„Richtet euch auf und erhebt eure Häupter…“ (Lk 21,28)

Liebe Leser,

diese Worte Jesu, übermittelt vom Hl. Lukas und im Titel angeführt, beziehen sich auf die glorreiche Wiederkehr des Herrn. Gleichzeitig beziehen sie sich auf jeden Augenblick unseres Lebens und der Geschichte der Menschheit, auf die günstigen und die ungünstigen Situationen: Gott lässt sich von jedem finden, der ihn sucht. Wir können in diesen Zeiten seine außergewöhnliche Gegenwart genießen und sie offenbaren.

Das Bewusstsein im Glauben spornt uns dazu an, seine Gegenwart und sein Wirken in uns und um uns wahrzunehmen. Wer sein eigenes Leben durch die Allerheiligste Jungfrau Maria Jesus Christus aufgeopfert hat, ist schon in den Prozess der neuen Schöpfung miteinbezogen; er kann in sich eine Umwandlung feststellen, die nicht aufhört und die niemand aufhalten kann. Der lebendige Glauben führt ihn zu einer tiefgehend gelebten Erfahrung, die seine Gewissheit wachsen lässt.

Wir teilten euch mit, dass das dreifaltige Wirken in uns durch die außergewöhnlichen Werkzeuge und durch den gesamten Mystischen Leib verwirklicht wird. In diesem Jahr ist für uns eine besondere Nähe zu den Engeln und Heiligen vorgesehen. Neben den vielen Erfahrungen möchte ich euch insbesondere eine mitteilen, die euch dabei helfen kann, besser am Wirken des Herrn teilzunehmen.

Am 25. Jänner 2013, dem Fest der Bekehrung des Hl. Paulus, erschien der Apostel selbst im Geist und sprach zu uns. Der Hl. Paulus unterstrich insbesondere zwei grundlegende Punkte: die Freude und die Konkretheit.

  1. Er erschien erfüllt von Freude und Lob für den Herrn, da endlich die Evangelisierung des Universums begonnen hat. Alle Apostel und Heiligen erheben ihr Lob zu Gott für dieses Werk. In diesem Jahr hat sich das Lob der Heiligen verstärkt: Sie begleiten das Werk Gottes mit großem Lob und Dankbarkeit. Der Hl. Paulus wollte uns diese, seine Freude mitteilen, damit auch wir darin einbezogen sein mögen.
  2. In unserem Geist erwachte sofort folgende Frage: „Was müssen wir tun und wie?“ Der Hl. Paulus gab uns eine konkrete Antwort: „Akzeptiert den Willen Gottes dort, wo Er euch hingestellt hat. In meinem Leben betete, predigte und arbeitete ich; ich war im Gefängnis, wurde verfolgt, fast zu Tode geprügelt, umgebracht. In all diesen Situationen diente ich Gott. Tut auch ihr dasselbe.“

Wir können diese beiden Punkte auf folgende Weise für unseren Weg der Umwandlung zusammenfassen: In jeder Situation sind wir dazu fähig, als Auferstandene zu leben, Gott zu loben und das Leben Gottes in uns zu offenbaren.

Wie können wir am machtvollen dreifaltigen Wirken teilnehmen? Jesus selbst erklärte es uns: Wer meine Gebote hat und sie hält, der ist es, der mich liebt; wer mich aber liebt, wird von meinem Vater geliebt werden und auch ich werde ihn lieben und mich ihm offenbaren.“ (Joh 14,21). Er behauptet weiter: „Der Beistand aber, der Heilige Geist, den der Vater in meinem Namen senden wird, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe.“ (Joh 14,25-26).

Gott ist also in uns gegenwärtig. Wir können sein Leben und sein Wirken in dem Ausmaß wahrnehmen, in dem wir für seine Gegenwart offen sind. Die höchste Aufmerksamkeit, die wir Gott gegenüber haben können ist Folgende: ihn mit aller Kraft zu lieben, über allem, so wie Gott jeden von uns liebt; gleichzeitig die Liebe Gottes den anderen zu bezeugen, indem wir unseren Nächsten so lieben wie uns selbst.

Ich gebe euch einige, konkrete Punkte an:

1.  Ich entscheide mich dafür, Gott Zeit zu widmen. Ich versenke mich in meinen Geist, in die Tiefe meines Wesens, mit dem einfachen Gebet meines Herzens. Ich bringe alles zu Gott, was mich stört und ablenkt: meine Sünden, meine Verletzungen, die Provokationen, die mich von außen erreichen. Ich leere mich von all dem, was in mir verhindert, die Gegenwart Gottes wahrzunehmen und in seine Liebe einzutauchen. Ich vertraue mein Leben Gott an und opfere es ihm auf…

2.  Ich übergebe mich dem Wirken Gottes und nehme an ihm Teil. Gott hat mich erschaffen und erlöst. Gott schafft alles neu in mir und im Universum; das ist sein Werk. Ich überfliege einige Verse des Psalm 139:

„Herr, du hast mich erforscht und du kennst mich.

Ob ich sitze oder stehe, du weißt von mir.

Von fern erkennst du meine Gedanken.

Ob ich gehe oder ruhe, es ist dir bekannt;

du bist vertraut mit all meinen Wegen.“ (Ps 139,1-3)

 

„Erforsche mich, Gott, und erkenne mein Herz,

prüfe mich und erkenne mein Denken!

Sieh her, ob ich auf dem Weg bin, der dich kränkt,

und leite mich auf dem altbewährten Weg!“ (Ps 139,23-24)

In jedem offenbarten Wort bist du. Ich wünsche mir, dass jedes von ihnen mich erforschen und kennen möge, dass es mich mit seinem tiefen Sinn umfangen möge…Weder meine Initiative noch meine Interpretationen mögen vorherrschen sondern deine dreifaltige Initiative, die in mir alles neu erschafft, alles erlöst, heiligt und zur Vollkommenheit führt.

3.  Ich suche den lebendigen Gott, so wie Er ist. Wenn ich ihn allem vorziehe, meinen Bedürfnissen, meiner Gesundheit, meinem Leben selbst, erhalte ich ein neues Leben, das von Gott herabkommt und das unversehrt und heilig ist…ich erhalte ALLES!

4.  Ich nehme in mir den Geist Gottes wahr, der in mir seine Früchte hervorbringt: Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Selbstbeherrschung (Gal 5,22-23). In mir schwingt das Leben Gottes…Indem ich meine Begegnung mit Gott erneuere, indem ich in seine Liebe eintauche, werde ich neu geboren, schreite voran und werde ein neues Geschöpf…

5.  Ich entscheide mich dafür, das Leben Gottes zu leben und die Wirklichkeit Gottes zu offenbaren. In mir geschieht das, was in der Natur im Frühling geschieht: alles sprießt, erblüht, wächst; mit seiner Schönheit und seinem Duft zieht es alles in eine prachtvolle, universale Gemeinschaft…

6.   Aus der Tiefe meines Seins erhebe ich mein Lob zu Gott. Niemand lehrte mich dieses Lob, es ist Gott selbst, der es in mir hervorbrachte und zu sich erhebt. Er vereint es in seinem Geist mit dem anderer in einer himmlischen Liturgie. Ich weiß, dass das meine Bestimmung ist, die Bestimmung all seiner Kinder und des neuen Universums. All das macht meine Horizonte weit auf und verbindet mich mit einer universalen, göttlichen Macht, die fortschreitet und nicht mehr stehenbleibt.

Gott lässt sich wirklich finden, Er lässt sich betrachten; Er ist die absolute Gewissheit! Er selbst lehrt mich, da Er mich in sein Leben eintaucht. In ihm kann ich die ganze Wirklichkeit betrachten…

Wenn ihr fortfahrt, Gott jeden Tag zu begegnen, indem ihr jeden Augenblick davon profitiert bei ihm zu sein, werdet ihr in eurem Leben Wunder entdecken, und euer Leben selbst wird das größte Zeichen sein, das Gott euch geben kann. Ihr werdet erfahren, wie eure Verletzungen heilen, ihr werdet die Bitterkeit der erlittenen Beleidigungen vergessen und die Vergebung wird in euch wie überströmendes Leben fließen. Jede Gabe Gottes wird sich in euch als authentisch und reif zeigen. In jedem euren Wirken oder Dienst wird das Leben Gottes durchscheinen. Das wird euer authentisches Zeugnis des dreifaltigen Wirkens in euch sein.

Euer Leben wird dann zu einem ununterbrochenen Lob zu Gott werden, das Tag für Tag wachsen wird, bis ihr in die neue Schöpfung eintreten werdet. Es wird das Lob des ganzen Universums sein.

Ich danke euch für euren Weg zu Gott hin. Wir sind immer mehr mit allen Kindern Gottes vereint und werden immer mächtiger in seinem Geist. Wir umarmen euch und segnen euch im Namen des Dreifaltigen Gottes.

Tomislav Vlašić

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