Offen für das Unendliche

Von Tomislav Vlašić

Liebe Leser,

mit diesen Gedanken möchte ich die großen Ereignisse begleiten, die vor unseren Augen aufeinanderfolgen. Ich versuche auf diese Weise, euch dabei zu helfen, diese Ereignisse besser zu verstehen, um in die Gnade miteinbezogen zu sein, die sie mit sich bringen.

Der Heilige Erzengel Michael hatte in seiner Botschaft vom 1. März 2013[1] seine Gegenwart während des Konklaves der Kardinäle und das Wirken des gesamten Mystischen Leibes Christi für die Wahl des neuen Papstes Franziskus angekündigt, was ihr mitverfolgen konntet. In der darauffolgenden Botschaft vom 17. März[2] hatte er erklärt, dass er mitten unter dem Volk Gottes bleiben werde, um es zu Christus zu führen und bekräftigte: „Heute beginnt für euch alle ein bedeutender Weg der geistigen Erneuerung gemäß den Wünschen der Allerheiligsten Dreifaltigkeit. Nachdem die lange Vorbereitungsphase dieser letzten Jahre beendet ist, sind wir 2013, wie euch schon erklärt wurde, in die Zeit des großen, dreifaltigen Wirkens eingetreten, durch das Gott die gesamte Menschheit und alle Geschöpfe in die neue Schöpfung einführen wird.“ Mit ihm handeln alle Werkzeuge Gottes, die gewöhnlichen und außergewöhnlichen. Papst Franziskus ist von der Gnade Gottes umgeben und hat sich mit seinem ganzen Leben in den Dienst des Volkes gestellt, wie seine Gesten und seine Worte bezeugen.

Gott wünscht, dass alle seine Kinder durch den österlichen Durchgang gehen mögen: dass sie aus den engen Horizonten dieser Erde hinaustreten, die den Menschen auf sich selbst ausrichten und ihn mit Ängsten, Spannungen und Überlebenskämpfen ersticken. Er wünscht, dass sich seine Kinder durch den auferstandenen Christus der faszinierenden Dimension des Unendlichen öffnen, die real ist und niemals enttäuscht.

Ich schlage euch einige Punkte für euren Weg vor.

1) Werdet Jünger Christi. Am Palmsonntag wurdet ihr in den Weg eingeführt, um Jünger Christi zu werden.

Jesus, der Mensch gewordene Gott, dem Vater in allen Prüfungen unterworfen „war gehorsam bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz“, wurde erhöht „…damit alle im Himmel, auf der Erde und unter der Erde ihre Knie beugen vor dem Namen Jesu und jeder Mund bekennt: «Jesus Christus ist der Herr» – zur Ehre Gottes, des Vaters“. (Phil 2, 8-11). Auch wir sind zu einem solchen Gehorsam Gott Vater gegenüber aufgerufen, damit sich unser Geist mit dem Geist Jesu vereint und ihm in die Herrlichkeit folgt.

Jesus opfert sich für uns auf. Er begleitet uns mit liebevoller Aufmerksamkeit und tritt für uns beim Vater ein, um uns vor dem Bösen zu bewahren: „Ich aber habe für dich gebetet, dass dein Glaube nicht erlischt.“ (Lk 22,32). Jesus sagte diese Worte zu Petrus, aber sie gelten für jeden Menschen, der wünscht, mystisch mit Christus vereint zu sein; wir können in unseren Schwächen auf ihn zählen.

Auch wir müssen zu Gott beten, aber nicht mit irgendeinem Gebet. Zwischen Jesus und uns muss das Leben des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe fließen: auf ihn zählen, wünschen, sich mit ihm zu Gott Vater zu erheben. Jesus sagte zu seinen Jüngern: „Betet darum, dass ihr nicht in Versuchung geratet!“ (Lk 22,40). Auf diese Weise ermöglicht uns das Gebet, im Geist Christi aktiv und wirksam zu sein; ein Herz und eine Seele.

Offenbaren wir unsere Identität der Kinder Gottes auch in den Prüfungen, auch wenn wir alles verlieren, sogar das Leben! So werden wir Zeugen Gottes und besiegen das Böse. Als Jesus vom Synedrium, dem hebräischen Gericht, das ihn zum Tode verurteilte, gefragt wurde, ob Er der Sohn Gottes sei, antwortete Er: „Ihr sagt es – ich bin es!“ (Lk 22,70).

Trachten wir danach, über unsere Gefühle hinweg zu sehen und umarmen wir die gesamte Wahrheit. Jesus führt uns auf folgende Weise: „Ihr Frauen von Jerusalem, weint nicht über mich; weint über euch und eure Kinder!“ (Lk 23,28). In der gesamten Wahrheit zu leben und zu wirken macht uns vollständig.

Bemühen wir uns, ähnlich wie Gott zu handeln: vergeben wir dem, der uns Böse tut, der uns schadet oder uns zum Tode verurteilt: „Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.“ (Lk 23,34). Auf diese Weise machen wir die tiefe Zerstörung der Menschheit wieder gut und nehmen Teil an der neuen Schöpfung. Was für eine geistige Macht setzt sich in uns frei, wenn wir einen Akt des Vergebens vollbringen!

Gehen wir über die menschliche Gerechtigkeit hinaus! So können wir uns in einem Augenblick zu Gott erheben und für die anderen einen schnellen Weg zu ihm hin öffnen. Einer der Verbrecher, der neben Jesus gekreuzigt worden war, bat auf folgende Weise: „Jesus, denk an mich, wenn du in dein Reich kommst!“ Jesus antwortete ihm: „Amen, ich sage dir: Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein.“ (Lk 23,42-43).

Vertrauen wir Gott auch unseren Geist an, den Geist des Lebens, während wir uns selbst absterben. Dann wirkt ungehindert in uns die dreifaltige Allmacht: „Vater, in deine Hände lege ich meinen Geist.“ (Lk 23,46).

2) Auf diese Weise mit dem Geist Christi vereint werden wir geistig auferstehen. Wir schreiten auf dem Weg voran, der uns in die Wunder des Unendlichen führt ohne jemals zurückzuweichen. Unser Geist, geführt vom Geist Christi, wird jeden Tag die neue Schöpfung entdecken, die in uns und durch uns entsteht und das ganze Universum miteinbezieht.

In diesem Sinn lege ich euch nahe, eine faszinierende Erfahrung zu lesen, die Stefania Caterina erlebte. Sie ist einem ihrer Bücher[3] entnommen und trägt den Titel: „Mit dem Heiligen Franziskus auf dem neuen Planeten“. Bevor ihr sie lest und immer bevor ihr wünscht, in die Wunder der Liebe Gottes in euch einzutauchen, empfehle ich euch, auf folgende Weise zum Heiligen Geist zu beten:

„Oh Lebendiger Geist des Ewigen Gottes, in dir bete ich die Dreifaltigkeit an!

Ich bete deine Weisheit an,
die von Ewigkeit an in dir ist.

Ich erkenne dein Licht an,

das jede Seele erleuchtet.

Ich bitte dich, der du das einzige Gebet in mir bist,

unablässig in mir zu beten.

Mit deinem ewigen Wort,

in der Stille,

sei meine ewige Anbetung.

Erfülle mich mit Glauben und Hoffnung.

Du, einzige Liebe, sei meine Liebe in mir!

Führe mich so, damit ich

mein ganzes Leben lang

nur dem Dreifaltigen Gott treu bin. Amen!“

Auch ich werde für euch und mit euch beten. Ich wünsche euch Frohe Ostern und begleite euch mit dem Segen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Mit dem Heiligen Franziskus auf dem neuen Planeten

Es war in der Nacht vom 3. auf den 4. Oktober 2009, Vorabend zum Fest des Heiligen Franz von Assisi, ein mir auf besondere Weise lieber Heiliger, der auch der Patron meines Landes, Italien, ist. Es war gegen drei Uhr morgens, als ich aufwachte. Ich fühlte einen Frieden und eine Freude in mir. So begann ich zu beten und rief vor allem den Heiligen Franziskus an. Auf einmal befand ich mich im Geist auf einem wunderschönen Planeten. Ich war mir sicher, dass es sich nicht einfach um einen mir unbekannten Ort handelte, sondern um eine völlig neue, unberührte Wirklichkeit. Es schien, als hätte Gott sie soeben erschaffen, sodass mir in den Sinn kam, diesen Ort „den neuen Planeten“ zu nennen.

Neben mir tauchte der Heilige Franziskus auf, der so gekleidet war, wie ich ihn normalerweise sehe, mit einer einfachen Kutte. Wir standen nahe beisammen auf einer Anhöhe, von der aus man ein wunderbares Panorama sah und einen unendlichen Horizont. Der Heilige Franziskus zeigte mit der Hand auf die Landschaft und sagte: „Jetzt wirst du diesen Ort kennenlernen, der für die neue Menschheit geschaffen wurde, die durch das Blut Christi erlöst und mit ihm vereint ist. Die ganze Schöpfung wird auf diese Weise umgewandelt werden.“ Wir gingen in die Natur hinein, die uns umgab. Wir gingen Seite an Seite, eingehüllt in eine große Stille. Der Heilige Franziskus lächelte mir ohne Worte zu; an einem bestimmten Punkt sagte er mir, ich solle alleine weitergehen, denn seine Aufgabe sei zu Ende. Jetzt lag es an mir, in eine lebendige Beziehung mit der Umgebung einzutreten.

Ich ging weiter, während ich in das Wunder, das sich vor mir öffnete, eintauchte: grenzenlose und duftende Wälder, weitläufige Ebenen, Hügel und Berge. Ich betrachtete die üppige, wundervolle, unberührte Natur. Überall sah ich klares und kristallines Wasser hervorquellen; ich begegnete ständig Seen, Flüssen und Wasserfällen. Ich durchquerte Wiesen von intensivem Grün und Blumen, die sich bei meinem Vorübergehen öffneten, so, als würden sie in diesem Augenblick erblühen. Mir wurde klar, dass mich die Natur auf diese Weise willkommen hieß; ich nahm eine absolute Harmonie zwischen mir und der Schöpfung wahr, so, als würden wir uns gegenseitig verstehen und die jeweiligen Bedürfnisse des anderen kennen. Es gelingt mir nicht, es mit besseren Worten zu erklären.

Das Gleiche geschah mit den Tieren, die mir in immer größerer Anzahl entgegenkamen. Viele von ihnen waren denen der Erde ähnlich andere nicht. Ich sah Pferde, Bären, Hunde, die unseren ähnelten aber viel schöner und harmonischer waren. Plötzlich näherte sich ein Rudel Wölfe; mehr als Wölfe schienen sie sanfte Hunde zu sein, die keinerlei Angst einflößten. Wir betrachteten uns gegenseitig, und ich nahm mit absoluter Gewissheit das wahr, was sie mir zu verstehen geben wollten, wenn auch ohne Worte. Denn mit der Schnauze schoben sie ihre Jungen vor mich hin, damit ich sie segnen möge; ich wusste, dass sie meinen Segen wünschten. Eine unglaubliche Kraft und Glückseligkeit erfüllten mich, während ich diese wunderschönen Tiere streichelte und segnete. Ihre großen Augen drückten Zuneigung und Dankbarkeit aus. Ich werde diese Szene niemals vergessen, die sich tief in mein Herz eingeprägt hat.

Die Räume waren wirklich gewaltig, sodass ich mich fragte, ob es mir jemals gelingen würde, sie zu erkunden. Und siehe da, ein wunderschönes, weißes Pferd näherte sich; es kniete sich vor mich hin und gab mir zu verstehen, dass ich aufsteigen und getragen werden konnte, und das tat ich. Es trug mich auf sanfte Weise, ohne Stöße. Wir waren glücklich darüber, beisammen sein zu können. Wir kamen an einem großen See an und ich stieg vom Pferd ab, nachdem ich ihm gedankt und es gesegnet hatte. Während ich mich dem Ufer des Sees näherte, sah ich Fische aus dem Wasser herausschnellen; das Verwunderliche und von der Erde Verschiedene war, dass diese Fische unbekümmert außerhalb und innerhalb des Wassers sein konnten. Ein großer Fisch, ähnlich einem Blauwal, hatte sich am Ufer neben mir ausgestreckt und gab mir zu verstehen, dass ich auf seinem Rücken Platz nehmen konnte; ich tat so und dank ihm durchquerte ich der Länge und Breite nach den See, der mir gewaltig erschien. Ein großer Fluss, reich an klarem Wasser, mündete in den See. Wir folgten seinem Lauf bis zur Quelle.

Dann fand ich mich in einer ausgedehnten Wiese wieder voll von mir unbekannten Obstbäumen. Ich hatte niemals ähnliche Bäume gesehen. Kein Baum glich dem anderen, jeder hatte eine andere Höhe und an Größe und Farbe unterschiedliche Früchte. Ich wollte diese Früchte kosten; einige waren in meiner Reichweite andere nicht. Es gelang mir nicht, sie zu ergreifen. Und so zeigte sich zwischen den Zweigen ein kleiner Affe, ähnlich denen der Erde. Er brachte mir seine Jungen. Wie üblich streichelte und segnete ich sie. Dann kletterte der Affe schnell auf verschiedene Bäume, sammelte unterschiedliche Früchte und brachte sie mir. Ich kostete sie; ihr Geschmack war mir völlig neu, ich konnte sie mit keiner Frucht vergleichen, die ich kenne. Sie sättigten mich derart, dass es mir schien, nichts anderes mehr zu benötigen. Ich hatte weder Hunger noch Durst. Aber die außergewöhnlichste Sache war, dass dort, wo eine Frucht gepflückt worden war, sofort eine andere zu wachsen begann; die Pflanze ersetzte die gepflückte Frucht sofort mit einer neuen. Was für eine großzügige Natur! Ich kam nicht umhin, an die Mühen unserer Landwirte beim Ernten der Früchte der Erde zu denken, an den Kampf gegen Naturkatastrophen. Was für eine schwierige Beziehung zwischen dem Menschen der Erde und der Natur! Dann kostete ich jenes Wasser, das so rein war und überall floss. Es glich einem Kristall und hatte einen von unserem Wasser verschiedenen Geschmack; neben der Tatsache, dass es meinen Durst sofort löschte, gab es mir das Gefühl, mich innerlich zu heilen.

Der Eindruck, der mir von der Natur dieses Planeten geblieben ist, ist die außergewöhnliche Schönheit und Harmonie jedes Geschöpfs: Pflanzen, Tiere, Wasser, usw. Ich sah keine Wolken, noch war ich Regen oder Gewittern begegnet. Alles war ruhig, heiter, alles an seinem Platz. Es schien, als wäre jedes Geschöpf bereit, mir entgegenzukommen, um mir zu helfen und Hilfe zu erhalten wie jene Tiere, die für ihre Jungen meinen Segen wünschten. Ein gegenseitiger Austausch an Frieden und Zärtlichkeit. Ich versichere euch, dass das, was ich gesehen habe, wirklich unvergesslich ist.

Noch eines hat mich beeindruckt: ich habe das Meer nicht gesehen, so, als würde es nicht existieren. Der Heilige Raffael erklärte mir daraufhin, dass das Meer tückisch, geheimnisvoll ist, man weiß nie, was es in sich birgt. Es ist dem Herzen der Menschen der Erde ähnlich. In der neuen Schöpfung hingegen wird die Natur erneuert und verwandelt sein wie der Mensch. Es wird keine Tücken noch schrecklichen Geheimnisse geben, sie wird ein offenes Buch sein, das der Mensch vollkommen lesen wird können.

Dann endete meine Erfahrung und ich fand mich erneut in meinem Zimmer wieder. Am Tag danach fuhr ich fort, über die Erfahrung der Nacht nachzudenken und betete, um zu danken und um Licht zu erhalten.


[1] Vgl. Botschaft vom 1. März 2013 mit dem Titel: „Die Mächte der Unterwelt werden sie nicht überwältigen“, die auf dieser Webseite veröffentlicht wurde.

[2] Vgl. Botschaft vom 17. März 2013 mit dem Titel: „Ich bin nicht gekommen um aufzuheben, sondern um zu erfüllen“, die auf dieser Webseite veröffentlicht wurde.

[3] Vgl. „Die Geschichte neu schreiben – Band 1 Im Gedanken Gottes“, Verlag Luci dell’Esodo 2010, Seite 116. Dieses Buch ist derzeit nur auf Italienisch, Kroatisch, Tschechisch und Spanisch erhältlich.

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