Zweiter Fastensonntag, Lesejahr B

Kirche Jesu Christi des Universums

von Mauro

(übersetztes Audio)

28.02.2021

 

Wir befinden uns am zweiten Fastensonntag und das Hauptthema ist auch heute der Glaube. Wir können uns gemeinsam Gedanken machen über die Zeit, in der wir leben: wir befinden uns in dieser Zeit der ernsten Pandemie für die ganze Erde, wir befinden uns in der Zeit der Vollendung, in der Zeit, in der die glorreiche Wiederkehr Christi immer näher kommt. Wir befinden uns auch in der Zeit des zwischenzeitlichen Kommens Jesu. Es ist wichtig für uns, nichts davon zu übersehen.

Wir wissen, dass Gott immer in der Fülle der Zeiten handelt und dass Gott für jede Zeit, in jeder Epoche, für jede Situation, für jede Prüfung in jener Epoche gewöhnliche und außergewöhnliche Werkzeuge sandte, die der jeweiligen Zeit entsprachen. Der Zeit entsprechend, um in jedem Menschen, in jedem Christen das Abbild und Gleichnis Gottes zu erwecken, die Tatsache zu erwecken, Kind Gottes zu sein und um in diesem Bewusstsein, mit diesem Glauben der zersetzenden Energie, dem Wirken Luzifers in jeder Zeit entgegenzuwirken.

Ein Problem der Menschheit war – und ich denke, das ist es leider immer noch –, dass sie vor den Situationen und Ereignissen unbewaffnet, ratlos und verloren dastand, weil sie die Zeichen der Zeit nicht erkannte, die Gaben und Gnaden Gottes für die jeweilige Zeit und die Hilfen, die Gott ihr geschenkt hatte, schenkt und fortfährt zu schenken, nicht annahm. Denkt an die Erscheinungen der Allerheiligsten Jungfrau Maria über die Geschichte hinweg, welchen Unterschied es macht, die Gnaden, die Prophezeiungen und die konkrete Hilfe anzunehmen, die Maria in jeder Erscheinung mitbringt, um der jeweiligen Zeit die Stirn zu bieten. Sie später anzuerkennen und sich danach klar zu werden, was man verloren hat, ist nicht dasselbe. Es ist auch deshalb nicht dasselbe, weil man auf diese Weise die Waffen nicht hat, um dem Feind entgegenzutreten, und Luzifer und die Seinen sind mit seiner zersetzenden Energie weitergegangen. Er ist immer böser, gewalttätiger geworden und die Christen, die Kinder Gottes immer ratloser.

Wir wissen, dass jeder Christ ab der Taufe Priester, Prophet und König ist. Der Weg jedes Christen auf der Erde, um Kind Gottes zu werden, geht durch diese drei Eigenschaften. Wenn wir unser königliches Priestertum völlig ausüben, entwickelt sich in uns die Prophezeiung, es entwickelt sich in uns jene Dimension der persönlichen Beziehung mit Gott, in der wir über die Dinge Gottes sprechen, die Dinge Gottes betrachten, das Werk Gottes und die Zeichen der Zeit verstehen und, da sie uns klar sind, den anderen dabei helfen können, sie zu verstehen. Und während wir diese Prophezeiung ausüben, leben wir unser Königtum, weil Gott sich in uns verherrlicht, Christus verherrlicht sich in uns. Diese drei Eigenschaften sind miteinander verbunden. Es kann nicht sein, dass jemand nur das königliche Priestertum lebt, weil damit automatisch die Prophezeiung und das Königtum beginnen. Es kann nicht nur eine Eigenschaft ohne die anderen geben.

Das gilt für jeden einzelnen Christen und in der Folge für das Volk. Auch das Volk muss ein priesterliches, prophetisches und königliches Volk sein, um den Zeiten entgegenzutreten, um völlig die Ereignisse in der Zeit zu leben, in der es sich befindet. Das kann man als Einzelner tun, aber es ist als Volk zu tun, als Kirche. Kein Christ kann diese Aufgabe an einen anderen delegieren, weil für die Bildung des Volkes die Einzigartigkeit und Identität jedes Einzelnen notwendig ist. Wenn also jemand fehlt, bildet sich ein Loch. Man kann keinen anderen beauftragen, das vollständig zu leben, was man selber tun muss und glauben, dass der andere an eigener Stelle der zersetzenden Energie, Luzifer, entgegentreten kann. Man kann ihm gemeinsam entgegentreten, aber jeder muss seinen Teil einbringen.

Ich schicke das voraus, bevor wir gemeinsam die heutigen Lesungen[1] betrachten, denn, wenn wir über alle Prüfungen sprechen, die wir als Einzelne erleben – und das können wir dann ausweiten auf die Prüfungen, die die Menschheit erlebt, die Prüfung, die in einer bestimmten Zeit erlebt wird, sei es eine Pandemie, ein Krieg – so sind es Prüfungen, die Gott erlaubt, um das Priestertum, die Prophezeiung und das Königtum völlig zu entfalten. Es gibt keine Prüfungen, die der Hand Gottes entkommen sind, für die Satan schlauer als Gott war, um sie eintreten zu lassen. Gott erlaubt sie und auch sie dienen unserem Wohl. Ich habe zuvor gesagt, dass der eigene Dienst und die eigene Identität eines jeden dafür vorgesehen sind, alle zu stärken. Fehlt also jemand, wird der Widerstand schwierig, weil der Widerstand in Gemeinschaft zu leisten ist.

Der Heilige Petrus bezeichnete diese Zeit mit den Worten des letzten Jahres[2] auf eine Art, die wir uns meines Erachtens vergegenwärtigen müssen. Ich lese: Die Zeit, in der ihr lebt, ist der unumgängliche Schritt auf die Erfüllung der menschlichen Geschichte hin. Es ist eine Zwischendimension, die sich zwischen der Dimension der Vergangenheit und der Zukunft ansiedelt. Die alte Schöpfung ist dabei zu sterben und die neue Schöpfung kommt hervor.[3] Alles ist in schneller Umwandlung. Das Volk Gottes, seine Kirche des ganzen Universums, ist der Motor dieser Umwandlung.[4] Gott ist dabei, durch sein Volk zu wirken, um all das ans Licht zu bringen, was existiert, um das Gute zu fördern und das Böse zum Zurückweichen zu bringen.[5]Das ist es, was wir uns vor Augen halten müssen. Wir müssen versuchen, die Ereignisse zu verstehen und uns mit diesem Glauben in diese Ereignisse einfügen.

Die Lesungen dieses Sonntags zeigen uns also noch einmal den Königsweg auf. Der Königsweg ist, wie wir oftmals gesagt haben, was wir aber nicht als selbstverständlich ansehen können und wo sich jeder selbst hinterfragen muss: ist Gott an erster Stelle? Steht Gott über allem? Steht Gott wie für Abraham auch über dem Sohn der Prophezeiung, der Verheißung? Gott bittet Abraham, Isaak zu opfern. Seht, diese Prüfung, um die Gott Abraham bittet, um die Er jeden von uns bittet – wir alle werden auf die Probe gestellt – ist keine Kraftprobe, keine Mutprobe. Gott stellt keinen Fanatiker auf die Probe, Abraham ist kein Fanatiker. Gott stellt uns alle auf die Probe. Jeder hat seine Prüfung – hier haben wir das Beispiel Abrahams -, weil diese Prüfung der einzige Weg ist, uns völlig vom Geist der Welt, vom Gedanken der Welt zu befreien. Es ist der einzige Weg, um uns vollständig zu befreien und die Auferstehung, die Umwandlung beginnen zu lassen, damit wir völlig das Priestertum, die Prophezeiung und das Königtum leben können. Gott stellt Abraham nicht auf die Probe, um einen Helden aus ihm zu machen, sondern um ihn von dem zu befreien, was noch in ihm ist, damit Abraham nur auf Gott vertraut, damit Gott für ihn an erster Stelle kommt. Und das gilt für jeden von uns.

Jeder Kompromiss, den wir in einer Prüfung eingehen, wo wir nicht bis ins Letzte gehen und Gott nicht erlauben, bis ins Letzte zu gehen – Abraham ging bis zum Äußersten, er hatte das Messer in der Hand -, jeder Kompromiss blockiert diesen Prozess der Auferstehung, jeder Kompromiss zieht uns aus dem Licht und führt uns ein bisschen in den Schatten, er verwirrt uns. Dann sind wir nicht mehr fähig, die Zeichen der Zeit zu erkennen, die Hilfe Gottes, seine Verheißungen. Es gelingt uns nicht mehr, sie zu sehen.

Wir leben in der Zeit, wo die Gegenwart Jesu mit seinem zwischenzeitlichen Kommen lebendig ist: wir sehen Ihn nicht, wir spüren Ihn nicht, weil Jesus nicht gekommen ist, um uns zu trösten. Er ist gekommen, um uns zu helfen, bis ins Letzte zu gehen, um gemeinsam mit Ihm und mit der Allerheiligsten Jungfrau Maria zu leben, derer wir rechterweise als Miterlöserin gedacht haben[6], damit auch wir als Miterlöser bis zum Äußersten gehen. Dafür ist Er hier, aber jeder Kompromiss versteckt Ihn vor uns und lässt nicht zu, dass wir Ihn lebendig spüren.

Wenn wir hingegen mit Gott an erster Stelle leben, mit der lebendigen Gegenwart Jesu, entschlossen, sicher, im Glauben verankert, dann können auch wir mit dem Heiligen Paulus die Worte der heutigen Lesung wiederholen: «Ist Gott für uns, wer ist dann gegen uns? Wer verurteilt uns? Gott ist es, der gerecht macht.» Dann treten wir in jenen Wirbel ein, in dem wir die lebendige Gegenwart Jesu spüren und erleben, die uns weiter bringt, zur Verklärung; die uns zum heutigen Evangelium bringt, wo wir Jesus verklärt sehen, seine Gegenwart erahnen und spüren. Das ist die zwischenzeitliche lebendige Gegenwart, aber sie ist nicht magisch, sondern ergibt sich aus diesen Schritten.

Wir müssen zugeben, dass auch wir wie die Apostel sind. Das heißt, es gibt keine magischen Schritte. Betrachten wir also, was die Apostel machen. Sie haben an dieser Verklärung teilgenommen. Während sie den Berg hinuntersteigen, sagt Jesus ihnen, nichts zu erzählen, bis Er nicht von den Toten auferstanden sei. Sie fragen sich, was es bedeutet, vom Tod aufzuerstehen. Auch wir befinden uns auf diesem Weg, wo wir viele Dinge nicht verstehen können, aber wo wir Ihm im Glauben weiter nachfolgen. Die Apostel folgten Ihm, sie mussten auch durch das Kreuz hindurchgehen, durch den Tod des Meisters am Kreuz, und alle mussten davonlaufen. Sie mussten da hindurchgehen. Wir können nicht sagen: „Sie waren schwach, sie liefen davon“. Auch das war ein Weg der Unterweisung, aber im Glauben.

Auch wir stehen in dieser Zeit vor Dingen, die für unseren Verstand zu hoch sind: Jesus unter uns, Gott Vater, der zu uns spricht. Er sprach auch bei der Verklärung, Er sprach auch am Tag vor dem letzten Abendmahl: «Dieser ist mein geliebter Sohn; auf ihn sollt ihr hören.» Er spricht mit uns. Das ist keine Nebensächlichkeit, sondern eine große Sache. Wir müssen im Glauben, im Zuhören weitergehen, uns weiterbringen und führen lassen.

Gott Vater spricht, Er spricht von den Dörfern, von der neuen Schöpfung[7]. Wir wissen im Glauben, dass die Kirche Jesu Christi um uns ist, die treuen Schwestern und Brüder, die uns helfen, die Engel, die uns den Weg öffnen. Wir müssen im Glauben mit ihnen sprechen, eine Beziehung mit ihnen eingehen, glauben; es ist unerheblich, wie wir mit ihnen sprechen, was wir tun, es zählt alleine, dass wir glauben. Es gibt keine richtigen Worte, um mit ihnen zu sprechen, es gibt keine richtigen Fragen und man darf auch nicht immer nur um Hilfe bitten: „Hilf mir hier, hilf mir dort“. Wir müssen einen Dialog mit ihnen beginnen, dann ist alles richtig, weil sie es sind, die uns entgegenkommen. Das ist die Hilfe, die Gott uns schenkt, außergewöhnliche Hilfe, außergewöhnliche Werkzeuge.

Im Glauben zu bleiben, offen für das Wirken Gottes führt uns dazu, unser Königtum zu leben, weil sich Gott in uns verherrlicht, denn in dieser ganzen Situation können wir als Geschöpfe nur Gott und der Allerheiligsten Jungfrau erlauben zu wirken. Das bedeutet, das königliche Priestertum zu leben. Die Konsequenz davon ist die Prophezeiung und das Königtum die Frucht. Das ist die Kirche und das wird den Pandemien, der zersetzenden Energie entgegentreten, den Gedanken umwandeln und Gott erlauben, die neue Schöpfung zu errichten.

Seht, Christen, Kirche Jesu Christi des Universums zu sein bedeutet, Gott auf diese Weise freie Hand zu lassen, nicht mehr oder weniger als Abraham, der Heilige Paulus und all jene, die uns vorausgegangen sind. Machen nicht auch wir den Fehler, die Hilfen, die Gaben, die wir haben, nicht völlig anzunehmen, denn wir werden die Auseinandersetzung dieser Schlacht mit den Kräften des Bösen nicht schaffen, und vor allem wird es um die Generation nach uns, falls es eine geben wird, schlimmer bestellt sein als um uns, denn jedes Mal, wenn eine Generation nicht tut, was sie tun soll, überlässt sie der nachfolgenden Generation ein schweres Erbe.

Noch einmal vertrauen wir Maria, Mutter und Königin der neuen Schöpfung und Miterlöserin der Menschheit unser Leben an. Tun wir dies mit Freude, mit Einfachheit, damit Sie auf uns zählen kann, im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.

[1] Vgl. Gen 22,1-2.9a.10-13.15-18; Röm 8,31b-34; Mk 9,2-10

[2] Botschaft des Heiligen Apostels Petrus vom 30. April 2020 „Verkündet die glorreiche Wiederkehr Christi“, veröffentlicht auf https://unterwegszurneuenschoepfung.org

[3] Botschaft Jesu vom 3. August 2019: „Auf der Erde beginnt die neue Schöpfung“.

[4] Das ganze Programm, das wir in diesen Jahren verkündet haben, ist auf die Vereinigung in Jesus Christus ausgerichtet, durch die Unbefleckte Mutter und in seiner Kirche des ganzen Universums.

[5] Botschaft Jesu vom 12. April 2020 „Ich vertraue euch all das Gute an, das auf der Erde vollbracht wird“.

[6] Am 22. Februar gedenken wir der Verkündigung Marias als Miterlöserin der Menschheit, als die Sie vom Volk am 22. Februar 2020 in Ghedi anerkannt wurde.

[7] Vgl. Botschaft Gott vaters vom 4. August 2019 „Ich bin da, ich bin euer Vater“, veröffentlicht auf https://unterwegszurneuenschoepfung.org und in „Unterwegs zur neuen Schöpfung – Botschaften und Gedanken 2018-2019 – Band 6“, S. 82