Palmsonntag

Kirche Jesu Christi des Universums

von Mauro

(übersetztes Audio)

24.3.2024

Jes 50, 4-7; Ps 22(21); Phil 2, 6-11; Mk 14, 1 – 15, 47

Die Heilige Woche, die Karwoche umfasst alle Ereignisse, die die gesamte Geschichte geprägt haben. Sie haben die Geschichte aller Menschen, der gesamten Menschheit, der ganzen Welt geprägt, und auch die persönliche Geschichte eines jeden von uns. Wenn wir sagen, dass wir Maria und Jesus in dieser Woche folgen, dann folgen wir Ihnen, um diese Ereignisse zu verstehen, denn wenn es uns nicht gelingt zu verstehen, was geschehen ist, was war und wie es war, dann gelingt es uns auch nicht zu verstehen, was um uns herum geschieht, und wir verstehen auch uns selbst nicht; dann gelingt es uns nicht, in jene Dimension einzutreten, von der wir immer sagen „unsere Identität als Kinder Gottes zu entdecken“, wer wir sind, wohin wir gehen, den tiefen Sinn des Lebens.

Wenn ihr es genauer betrachtet, so ist die Geschichte, wie wir sie kennen, von einem Nein beschmutzt, vom Ungehorsam, angefangen bei Luzifer, gefolgt von der Erbsünde der Menschen. Durch den Gehorsam Jesu und der Allerheiligsten Jungfrau Maria wurde dieser Ungehorsam wettgemacht. Die Erbsünde wurde durch den Gehorsam besiegt, «gehorsam bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz»1, wird über Jesus gesagt. Aber seht, die Allerheiligste Jungfrau Maria ist nicht weniger bedeutsam: Sie war gehorsam bis unter das Kreuz und über das Kreuz hinaus, gehorsam dem Willen des Vaters gegenüber, gehorsam gegenüber den Worten des Sohnes. Ich würde sagen, dass Sie sogar noch weiter gehorsam war, in Bezug darauf, wo Sie nach der Kreuzigung des Sohnes leben würde, nachdem Sie Johannes anvertraut wurde: «Siehe deine Mutter.»2 Gehorsam! Dieser Gehorsam hat alles wiedergutgemacht.

Das Volk Israel, das jüdische Volk feiert das Paschafest, (all das ist ja während des jüdischen Paschafestes geschehen), das die Befreiung aus Ägypten bedeutet. Man kann sagen, dass dort die Nation Israel entstanden ist, in jenem Moment. Sie feiern also die Geburt ihrer Nation, sie gedenken, dass sie in der Wüste die Zehn Gebote von Mose erhalten haben, und alles dreht sich bei ihnen um das Paschafest. In Erwartung des Messias.

Das Gleiche gilt für uns Christen. Ostern ist Wiedergeburt, Ostern ist der Beginn DES Lebens, Ostern ist das, was dem Leben Sinn gibt. Ohne Ostern, ohne die Auferstehung, ohne Ostern zu verstehen, ohne in Ostern eintreten zu wollen, hat das Leben keinen Sinn. Die Christen sind die unglücklichsten Menschen auf der Erde, wenn sie Ostern nicht verstehen. Das ganze Leben steht in dieser Woche im Mittelpunkt. Wenn es uns nicht gelingt, das zu verstehen, kann man leicht sagen: „Dann sind wir auch keine Christen“; das ist noch das Geringste. Ich sage euch: „Dann seid ich nicht einmal lebendig, dann seid ihr schon tot.“

Als Christen feiern wir die Befreiung von der Erbsünde, aber im Grunde feiern wir den Beginn des Weges des Lebens, um Kinder Gottes zu werden, die wir von der Empfängnis an sind. Wir feiern den Sieg über den Tod, und wir feiern ihn mit der Liebe, mit diesem Geheimnis der Liebe der Allerheiligsten Dreifaltigkeit – ich füge die Allerheiligste Jungfrau Maria hinzu –, die zu dem Punkt gelangt ist, uns Geschöpfe so sehr zu lieben, bis hin zu dem, was wir in dieser Woche betrachten.

Nur durch das Osterfest wurde uns die Möglichkeit gegeben, dem Leben einen Sinn zu geben und mehrfach haben wir gesagt: «Das Leben ist den Vater zu kennen und Den, den der Vater gesandt hat.»3 Wenn wir Ostern nicht verstehen, beginnen wir nicht zu leben, dann können wir auch den Vater nicht kennenlernen und Den, den der Vater gesandt hat.

In dieser Woche, die, ich wiederhole, alles umfasst, werden auch die Sakramente gefeiert. Sie werden in dieser Woche eingeführt. Alles ist in dieser Woche enthalten, die dreiunddreißig Jahre von Jesus, die Vorbereitung, alles ist hier enthalten: die Taufe, mit seinem Blut (wir sind in seinem Blut getauft); die Eucharistie (Jesus setzt sie am Gründonnerstag ein); und der Heilige Geist, den uns Jesus Christus als erste Gabe schenkt. Alles ist in dieser Woche enthalten.

Versuchen wir also, Jesus und der Allerheiligsten Jungfrau Maria in diesen Tagen zu folgen, ihnen gerade in ihrer Erfüllung zu folgen, Jesus, der sich, ich wiederhole, dreiunddreißig Jahre vorbereitet hat. Jesus war in gewissem Sinne darauf vorbereitet, als Sohn Gottes zum Menschen zu werden, zum Menschensohn; bei der Allerheiligsten Jungfrau Maria war es das Gegenteil: Aus einem Geschöpf wurde Sie ganz Geist. Jesus war bereits Geist – die Zweite Person der Dreifaltigkeit –, Er war gehorsam bis zum Tod, Er wurde Mensch und uns ähnlich. Maria tat das Gegenteil: Sie wurde Ihm ähnlich. Sie ging den Weg, sich selbst abzusterben, zu sterben, um Tochter Gottes zu werden, die in weiterer Folge zur Mutter Gottes wurde, zur Mutter von uns allen.

Beide sind die österlichen Opfergaben, Sie sind die beiden Opfergaben an den Vater zur Wiedergutmachung. Ich möchte aber auch den Heiligen Josef hinzufügen, der im Geist anwesend war und alle Gerechten vertritt, und gemeinsam mit allen Gerechten vertritt er auch all jene, die gerecht werden möchten – wahrscheinlich sind wir es noch nicht ganz –, aber Er vertritt jeden von uns in dieser Vereinigung mit Maria, und Maria bringt uns Jesus dar.

Wenn wir Maria und Jesus in dieser Woche folgen, dann schließt den Heiligen Josef nicht aus, denn er schaffte es nicht, unter dem Kreuz zu stehen, aber das hätte keiner von uns gekonnt. Versuchen wir also zu lernen, wie Er unter dem Kreuz stand, wie es Ihm gelungen ist, Maria unter dem Kreuz zu betrachten, denn wenn wir nur auf Jesus schauen – und es ist keine Häresie –, laufen wir Gefahr, die Größe dieser Liebe nicht völlig zu erfassen. Sie berührt uns, sie bezieht uns ein, wir lieben sie und es schmerzt, sie so zu sehen, aber es ist Maria, die uns dabei hilft, sie völlig zu erfassen, und um Maria völlig verstehen zu können, brauchen wir den Heiligen Josef.

Das sind unerlässliche Schritte, um ins Herz, in den Geist einzutreten, und dann, ja dann nehmen wir teil, dann können wir Priester sein, sei es ministerielle oder königliche Priester.

Ich wiederhole, was ich zu Beginn gesagt habe und schließe. Wenn wir diese Woche auf diese Weise leben, Ihnen folgen, versuchen, Sie zu verstehen, Sie um Hilfe bitten, damit Sie uns alles erklären, seht, das bedeutet, die Geschichte zu verstehen. Sonst verstehen wir die Geschichte nicht. Selbst wichtige Persönlichkeiten, die gelebt und große Dinge getan haben, haben ohne diese Schritte die Geschichte nicht verstanden. Sie können zwar Spuren hinterlassen, aber sie können nicht in die Geschichte eingreifen, weil die Geschichte von dieser Woche geprägt ist und mit dem Beginn unserer Geschichte, mit diesem Ungehorsam verbunden ist. Alles ist darin eingeschlossen.

Das bedeutet also, dass wir den Sinn der Geschichte verstehen müssen, um den Sinn des Lebens verstehen zu können. Warum sind wir auf diese Welt gekommen? Seht, das ist keine banale Frage. Wenn man in dieser Welt gut leben möchte, muss man auf diese Frage auch eine Antwort haben: „Warum bin ich hier?“ Wenn man keine Antwort auf diese Frage hat, überlebt man, aber man lebt nicht.

Diese Woche bedeutet auch für uns, noch einmal diese Antworten zu geben, sich zu entscheiden, wem wir unser Leben darbringen wollen, sich zu entscheiden, welches Leben wir leben möchten: mit Jesus, dem wir unser Leben durch die Allerheiligste Jungfrau Maria aufopfern, um den Vater kennenzulernen und Den, den der Vater gesandt hat, oder wir geben unser Leben dem Geist dieser Welt hin und tauchen in das ein, was die Welt anbietet. Dafür steht diese Woche.

Ich wünsche also allen, in das Herz Mariens einzutauchen, durch den Heiligen Josef. Ich wünsche allen, dahin zu gelangen, die wesentlichen Antworten des Lebens zu finden und eine Wahl zu treffen; sich zu entscheiden, denn die Zeit vergeht schnell, alles ist schnell. Die Ereignisse folgen aufeinander und der einzige Weg ist, Christus die Türen weit zu öffnen und Ihm zu erlauben, uns zu regieren und durch uns, durch seine Kirche, diese Menschheit zu regieren, im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.

1 Vgl. Vgl. Phil 2, 7-8

2 Vgl. Joh 19, 25-27

3 Vgl. Joh 17, 3