Allerheiligen

Kirche Jesu Christi des Universums

von Mauro

(übersetztes Audio)

1.11.2023

Offb 7, 2-4.9-14; Ps 24(23); 1Joh 3, 1-3; Mt 5, 1-12

Der heutige und der morgige Tag bilden für uns eine Einheit. Zu Allerheiligen feiern wir an einem Tag das, was eine der drei Säulen des Reiches Gottes darstellt, die Universale Gemeinschaft[1]. Das ist das Fest der Heiligen, verbunden mit dem Gebet für die Verstorbenen. Für mich ist es dasselbe. Für alle unsere Verstorbenen, auch für jene im Fegefeuer, für jene, die völlig alleine sind, für die wir aber mit Glauben beten können, wird es zum Fest der Heiligen, zum Fest der universalen Gemeinschaft.

Ich glaube, dass dieses Fest jedem eine innere Freude schenkt, etwas, das die Hoffnung auf das, wozu wir berufen sind, vorantreibt, eine Gewissheit dessen, was wir erhalten werden, und dass es für die Ewigkeit sein wird. Es ist auch die Möglichkeit, uns mit den Heiligen, die wir am liebsten haben, auseinanderzusetzen und auszutauschen, mit den Propheten, mit den Engeln, mit den treuen Schwestern und Brüdern; um eines Tages tatsächlich dahin zu gelangen, jene Normalität zu leben, die vorgesehen ist, seit jeher, und auf die wir in gewisser Weise verzichtet haben. Gott hat sie uns nicht aufgezwungen, auch das Böse hat uns nicht dazu gezwungen, darauf zu verzichten, das waren wir selber.

Ich denke also, dass uns die Gnade dieses Festes dazu führen sollte zu danken, in dem Wissen, wie es um die Dinge steht, wozu wir berufen sind, worauf wir verzichtet haben, aber mit Blick auf all das, was Gott uns geschenkt hat und schenkt, um weiterhin diese Gemeinschaft zu leben, um in dieses neue, himmlische Jerusalem einzutreten, in die Neue Schöpfung, nennt sie wie ihr wollt. Ich denke also, dass es zwingend erforderlich ist zu danken; einen Dank, der wie jedes Mal beim Geschenk des Lebens beginnt, aber darüber hinausgeht, einen Dank für das Geschenk der Allerheiligsten Jungfrau Maria, einen Dank für die Erlösung, für diese Liebe, die uns niemals verlässt, für all das, was wir im Laufe der Geschichte auch durch die Heiligen erhalten habe, durch das, was wir heute erleben, damit in uns dieses Leben beginnen kann.

Ich glaube, dass das, ohne überheblich zu sein, die Primärenergie in uns in Gang setzt. Das trifft auch auf den Dank für die Gnaden zu, die wir jetzt haben, für die Kirche Jesus Christi des Universums so wie sie jetzt ist, für all das, was wir in diesem Augenblick in unserem Leben haben, für alle Möglichkeiten, die wir heute haben, um in diese Gemeinschaft einzutreten und sie zu leben.

Ich denke, und das ist mir klar, der erste Schritt ist zu danken und dann zu sagen: „Hier bin ich!“ Wir möchten bei Gott sein und bemühen uns dann unser Leben lang treu zu bleiben. Wir bemühen uns unser Leben lang, dem Wirken Gottes freien Lauf zu lassen, der weiß, welche Unterstützung Er uns für das geben muss, was wir jetzt schaffen können, denn schließlich haben wir strukturelle Grenzen, die auch aus unserer Vergangenheit und von vielen anderen Dingen stammen. Aber wir haben die Gewissheit, dass Er uns bei dem, was wir schaffen können, unterstützt. Diese Gemeinschaft werden wir auf ewig genießen.

Dieser Glaube ist, wie ich oft gesagt habe, Gewissheit, deshalb müssen wir auch für jede Schwierigkeit danken, für jede Prüfung, denn auch sie sind Teil unserer Erlösung, Teil dessen, vollkommen in diese Gemeinschaft einzutreten. Auch das gehört für uns, oder für unsere Brüder und Schwestern dazu, all dessen abzusterben, was nicht zu dieser Gemeinschaft gehört, was nicht durch die enge Türe gehen wird, weshalb es besser ist, es sofort loszulassen.

Ich möchte auch für die Treue eines jeden von euch danken, die ihr Teil der Kirche Jesu Christi seid und an das Wirken Gottes in euch geglaubt habt, an den Ruf Gottes. Danke für alle Mühen, danke, dass ihr dabei seid, ungeachtet der Begrenztheit, der wenigen oder vielen Antworten. Ich denke, es ist wichtig, dass jeder von uns dafür dankt. Auch das ist eine Art, einander um Verzeihung zu bitten: zu danken; Gott für das Geschenk des anderen zu danken, selbst für seine Begrenztheit, für das, was er ist.

Heute haben wir im Buch der Offenbarung des Johannes[2] gehört, dass der Herr die Engel aufgehalten hat, bis alle Kinder Gottes bezeichnet sind, bis sie sein Siegel tragen. Ich möchte jetzt nicht auf das Zeichen[3] eingehen, sondern nur sagen, dass wir uns auch dessen bewusst sein müssen. Er hat die Engel aufgehalten, damit auch wir, die Kirche Jesu Christi des Universums, unseren Teil beitragen können, damit alle bezeichnet sind, bevor Er sagt: „Genug!“ Danken wir Ihm also, dass Er dieses Vertrauen in uns hat, aber arbeiten wir auch dafür. Arbeiten wir im Geist, arbeiten wir an unserer Umwandlung, damit alle, die zumindest ein bisschen guten Willen haben, zurückgebracht und bezeichnet werden können. Dann wird Er den Auftakt geben.

Der Heilige Johannes sagt in seinem Brief[4], dass wir nicht wissen, was wir sein werden. Aber bereits die Tatsache sagen zu können: „Ich bin sicher zu wissen, was wir jetzt sind: Kinder Gottes“, seht, wenn wir zulassen, dass auch diese Worte in ihrer Fülle in unserem Geist wirken, und zwar, dass wir Kinder Gottes sind, nicht mehr und nicht weniger als Jesus Christus – wir wurden es dank Jesus Christus, wir wurden es erneut, denn schließlich haben wir den Gedanken des Vaters verlassen, wir haben seine Liebe verlassen und Er tut alles, damit wir zu Ihm zurückkehren – dann ist auch das ein Zeichen, dass wir für Ihn Söhne und Töchter sind. Wir müssen uns als solche erkennen. Für Ihn sind wir auch dann weiterhin seine Söhne und Töchter, wenn wir die schlimmsten Sünder sind. Es sind immer wir, die diese Liebe zurückweisen, es ist niemals Er, der uns das Geschenk seiner Liebe verweigert.

Jetzt ist natürlich der einzige Weg, seine Liebe anzunehmen, den Sohn anzunehmen, denn Er hat uns seine Liebe in Form seines Sohnes geschenkt. Aber wir müssen uns als Kinder Gottes fühlen. Es fällt uns viel leichter, uns mit unserer Fantasie vorzustellen, was wir einmal sein werden, aber es zu genießen, Kinder zu sein, seht, das ist schon viel, es ist schon die Fülle hier auf der Erde. Das wird es nicht für die Neue Schöpfung sein, denn das, was wir sein werden, müssen wir erst entdecken, aber wir sind Kinder und als solche bleiben wir in jenem Glauben, in jenem Vertrauen, Kinder des Königs. Nichts und niemand ist gegen uns[5], wer könnte es auch sein?

Diese Tatsache löst Freude und Frieden in uns aus. Durch diese kleinen Verhaltensweisen, die nicht klein sind, können wir die Seligpreisungen leben, von denen das Evangelium[6] spricht. Sonst werden die Seligpreisungen zu einer menschlichen Anstrengung, zu einer übermenschlichen, und dann wird es unmöglich, sie zu leben. Menschlich gesehen ist es nicht möglich selig zu sein, wenn man verfolgt wird, selig zu sein, wenn man arm ist, wenn man Gerechtigkeit möchte. Die Seligpreisungen ergeben sich nur aus: „Ich weiß, Kind zu sein, selig, weil ich einen Vater habe und bei diesem Vater fehlt mir nichts.“ Selig in der Freude und im Schmerz. Weshalb? Weil wir einen Vater haben, weil wir einen Bruder haben, weil wir eine Mutter haben, die für uns betet. Daraus ergeben sich die Seligpreisungen.

Wenn wir also annehmen, Kinder zu sein, sind wir natürlich immer selig, vor allem aufgrund der letzten Seligpreisung: «Freut euch und jubelt, wenn sie Böses über euch reden, weil ihr seine Kinder seid.»[7] Sie reden Böses über uns, weil wir seine Kinder sind: Freuen wir uns und jubeln. Bereits hierin liegt der Lohn, weil wir selig sein werden. Dann werden wir das Hundertfache erhalten, aber bereits hier, bereits hier sind wir selig, denn bereits hier kann uns nichts mehr anhaben. Durch die Tatsache, dass wir die Vaterschaft, die Mutterschaft Gottes angenommen haben, dass wir die Familie der Heiligen angenommen haben, ernsthaft angenommen haben, fühlen wir uns dazugehörig: Wir sind Mitbürger der Heiligen, Hausgenossen Gottes[8]. Wir sind keine Fremden und müssen uns unsere Zugehörigkeit auch nicht verdienen, wir sind es, von Rechts wegen. Wir sind also schon selig, was fehlt uns noch? Wir haben Bauchweh, Kopfweh, die Beine tun uns weh, wir sind arm,… Was ist das alles im Vergleich dazu, Kinder Gottes zu sein, Mitbürger der Heiligen?

Das bedeutet, Gott zu erfahren, das meine ich, wenn ich sage, dass der Heilige Apostel Johannes über die Erfahrung der Apostel sagt: «Wir haben das Wort des Lebens gesehen und berührt»[9], und ich sage, dass auch wir Ihn berührt haben müssen, wenn wir Zeugen sein möchten. Aber was ist es, was wir sicher berührt haben und worum es in dieser Seligpreisung der Kinder Gottes geht? Wir haben eine Liebe berührt, die verzeiht, immer; wir haben eine Liebe berührt, die erlöst, immer; eine Liebe, die verfügbar ist, immer. Wir haben erfahren, dass uns diese Liebe bei sich haben möchte, immer, auf ewig; dass uns diese Liebe niemals verlässt. Wenn es heißt: «Auch wenn ich in die Unterwelt fliehe, auch da finde ich Dich.»[10] Wohin kann ich vor jener Liebe fliehen? Er ist da, das müssen wir bezeugen.

Aber seht, wenn Er sagt: „Ihr müsst Zeugnis ablegen“, so ist das keine Mühe, keine Anstrengung. Es ist, als würde Er uns sagen: „Lasst es euch gut gehen, lebt als meine Söhne, als meine Töchter, freut euch am Leben und automatisch legt ihr Zeugnis ab.“ Während ihr lebt, legt ihr Zeugnis ab. Ihr müsst gar nichts tun. Ihr müsst nicht losziehen und wer weiß wen evangelisieren, lebt gut und ihr werdet Zeugen, ihr werdet Apostel sein. Ihr könnt das aber nur tun, wenn ihr Ihn berührt habt und euch berühren lasst, denn der einzige Weg, Ihn zu berühren ist, sich selbst berühren zu lassen. Er lässt sich nicht besitzen, aber mit Freude umgibt und erfüllt Er jene, die sich von Ihm berühren lassen.

Jetzt können wir auch hinzufügen, selig, weil es eine Unzahl von Menschen gibt, die das lebt: die Kirche Jesu Christi des Universums. Selig, weil diese Kirche auch hier auf der Erde sichtbar geworden ist. Daher haben wir eine weitere Möglichkeit: Wir müssen uns entscheiden, auf konkrete Weise in dieser Kirche zu leben, sie zu spüren, als Familie, als wahre Familie, wie uns der Heilige Josef in einer Botschaft vor ein paar Jahren sagte[11].

Ich danke also Gott, danken wir Ihm gemeinsam für diese Zeit, für die außergewöhnlichen Werkzeuge[12], aber danken wir für alle Werkzeuge, die Er zur Verfügung gestellt hat; auch für die Stiftung Festung der Unbefleckten, für die Kirche. Ich denke, dass das Wesentliche unseres Weges – und wir haben uns entschieden, es zu leben – die Gnade ist, alles in Christus zu vereinen[13]. Ich denke aber, dass, von Angesicht zu Angesicht mit Gott zu stehen, das Herzstück unseres Weges ist, erst dann kommen die vielen Hilfsmittel und Anweisungen.

Aber wohin soll uns dieser Weg führen? Unser Weg mag vielleicht anders, neu erscheinen, aber er ist es nicht. Es gibt ihn seit jeher, aber was ist es, was vor allem im Mittelpunkt steht? Von Angesicht zu Angesicht mit Gott zu stehen. Und was werden wir entdecken, wenn wir Gott von Angesicht zu Angesicht gegenüberstehen? Wir entdecken, dass wir seine Söhne und Töchter sind, dass Er uns liebt. Seht, wenige Worte drücken aus, was wir zu leben versuchen. Das Natürlichste, das, was Gott seit jeher möchte, das, worauf alles andere hinausläuft, aber wir sind derart kompliziert, dass Gott außergewöhnliche Werkzeuge, Engel, Erzengel, die Zentrale Zelle auf die Beine stellen musste, um uns sagen zu können: „Sieh nur, du bist mein Sohn, die bist meine Tochter.“

Das ist unser Menschsein, die Begrenztheit, die wir haben, aber nehmen wir es an, Gott von Angesicht zu Angesicht gegenüberzustehen, und lassen wir Ihn handeln; von Angesicht zu Angesicht mit Gott, nicht um Ihn zu belehren, denn auch das ist bei uns möglich. Ich bin mir fast sicher, dass viele von uns denken: „Wenn ich heute dem Herrn begegne, von Angesicht zu Angesicht, was muss ich Ihm sagen?“ Wenn wir schon damit beginnen, Ihm etwas sagen zu müssen… Was wollen wir Ihm denn sagen? Hören wir Ihm doch zu! Möchten wir wirklich dem Ewigen etwas erklären?! Hören wir Ihm doch zu! Natürlich werden wir Ihm antworten. Aber wir dürfen nicht schon völlig vorbereitet vor Ihn hintreten. Wenn wir schon die Möglichkeit haben, von Angesicht zu Angesicht vor Ihm zu stehen, müssen wir Ihn sofort etwas fragen?! Wir sollten vielmehr die Gewissheit haben, dass Er uns in jeder Frage bereits zuvorgekommen ist. Das, was wir benötigen, hat Er uns bereits gegeben. Fehlt uns etwas, so gibt Er es uns. Was sollen wir Ihm also sagen? Lassen wir Ihn handeln, lassen wir uns lieben.

Ich glaube also, dass das unser Weg ist, und ich bitte die Allerheiligste Jungfrau Maria, die Heiligen heute und alle unsere Verstorbenen uns dabei zu helfen zu leben, so, wie sie es bereits tun. In gewisser Weise können wir das bereits von hier aus und bereits hier genießen. Ich wünsche euch allen ein schönes Fest!

[1] Der Heilige Erzengel Raphael spricht im Buch „Über die Große Barriere hinaus“ in Kap. 11, S. 198 über die drei Säulen des Reiches Gottes: Hingabe des Lebens an Gott, Unbeflecktheit und die Universale Gemeinschaft.

[2] Vgl. Offb 7, 2-4.9-14

[3] Das bezieht sich auf das Zeichen, das wir durch eine Offenbarung der Allerheiligsten Jungfrau Maria im Jahr 2015 erhielten. Ihr findet weiterführende Informationen auf unserer Webseite https://unterwegszurneuenschoepfung.org unter der Rubrik „Das Zeichen ist ein Kreuz…“ und in der Botschaft der Allerheiligsten Jungfrau Maria vom 23. Juli 2016 „Das Zeichen meines Triumphes“, die ebenfalls auf unserer Webseite veröffentlicht wurde.

[4] Vgl. 1Joh 3, 1-3

[5] Vgl. Röm 8, 31

[6] Vgl. Mt 5, 1-12a

[7] Vgl. Mt 5, 11

[8] Vgl. Eph 2, 19-20

[9] Vgl. 1Joh 1, 1-3

[10] Vgl. Ps 139, 8

[11] Vgl. Botschaft des Heiligen Josef vom 30. Dezember 2016 „Ihr seid Mitglieder und Hüter des Volkes Gottes“, das auf unserer Webseite unter der Rubrik Botschaften veröffentlicht wurde.

[12] Zur Vertiefung der außergewöhnlichen Werkzeuge Gottes verweisen wir auf die Rubrik desselben Titels auf unserer Webseite.

[13] Vgl. Eph 1, 8-12