Alpha und Omega

copertina dietro

 

„Ich bin der Erste und der Letzte und der Lebendige. Ich war tot, doch nun lebe ich in alle Ewigkeit, und ich habe die Schlüssel zum Tod und zur Unterwelt.“ (Offb. 1,17-18)

 

Diese Worte aus der Offenbarung haben mich immer beeindruckt, weil sie gut ausdrücken, was meine Seele als das Wesentliche des Lebens erkennt: Jesus ist der Herr. Ihm gebührt, dass wir uns und alle Dinge ihm unterwerfen, um das wahre Leben leben zu können, und um vor dem Bösen beschützt zu sein.

„Alles ist durch ihn und auf ihn hin geschaffen“ (Kol. 1,16). Ich habe erfahren und erfahre weiterhin täglich, dass mein Leben und alles, was mich umgibt, aus dem Herzen Christi hervorquillt und zu ihm zurückkehrt, im unaufhaltsamen Fließen des göttlichen Lebens, das das Universum trägt. Deshalb glaube ich, dass alles unausweichbar  zu Jesus zurückkehren muss, denn in Ihm hat es seinen Ursprung. „Denn in ihm wurde alles erschaffen, im Himmel und auf Erden, das Sichtbare und das Unsichtbare… Er ist der Ursprung… „(Kol. 1, 16-18). Der Lauf des Lebens führt zum Ursprung zurück, der Mensch aus Staub kehrt zum Staub zurück, der Christ wird in Christus geboren, um zu ihm zurückzukehren und durch Ihn zum Vater. Ich glaube, dass niemand wirklich glauben kann, zu Gott gelangen zu können, ohne Jesus Christus, der Weg, Wahrheit und Leben ist.

Ich bin überzeugt, dass das Leben, das Gott aufgeopfert ist, uns genau zu dieser Erkenntnis bringen müsste, dass wir ganz Jesus angehören müssen, um in das Leben des Vaters eintreten und vom Heiligen Geist geführt werden zu können, der uns formt und reinigt. Von dieser Erkenntnis aus müsste auch unsere Sendung, das Werk, das Gott jedem einzelnen von uns anvertraut, ausgehen: an Den zu glauben, den der Vater gesandt hat, Jesus Christus (Joh. 6,29).

Ich persönlich wünsche, dass mein Leben eine ständige „Vereinigung in Jesus Christus“ (Ef. 1,10) sei, was konkret bedeutet, mich völlig Jesus zur Verfügung zu stellen, zuzulassen, dass Er mein Leben regiert und meine Schritte dorthin lenkt, wohin Er es will und weiß. Ich möchte darauf verzichten, es selbst zu tun, mit Hilfe seiner Gnade möchte ich mich von mir selbst lösen, von meinen menschlichen Wünschen, die häufig nur Quelle der Enttäuschung sind. Ich möchte sein wie die Allerheiligste Jungfrau Maria, seine Magd und darum bitten, dass in mir sein Wort geschehe. Ohne Jesus würde mein Leben nicht nur nicht existieren sondern hätte auch keinerlei Sinn, wäre vielleicht nicht einmal nützlich, denn was könnte ich von mir selbst aus geben? Wir alle brauchen den Großen Hirten der Schafe, damit er uns führt, denn in Ihm wohnt die Fülle (Kol. 1,19) und „aus seiner Fülle haben wir alle empfangen, Gnade über Gnade“ (Joh. 1,16). Ohne Gnade erlischt das Leben und wird zu einem Überleben.

Die Kirche zeigt uns die Allerheiligste Jungfrau Maria als Beispiel für jeden Christen für ein authentisches Leben in der Gnade und in der Hingabe. Ich kann sagen, dass die Muttergottes Jene ist, die ich immer neben mir fühle, die mich in jedem Augenblick stützt und mich ermutigt, auch wenn ich müde bin. Ich glaube, dass niemand mehr als Sie wünscht, uns zu Jesus zu bringen und uns zu Füßen ihres Sohnes zu legen. Ich bin überzeugt, dass die Allerheiligste Jungfrau Maria niemanden von uns im Stich lässt bis wir nicht irgendwie in das Herz Gottes eingetreten sind. Im Übrigen ist die Mutter jene, die immer bei uns bleibt auch dann, wenn es alle anderen leid sind und sich davon machen.

Ich weiß, dass ich nicht ganz Christus angehören kann, in Ihn „vereint“ sein kann, wenn ich nicht bereit bin, auch meine Feinde Jesus zu unterwerfen. Ich denke da nicht nur an meine äußeren Feinde, sondern vor allem an die viel hinterhältigeren, die sich in mir verbergen: Ängste, Ambitionen, menschliche Berechnungen, Unterwürfigkeit, List, etc. Ich muss zulassen, dass Jesus Christus mit seiner Liebe, mit seiner Barmherzigkeit, mit seiner Weisheit all diese Feinde beherrscht. Das gleiche gilt auch für die äußeren Feinde: es steht mir nicht zu zu richten, weil ich nicht gerecht bin. Es steht mir zu, Gott auch jene aufzuopfern, die mich hassen und in Seiner Liebe zu bleiben, um meinerseits Liebe und Segen für die Gerechten und die Ungerechten zu sein. So werde ich in Christus auch meine Feinde vereinen können.

Ich möchte Jesus auch den Tod unterwerfen, nicht nur den physischen sondern jede Form von Tod: meine Zerbrechlichkeit, meine Sünde, die erlittenen Demütigungen, die erhaltenen Beleidigungen, meinen mangelnden Glauben, meine mangelnde Hoffnung und Liebe, Unterlassungen anderer. Alles möchte ich meinem Herrn übergeben, damit ich endlich demütig werde und so ein fügsames Instrument in seinen Händen bin. Wenn ich demütig sein werde, wird mir der Tod keine Angst mehr machen. Wenn ich alles Gott übergeben habe, was wird mir der Feind meiner Seele noch stehlen können?

Ich bin mir dessen bewusst, dass diese meine schönen Absichten in Wirklichkeit nur schöne Absichten bleiben könnten angesichts meiner menschlichen Grenzen. Es bleibt mir also nichts anderes übrig, als auch meine Absichten „in Christus zu vereinen“, sie also zu seinen Füßen hinzulegen und ihn zu bitten, dass Er sie mit der Kraft seines Geistes in mir verwirklichen möge. „Getrennt von mir könnt ihr nichts vollbringen“ (Joh. 15,5), hat uns der Meister gesagt und ich glaube, dass jeder von uns täglich die Wahrheit dieser Worte erfährt.

Zum Schluss scheint mir, dass alles, was existiert, in Jesus Christus vereint werden muss, um überhaupt existieren und in die neue Schöpfung verwandelt werden zu können, von der die Bibel spricht (Offb. 21,5). Alles, was wir Jesus Christus zu unterwerfen verstehen, wird neu und heilig. So wird sich unser Leben verändern, denn Gott wird in unserer Mitte wohnen. „…Er wird alle Tränen von ihren Augen abwischen: Der Tod wird nicht mehr sein, keine Trauer, keine Klage, keine Mühsal. Denn was früher war, ist vergangen…Sie sind in Erfüllung gegangen. Ich bin das Alpha und das Omega, der Anfang und das Ende…Wer siegt, wird dies als Anteil erhalten: Ich werde sein Gott sein und er wird mein Sohn sein“ (Offb. 21, 4-7).

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