Gedanken – „Die neue Menschheit“

von Stefania Caterina und Pater Tomislav Vlašić

(übersetztes Audio)

  1. April 2020

Pater Tomislav: Liebe Schwestern und Brüder, heute hören wir oft die Worte: die neue Menschheit, ein neue Art zu leben auf der Erde und es gibt sehr viele Schattierungen und Interpretationen über die neue Menschheit, soweit, dass über die Begrenztheit des Menschen hinausgegangen und eine Freiheit ohne Grenzen gesucht wird.

Wir glauben an Christus, wir sind die Kirche Jesu Christi des Universums, wir sprechen von einer neuen Menschheit durch Christus im Heiligen Geist, die in der neuen Schöpfung beim Vater sein wird. Wir müssen einige Aspekte klarstellen: erstens, Gott erschafft, Gott erlöst und Gott heiligt. Der Mensch ist nicht dazu fähig zu erschaffen, der Mensch erzeugt und zerstört. Wir sehen ständig vor unseren Augen, dass jede Zivilisation ohne Gott an einem Punkt anlangt, an dem sie sich zerstört, an dem sie die Menschheit in Schwierigkeiten bringt und das Leben reduziert. Wir sprechen aber von der neuen Schöpfung und vom Leben der Gläubigen in Christus, die auf die neue Schöpfung zugehen mit der Gewissheit, dass sie den Samen des ganzen Lebens in sich tragen, das in der neuen Schöpfung sein wird und das sich in uns und unter uns entwickeln muss.

Die letzte Botschaft Jesu, die wir am Sonntag der Göttlichen Barmherzigkeit erhalten haben[1], hat uns vor die Barmherzigkeit Gottes und seine Gerechtigkeit gestellt. Sie hat uns der Barmherzigkeit und der Gerechtigkeit Gottes zum Zeitpunkt der Empfängnis gegenübergestellt, um uns zur Erlösung zu bringen, wo die Barmherzigkeit und die Gerechtigkeit Gottes im Sinne einer Ordnung in unserem ewigen Leben vollkommen in Einklang gelangen müssen. Jesus hat uns erklärt, dass derjenige, der Gott Vater mit seinem Plan zum Zeitpunkt der Empfängnis abgelehnt hat, ohne Hilfe, ohne Gnade und ohne Barmherzigkeit vonseiten des Vaters geblieben ist. Er steht also immer der Gerechtigkeit Gottes gegenüber und das verursacht eine furchtbare Spannung in einer Seele, eine Angst vor Gott als Auswirkung der Auflehnung. Es ist also danach sehr schwierig, mit dieser inneren Haltung auf Gott zuzugehen, wenn die Menschen nicht umkehren und sich auf radikale Weise ändern. Das Gleiche gilt für unsere Beziehung mit dem Heiligen Geist zum Zeitpunkt der Empfängnis. Wenn wir die Heiligung durch den Heiligen Geist ablehnen, haben wir die Gnade abgelehnt, Kinder Gottes zu sein, geheiligt zu werden und erneut bricht ein Urteil ohne Gnade auf die Seele herein.

Jesus hat von seiner Gerechtigkeit anlässlich seines ersten Kommens zu Ostern, während seines Leidens, seiner Auferstehung und Himmelfahrt gesprochen und derjenige, der in sich ein Antichrist geblieben ist, wurde bereits verurteilt, hat sich selbst umgebracht und fährt fort, sich im Laufe seines Lebens selbst umzubringen. In ihm wirken der erste und der zweite Tod. Der erste, weil er zum Zeitpunkt der Empfängnis seinen Erlöser abgelehnt hat und der zweite Tod, weil er als erwachsener Mensch die Erlösung abgelehnt hat und ablehnt und im Tod lebt. Das bringt, wie wir das letzte Mal in der Erklärung Jesu zu Ostern gehört[2] haben, die zerstörerische Energie in den Menschen hervor.

Die Botschaft, die Jesus das letzte Mal geschenkt hat, hat uns zu einer ernsthaften Haltung aufgerufen, zu einer Entscheidung, die nicht hinausgeschoben werden darf, die bereits heute zu treffen ist. Es ist ein Schritt, der den morgigen Schritt vorbereitet. Wenn wir den heutigen Schritt nicht tun, wird uns der morgige Schritt schwer fallen. Die Christen also, die wahren Christen, die sich mit der Kirche Jesu Christi des ganzen Universums vereinen möchten, die in dieser Zeit, die uns geschenkt wurde als Nachfolger Christi unterwegs sein möchten – denn die Zeit wird aufhören und wenn die Zeit aufhören wird, werden wir uns auf endgültige Weise entscheiden müssen – müssen sich also dafür entscheiden, mit dem allmächtigen Gott Schöpfer, dem allmächtigen Gott Sohn zusammenzuarbeiten, der den Tod und die Sünde vernichtet hat, die den Menschen verdirbt. Sie müssen mit dem Heiligen Geist zusammenarbeiten, der uns heiligt und uns die heiligende Gnade schenkt. Der allmächtige Gott und die dreifaltige Allmacht möchten in uns handeln und wir sind dazu aufgerufen, an dieser Allmacht teilzunehmen.

Wenn von der Gerechtigkeit Gottes gesprochen wird, auch von einer Ordnung Gottes, ertönt immer ein Echo der Auflehnung des Menschen, der von Gott getrennt leben möchte, denn die Erbsünde hat uns von Gott getrennt und der Mensch hat Angst vor jeder Ordnung. Die Menschen haben Angst vor jeder Ordnung, vor jeder Gerechtigkeit, aber die Ordnung Gottes ist die Entscheidung zwischen dem Tod und dem Leben. Moses sagte den Hebräern: «Entscheidet euch entweder für das Leben oder den Tod.»[3] Die Entscheidung für Gott und seine Gesetze bringt uns automatisch auf den Weg des Lebens und durch den Erlöser und Den, der heiligt, werden wir in die neue Schöpfung geführt, in jene Ordnung, wo die Gerechtigkeit und die Barmherzigkeit in völliger Harmonie sind und wir die Fülle der Erlösung erreichen.

Wir sind also dazu aufgerufen, in diesem Augenblick den Gesetzen des reinen Geistes, die in uns sind, unterworfen zu sein, in denen mit aller Macht Gott Schöpfer, Gott Erlöser und Gott, der heiligt, wirken. Wenn wir uns den Gesetzen des reinen Geistes unterwerfen, die durch Jesus Christus offenbart wurden und uns der Heilige Geist geschenkt wurde, um diese Gesetze, die den Tod und die Verdorbenheit besiegen, umzusetzen und zu leben, wenn wir uns also diesen Gesetzen unterwerfen, dann leben wir schon hier die Dimension der Ewigkeit. Jener Teil in uns, unsere Seele, unser Geist, die für das ewige Leben bestimmt sind, entwickeln sich in uns weiter, beziehen auch unseren Körper mit ein und führen uns zur neuen Schöpfung.

Heute haben wir den Heiligen Markus gefeiert, der der Patron Italiens ist und wir haben die für dieses Fest vorgesehenen Lesungen gewählt. Im Evangelium nach Markus[4] wird zusammenfassend von den an Christus Glaubenden gesprochen, die von Zeichen und Wunder begleitet werden. Sie vertreiben Dämonen, heilen, berühren giftige Schlangen, wenn sie ein Gift trinken, schadet es ihnen nicht. Der Heilige Markus endet damit, dass jene, die aufgebrochen sind, um zu predigen, zu verkünden und zu taufen, diese Zeichen sahen und sich diese Zeichen durch sie offenbarten. Hier müssen wir etwas gut verstehen: Zeichen, die wir in unserem Leben aufgrund unserer Treue gesehen haben, hat es viele gegeben, kleine wie große. Wir haben andere Zeichen gesehen, die durch Menschen gewirkt wurden, aber hier sprechen wir nicht vom Zeichen. Viele Menschen haben außergewöhnliche Zeichen gesehen, wie jene, die Jesus kreuzigten. Sie hörten die Zeugen Jesu, die durch Wunder bestätigt wurden, aber sie bekehrten sich nicht. Die Zeichen retten jene nicht, die in sich selbst verschlossen sind. Gewisse Zeichen können auch durch verschiedene Charismatiker gewirkt werden, auch durch Satanisten. Hier sprechen wir von den Gesetzen des Lebens in der neuen Schöpfung. Das sind Zeichen, Hinweise, die Jesus durch die Apostel wirkte, um denen das Leben zu schenken, die an Jesus glauben und seinem Weg nachfolgen. Hier stellt sich also die Frage nach der Entscheidung des Lebens, damit uns der auferstandene Herr die Macht seiner Auferstehung mitteilen kann, seinen Heiligen Geist, den Er den Aposteln schenkte und durch den Jesus Christus diese Wunder wirkte. Er schenkte diese Zeichen den Seelen, die sich entschieden hatten, auf das neue Leben zuzugehen, das Jesus Christus offenbart hat.

Wir müssen alle Wunder, die den Gesetzen des reinen Geistes unterworfen sind und die Jesus vollbringt, gut in die drei Säulen des Reiches Gottes einordnen: Opfer des Lebens an Jesus durch das Unbefleckte Herz Mariens, Integrität unseres Lebens und Gemeinschaft mit dem ganzen Universum, denn die Gesetze des Heiligen Geistes beziehen unser Innerstes ab dem Zeitpunkt der Empfängnis bis zur Vollendung ein und umfassen die ganze Menschheit, die dazu bestimmt ist, in die neue Schöpfung einzutreten – auch jene, die in der neuen Schöpfung dazu bestimmt ist, mit Satan zu gehen. Aber der Schritt ist derselbe, jener Durchgang, den wir Ostern nennen, denn leider feiern wir ein Osterfest, aber vergessen, dass wir mit Jesus hindurchgehen, uns selbst absterben und für Gott mit der Macht des Heiligen Geistes leben müssen, der in Jesus wirkte, der sich dem Vater aufgeopfert hat. Und diese Macht des auferstandenen Christus, des Heiligen Geistes, der uns geschenkt wird, wenn wir diesen Weg des Opfers, der völligen Hingabe gehen, um uns selbst abzusterben, löscht die Verdorbenheit aus, löscht den Tod, die Macht des Todes in uns aus, löscht die Sünde und auch die Krankhaftigkeit aus. Hier öffnet sich also der Weg zur neuen Schöpfung, denn ohne diesen Durchgang der Kirche, die Jesus Christus im ganzen Universum folgt, ist auch dieses Wort leer.

In dieser Osterzeit, die wir durchlaufen, pulsiert fortwährend diese Macht des auferstandenen Christus in uns und drängt uns vorwärts, wie sie die Jünger nach der Auferstehung auf Pfingsten hin drängte, um sie mit dem Heiligen Geist zu erfüllen und das Leben in ihnen explodieren zu lassen. Wir müssen uns also in dieser Zeit entscheiden und können unsere Entscheidung nicht hinauszögern.

Der Heilige Petrus sagt uns in seinem ersten Brief, den wir bei dieser Gelegenheit gelesen haben[5]: «Begegnet einander in Demut! Denn Gott tritt den Stolzen entgegen, den Demütigen aber schenkt er seine Gnade. Beugt euch also in Demut unter die mächtige Hand Gottes, damit er euch erhöht, wenn die Zeit gekommen ist. Werft alle eure Sorge auf ihn, denn er kümmert sich um euch.» Er kümmert sich um uns, wenn wir uns in seine Hände legen, demütig wie die Unbefleckte Mutter, Miterlöserin der Menschheit und unsere Königin.

Dieser Schritt in unserem Leben ist grundlegend, um das machtvolle Wirken der Allerheiligsten Dreifaltigkeit in unserem Leben wahrzunehmen. Wir müssen uns im Wort des Evangeliums dem Willen des Vaters, seinem Plan für uns unterwerfen, wir müssen uns der Führung des Guten Hirten unterwerfen, der uns keine leere Liebkosung schenkt, sondern uns durch den Tod an unserem Egoismus, der die Quelle jeder Angst, jeder Loslösung und Trennung von Gott ist, hindurch führt. Die Trennung von Gott hat eine furchtbare Verwirrung in uns bewirkt und dadurch, dass wir uns in uns selbst verschlossen haben, tragen wir den Tod in uns. Indem wir uns dem Wort Gottes unterwerfen, sind wir in den Geist Christi eingetaucht, uns selbst abgestorben, um mit Gott Vater zu leben, um Gott Vater treu zu sein. Und Er hat die Menschheit der Erde, die Menschheit, die Ihm folgt in diesen Prozess der Auferstehung eingeführt.

Heute gibt es viele Ordnungen, die dem Menschen auf der Erde aufgezwungen werden und derer sich die Menschen entziehen möchten. Es gibt viele Schattierungen der Gerechtigkeit, die vorwiegend zu Kriegen, zu Neid, Eifersucht und zu Verletzungen führen, da es keine tiefgreifende Heilung der Menschheit gibt, solange sie nicht diesem Prozess unterworfen ist, diesem grundlegenden Fehler abzusterben, sich von Gott getrennt zu haben und solange sie nicht den Schritt macht, sich den Gesetzen des reinen Geistes zu unterwerfen, die in uns wirken und in dem Ausmaß machtvoll wirken können, in dem die Kirche Christi sich diesen Gesetzen unterwirft. Die leeren Worte, die leeren Gesten ohne Heiligen Geist, die leeren Liebkosungen ohne Heiligen Geist helfen uns nicht. Auch das menschliche Mitleid, die menschliche Solidarität helfen uns nicht, um uns in die neue Schöpfung zu bringen, um aus uns die neue Menschheit nach den Plänen Gottes zu machen. All diese Gesten auf der Erde, die menschlich gesehen gut und schön sind, führen lediglich zu einem schönen Schritt in der irdischen Dimension, aber sie führen die Menschen nicht in die Neuheit ein, die in Gott sein wird.

Wir haben gesagt, dass dies Zeiten der unausweichlichen Entscheidungen sind. Die Apostel haben Entscheidungen getroffen und sind in der Macht des Heiligen Geistes aufgebrochen, um das Wort und im Wort Jesus Christus zu überbringen, vom Vater gesandt, auferstanden, um die Menschheit Gott Vater zu unterwerfen. Diese Zeugen, die im Glauben aufbrachen, offenbarten große Zeichen, die die an Christus Glaubenden annahmen. Sie ließen sich aufwecken und wurden wiedergeboren. Das müsste das Christentum und sein Zeugnis in dieser Zeit sein. Wenn Petrus predigte, erschütterte Er die Menschen in ihrem Innersten und sie mussten sich entscheiden, auf welcher Seite sie stehen wollten.

In der Nähe von uns, in der Schweiz, haben wir das Beispiel des Heiligen Nikolaus von der Flüe, der seine Familie, seine Frau uns seine Kinder verließ und sich zum Beten zurückzog. Den Vertretern des Kantons, die ihn fragten, was sie tun sollten, gab er nur wenige Worte als Antwort: „Kehrt um, streitet nicht, kämpft nicht. Unterwerft euch dem Willen Gottes.“ Daraufhin drehte er sich um und zog sich in die Grotte zurück. Sie haben diese Worte angenommen und in diesem Land gab es keine Kriege mehr. Solche Beispiele aus der Vergangenheit gibt es viele.

Nach dieser Botschaft Jesu – wie ihr seht, ist jede Botschaft ein Schritt nach vorne im Voranschreiten der Kirche Jesu Christi des Universums – sind wir dazu aufgerufen, diese Schritte auszuführen und weiterzugehen, um das Werk und das Wirken des Dreieinigen Gottes zu offenbaren, der die Erde erneuern und umwandeln will und die ganze Menschheit in die neue Schöpfung bringen möchte. Ich wünsche euch einen guten Weg.

Ich segne euch im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.

[1] Vgl. Botschaft Jesu vom 19. April 2020: „Barmherzigkeit und Gerechtigkeit Gottes“, veröffentlicht auf https://unterwegszurneuenschoepfung.org

[2] Vgl. Botschaft Jesu vom 12. April 2020: „Ich vertraue euch all das Gute an, das auf der Erde vollbracht wird“, veröffentlicht auf unserer Webseite.

[3] Vgl. Deut 30,15-20

[4] Vgl. Mk 16,15-20

[5] Vgl. 1Petr 5,5b-14

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