Gedanken – „Dem Geist Jesu Christi angehören“

von Pater Tomislav Vlašić

(übersetztes Audio)

7. November 2020 – Vorabendmesse zum 32. Sonntag im Jahreskreis, Lesejahr A[1]

Liebe Schwestern und Brüder, ich grüße euch alle und danke euch für euren Beistand, euer Gebet, eure Hingabe und eure Liebe. Wir befinden uns in der Vorbereitungszeit auf Christkönig. Das Wort „Christkönig“ kommt in der Liturgie dieser Wochen sehr häufig vor. Letzten Sonntag warnte der Prophet Maleachi die Priester: «Euer Segen wird sich in Fluch wandeln»[2]. Er sagte, sie hätten den Bund mit Gott zunichte gemacht. An diesem Sonntag werden wir vom Heiligen Paulus aufgerufen, wachsam zu sein, in Erwartung des glorreichen Kommens Christi. Das Evangelium zeigt das Gleichnis der klugen und der törichten Jungfrauen. Jene törichten waren nicht wachsam, jene klugen jedoch schon. Die Lesung aus dem Buch der Weisheit führt uns in eine gesunde Haltung Gott gegenüber ein.

In diesem Zusammenhang lesen wir auch die Botschaft des Heiligen Erzengels Michael[3], die ihr sicher gelesen habt. Sie beinhaltet viele Schritte, viele Anstöße zum Nachdenken, aber ich möchte nur einige hervorheben, die wichtig sind. „Der Herr hat mich dazu berufen, der Vorläufer seines glorreichen Kommens zu sein. Mir obliegt die Verantwortung, sein Volk aus dem ganzen Universum zu versammeln und es vor dem Bösen zu beschützen.“ Die Gott von Anfang an treuen Schwestern und Brüder sind dem Heiligen Michael, den sieben großen Erzengeln unterworfen und tun nichts anderes, als den reinen Geistern gegenüber, die dem Allerhöchsten Gott dienen, gehorsam zu sein. In den vergangenen Jahren hat sich auch das Mittlere Universum der Autorität des Heiligen Michael unterworfen, damit dieser das Volk zum lebendigen Gott führen möge. Jetzt sagt der Heilige Michael: „Mir obliegt die Verantwortung, sein Volk aus dem ganzen Universum zu versammeln.“

Warum spricht der Heilige Michael in dieser Zeit? Weil er auf der Erde den kleinen Rest gefunden hat, der „Ja“ gesagt hat, „Wir möchten uns den Gesetzen des reinen Geistes unterwerfen, denn keine menschliche Autorität kann uns führen und beschützen, nur ein reiner Geist, der dem Allerhöchsten Gott dient, ein Geist, der mächtiger ist als die anderen“. Der Heilige Michael sagt: „Ich werde dies mit der Macht tun, die Gott mir gewährt hat. Ich bin sein Diener, der nur seine Pflicht vor Gott und der Menschheit erfüllen möchte. Kein Mensch könnte die Last dieser Verantwortung tragen, da die Schlacht zwischen Gut und Böse kosmische Proportionen annehmen wird. Meine Engelsscharen sind bereit und werden an der Seite des Volkes Gottes sein.“ Jetzt vereinen sich auch die Menschen mit seinen Engelsscharen.

An diesem Punkt können wir diesen großen und großartigen Augenblick verstehen, der gleichzeitig ein sehr ernsthaftes Bemühen erfordert. Was schlägt uns der Heilige Michael in dieser Botschaft vor? Er führt uns zum göttlichen Richter, zu Jesus Christus, zu Gott und betrachtet Ihn, er betrachtet Jesus Christus und gibt uns all das weiter, was er von Ihm erhält. Darin besteht sein Dienst, aber darin besteht auch sein Dienst uns gegenüber: uns allmählich gemeinsam mit allen Engeln und seinen Heerscharen zur höchsten Autorität, zu Jesus Christus, dem gerechten Richter zu bringen. Diese Verpflichtung, eine Antwort zu geben, gilt für alle Christen und nicht nur, sie gilt für alle Menschen guten Willens, die ihr Leben ändern, umgewandelt werden möchten, die diesen Weg gehen und in die neue Schöpfung eintreten möchten. Daraus wird deutlich: Die Kirche des ganzen Universums ist keine Sekte, wie gesagt wurde. Eine Sekte verschließt sich; die Kirche des ganzen Universums versammelt sich durch die immer reiner werdenden Diener, um sich in die Dimension des reinen Geistes zu erheben, um endgültig umgewandelt zu werden, das Leben zu ändern und auf ewig in dieser Dimension zu leben, die vom Anfang des Universums an vorgesehen war.

Der Heilige Michael sagt: „Ich bin sein Diener, der nur seine Pflicht vor Gott und der Menschheit erfüllen möchte. Kein Mensch könnte die Last dieser Verantwortung tragen, da die Schlacht kosmisch ist.“ Hier liegt die Verantwortung eines jeden von uns, diesen großartigen Augenblick zu verstehen. Es ist auch eine großartige Verantwortung für das Christentum, für die Kirche des ganzen Universums, weiterzugehen und die neue Schöpfung zu erreichen. Wir alle sind dazu aufgerufen. Wir alle sind dem Gericht Gottes unterworfen, das sich durch Jesus Christus ausdrückt, keiner kann ihm entgehen. Niemand von uns kann sich rechtfertigen. Wir alle können unsere Gründe haben: Handel betreiben zu müssen, zu arbeiten, beschäftigt zu sein, sich zu vergnügen. Wir alle können der menschlichen Logik entsprechend unser Verhalten rechtfertigen, aber niemand kann vor Dem gerechtfertigt sein, der die Gerechtigkeit ist. Wir alle können und müssen den Gesetzen des reinen Geistes unterworfen sein, die Gesetze des ewigen Lebens in Gott sind.

An diesem Punkt sind wir eingeladen, an dieser Gnade teilzunehmen, die durch den Heiligen Michael geht. Wir können nicht alle auf dieselbe Art, in derselben Dimension antworten, aber jeder muss für sich Verantwortung übernehmen. Wenn jene, die verstehen und bereit sind, sich hinzugeben und sich völlig zur Verfügung stellen, aufbrechen, dann öffnen sie jenen den Weg, die schwach sind, die später kommen, um mit dem Heiligen Michael all jene aufzunehmen, die in das Reich Gottes eintreten möchten.

Der Heilige Michael fügt dem, was uns Jesus Christus erklärt hat, nichts hinzu. In dieser relativ kurzen Botschaft fasst er alles zusammen, was wir tun müssen. Im letzten Teil der Botschaft sagt er: „Liebt einander, wie Christus euch geliebt hat“, und zählt sechs konkrete Punkte auf. Was können wir tun? Jeder möge bei sich selbst beginnen, seinen Teil beizutragen und zu wachsen, im selben Geist, im Geist Christi zu sein, um den Vater völlig durch Jesus Christus im Heiligen Geist zu erreichen. Er lädt uns auch ein zu bedenken, dass alle zum Mystischen Leib Christi werden müssen, weil unsere Auferstehung, unsere endgültige Umwandlung bedeutet, dass wir im Geist, in der Seele und im Körper untadelig sind, in der Fülle des Lebens. Es obliegt jedem von uns, darüber nachzudenken und eine gesunde Haltung einzunehmen.

Ich glaube, dass die Lesung aus dem Buch der Weisheit, die wir an diesem Sonntag lesen, einen noch stärkeren Aufruf darstellt: «Strahlend und unvergänglich ist die Weisheit; wer sie liebt, erblickt sie schnell, und wer sie sucht, findet sie. Denen, die nach ihr verlangen, gibt sie sich sogleich zu erkennen. […] Sie geht selbst umher, um die zu suchen, die ihrer würdig sind; freundlich erscheint sie ihnen auf allen Wegen und kommt jenen entgegen, die an sie denken.» Damit schließe ich.

Ich lade euch ein, die Schritte zu tun, die folgen werden und die Anweisungen anzunehmen, die jene erhalten werden, die sich dazu entscheiden, diesen Programmen zu folgen. Diese Programme sind, wie ich gesagt habe, für alle Christen, da Christus das Haupt ist. «Wer den Geist Christi nicht hat, der gehört nicht zu ihm.»[4] Darüber gibt es keinerlei Diskussionen, weil die Kirche Jesu Christi des Universums keine hierarchische Struktur ist, auch keine Bewegung oder eine Kongregation: Sie ist die Kirche Christi, so wie Er sie von Anfang an gewollt hat und am Ende muss sie sich als Seine Braut zeigen, ohne Makel, ohne Fehler, weil Er sein Blut und sein Opfer gegeben hat, um jeden von uns zu reinigen.

Und ich segne euch, damit euch der Heilige Geist erfüllen, euch führen und euch in Gemeinschaft mit der ganzen Kirche des Universums beschützen möge, im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.

[1] 1. Lesung: Weish 6, 12-16; Ps 63; 2. Lesung: 1Thess 4, 13-18; Evangelium: Mt 25, 1-13

[2] Vgl. Mal 1, 14b-2,2b.8-10

[3] Vgl. Botschaft des Heiligen Erzengels Michael vom 31. Oktober 2020 „Der Herr wird mit all seinen Heiligen kommen“, veröffentlicht in „Unterwegs zur neuen Schöpfung – Band 7, 2020“, S. 124 und auf https://unterwegszurneuenschoepfung.org

[4] Röm 8,9