Gedanken – „Zeugnis des Heiligen Josef“

von Pater Tomislav Vlašić

(übersetztes Audio)

  1. März 2021

Liebe Schwestern und Brüder, wir feiern den Heiligen Josef, unseren Vater in Gott und wir haben uns dazu entschieden, die Vaterschaft aller Männer, all jener, die Väter in Gott sein möchten, Gott zu weihen und jeder Christ müsste das sein.

Wie wir oft gesagt haben, ist die Liturgie, die wir feiern, nicht irgendeine Messfeier, sondern wir feiern die Ereignisse. Heute gedenken wir Mose, der das untreue Volk vor Gott verteidigt und durch seine Fürsprache den Zorn Gottes besänftigt, wie die Heilige Schrift in der heutigen Lesung sagt[1]. Im Evangelium zeigt sich Jesus im Namen des Vaters[2] und sagt, dass in Ihm der Vater wirkt, dass Er das tut, was Er den Vater tun sieht. Aber Er offenbart uns den Vater, damit wir Ihn kennen und die Werke des Vaters durch den Sohn im Heiligen Geist tun können.

Ihr werdet eine Botschaft erhalten, die der Heilige Josef Stefania gegeben hat[3]. Diese Botschaft ruft uns dazu auf, an der Kirche Jesu Christi des Universums teilzunehmen und zeigt uns auf welche Weise; viele Dinge, die uns offenbart wurden, wurden in dieser Botschaft zusammengefasst und genauer erklärt, damit wir immer mehr in die Tiefe gehen können. Manche Dinge wurden von Heiligen erahnt oder sie erhielten sie durch Offenbarungen, aber die Kirche Jesu Christi des Universums, die vom Himmel herabkommt, muss immer mehr erstrahlen und wir sind dazu bestimmt, in das vollkommene Licht einzutreten, um mit der Allerheiligsten Dreifaltigkeit zu leben. Die Schritte dieser Botschaft sind also für uns alle sehr wichtig, sei es auf individueller Ebene als auch auf gemeinschaftlicher Ebene, auf Ebene der Zellen, der Häuser-Heiligtümer und für all unsere Beziehungen, jene Beziehung mit dem ganzen Universum einbezogen.

Der Heilige Josef fasst all das zusammen, was wir über das Leben Marias erklärt haben, aber aus ihm spricht die Gewissheit des einzigen Zeugen dieses Lebens, denn er ist wie kein anderer Zeuge des Lebens von Maria. Er ist sogar Zeuge der Empfängnis im Heiligen Geist. „Wenn ihr neue Geschöpfe werden wollt, müsst ihr euch vollkommen mit Jesus und Maria vereinen, wie ich es getan habe. Jesus konnte nicht ohne Maria geboren werden, aber Er konnte auch nicht ohne Sie sterben. Er benötigte die Teilnahme eines unbefleckten Geschöpfes, das im Namen der ganzen Menschheit am Leiden des Kreuzes und an der Herrlichkeit der Auferstehung teilnehmen und auf diese Weise den Weg für eine neue Menschheit öffnen würde. Niemand anderer hätte das tun können, mit Ausnahme Jener, die Ihm alles gegeben hatte und Ihm völlig angehörte.“

Kommen wir zum Evangelium, um die Rolle der Muttergottes und des Heiligen Josef in all dem zu verstehen. Die Juden nehmen Jesus nicht an. Als Er sagt, Er sei vom Vater gekommen, ist Er für sie ein Gotteslästerer, aber Jesus sagt: «Ihr habt weder seine Stimme gehört noch seine Gestalt je gesehen, und auch sein Wort bleibt nicht in euch, weil ihr dem nicht glaubt, den er gesandt hat.» In diesen Personen fehlte die Basis: das anzunehmen, was sie durch Mose und die Patriarchen als Erbe erhalten hatten. Es fehlte ein Ja Gott Vater gegenüber zum Zeitpunkt der Empfängnis. «Wie könnt ihr zum Glauben kommen, wenn ihr eure Ehre voneinander empfangt, nicht aber die Ehre sucht, die von dem einen Gott kommt?» Diese Worte Jesu hätten die Juden zum Nachdenken anregen sollen, weil sie für die kleinen und großen Dinge die Ehre der Menschen suchten, aber nicht die Ehre Gottes, die durch Mose und die Patriarchen offenbart wurde.

An diesem Punkt führt uns die Botschaft des Heiligen Josef in dieses Geheimnis ein: „Gott wandelte mich um“. Der Text geht weiter: Alles in mir und um mich war ein großes Geheimnis.“ Man kann den Willen des Vaters, die Vaterschaft, die vom Vater herabkommt, nicht annehmen, ohne durch das Geheimnis zu gehen. „Mein Ziehsohn war auch mein Gott und mein Retter. Meine irdische Braut würde eines Tages auch meine Mutter, Königin und Miterlöserin werden, wie für die ganze Menschheit, der auch ich angehörte.“ Und er sagt: „Ich habe euch den Weg geöffnet, weil ich die Erlösung Jesu und die Miterlösung Marias völlig angenommen habe. Deshalb hat Gott mich dazu berufen, Hüter seiner Kirche des ganzen Universums zu sein, wie ich es für die Heilige Familie, die kleine Kirche von Nazaret war.“ Der Heilige Josef ließ sich umwandeln, er ist sozusagen in das hineingewachsen, was Gott zum Zeitpunkt der Empfängnis in ihn eingeprägt hat. Alles in ihm ist gewachsen, aber durch dieses Geheimnis. Wir können nicht in das Geheimnis eintreten, wenn sich uns das Geheimnis nicht offenbart. Wir können das Geheimnis nicht beherrschen, weder mit unseren Plänen, Wünschen oder Ambitionen, noch damit, jemand oder etwas sein zu wollen. Unsere Einzigartigkeit in Gott kommt hervor, wenn wir in das Geheimnis eintauchen. Der Heilige Josef war in das Geheimnis eingetaucht, in das Licht und in diesem Licht kam er in seiner Einzigartigkeit hervor. Er sagt: „Ich habe euch den Weg geöffnet.“ Der Punkt ist, dass uns seit dem Zeitpunkt der Empfängnis eines jeden von uns die Unbefleckte Mutter und der Nährvater Josef begleiten. Auf diese Weise werden alle Kinder Gottes begleitet und sie werden Mutter und Vater der ganzen Menschheit in der neuen Schöpfung sein.

Niemand von uns kann in das Geheimnis eintreten, wenn er nicht eine Haltung der Demut, des völligen Loslassens annimmt, wie Josef und Maria. Dann offenbart sich das Geheimnis, und es offenbart sich das Geheimnis unseres Lebens, wer wir in Gott sind und dieses Leben wird gefördert und beschützt. Der Heilige Josef sagt „Hüter“, aber er ist nicht nur der Hüter seit dem Augenblick, an dem er den kleinen Jesus gesehen hat, sondern er ist der Hüter von Maria seit dem Zeitpunkt der Empfängnis aufgrund seines Ja zu Gott, denn in Gott geschieht alles in einem Augenblick, es gibt keine Zeit. Wir durchleben verschiedene Zeiten, Perioden bis wir die Ewigkeit erreichen und in der Ewigkeit werden wir die sein, die wir wirklich sind.

Der Heilige Josef sagt: „Wie ich euch bereits gesagt habe, war die Familie von Nazaret die erste Zelle der Kirche Jesu Christi des ganzen Universums“, weil Jesus der Retter des ganzen Universums ist und Maria und Josef Vater und Mutter des ganzen Universums sind. „Jesus stand im Zentrum als König, Retter und Hohepriester des neuen Bundes. Maria war die Mutter und Königin, die Miterlöserin, dazu bestimmt, vollkommen am Opfer des Sohnes teilzunehmen.“ Und ich? „Ich war ihr Volk und trug den Glauben Israels und den Glauben des neuen Volkes in mir, das aus dem Opfer des Kreuzes hervorgehen würde. Tag für Tag starb in mir der alte Israelit, um dem erlösten Christen Platz zu machen.“ Das ist der grundlegende Punkt der ganzen Kirche und jedes Mitglieds der Kirche.

Maria, die Unbefleckte, ist, wie uns oft bezeugt wurde, ein einzigartiges und unnachahmliches Wesen im Universum. Der Heilige Josef ist unser Vater im Geist und Jesus hat sie beide als Filter für unseren Weg bezeichnet. Was bedeutet „Filter für unseren Weg“? Seht, Mose schaltete sich bei Gott ein, damit Er das israelitische Volk nicht aufgibt, aber was geschah nach dem Kommen Jesu Christi, nachdem Jesus Christus allen Menschen das Heil brachte? Judas und viele andere verrieten Ihn, in den Aposteln zeigte sich ihre ganze Schwachheit und diese Schwachheit erleben wir heute jeden Tag, dessen sind wir uns bewusst. Wer kann uns helfen? Wer kann uns dabei helfen, dieses tiefe Geheimnis zu begreifen, in dieses tiefe Geheimnis einzutreten, um die Stimme des Vaters zu hören, das Angesicht des Vaters zu betrachten, wenn nicht die Unbefleckte, Allerheiligste Jungfrau Maria und der Heilige Josef, der in das Unbefleckte Herz Mariens eingetreten ist. Der Heilige Josef sagt: „Als ich in den Himmel, in das Paradies eintrat, trat ich in die Unbeflecktheit ein und so all jene, die in das Paradies eingehen.“ Und sie üben diesen Dienst für die ganze Menschheit aus. Wenn sich die ganze Kirche ihnen nicht anvertraut, kann sie keine Schritte vorwärts machen, sie werden ihr schwerfallen. Die Kirche des ganzen Universums hat diese Weihe, diese Hingabe an das Unbefleckte Herz Mariens durch den Heiligen Josef, den Gerechten mit dem glühenden Herzen angenommen.

Erinnert euch an das Evangelium nach Johannes, wo er über die Hochzeit in Kana in Galiläa[4] berichtet. Als Wein fehlte, sagte die Mutter zu Jesus: «Sie haben keinen Wein mehr», und Jesus antwortete ziemlich schroff: «Was willst du von mir, Frau? Meine Stunde ist noch nicht gekommen». Die Muttergottes sagte daraufhin zu den Dienern: «Was er euch sagt, das tut.» Sie änderte seine Stunde durch ihre Haltung. Die Diener füllten jene 300-Liter-Krüge und das Wasser wurde zu Wein. Es ist sehr wichtig, dass wir am Werk des Erlösers teilnehmen, denn wir können nicht zur Vaterschaft gelangen und der Vater kann nicht völlig in uns wirken, wenn Er nicht durch den Sohn gehen kann und darauf bereitet uns die Allerheiligste Jungfrau Maria vor. Wir alle tragen Grenzen, Fehler und tägliche Schwächen in uns, aber es gibt Eine, von der wir sicher wissen, dass Sie uns zu Jesus bringt. Die Muttergottes sagte zu den Dienern: «Was er euch sagt, das tut.» Durch die Unbefleckte Mutter können wir also das tun, was uns Jesus fortwährend sagt. Auch die Kirche kann das tun. Die Kirche kann durch Jesus Christus im Heiligen Geist den Plan des Vaters offenbaren. Gott verbirgt sich nicht, weil Er verborgen bleiben will, sondern offenbart sich dem, der mit Ihm leben möchte. Die Mutter und Miterlöserin ist also für die Kirche notwendig und wir müssen das tun, was uns Jesus aufträgt, weil wir, die ganze Kirche, durch die Mutter und Miterlöserin und den Heiligen Josef die Gnade erhalten. Die ganze Kirche muss diese Wahrheit annehmen, sonst hat sie nicht völlige Klarheit.

Wie ich zu Beginn gesagt habe, erahnten viele Menschen gewisse Wahrheiten, andere lernten sie auswendig und wieder andere ließen sich inspirieren, aber die Kirche dieser Zeiten muss von der ganzen Wahrheit des Lebens, das in Gott ist, erleuchtet werden, sonst wird sie für das glorreiche Kommen Christi nicht bereit sein. In dieser Zeit, in der wir also an die besondere Gegenwart Jesu Christi glauben, an sein zwischenzeitliches Kommen, ist das, was uns der Heilige Josef sagt, sehr wichtig: „Ich habe euch den Weg geöffnet.“ Er hat den Weg zum Geheimnis, zu Gott und zu unseren Tiefen geöffnet, Er hat den Weg zum Geheimnis unserer Erschaffung, unserer Empfängnis geöffnet, das uns niemand erklärt hat. Jetzt übernimmt die ganze Kirche im ganzen Universum Verantwortung für jeden empfangenen Menschen und befreit gemeinsam mit Jesus Christus durch die Unbefleckte Mutter jene, die nicht erlöst sind. Hier beginnt unsere mächtige Mission. Wenn wir mit dem Heiligen Josef und der Allerheiligsten Jungfrau Maria vereint sind, erreichen wir Jesus Christus, der uns in seinem glorreichen Kommen annehmen wird, weil wir Ihn annehmen.

Wenn wir es wünschen, wirken die Engel und die Werkzeuge Gottes, damit wir das Geheimnis verstehen, wie wir am Beispiel des Heiligen Josef sehen. Sie zeigten sich Maria und Josef auf viel sichtbarere Weise, aber auch uns zeigten sie sich sichtbar. Wir erinnern uns an den Beginn all dieser Programme, wo wir von den sieben großen Erzengeln in die Stille geführt wurden und Erklärungen erhielten, aber alle können sie im Glauben, in der Hoffnung und in der Liebe annehmen, so wie sie der Heilige Josef angenommen hat. Die Allerheiligste Jungfrau Maria erhielt sicherlich mehr Erklärungen als er, aber hier ist es wichtig, die eigene Einzigartigkeit anzunehmen. Er konnte sich nicht wünschen, wie Maria zu sein. Im ewigen Leben, im Mystischen Leib Christi lebt niemand für sich selbst und alle gehören allen, in der Verschiedenartigkeit. Jeder ist unnachahmlich und muss seine Einzigartigkeit entdecken und durch die Unbefleckte Mutter und den Heiligen Josef in den Mystischen Leib Christi eintreten, um lebendig zu sein. Dann beginnt die persönliche Mission und die eines jeden von uns.

Ich segne euch und wünsche mir, dass ihr dieses Hochfest feiern könnt. Nach dem Offertorium in der Messe weihen wir uns. Wir weihen alle Männer Gott Vater, so wie wir am Fest der Verkündigung des Herrn alle Mütter der Allerheiligsten Dreifaltigkeit weihen werden. Betrachtet, betet und Gott möge euch segnen, im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.

[1] Vgl. Ex 32,7-14

[2] Vgl. Joh 5,31-47

[3] Botschaft des Heiligen Josef vom 18. März 2021 „Maria, die Neue Frau“, veröffentlicht auf https://unterwegszurneuenschoepfung.org

[4] Vgl. Joh 2,1-11