängt, erhält die Vergebung der Sünden und der Schuld. Aber das dürfte lediglich der Ausgangspunkt sein. Wir müssen die ganze Tragweite der Göttlichen Barmherzigkeit verstehen. Denken wir über das heutige Evangelium nach[2]. Es enthält zwei Episoden, die erste Episode: die Offenbarung des Auferstandenen an die Apostel, die sich verängstigt hinter verschlossenen Türen aufhielten. Jesus geht durch den verschlossenen Raum hindurch; nicht nur durch die Türen, sondern Er geht durch die vor Angst verschlossenen Herzen. Es ist Jesus, der die Initiative ergreift; die Apostel konnten gar nichts tun. Die zweite Episode ist die Begegnung mit Thomas, der nicht glauben wollte. Jesus ist erneut gekommen, hat seine Seite und seine durchbohrten Hände gezeigt und hat Thomas gerufen, er möge seine Seite berühren. Danach sagte der Heilige Thomas: «Mein Herr und mein Gott!», Jesus sagte zu ihm: «Weil du mich gesehen hast, glaubst du. Selig sind, die nicht sehen und doch glauben». Dieser Schritt ist so groß, dass wir ihn nie völlig verstehen können – glauben, sich Gott hingeben, auf die Unendlichkeit, auf die Ewigkeit zugehen, auf das zugehen, was uns unbekannt ist, denn der unendliche Gott kennt alles und wir kennen wenig.

In diesen Zeiten, in denen uns die Probleme der Erde sehr verstören – viele Fragen, die auftauchen, das, was im Universum geschieht, die Bedrohungen der Erde, von denen man spricht – trägt uns Gott mit einer vollkommenen Sicherheit in Jesus Christus. Jene, die an seinem Plan teilnehmen, werden auf vollkommene Weise zur neuen Schöpfung geführt. Grundlegend ist, dass wir die Barmherzigkeit, so wie sie heute wirkt, annehmen. Wir haben 2013 die machtvolle Initiative der Allerheiligsten Dreifaltigkeit angekündigt und diese Initiative wirkt in Jesus und sie wirkt jeden Tag mehr. Sie wird zur Befreiung jener Menschen, die sie annehmen. Der Heilige Johannes sagt: «Der, der glaubt, dass Jesus der Christus ist, stammt von Gott. Wer von Gott stammt, besiegt die Welt, besiegt das Böse.»[3] Es handelt sich also nicht um eine private, sondern um eine öffentliche Verehrung, die Johannes Paul II eingeführt hat und niemand kann sich rechtfertigen, dass sie nicht in der Kirche verankert ist, aber der Mensch ist frei eine Antwort zu geben oder nicht, völlig oder nur teilweise zu antworten. Wir haben euch offenbart, dass Jesus, die Göttliche Barmherzigkeit, mit aller Kraft vorwärts geht und nichts Oberflächliches übrigbleiben wird. Das Gute wird vom Bösen getrennt werden und all jene, die an seinem Leben teilnehmen, werden in die Dimension der neuen Schöpfung gebracht. Für uns alle, die wir an diesen Plan Gottes glauben, ist es ein Tag des machtvollen Erwachens.

In diesem Text, den wir gelesen haben, wurde von der Dringlichkeit gesprochen, die Barmherzigkeit Gottes zu verkünden. Die Amtskirche hat es nicht getan, Johannes Paul II hat es getan, aber wir müssen die Dringlichkeit der Zeiten verstehen. Erscheint es euch nicht großartig, wenn der Dreifaltige Geist sagt, wenn wir Jesus Christus annehmen, wenn wir seine Barmherzigkeit annehmen, dann wird der Leib Christi unser Leib, dann wird das Blut Christi unser Blut. Die Barmherzigkeit Gottes annehmen bedeutet, die ganze Göttlichkeit in uns wahrnehmen, die ganze Macht des Auferstandenen, die die Kräfte des Bösen mit einem Schlag besiegt.

In der Nacht, die der Verkündigung der Göttlichen Barmherzigkeit an Faustyna Kowalska vorausging, litt sie. Sie dachte, dass sie sterben würde und sagt – das ist in ihrem Tagebuch nachzulesen – dass sie die Barmherzigkeit Gottes angerufen hat, dass sie in die Barmherzigkeit Gottes eingetaucht ist und sich in der Göttlichen Barmherzigkeit ausgeruht hat. Man kann sagen, dass diese Leiden mystische Leiden sind, aber was bedeutet mystische Leiden? Leiden wir nicht heute alle aufgrund der Sünden der Menschheit? Der, der eine schwere Sünde begeht, spürt er in sich nicht eine Unordnung, löst er nicht Unordnung aus? Lasten die Sünden der Menschheit nicht auf uns? Der, der die Barmherzigkeit Gottes annehmen möchte, muss diese Sünden sehen. Das ist die Beichte, das ist die Umkehr – diesen Sünden entgegenzutreten. Diesen Sünden entgegentreten bedeutet auch zu leiden. Es ist nicht angenehm, die eigenen Sünden zu sehen; es ist auch nicht angenehm, die Sünden der anderen, die Fehler der anderen zu sehen. Seht, wie sie heute bezahlt werden: mit der Atombombe, mit Raketen. Das, was die Seelen, wahre mystische Seelen berührt haben, ist ein Teil dieser Wirklichkeit, aber die Göttliche Barmherzigkeit annehmen bedeutet, die Macht annehmen, die die Sünde unschädlich macht, die das Gift der Schlange zunichtemacht. Der Dreifaltige Geist hat uns gelehrt, dass es viel mehr Kinder Satans gibt, die sich Satan hingeben als Kinder Gottes, leider, und je mehr sich die Kinder Gottes hingeben, umso mehr wird die Schuld ausgelöscht und die Zeit der Vereinigung in Christus, der glorreichen Wiederkehr Christi beschleunigt sich.

Die Barmherzigkeit Gottes weckt in uns also, wenn sie sich in uns verkörpert, jene Großzügigkeit der Liebe, die Jesus Christus uns gegenüber hat. Wird die Barmherzigkeit vollkommen angenommen, dann werden die Sakramente vollkommen gelebt, dann wird dieser Gnade vollkommen erlaubt, unser ganzes Wesen einzunehmen, es umzuwandeln, es schnell zur Umwandlung in neue Geschöpfe zu bringen und die neue Schöpfung vorzubereiten. Für das neue Volk also, das zumindest zum Teil diese Botschaft der Vereinigung in Christus verstanden hat, gilt es keinen Augenblick mehr zu warten und es ist keine Zeit mehr dafür, die Barmherzigkeit Gottes wie einen oberflächlichen Trost in diesem Tal der Tränen zu betrachten. Dafür ist keine Zeit mehr, sondern es ist notwendig, auf die Fülle hinzusehen, mit völliger Offenheit an den Sakramenten und am Glaubensleben teilzunehmen. Das ist die Botschaft, die Jesus dem Heiligen Thomas geben wollte, als Er sagte: «Selig sind, die nicht sehen und doch glauben.» Wie viel Wissenschaft gibt es in unserem Glauben! Der Unterschied zur Wissenschaft dieser Welt ist, dass uns nur Gott in das Unendliche, in das Grenzenlose, in das Ewige führt, denn wir sind dazu nicht fähig und wir können uns nur hingeben und teilnehmen, denn dort in der Ewigkeit kontrolliert der Mensch nicht. Es sind die reinen Gesetze des Geistes, die das Universum regieren. Die Arroganten, die Überheblichen, jene, die alles wissen und damit die anderen erdrücken, können dort nicht eintreten. Dort sind es Gott, die Barmherzigkeit Gottes, die regieren und die Königswürde, an der wir uns als Volk entschlossen haben teilzunehmen.

Und die Barmherzigkeit Gottes komme auf euch herab, um euer Innerstes zu berühren, wie sie Thomas berührt hat, wie sie die anderen Apostel berührt hat. Eure Gebete, die Sakramente, die ihr empfangen habt, mögen euch zu einer wahren Teilnahme am Leben des lebendigen Christus führen, damit Er in euch lebendig ist und sich in euch zugunsten aller als der Triumphierende zeigen kann. Der Triumph des Unbefleckten Herzens Mariens, von dem viele  und viele Verehrer Mariens träumen, ereignet sich gerade im Triumph der göttlichen Liebe. Diese Göttliche Liebe durchdringe all eure Leiden, wandle sie in Freude um, eure Zweifel in Glauben, eure Unruhe, die Kriege in Frieden. Sie möge euch die Harmonie des Geistes, der Seele und des Körpers schenken, sie bringe euch in Harmonie mit den Kindern Gottes, mit allen Menschen und der ganzen Schöpfung, wie es in der ersten Kirche geschehen ist. So wird auch die Kirche Gottes ein Zeichen sein, ein Hinweis für die ganze Menschheit, um aus ihren Probleme herauszufinden, die sie angehäuft hat. Ich segne euch, damit in euch das Verantwortungsbewusstsein erwache, die Menschheit mit eurer Teilnahme an der Göttlichen Liebe zu ändern, im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.

[1] Verlag Luci dell’Esodo, verlag@lucidellesodo.com

[2] Cfr. Joh 20,19-31

[3] Cfr. 1Joh 5,1-5

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