Ihr seid Mitglieder und Hüter des Volkes Gottes

Kirche Jesu Christi des Universums

von Mauro

(übersetztes Audio)

26.12.2021

Heute feiern wir die Heilige Familie und im Lichte dieser Feste möchte ich die klaren Anweisungen betrachten, die wir in den Lesungen erhalten.[1]

Der Heilige Apostel Johannes[2] erklärt uns deutlich, was diese Haltung zu bedeuten hat, von der Pater Tomislav am Samstag gesprochen hat[3], und worüber wir uns bereits seit einigen Tagen unterhalten: die Dimension von Jesus in uns, der uns im Heiligen Geist umwandelt, unsere Identität erweckt, unser „Ja“ und unsere Mission. Gegen Ende sagt der Heilige Apostel Johannes: «Wer seine Gebote hält, bleibt in Gott und Gott in ihm. Und dass er in uns bleibt, erkennen wir an dem Geist, den er uns gegeben hat.» Das ist der Kern dieser lebendigen Gegenwart Jesu in uns und das sehen wir uns genauer an.

In der heutigen Lesung sowie im Evangelium – vielleicht nicht gerade im heutigen Evangelium, aber hätten wir das Evangelium aus dem Lesejahr B genommen, wäre es offensichtlicher – wird die Dimension einer Familie hervorgehoben: ein Vater, eine Mutter, die ihr Kind darbringen und das nicht in theoretischem Sinn. Es ist ein sehr konkretes Opfer. Hanna bringt Samuel in den Tempel und das erst, als Samuel dazu fähig ist: «Ich werde den Knaben erst, wenn er entwöhnt ist, hinaufbringen; dann soll er vor dem Angesicht des Herrn erscheinen und für immer dort bleiben.»[4]

Ich denke, dass man sagen kann, dass eine Mutter nur das Beste für ihr Kind möchte. Eine Mutter kann nicht gegen das Wohl des Kindes handeln. Das Gleiche taten Anna und Joachim mit der Allerheiligsten Jungfrau Maria; das Gleiche taten Maria und Josef mit Jesus: sie brachten Ihn im Tempel dar und überließen Ihn dem Tempel. Es ist auch interessant zu sehen, dass es gemäß den Bräuchen des Altertums schien, als müsse man, wenn man Gott etwas darbringen wollte, Ihm auch ein Opfer darbringen, damit Gott die Gabe annimmt: einen Jungstier, Tauben; so als würde es nicht reichen, Gott das eigene Kind zu schenken, sondern als müsste man noch ein Opfer darbringen, um zu sagen: „Nimm es an“.

Ich denke, nein, wir sind uns vielmehr sicher, dass die Heilige Anna, der Heilige Joachim, Hanna, die Mutter von Samuel, die Allerheiligste Jungfrau Maria und der Heilige Josef ihre Kinder liebten. Wir können also sagen, dass diese Familien verstanden hatten, ihre Kinder dem Herrn zu übergeben, sie Ihm darzubringen, das Beste für ihre Kinder war. Sie hatten verstanden, wofür unsere Zeit auf der Erde gut ist, was es bedeutet, Gott an erster Stelle zu haben. Sie dachten nicht wie die Welt, sie liebten ihre Kinder nicht wie die Welt liebt. Sie wollten nicht, dass ihr Kind ein guter Ingenieur oder ihnen Enkel schenken würde, dass sie alle eine schöne Familie werden könnten, die sich innig liebt. Für sie war es wichtig, ihrem Kind das Angesicht des Herrn zu zeigen und es für immer dem Herrn zu überlassen, dann würde geschehen, was der Herr vorgesehen hatte. Seht, das ist die Haltung, die eine Familie haben sollte. Heute betrachten wir die Heilige Familie, aber es gilt für jeden von uns. In jedem Schritt, der für immer gemacht wird, und von Herzen für immer, öffnet Gott für das Neue.

Im Mittelpunkt steht also: es geschehe der Wille Gottes. Wenn wir das auf die Allerheiligste Jungfrau Maria, aber auch auf Samuel beziehen, die für immer dem Tempel übergeben wurden, so wird Samuel ein Prophet und was für ein Prophet! Über Jahre führte Gott das Volk Israel durch Samuel bis dieser David salbte und das Volk in all der Zeit begleitete, in denen es die Richter ablehnte[5]. Die Allerheiligste Jungfrau Maria, die mit drei Jahren dem Tempel übergeben wurde, wird zur Mutter Gottes und unserer Mutter. Sie verließ den Tempel, aber ihre Eltern hatten Sie dem Tempel übergeben. Verzeiht, wenn ich dieses Überlassen ohne festzuhalten, ohne Berechnung und ohne Hintergedanken hervorhebe. Anna und Joachim dachten sicher nicht, dass die Allerheiligste Jungfrau Maria die Mutter Gottes werden würde.

Der Heilige Johannes sagt in seinem ersten Brief: «Das, was wir sein werden, ist noch nicht offenbar geworden, aber jetzt sind wir Kinder Gottes.»[6] Und er erinnert an den Abschnitt, den ich zuvor gelesen habe, aber um sicher zu gehen, dass sich dieser Abschnitt verwirklicht, sagt er: «Wenn wir seine Gebote halten», und er sagt euch welches: das einzige Gebot. Es ist wichtig, das zu verstehen. Er sagt: «Das ist sein Gebot: Wir sollen an den Namen seines Sohnes Jesus Christus glauben und einander lieben, wie es seinem Gebot entspricht.» Das ist das Gebot: an seinen Sohn Jesus Christus zu glauben und einander zu lieben. Jesus, als Er dieses Gebot gab, fügte hinzu: «Wie ich euch geliebt habe, so sollt auch ihr einander lieben. Es gibt keine größere Liebe, als wenn einer sein Leben für seine Freunde hingibt.»[7]

Wenn wir zum Brief des Heiligen Johannes zurückkehren, so sagt er: «Wenn das Herz uns aber nicht verurteilt, haben wir gegenüber Gott Zuversicht.»[8] Betrachten wir uns, ob uns unser Herz verurteilt, aber betrachten wir es angesichts dieses Gebotes, ob wir an seinen Sohn glauben und einander lieben. Anna und Joachim, Hanna, die Frau Elkanas, Maria und Josef hatten, um zu zeigen, dass sie ihr Kind liebten, es dem Tempel überlassen. Dann verurteilte sie ihr Herz nicht mehr.

Überlegen wir, ob wir tatsächlich diese Liebe in uns haben, nicht nur unseren Kindern gegenüber, sondern auch gegenüber den Schwestern und Brüdern. Lieben wir sie wirklich, oder kommen uns immer Gedanken: „Das ist nicht gerecht, er hat das getan, das gesagt, er tut nicht das Richtige, sondern das Falsche.“ Wenn uns diese Art von Gedanken kommen, die Gott mehr als einmal als Gemurre bezeichnet hat, dann verurteilt uns unser Herz und der Frieden und die Harmonie verschwinden. Wenn uns unser Herz verurteilt, können wir die Dimension: «Wir bleiben in Gott und Gott in uns»[9] nicht leben. Wir können nicht sagen, dass wir in Gott bleiben, wenn uns unser Herz verurteilt. Wenn wir nicht in Gott bleiben, bleibt Gott nicht in uns. Wenn Gott nicht in uns bleibt, schenkt Er uns nicht die Gabe des Heiligen Geistes. Wenn Er uns den Heiligen Geist nicht schenkt, können wir nicht sagen, Eingebungen zu haben, die uns umwandeln, die von Jesus kommen; dann können wir nicht sagen, dass wir die Hände, die Augen, die Ohren und die Worte Jesu sind. So einfach ist das.

Es ist sogar noch einfacher als zu überprüfen, ob wir alle Zehn Gebote einhalten und ich sage jetzt schon: nein, es gelingt uns nicht, sie alle einzuhalten. Erinnert euch an den Heiligen Paulus, der zum Heiligen Petrus sagte: «Zwinge jenen, die in der Gnade des Geistes getauft wurden, nicht auch die Gesetze Moses auf, Gesetze, die nicht einmal unser Volk einhalten konnte, sondern lass sie unter der Gnade des Geistes.»[10] Der Heilige Paulus sagte dem Heiligen Petrus, es möge das Gesetz der Gnade sein, aber jenes Gesetz der Gnade setzt voraus: liebt einander und glaubt daran, dass Jesus jenes Geschenk der Liebe des Vaters ist. Akzeptiert also jene Liebe, akzeptiert jene Vergebung, akzeptiert jene Barmherzigkeit, die ihr erhaltet, aber wenn ihr sie akzeptiert, dürft ihr sie nicht missbrauchen. Und wann missbraucht ihr sie? Wenn ihr akzeptiert, dass Er euch alles vergibt, dass Er über eure Begrenztheit hinausgeht, dass Er sich nicht mehr an eure Sünden erinnert, dass Er euch schon vergeben hat, noch bevor ihr gesündigt habt, und ihr euren Nächsten auf dieselbe Weise behandelt. Dann verurteilt uns unser Herz nicht. Sonst setzen wir unterschiedliche Maßstäbe an: Ich nehme die Vergebung an, aber gebe sie nicht weiter. Es gibt auch das Gegenteil dessen, der zwar vergeben, aber die Vergebung nicht annehmen kann. Hier wird deutlich, dass es nicht die Vergebung Gottes ist, sondern eine menschliche Vergebung.

Es ist das einzige Gebot, Gott mit Einfachheit nachzufolgen in seinem Handeln, in dem Er an alles gedacht hat. Gestern habe ich hervorgehoben, dass Er uns nur darum bittet zu glauben. Heute füge ich zum Glauben hinzu, Er bittet uns auch zu lieben, uns lieben zu lassen und zu lieben.

Es sind Lesungen, die für den Tag ausgewählt wurden, der der Familie, der Heiligen Familie gewidmet ist. Eltern, die ihre Kinder aufopfern. Ich glaube, es wäre schön, heute auch über eine Botschaft des Heiligen Josef nachzudenken, die er uns vor einigen Jahren geschenkt hat und in der er über die Familie spricht[11]. Wir müssen in diese Offenheit eintreten. Seht, es sind einfache Dinge, aber sie öffnen eine Dimension, in der wir nichts festnageln können, in der uns der Heilige Geist führt und wir einen weiteren Schritt der neuen Schöpfung zurücklegen.

Mögen uns die Heilige Familie, Maria, Josef und Jesus, die in diesem Augenblick auf besondere Weise gegenwärtig sind und handeln, uns begleiten, um in die Tiefen dieser Worte eintreten zu können, im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Botschaft des Heiligen Josef vom 30. Dezember 2016

Seid Mitglieder und Hüter des Volkes Gottes

„Meine lieben Kinder,

erlaubt mir, euch so zu nennen, denn das seid ihr. Ich möchte euch an diesem Tag segnen, an dem ihr der Heiligen Familie gedenkt. Ich war nicht nur der Hüter der Heiligen Familie von Nazareth, sondern ich bin auch der Hüter des ganzen neuen Volkes. In diesem Volk setze ich meine Mission fort, mit der mich Gott betraute, indem Er Maria und Jesus meiner Obhut anvertraute: ich beschütze jeden Bruder, jede Schwester des neuen Volkes, wie ich Maria und Jesus beschützt habe.

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[1] Lesungen zum Fest der Heiligen Familie, Lesejahr C: erste Lesung: 1Sam 1, 20-22.24-28; zweite Lesung: 1Joh 3, 1-2.21-24; Evangelium: Lk 2, 41-52

[2] Siehe zweite Lesung in Fußnote 1

[3] Vgl. Gedanken von Pater Tomislav vom 24. Dezember 2021 „Frohe Weihnachten“ veröffentlicht auf https://unterwegszurneuenschoepfung.org

[4] Siehe erste Lesung in Fußnote 1

[5] Vgl. 1Sam

[6] Siehe Fußnote 2

[7] Vgl. Joh 13,34. 15,12-13

[8] Siehe Fußnote 2

[9] Vgl. 1Joh 3,24

[10] Vgl. Apg 15,1-35

[11] Vgl. Botschaft des Heiligen Josef vom 30. Dezember 2016 „Seid Hüter und Mitglieder des Volkes Gottes“, das auf unserer Webseite am 4. Januar 2017 veröffentlicht wurde.