Die priesterliche Dimension

Kirche Jesu Christi des Universums

von Mauro

(übersetztes Audio)

19.11.2020

 

Wir erleben gerade diesen eindrücklichen Moment mit dieser Pandemie, die die Menschheit trifft. Wir erleben diesen Moment, der uns zum Hochfest Christi, König des Universums und zum Hochfest Mariens, Mutter und Königin des Universums begleitet. Wir sind dabei, in den Advent einzutreten und das Jahr, das dem Heiligen Geist geweiht war, geht zu Ende. Uns wurde gesagt, dass das kommende Jahr 2021 ein Jahr sein wird, in dem entscheidende Ereignisse geschehen werden.

Der zentrale Punkt jeder Zeit, jeder Epoche, aber auch jedes Tages, ich würde sagen jeder Periode, die wir durchleben, ist, stets die Zeichen der Zeit zu erkennen[1]. Die Zeichen der Zeit zu erkennen bedeutet für uns, die wir uns als Christen bezeichnen und es nicht nur dem Namen nach sein sollten, stets das Wirken Gottes und das Wirken des Bösen zu erkennen und fähig zu sein, zwischen dem Guten und dem Bösen, zwischen dem Guten und dem Höchstmaß an Gutem zu unterscheiden.

Die Zeichen der Zeit zu erkennen ist das Herzstück unserer Existenz, der Grund, weshalb wir existieren, denn indem wir das Wirken Gottes erkennen, lernen wir Gott kennen. Indem wir Ihn kennenlernen, lieben wir Ihn und indem wir Ihn lieben, lernen wir Ihn kennen und gehen unseren Weg auf die neue Schöpfung zu. Das deshalb, weil wir nicht vergessen dürfen, dass wir dafür erschaffen wurden, Gott zu kennen, Ihm zu dienen, Ihn zu lieben und uns an Ihm auf ewig erfreuen zu dürfen. Alle Zeichen, die Gott uns schenkt, alle, vom ersten bis zum letzten – beginnend mit dem Leben – alle Ereignisse, die Gott erlaubt, auch jene furchtbaren, erlaubt Er, obwohl Er sie nicht wollte und nicht will, alle haben das Ziel, im Menschen das Abbild und Gleichnis mit Gott zu erwecken. Alle sind wir dazu berufen, wenn wir aufmerksam sind und die Haltung einnehmen, von der ich zuvor gesprochen habe, die Zeichen der Zeit, also das Wirken Gottes zu erkennen.

Luzifer seinerseits macht das Gegenteil: alles, was er tut – und nicht nur das Böse, das wir sehen, sondern auch die Bosheit, alles, was er auf subtile Weise macht – tut er, um das Abbild Gottes zu beschmutzen, damit in uns dieses Abbild erlischt, damit in unserer Seele das Gedächtnis erlischt und in weiterer Folge auch der Verstand und der Wille erlöschen[2]. Alles führt durch sein Wirken zu einem niedrigen Niveau.

Gott verwendet alles, um uns zu erheben, Luzifer macht das Gegenteil. Gott versucht uns dabei zu helfen, unseren Sinn auf das Himmlische auszurichten, Luzifer versucht, unseren Blick auf das Irdische zu lenken. Es stört Luzifer nicht, wenn wir beten, es stört ihn auch nicht, wenn wir uns an Gott wenden, Hauptsache, wir heben unseren Blick nicht, Hauptsache, wir vergessen, dass wir Kinder Gottes sind, Hauptsache, es gelingt ihm, in uns dieses Abbild der Kinder Gottes zu beschmutzen, den Grund, weshalb Gott, weshalb Jesus, für uns am Kreuz gestorben ist: um in uns das Abbild der Kinder Gottes zu erwecken, um uns zu Kindern Gottes zu machen. Seit dieser Niederlage – denn Luzifer wurde besiegt – ist es sein Ziel, dieses Abbild im Menschen zu beschmutzen, denn wenn dieses Abbild nicht erwacht, jubelt Luzifer über die Tatsache, dass viele zu ihm und nicht zu Gott gelangen.

Um die Zeichen der Zeit zu erkennen: Das Wirken Luzifers, mit allem, was er anbieten kann, zielt vor allem darauf ab, jene Wertvorstellungen zu beschmutzen, die die grundlegendsten Bedeutungen haben: den Begriff der Liebe, den Begriff der Hingabe, des Opfers und den Begriff der Nächstenliebe. Luzifer tut das auch durch die Kunst, die Schönheit, die Musik, den Gesang. Wenn ihr auch das als Zeichen der Zeit betrachtet, so ist das Ergebnis von all diesen Dingen, von der Schönheit, sowie der Kunst oder dem Gesang, dass sie alle zu verworrenen Begriffen geworden sind. Anstatt Musik zu sein, ist es häufig Lärm. Wir wissen, dass gewisse Schwingungen beruhigen, wir kennen das Wirken des Lichts, des Klangs und der Wärme[3]. Luzifer wirkt in die Gegenrichtung. Wir leben in einer Gesellschaft, in der er auch die Tageszeiten verschoben hat: Anstatt während des Tages zu leben, leben wir mittlerweile in der Nacht. Auch hinsichtlich dieses Lockdowns: Uns wird gesagt, das Haus nach 22 Uhr nicht mehr zu verlassen. Für einen normalen Menschen stellt das keine Schwierigkeit dar, aber zurzeit beginnt das Leben ab 22 Uhr und das gilt als völlig normal.

Diese Dimension, die Zeichen der Zeit zu erkennen, ist verlorengegangen. In diesen Zeiten sind jene nicht normal, die wie wir, von der Auseinandersetzung zwischen dem Guten und dem Bösen sprechen, von der Glorreichen Wiederkehr Christi. Wir werden als Fanatiker, als Millenaristen bezeichnet.

Ich habe gesagt, dass Gott stets versucht, Sein Abbild in uns zu erwecken, uns zu Ihm zu bringen. Er erweckt das Abbild Gottes, nicht das Abbild einer Religion. Seht, dass Gott heute mehr denn je als eine Religion, als eine Abfolge von Ritualen und Handlungen gesehen wird. Man könnte sagen, dass Gott von einer Struktur ersetzt wurde, die sich Religion nennt, aber diese Religion ist nicht Gott.

Die wichtigsten Hilfsmittel, derer Gott sich bedient, um Sein Abbild zu erwecken, sind die Sakramente, insbesondere die Taufe und die Eucharistie, denn durch diese beiden Sakramente drückt sich die von Jesus Christus vollbrachte Erlösung vollkommen aus und wirkt durch sie. Er ist es, der wirkt, Er ist es, der uns reinigt, Er ist es, der uns vergibt, Er ist es, der uns nährt, Er ist es, der uns umwandelt, Er ist es, der sein ganzes Sein verschenkt, und in seinem ganzen Sein schenkt Er uns auch seinen Gedanken, jenen Gedanken, der uns dazu bringt, unseren Sinn auf das Himmlische auszurichten.

Wenn ihr es genauer betrachtet, so bittet uns der Herr im ganzen Evangelium, ich würde sagen auch in allen Worten, die wir in diesen Jahren von Ihm erhalten haben, stets um ein „Ja“, Er bittet uns darum, an seinem Wirken teilzunehmen, aber das Wirken selbst ist ein Wirken Gottes. Wenn wir an dieses Wirken glauben und unserem „Ja“ treu bleiben, so führt dieses Wirken dazu, dass sich die Versprechen Gottes erfüllen. Gott ist es, der sie erfüllt: „Mein Volk wird so und so sein …“[4]. Nicht das Wirken des Menschen ist es, das uns dazu bringen wird, das Volk Gottes zu sein, sondern es ist das Wirken Gottes, das eine Gruppe von Menschen dazu bringt, Seine Kirche zu sein. Es ist das Wirken Gottes, das uns umwandelt und heiligt. Wenn wir nicht daran glauben und unseren Sinn nicht auf das Himmlische ausrichten, kann auch Gott nicht handeln.

Der Christ müsste also jener Mensch sein, in dem Gott gegenwärtig ist und wirkt, wo die Auseinandersetzung zwischen dem Guten und Bösen lebendig und konkret ist und Tag für Tag stattfindet. Wenn wir treu sind, ist diese Auseinandersetzung eine Auseinandersetzung zwischen Gott und Luzifer. Sie trägt sich in unserem Körper und in unserem Leben zu, aber nicht wir sind es, die mit ihm zusammenprallen: Es ist die Kirche Jesu Christi, die auf die schwarze Kirche prallt, und ungeachtet aller Konsequenzen, die uns daraus entstehen können, wissen wir, dass wir, wenn wir treu bleiben, bereits gesiegt haben.

Heute erinnern wir uns wie an jedem Donnerstag der Einsetzung der Eucharistie und der Schritt ist immer folgender: Eucharistie, ministerieller Priester. Christ zu werden ist einfach: Wenn wir einmal die Taufe empfangen haben, sind wir Christen. Aber als Christen zu leben, ist etwas anderes, und das gilt auch für den ministeriellen Priester. Priester zu sein ist einfach, es kann sogar ein Beruf sein wie jeder andere. In dieser Art von Beruf weiß man, dass man eine gewisse Anzahl von Gebeten zu beten hat, man muss die Lesehore einhalten, das ganze Stundenbuch lesen und gewisse Rituale ausführen. Vor allem wird einem gelehrt, dem Bischof zu gehorchen. Wenn man in einer christlichen Familie aufgewachsen ist, wo es normal war zu beten und zur Messe zu gehen, wird man zum Priester, tut seine Arbeit und glaubt an Gott. Aber Priester zu sein ist etwas anderes, wie auch Christ zu sein oder die Taufe empfangen zu haben, etwas anderes ist. Priester zu sein bedeutet, ein Geschenk zu sein, in sich die Gedanken Christi zu tragen und sie zu den eigenen Gedanken zu machen. Priester zu sein bedeutet, alles der Autorität Christi zu unterwerfen, das ganze Leben, jeden Gedanken, jedes Bedürfnis, jeden Wunsch, jede Idee und jede Ambition. Alles der Autorität Jesu zu unterwerfen, nicht der eigenen; die Menschen zu Jesus zu bringen, nicht zu sich selbst, so wie auch Jesus, der alles dem Vater unterwirft und uns im Heiligen Geist zum Vater führt. Auch Jesus unterwirft sich am Ende dem Vater.

Seht, auf welch verfälschte Weise der Priester gesehen wird, und auch hier glaube ich, dass Luzifer auf besondere Weise wirkt. Es scheint, als wäre dem Priester die Macht gegeben zu entscheiden, was richtig und falsch, was böse ist, als hätte er die Macht zu richten und durch das Sakrament der Buße freizusprechen. Denkt an jenen Gehorsam dem geistigen Führer gegenüber, von dem zum Teil in den höchsten Tönen gesprochen wird, diesem „blinden Gehorsam“. Wir müssen hingegen die Gedanken Christi haben, wie Christus handeln und Christus nachahmen: «Tut dies zu meinem Gedächtnis»[5], und wir wissen, dass Jesus sagt: «Ich bin nicht gekommen, um zu richten[6] … sondern damit sie das Leben haben und es in Fülle haben.»[7] Er hat nie jemanden gerichtet. Er hat das Gute und das Böse erkannt und natürlich den ermahnt, der Böses getan hat, Er hat den ermahnt, der Ihn abgelehnt hat, als Er von ihm zum Essen eingeladen worden ist. Jesus war mit gutem Willen gekommen, dann aber auf die Probe gestellt worden. Jesus hat harte Worte gegen die Heuchelei gefunden, aber Er hat niemals gerichtet: „Wer bin ich, um zu richten?“ Er ist gekommen, um Sein Leben zu geben, sich aufzuopfern, Er ist gekommen, um für die anderen zu bezahlen. Er ist gekommen sich aufzuopfern, da Er das Gute vom Bösen unterscheiden konnte. Das muss jeder Priester tun, sich aufopfern, damit das Gute, das in den Menschen ist, wachsen kann und das Böse von den Seelen entfernt wird. Wir werden nur darum gebeten, nicht für jene zu beten, die die Sünde gegen den Heiligen Geist begehen. Das erklärt der Heilige Apostel Johannes sehr gut in seinen Briefen[8]. Ansonsten müssen wir uns für jeden Menschen, den uns als Sünder erscheint, aufopfern, damit es ihm gelingt, diese Sünde zu sehen und sich davon entfernen kann. Ohne zu richten, ohne zu verurteilen. Es zu verstehen, das Böse zu entfernen und es zu besiegen, der Seele die Möglichkeit zu geben, zu erwachen, um das Gute zu tun; immer zu segnen.

Priester zu sein kann kein Beruf sein, er kann von niemandem abhängig sein, außer von Jesus Christus, der sich immer in der Gemeinschaft des Volkes ausdrückt, in dem der Priester dient. Jemandem zu unterstehen nimmt einem die Freiheit, völlig das Priestertum zu leben. In einer Gemeinschaft, in einer Pfarre ist oft zu hören: „Das hat der Priester gesagt. Er hat dieses oder jenes gesagt“, möglicherweise sind diese Priester sehr fähige Menschen. Natürlich ist es in Ordnung, wenn auch der Priester seine Meinung zum Ausdruck bringt, wenn er den Menschen dabei hilft, sich auf dem richtigen Weg zwischen Gut und Böse auszurichten, das muss er auch tun, aber seine erste Aufgabe ist es, dem Volk dabei zu helfen sich auszudrücken, dass im Volk das Gute an die Oberfläche kommen möge. Es ist nicht seine Aufgabe zu entscheiden oder anzuordnen. Genau das Gegenteil dessen, was tatsächlich geschieht. Häufig erhält der Priester das letzte Wort, aber das ist nicht seine Aufgabe, denn er muss sich für alle aufopfern und für alle bezahlen, sonst nichts. Der Priester soll nur dem Bösen befehlen sich zu entfernen, er muss all das Gute darbringen, die Absolution erteilen, er muss segnen und versuchen, Überbringer des Friedens zu sein, des Friedens Gottes. Es liegt nicht an ihm, sich zum Richter zu machen und zu wählen: „Mach‘ das, du hast recht, du hast nicht recht.“

Ich kehre zu dem zurück, womit ich begonnen habe: die Zeichen der Zeit, das Wirken Gottes und das Wirken Luzifers erkennen. Jeder Christ müsste in dieser Zeit jenes Licht sein, das anderen dabei hilft zu erkennen, wo sich das Gute und das Böse befindet, jenes Licht, das, ohne zu sprechen, ohne auch nur ein Wort zu sagen, Leben vermittelt. Auf den ministeriellen Priester trifft das umso mehr zu. Der ministerielle Priester müsste durch diese Zeiten und durch diese engen Durchgänge mit einer ständigen Haltung der Hingabe hindurchgehen. Er müsste den Gedanken Christi überbringen und im eschatologischen Sinn[9] müsste seine Person das Leben Christi ausstrahlen, nicht vollkommen oder ohne Begrenztheit, sondern im Versuch, vollkommen hingegeben und aufgeopfert zu sein. Dasselbe müsste für jeden Christen gelten. Jeder Christ müsste so leben, dass er das Abbild Gottes in den anderen erweckt, den Wunsch in den Seelen der anderen nach der Unendlichkeit, nach Gott. Seht, das ist nicht schwierig, da es Gott ist, der all das in uns bewirkt, im Priester und in jedem Christen, wenn wir daran glauben und uns endlich als Kirche in diese Richtung aufmachen.

In dieser Zeit vom Geist auszugehen, darf keine Theorie sein, wir dürfen keine Angst haben, Fanatiker zu sein, nicht konkret zu sein, sondern all das müsste so natürlich wie Atmen sein. Es müsste das sein, was wir tun möchten: ein priesterliches, prophetisches und königliches Volk sein, das Volk Marias. Wir müssen uns bewusst sein, dass das Wirken Marias, das Wirken aller Werkzeuge und auch das Wirken Gottes, das durch Sein Volk geht, stark ist und in dieser Tatsache müssen wir das Wirken Gottes betrachten.

Die ministeriellen Priester müssten im Zentrum eines Volkes sein, um den Weg zu öffnen, um ihn mit Jesus und Maria zu öffnen im Bewusstsein, dass Jesus und Maria die einzige Hoffnung sind. In dieser Zeit gibt es keine Lösung ohne Jesus und Maria. Wenn wir Christus nicht zum König unseres Lebens erwählen, wenn wir nicht Christus, dem König der Geschichte befehlen und Ihn überbringen, Christus, dem König unserer Arbeit, unserer Familie, wenn nicht Christus der König unserer Gesundheit, der Wirtschaft, der Wissenschaft ist und mit Ihm die Allerheiligste Jungfrau Maria, ich sage euch, dann werden wir nicht aus dieser Pandemie herausfinden. Wir werden aus einer herauskommen und in eine neue eintreten. Wenn wir daran glauben und Christus, dem König und Maria, der Königin all das unterwerfen, werden wir neue Zeiten sehen, den Triumph des Unbefleckten Herzens Mariens, und wir werden die Glorreiche Wiederkehr Christi sehen, die neue Schöpfung. Seht, das ist der einzige Weg, die einzige Wahrheit und das einzige Leben.

Und die Allerheiligste Jungfrau Maria möge uns begleiten und segnen, im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.

[1] Vgl. Lk 19, 41-44

[2] Die Seele besitzt drei Kräfte, durch die sie handelt: das Gedächtnis, den Verstand und den Willen. Vertiefende Erklärungen sind im Buch „Über die Große Barriere hinaus“, Kap. 13 „Der Mikrokosmos“, S. 232 zu finden.

[3] Er bezieht sich auf die drei grundlegenden Gesetze des Universums, die im Buch „Über die Große Barriere hinaus“ erklärt wurden, Kap. 12, S. 211-221; Verlag Luci dell‘Esodo

[4] Vgl. Botschaft Jesu vom 8. September 2011 „Die Zukunft meines Volkes“, veröffentlicht am 7. Oktober 2011 auf https://unterwegszurneuenschöpfung am

[5] Lk 22, 19

[6] Vgl. Joh 12, 47

[7] Joh 10, 10

[8] Vgl. 1Joh 5, 16

[9] Auf die letzten Zeiten, auf die Endzeit bezogen. Anm. d. Ü.