Gedanken – „Ostertriduum – Karfreitag“

von Stefania Caterina und Pater Tomislav Vlašić

(übersetztes Audio)

  1. April 2020

Pater Tomislav: Liebe Schwestern und Brüder, unabhängig davon, ob die Kirchen geschlossen oder geöffnet sind, feiert nicht die Kirche, feiern nicht wir heute die Messe, sondern der, der die Messe feiert ist Jesus Christus und wir können an dieser Messfeier als an einem Gedächtnis seiner Passion und unseres Heils teilnehmen. Wenn wir aufrichtig daran teilnehmen, ungeachtet unserer Schwächen, Grenzen und Müdigkeit, wird Er uns retten und uns in sein Reich bringen.

Wie wir im Propheten Jesaia gehört haben, der die Prophezeiungen zusammenfasst, hat sich in Jesus Christus das erfüllt, was alle Propheten angekündigt haben. Mit dem Kommen Jesu haben sich die Hebräer gespalten, und auch die Welt hat sich gespalten. Jene, die Ihn als den Messias anerkannt haben, haben alle Prophezeiungen verstanden, wie wir im Brief an die Hebräer gehört haben. Und wie wir aus dem heutigen Evangelium gehört haben, aus der Leidensgeschichte nach Johannes, spricht Jesus nicht mit dem Hohepriester, Er antwortet ihm nicht. «Ich habe ohne Umschweife gesprochen. Fragt jene, die zugehört haben». Er wird zum Statthalter, einem politischen Führer gebracht und wer Ihn dem Statthalter ausgeliefert hat, das waren die Hohenpriester, die Häupter des Volkes und das Volk, die darum baten, Jesus zu kreuzigen. Das wird in diesem Bild, das Johannes zeichnet, deutlich, der Jesus aus der Nähe gefolgt ist, bis er mit der Allerheiligsten Jungfrau Maria unter dem Kreuz angelangt ist.

Es gibt einige Kernaussagen in dieser Messfeier und in dieser Passion, die für uns wie Scheinwerfer sein können. Christus ist König. In allen Reden, die Jesus gehalten hat, diese kurzen und jene vorangegangenen über seine Stunde, hat Er sich dem Vater hingegeben: «Nicht mein Wille geschehe, sondern der deine». Und daraus hat Er die Kraft und das Gleichgewicht erhalten, um alles zu regieren. Aber ein König ist kein König, wenn er alleine ist, wenn er kein Reich hat. Jesus Christus ist König, weil Er der Priester ist, Er ist der Priester und das geopferte Lamm, das sich für all jene aufopfert, die zu Ihm Ja gesagt haben, die ehrlich vor Gott waren, wie die Schrift sagt: «Er hat niemanden verloren». Er verteidigt uns und opfert sich für uns auf, die wir schwach und verletzlich sind, aber ein aufrichtiges Ja gesagt haben.

In diesem Blickwinkel ist es sehr wichtig zu sehen, dass heute die Kirche, die Gläubigen verstehen müssten, dass sie niemals die Messe feiern, niemals! Jesus Christus feiert die Messe und sie müssten würdig und aufrichtig daran teilnehmen. Auch die Priester, die den Messfeiern vorstehen, feiern die Messe nicht, sie wird von Jesus Christus gefeiert. Dies ist, wie ihr wisst, ein historischer Augenblick, an dem alle, die an Jesus Christus glauben, in dieses völlige Bewusstsein eintreten müssten, aber es ist nicht schwer zu sehen, dass sich die religiösen Häupter auch in der Kirche und unter den Christen über Christus gestellt haben.

Noch eine Figur hebt sich in der Passion nach Johannes ab: «Sieh, der Mensch!» Pilatus weist auf den unschuldigen, gerechten Menschen hin, er ist prophetisch. Jesus Christus ist das sichtbare Bild des unsichtbaren Gottes und wir alle müssen am Ende der Zeiten diese Qualität des Lebens erreichen, dass in uns der lebendige Gott sichtbar wird, der sich durch jeden von uns ausdrückt und dadurch, dass wir Kinder Gottes werden, werden wir Menschen gemäß Gott. Das ist der Weg in diesen Zeiten auf die neue Schöpfung hin, nicht eine Religiosität, die sich eine magische Erlösung erwartet, sondern eine Menschheit, die sich mit Jesus Christus vereint, sich mit Ihm erhebt und die Qualität der Kinder Gottes erhält.

Jesus ist der vollkommene Vermittler. Ein Satz beeindruckt, als Pilatus zu Jesus sagt: «Du sprichst nicht mit mir? Weißt du nicht, dass ich Macht habe, dich freizulassen, und Macht, dich zu kreuzigen?» Ein unschuldiger Mensch, der verurteilt wurde, würde versuchen sich zu retten, das wäre nur recht. Aber Jesus tut das nicht, da Er keine Kompromisse eingehen möchte. Er nimmt als unschuldiges Lamm unsere Schuld und unsere Schwachheit auf sich. Seine Gerechtigkeit ist nicht die menschliche Gerechtigkeit, die rachsüchtig ist. Er ist der Priester, der rettet und deshalb ist Er König.

Es ist schön, zur Figur von Maria zurückzukommen, der Schwester von Marta, die Jesus vor seinem Eintritt in die Passion gesalbt hat, nachdem Er Lazarus auferweckt hatte. Ihre Salbung drückt eine Zuneigung, einen reinen Glauben aus, die Dankbarkeit und das Bewusstsein darüber, dass Lazarus auferstanden ist, weil Jesus entschieden hat, für ihn zu sterben. Und all jene, die mit Jesus Christus vereint sind, werden auf ewig leben und niemals sterben. Wir glauben, dass diese Maria jene ist, die als Erste am Grab Jesu angekommen ist. Was möchte ich damit sagen? Dieser einfache, aufrichtige Glaube, der Gott dankbar ist, führt eine Seele auch zum Geheimnis des Todes und der Auferstehung. Sie wird unmittelbar gesandt, das ewige Leben, das auferstandene Leben zu entdecken. Das ist also der Beitrag, denn heute, wenn Jesus sich für uns alle dem Vater aufopfert, erneuern wir unsere Teilnahme an seinem Leben, damit Er uns zum Vater in sein Reich führt.

Ich segne euch im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.

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