Sich zum Vater erheben

Elevarsi al Padre


Liebe Leser,

aufs Neue sind wir beisammen nach der Osterzeit, in der wir die großen Ereignisse der Erlösung betrachtet haben. Tatsächlich ist für jeden einzelnen von uns der große Übergang vom Tod zum Leben unumgänglich, unabhängig von den liturgischen Zeiten. Tod und Auferstehung begleiten uns durch unser ganzes Leben. In den vielen Prüfungen des Lebens sind wir aufgerufen, den österlichen Sieg Christi zu erfahren, indem wir jeden Tod in Auferstehung verwandeln.

Wir sind Teil des Gottesvolkes, das ständig auf dem Weg ist hin zur vollständigen Verwirklichung der göttlichen Versprechen. Es ist ein Weg, der notwendigerweise über den Schritt der Bekehrung geht, bis wir zur Umwandlung unseres Seins gelangen. Darüber habe ich ausführlich im ersten Band der Buchreihe „Die Geschichte neu schreiben“, mit dem Titel: „Im Gedanken Gottes“ ¹, gesprochen. In diesem Buch habe ich die Erfahrungen und Erklärungen wiedergegeben, die ich in Bezug auf den Gedanken Gottes, der in uns lebt und uns von Tag zu Tag verwandelt, erhalten habe.

Ein grundlegender Aspekt des geistigen Lebens ist die Fähigkeit der Seele, die Neuheit Gottes aufzunehmen. Welche Neuheit? Die, die im Leben enthalten ist, das Gott uns ununterbrochen durch seine Liebe mitteilt. Denn das Leben in Gott ist ständig neu und erneuert sich ständig. Es ist nie statisch sondern im Gegenteil dynamisch, vital, reich an immer neuen Erfahrungen. Jesus hat uns versichert, dass aus dem Inneren dessen, der an ihn glaubt, Ströme lebendigen Wassers fließen werden. (vgl. Joh 7, 37-39).

Wir können uns für die Neuheit Gottes öffnen, wenn wir bereit sind, sein Leben in jedem Augenblick in uns aufzunehmen, wenn wir bereit sind, uns selbst zu ändern, um dem Herrn zu erlauben, in uns zu leben. Die einzige Möglichkeit dies zu schaffen ist, unser Leben Jesus durch das Unbefleckte Herz Mariens aufzuopfern. Dies ist der einzige Weg, der uns erlaubt, mit der Gnade Schritt zu halten und neue Geschöpfe zu werden. Oft erklärte mir der Herr, und das habe ich auch selbst erfahren: um von Gott das Leben in Fülle zu empfangen, ist es notwendig, dass wir unser Leben Gott hingeben, denn man erhält in dem Maß, in dem man gibt. Indem man Gott alles gibt, erhält man alles von Ihm. – Das ist ein Gesetz des Geistes. Ist unser Leben etwa nicht alles? Können wir Gott etwas Wertvolleres geben als unser Leben?

Die Offenheit für die Neuheit des göttlichen Lebens führt uns dazu, unser Sein zum Vater zu erheben. Davon handelt die Botschaft des Heiligen Geistes, die ich euch in diesem Monat vorschlage. Ich habe sie 1999 am Tag Christi Himmelfahrt erhalten. Ich hoffe, sie wird euch von Nutzen sein.

Ich grüße euch und wünsche euch alles Gute in Christus.

Botschaft des Heiligen Geistes vom 16. Mai 1999 – Christi Himmelfahrt

„Es ist notwendig, dass ihr euch für die Neuheit Gottes öffnet. Diese Offenheit aber verlangt einen zweiten Schritt: euch zu Gott zu erheben. Die Himmelfahrt Jesu ist nicht nur das Beispiel dieses Sich-Erhebens, sondern ist die Vorwegnahme eurer eigenen Erhöhung in Leib und Seele am Ende der Zeiten.

Dennoch seid ihr schon jetzt, während ihr noch in eurem Körper lebt, berufen, euer ganzes Sein zu Gott zu erheben. Wenn ihr neue Geschöpfe seid, die offen sind für die Liebe Gottes, die euch ständig erneuert, die sich euch hingibt und die euch zur vollkommenen Hingabe führt, dann seid ihr nicht mehr an die Erde gebunden, sondern lebt schon in einer neuen Dimension, die über Zeit und Raum hinausgeht. Wer nämlich in mich versunken lebt, kann nicht mehr an die Erde gefesselt sein.

Deshalb habt ihr, auch wenn ihr jetzt im Körper leben und den physischen Gesetzen der Erde folgen müsst, sie doch gleichzeitig schon überwunden. Ihr lebt notgedrungen von materiellen Dingen, aber eure Seele hat sie schon überwunden und das bedeutet, dass sie schon eine neue Dimension des Lebens berührt hat. Diese neue Dimension ist die Ewigkeit. Eure Seele ist für die Ewigkeit geschaffen und ist selbst ewig. Die Zeit, die Gott euch erlaubt, in eurem Körper zu leben, ist für eure Sendung vorgesehen, damit die Dimension der Ewigkeit durch euren Körper auch die Realität, die euch umgibt, berühren kann, da auch sie, gemeinsam mit euch, erhoben werden muss.

Der Mensch hat dies nicht verstanden. Ich spreche nicht nur vom Menschen, der nicht glaubt sondern auch vom Gläubigen, vom Getauften, der aber oft die Größe der Botschaft Jesu, die Er euch durch seine Himmelfahrt hinterlassen hat, nicht begreift. Die Botschaft der Notwendigkeit, sich schon hier zum Vater zu erheben, während ihr noch auf der Erde seid. Viele glauben nach dem Tod, wenn alles gut geht und sie in den Himmel kommen werden, zum Vater zu gelangen. Das ist falsch, da die Dimension des Himmels, des Fegefeuers und der Hölle einfach die Fortsetzung dessen ist, was ihr im irdischen Leben begonnen habt, die Vollendung dessen, was ihr auf der Erde zu leben gewählt habt.

Die Himmelfahrt ist für Luzifer der furchtbarste Tag, da er seine völlige Niederlage bedeutet. Denn die Menschheit, die er durch den Tod unterdrücken, demütigen und unterjochen wollte, wurde durch Jesus Christus erhoben, im Körper und in der Seele, so wie die Jungfrau Maria im Körper und in der Seele erhoben wurde und damit die neue Menschheit, so wie ihr alle sein werdet, vorwegnimmt.

Ich bitte euch darüber nachzudenken, was es für euch bedeutet, sich gemeinsam mit Jesus im Heiligen Geist zum Vater zu erheben. Fragt euch, was für euch „Sich-Erheben“ bedeutet, von welchen irdischen Dingen ihr euch befreien müsst, die euch binden und die verhindern, dass ihr euch erhebt, welche Ängste ihr in euch versteckt.

Ihr könnt euch nicht erheben, wenn euch die Angst zurückhält, da die Angst ein Gewicht ist, das die Seele an die Erde bindet. Wenn die Angst vorhanden ist, kann sich die Seele nicht erheben. Sich erheben bedeutet, auf das hinzugehen, was die Seele durch den Glauben und nicht durch die Sinne kennenlernen kann. Niemand kann die Ewigkeit körperlich berühren, sie kann auch nicht durch die Gesetze der Physik erklärt werden, die Seele aber kennt sie. Im Glauben könnt ihr ohne Furcht auf das Geheimnis zugehen, auf das, was euch menschlich gesehen unbekannt erscheinen mag. Wenn ihr in Gott lebt, wird euch sogar das Unbekannte bekannt werden. Eure Seele erahnt es, versteht es, kennt es. Sie ist geschaffen, um die Dinge Gottes zu verstehen.

Ihr erhebt euch im Glauben, wenn ihr eine Wirklichkeit wahrnehmt, die nicht über die Sinne kennengelernt werden kann. Könnt ihr etwa die Ewigkeit über die Sinne kennenlernen? Könnt ihr vielleicht über die Sinne die Dimension der Freiheit, des Friedens, der Liebe, der Hingabe berühren? Könnt ihr körperlich die Liebe berühren? Das könnt ihr nicht. Könnt ihr sie mit den Augen sehen? Nein. Eure Seele aber kann sie berühren, betrachten und einatmen, weil es der Glaube ermöglicht. Eure Seele kann tatsächlich die Dimension der Ewigkeit erfahren; wenn es nicht so wäre, wie könnte sie Gott erfahren?

Ich lade euch ein, diese Worte nicht einfach als eine Theorie zu betrachten. Wenn ihr den Wunsch habt, in die Ewigkeit einzutreten, dann gibt es keine Theorie mehr. Alles wird real, da ihr geschaffen wurdet, um völlig die Wirklichkeit Gottes zu erfahren, für die ihr vorgesehen seid.

Ich segne euch im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.“

¹ Es handelt sich um den ersten Band der italienischen Buchreihe „Riscrivere la storia” mit dem Titel „Nel pensiero di Dio”. Das Buch ist bisher noch nicht auf Deutsch erschienen.

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