„Das Universum und seine Bewohner” – Abraham verlässt sein Land

von Stefania Caterina und Tomislav Vlašić

 

Liebe Schwestern und Brüder, das letzte Mal sprachen wir über die Engel. Die reinen Geister, die Gott treu geblieben sind, die Engel, sind in hohem Maße geeignete Werkezuge, um unseren Geist zu berühren und die Impulse des Heiligen Geistes in unser Innerstes zu bringen. Wir haben über sie im Zusammenhang mit der Vorbereitung Abrahams gesprochen, der, wie wir wissen, Stammvater des neuen Volkes ist. Heute folgen wir dem Weg Abrahams, wo wir vieles für die Schritte lernen können, die wir zu tun haben und dafür, wie wir die Impulse des Heiligen Geistes in uns annehmen können.

Aus dem Buch „Das Universum und seine Bewohner“, Seite 123:

Abraham verlässt sein Land

Ein neues Volk benötigte ein neues Land zum Leben, weit weg von dem Lärm der Chaldäer und ihren fraglichen Bräuchen. Gott bat Abraham sein Land zu verlassen und sich zu einem von Ihm gewählten Ort aufzumachen, der die Wiege einer neuen Nachkommenschaft und einer im Geist neuen Zivilisation werden sollte.[1] Wieder gehorchte Abraham. Von der Gewissheit im Glauben geführt und von der Hilfe Gottes gestützt, ließ er das gewohnte Leben zurück für ein ganz neues Leben, das ganz neu zu schreiben war. Er war schon an Jahren fortgeschritten, aber sein Geist war ohne Alter. Als Abraham sich mit seiner Frau und einem Teil seiner großen Familie aufmachte, wusste er nicht genau, welches Land sein Ziel war. Er wusste aber, dass Gott selbst diesen Ort gewählt hatte und ihn ihm zeigen würde. Das genügte, um ihm Mut zu machen. Er wusste, sein Gott würde ihn niemals enttäuschen.

Abraham brach also ohne genaues Ziel auf, aber mit dem Herzen erfüllt von Hoffnung. Während seiner mühsamen Reise wuchs seine Liebe zu Gott. Er ging in die Richtung des Landes Kanaan und durchquerte es. Hier sprach der Herr erneut zu ihm, um ihm zu sagen, dass das Land, in dem er sich befand jenes sei, das Er ausgewählt hatte, um es ihm und seinen Nachkommen zu geben.

Wenn Gott einen Menschen für sein Werk wählt, bittet Er ihn sich zu ändern. Der Ruf Gottes ist in erster Linie ein Ruf, das Neue des Lebens anzunehmen und zu leben, denn in Gott erneuert sich das Leben ständig. Abraham wurde darum gebeten, seine Heimat und die Sicherheiten zu verlassen, auf die er bisher sein Leben gestützt hatte. Die Bereitschaft sich zu ändern ist gleichzeitig die Basis des Lebens, das sich selbst in ständiger Weiterentwicklung befindet. Gott kann das, was neu ist, nicht auf alte Grundfesten bauen. Deshalb sagte Jesus, dass der neue Wein nicht in alte Schläuche zu füllen sei.[2]

Der Mensch hingegen fürchtet die Veränderung, weil er sich schwach und unfähig fühlt die Ereignisse zu kontrollieren. Er würde das, was er kennt und was ihm Sicherheit schenkt, über die Zeit hinweg unverändert lassen, auch wenn es sich um eine manchmal sehr zerbrechliche Sicherheit handelt. Der Widerstand der Veränderung gegenüber beschert dem Menschen viele unnötige Qualen. Es wäre besser, er würde sich Gott anvertrauen und Ihm erlauben, ihn von dem zu befreien, was nicht mehr nötig ist.

Gott handelt niemals auf schonungslose Weise, noch zwingt Er jemanden, im Gegenteil: Er bereitet den Menschen auf die Veränderung vor, unterweist ihn in seinem Innersten, Er führt ihn dahin zu verstehen, was in ihm zu verändern ist und weckt in seinem Geist den Wunsch nach dem Neuen. Dann wartet Er auf seine Entscheidung, während Er die Entscheidungen und die Freiheit des Menschen respektiert. Luzifer hingegen verlangt von seinen Anhängern, dass sie so seien, wie er es wünscht. Er droht ihnen und zwingt sie mit Gewalt dazu, sich zu ändern. Tun sie es nicht, bezahlen sie einen hohen Preis dafür, manchmal sogar mit dem eigenen Leben. Das Neue in Gott trägt in sich die Integrität, die Vollständigkeit, denn Er verändert den Menschen nicht aus einer Laune heraus oder zur Strafe, sondern um ihn zu bessern und vollständig zu machen. Im Gegenteil dazu verändert Luzifer den Menschen nicht, sondern verformt ihn und die Veränderung, die er von den Seinen verlangt, ist ein weiterer Schritt in Richtung Verschlechterung, in Richtung existenziellem Tod. Wenn Gott um eine Veränderung bittet, ist es immer zum Besseren, wenn es der Dämon tut, ist es immer zum Schlechteren. Deshalb versteht es, euch zu verhalten!

Um welche Veränderung bittet Gott? Es ist die Veränderung des Gedankens, das heißt der Haltung, die der Mensch Gott, sich selbst und dem Nächsten gegenüber einnimmt. Dieser Gedanke unterscheidet den Menschen von allen anderen Geschöpfen und macht aus ihm ein vollständiges Wesen, ein authentisches Kind Gottes, denn der Gedanke ist das höchste Erbe Gottes.[3] Der Gedanke bildet sich in den Tiefen des menschlichen Geistes, wo der Heilige Geist gegenwärtig ist, der durch seine Impulse dem Geist des Menschen den Gedanken Gottes mitteilt, das was den göttlichen Gesetzen nach gut ist zu tun. Er hilft dem Menschen, in allen Situationen zu verstehen, was zu tun ist, indem Er seine Schritte erleuchtet und ihm die zu treffenden Entscheidungen vorschlägt.

Der Mensch besteht aus Geist, Seele und Körper.[4] Der Geist ist im Zentrum der Seele und übermittelt ihr, was ihm der Heilige Geist mitteilt. Die Seele hat drei Fähigkeiten: das Gedächtnis, den Verstand und den Willen. Wenn der Geist ihr die vom Heiligen Geist erhaltenen Impulse übermittelt, bereitet sie die Seele mit ihrem Verstand auf und übermittelt sie dem Gehirn, das die Aufgabe hat, sie in rationale Gedanken, Worte und Handlungen umzuwandeln. Man kann also sagen, dass der Gedanke des Menschen im Geist beginnt, in der Seele Gestalt annimmt und sich durch den Körper äußert. Nach diesen Schritten, die unzählige Male in jedem von euch ablaufen, kann sich der Gedanke als Gedanke des „menschlichen Wesens“ in seiner Integrität, Vollständigkeit und Einzigartigkeit definieren, denn in jedem von euch sind der Geist, die Seele und der Körper einzigartig und unnachahmlich, sie sind mit niemandem vergleichbar. Daraus folgt, dass auch der Gedanke eines jeden von euch einzigartig und unnachahmlich ist.

Der Gedanke kann nicht statisch sein, sondern entwickelt sich parallel zum Wachstum eures Geistes. Deshalb, je mehr ihr mit Gott vereint seid, desto mehr erhaltet ihr starke, innere und immer neue Impulse, die es euch ermöglichen, einen tiefen und harmonischen Gedanken zu entwickeln, der im Einklang mit dem göttlichen Gedanken ist. Das führt euch dazu, euer Leben und die Wirklichkeit, die euch umgibt, mit neuen Augen zu betrachten und macht euch weise entsprechend der Weisheit Gottes, die wahre Weisheit ist.[5]

Gott wünscht, dass jedes seiner Kinder eine erhabene Qualität des Gedankens erreicht, umso mehr, wenn es zu einer besonderen Sendung berufen ist wie jene Abrahams. Daher bittet Er jeden um die sofortige Bereitschaft, sich in jedem Augenblick zu bessern und seine Führung anzunehmen, die immer ein Fortschreiten mit sich bringt, Schritt für Schritt hin zur Umwandlung des Seins und des Denkens. Es ist eine Herausforderung, zu der Gott euch einlädt. Nehmt ihr sie mit Liebe an, dann wird diese Herausforderung die Gelegenheit zu einem glücklichen Leben. Abraham akzeptierte die Herausforderung Gottes und brach auf.

Nach diesem Text, den ihr gehört habt, folgen weitere Texte, die sich auf Isaak, Jakob, Josef von Ägypten und Moses beziehen. Mit dem Aufbruch Abrahams brach ein Volk auf. Die Heilsgeschichte ist von Einzelnen auf ein Volk übergegangen. Aus Abraham ist das auserwählte Volk, Gottes Israel hervorgegangen, wo Gott sich auf besondere Weise offenbarte. Die Wahl des Volkes Israel geschah im Hinblick auf das Kommen Jesu Christi. Ihr wisst, wie die Geschichte ausgegangen ist: die Häupter der hebräischen Religion kreuzigten und töteten Jesus mit Hilfe der politischen Exekutive des Römischen Reiches, aber Er ist auferstanden, Er hat Gott Vater offenbart und ein neues Volk gebildet, die Kirche, die den Dreifaltigen Geist erhalten hat.

Wir befinden uns jetzt in einer neuen Phase für das neue Volk. Wir sind in der letzten Phase, von der wir nicht wissen, wie lange sie dauern wird, aber es ist die unmittelbare Vorbereitungsphase auf die glorreiche Offenbarung des Herrn. Mit seinem Kommen wird die ganze Menschheit, die Jesus Christus wählt, in die neue Schöpfung gebracht werden und der Mensch wird nicht mehr Ja und Nein sagen können, nur mehr Ja oder Nein. Jene, die durch Jesus Christus den Gesetzen des reinen Geistes unterworfen sein möchten, werden in die neue Schöpfung gebracht werden. Gleichzeitig hat sich das Volk Luzifers gebildet, die Luziferianer und ich glaube, dass euch die verdorbenen, egoistischen, erbarmungslosen und zerstörerischen Menschen aufgefallen sind. Dieses Volk, das von den Menschen ausgeht, die sich Luzifer geweiht haben und die Erde und das Universum beherrschen wollen, wie im Buch steht, dieses Volk wird seinen Höhepunkt im Antichristen haben. Der Antichrist aber wird alle Macht von Luzifer haben und am Ende wird diese Macht zusammenfallen und in das kosmische Nichts geschleudert werden. Im Universum wird ein einziges Volk übrigbleiben, jenes, das Gott gehört: die universale Kirche. Wir befinden uns in diesen Zeiten.

Warum haben wir also diese Textstelle ausgesucht? Damit ihr einen Überblick über den Weg habt und gleichzeitig nicht passiv die Weiterentwicklung der Menschheit abwartet, sondern euch vom Heiligen Geist führen lasst. Nur der Heilige Geist und die erhabenen Werkzeuge wirken in vollkommener Harmonie mit dem Heiligen Geist in eurer Seele. Der Unterschied zwischen Luzifer und Jesus Christus ist folgender: Luzifer ist der Zerstörer, er zerstört und führt zum existenziellen Tod, er tut allen Gewalt an. Jesus Christus tut sich selbst Gewalt an, indem Er sich erniedrigt, um in die Tiefen jedes einzelnen von uns hinabzusteigen, wenn er guten Willens ist, Er führt ihn, richtet ihn mit Hilfe seines Heiligen Geistes auf Gott Vater aus, um in die Harmonie eintreten zu können und hier beginnt die Integrität und Vollständigkeit eines Menschen, eines Volkes, die Integrität und Vollständigkeit des ganzen Volkes, das in die neue Schöpfung eintreten wird. In diesen Überlegungen durchlaufen wir diesen Weg, wir sprechen von der Kirche, die Jesus Christus gegründet hat, von der Situation, in der sie sich befindet. In diesem Augenblick, in dem die Bischofssynode abgehalten wird, opfern wir uns alle auf, wir opfern unser Leben, damit Gott in diesem Treffen verherrlicht werde. Wir bitten und laden euch alle ein, daran teilzunehmen. Wir werden von der unendlichen Liebe sprechen, die Gott für die Kirche hat, wir werden aber auch von den Dingen sprechen, die in der Kirche nicht funktionieren. Wir möchten ein Volk sein wie Abraham und seine Nachkommen, das den inneren Impulsen zuhört und sie der Kirche Gottes, dem Volk Gottes mitteilt, damit alle, die wünschen die neue Schöpfung zu erreichen, sich auf den Weg machen und verstehen können. Wir möchten ein Volk sein, das diese Unterweisungen im Inneren annimmt, die Unterweisungen des Heiligen Geistes, die Jesus Christus uns schenkt, denn Er öffnet in uns jene Räume, die versiegelt waren, wie die Apokalypse sagt und oft haben wir uns wie versiegelt gefühlt.

Die Einladung gilt also euch allen, uns allen, damit in jedem von uns ein neues Volk entstehen kann und damit in uns allen gemeinsam ein gewaltiges Volk im gesamten Universum entstehen kann. Die Aussicht dieses Volkes ist, wie ich gesagt habe, dass es keine Christen mehr geben wird, die Ja und Nein sagen, sondern nur mehr Ja. Wir werden von der mystischen Einheit mit Christus sprechen: ein Christ kann nicht von Christus verschieden sein, wenn er mit Ihm vereint ist. Er müsste Teil seines Leibes sein. Ein Christ kann nicht in der Finsternis bleiben: er ist ein Kind des Lichts, wie uns die Apostel bestätigen und das haben wir bei unserer Taufe erhalten. Als Erwachsene müssen wir lediglich das Erbe antreten, dass wir Kinder Gottes sind.

Das nächste Mal sprechen wir über Jesus Christus. Die Ausführungen über die Patriarchen, die ihr im Buch findet, sind geistige Perlen, wo ihr einerseits die Impulse des Heiligen Geistes und die Führung im Heiligen Geist verstehen könnt und andererseits die Schritte, die zu tun sind, wie man antworten kann, wie man die Impulse annehmen, wachsen und umgewandelt werden kann. Ich überlasse es eurer Verantwortung, das zu lesen. Möglicherweise kommen wir das eine oder andere Mal wieder auf gewisse Themen zurück, um sie zu vertiefen, aber gehen wir jetzt geradeaus weiter in diesen Zeiten, um die Gnade für diese Zeiten zu verstehen.

Ich segne euch, damit der Heilige Geist in euch wohne und ihr machtvoll von diesen Impulsen des Heiligen Geistes, von den machtvollen Gnaden berührt werden könnt, die der Dreifaltige Gott heute seinen Kindern schenkt, jenen, die den wahren Gott kennen und Ihm gleich werden möchten. Ich segne euch, damit ihr konkrete Schritte tun könnt, jeder einzelne von euch aber auch in der Bildung von Nuklei, indem ihr euch in kleinen Gruppen zusammenfindet, um euch auszutauschen, zu beten, über diese Themen nachzudenken. Ich segne euch, damit die Gnade auf euch herabkomme, jene, die Abraham erhalten hat – er ist von seinem Land aufgebrochen – damit auch ihr von euch selbst zur Begegnung mit Gott aufbrechen könnt, der euch begegnen möchte, wie Er den Aposteln begegnete, wie Er sich den Heiligen geoffenbart hat, im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.

[1] Vgl. Gen 12,4-9

[2] Vgl. Mt 9,17

[3] Das Thema des Gedankens haben wir im Buch „Die Geschichte neu schreiben – Band 1 – Im Gedanken Gottes“, Verlag Luci dell’Esodo behandelt. Dieses Buch ist noch nicht auf Deutsch erschienen.

[4] Vgl. „Über die Große Barriere hinaus“, Kap. 13 (verlag@lucidellesodo.com) und „Die Geschichte neu schreiben – Band 1 – Im Gedanken Gottes“, Kap. 2

[5] Vgl. „Die Geschichte neu schreiben – Band 1 – Im Gedanken Gottes“, Kap. 3

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