Den Herrn begleiten

Kirche Jesu Christi des Universums

von Mauro

(übersetztes Audio)
26.11.2022

34.Woche im Jahreskreis – Lesejahr II, Samstag
Offb 22, 1-7; Ps 95; Lk 21, 34-36

Morgen beginnt die Adventzeit und wie immer ist der Advent eine Zeit der Hoffnung, eine Zeit der Erwartung, eine Zeit, die eine tiefe Freude schenkt. Es ist interessant zu sehen, wie alle Lesungen bis heute auf das Ende der Zeiten konzentriert waren, auf all das, was die glorreiche Wiederkehr Christi vorbereitet. Und dann treten wir auf einmal in diese Zeit der Erwartung, der Hoffnung ein.

Der ganze Zyklus der Lesungen wurde gerade deshalb so gewählt, damit das Wort Gott, während wir weitergehen, in uns immer deutlicher wird und immer mehr seinen Gedanken in uns erweckt, denn das Wort Gottes hat diese Macht. Es ist aber eine Macht, die in dem Ausmaß wirkt, in dem wir für sie offen sind und sie annehmen, in dem Ausmaß, in dem wir das Reich Gottes und seine Gerechtigkeit in den Mittelpunkt stellen.

In der Adventzeit erwarten wir den Messias. Vor zweitausend Jahren warteten die Menschen auf den Messias, sie wussten, dass Er derjenige sein würde, der den Weg öffnen und das Volk befreien würde. Er wurde von den einen auf richtige Weise erwartet, von den anderen hingegen entsprechend den eigenen Vorstellungen, aber, wenn wir es genauer betrachten, dann befindet sich die Geschichte nach zweitausend Jahren fast noch am selben Scheidepunkt. Der Messias ist gekommen. Jesus Christus hat den Weg geöffnet. Die Sünde wurde besiegt. Der Tod wurde besiegt. Die Hoffnung, die vor zweitausend Jahren in der Erwartung des Messias lag, muss heute allerdings von einer anderen Tragweite sein: Jetzt ist jene Hoffnung Gewissheit, sie ist Überzeugung. Jetzt müssten die Christen der Welt nicht wie vor zweitausend Jahren die Erwartung des Messias verkünden, sondern die lebendige Gegenwart Christi. Sie müssten all das verkünden, was Er in diesen zweitausend Jahren getan hat, sie müssten seine glorreiche Wiederkehr verkünden. Sie müssten selbst Überbringer der Hoffnung sein in einer Welt ohne Hoffnung. Mir scheint nicht, dass das so ist.

Das ist unsere Aufgabe, wenn wir Mitarbeiter Jesu sein möchten. Es ist unsere Aufgabe, gemeinsam mit Ihm an diesem Wirken teilzunehmen. In gewisser Weise ist es unsere Aufgabe, Apostel zu sein, aber Apostel einer Wahrheit, konkrete Apostel, wirkliche Überbringer des Lichts. Wir müssen bezeugen, dass der Weg geöffnet wurde, wir müssen bezeugen, dass wir all das haben, was wir benötigen, um diesen Weg zu gehen. Wir müssen dieser Menschheit eine Gewissheit vermitteln. Seht, die Welt braucht diese Gewissheit, dass Gott da ist.

In den Botschaften der Muttergottes vom 13. jedes Monats, „Das Leben ohne Gott ist kein Leben“, falls ihr euch erinnert, hat die erste Botschaft den Titel: „Gott existiert“[1]. Es war noch immer notwendig zu bezeugen: Gott existiert. Wenn die Muttergottes ihr Gespräch mit uns auf diese Weise begonnen hat, dann gerade deshalb, weil es einen großen Teil der Menschheit gibt, der diese Gewissheit nicht hat und daraus entspringen alle Prüfungen. Hier hat die Tatsache ihren Ursprung, dass der Mensch nach menschlichen Sicherheiten sucht, dass er Sicherheiten in Dingen sucht, die ihn letztlich enttäuschen und seine Lage immer schlimmer wird. Wir müssen ein Volk sein, das in Ruhe und nicht mit Worten sagt: „Gott ist da“. Und nicht nur, dass Er da ist, sondern, dass Er hier unter uns ist und uns alle Werkzeuge gegeben hat, dass wir jetzt alles zu unserer Verfügung haben, um zu Ihm aufrücken zu können, um durch die Finsternis dieser Welt hindurchgehen zu können. Das darf für uns keine Theorie, sondern muss unser Leben sein.

Um diesen Schritt tun zu können, ist immer jenes Bewusstsein nötig, dass wir Geschöpfe sind und Jesus brauchen; jenes Bewusstsein, dass nur Jesus der einzige Retter ist und diese Verkündigung muss auch überbracht werden. Das Bewusstsein, wenn ihr es genauer betrachtet, dass es niemanden mehr gibt, der sagt, dass der einzige Retter aus jeder Situation Jesus ist: Der Einzige, der den Frieden bringen kann, ist Jesus, der Einzige, der diese Situationen in der Welt in Ordnung bringen kann, ist Jesus. Wir müssen in dem Bewusstsein aufbrechen, dass wir Geschöpfe sind, aber auch sicher in dieser Behauptung: Jesus ist der einzige Retter, und Jesus rettet.

Es ist eine schöne Aufgabe, auch eine große, aber eine Aufgabe, die bestimmt erfolgreich ist, weil es Jesus ist, der sie zur Vollendung bringt und es nicht von uns abhängt. Wir müssen lediglich glauben. Es hängt nicht von unseren Werken ab, es hängt davon ab zu glauben. Und das ist das Zeugnis.

Wir wissen, dass Jesus der einzige Weg ist, die einzige Wahrheit. Er ist die einzige Wahrheit, die jede Wahrheit offenbart: die persönliche und die gemeinschaftliche Wahrheit. Jesus ist das Leben, aber um in dieses Leben eintreten zu können, müssen wir Ihm freie Hand lassen, wir müssen Ihm erlauben, jede Wahrheit in uns und um uns zu offenbaren. Dann wird Er uns den Weg zeigen und wir treten in das Leben ein.

Wir leben in einer Zeit, in der die Erde eine Prüfung nach der anderen erlebt, und es sind sehr große Prüfungen. Nehmen wir zum Beispiel Covid (das wir noch nicht einmal völlig hinter uns gelassen haben). In jener Situation zeigte Gott den Weg auf, um herauszukommen: Er bat die Menschheit, sich an Ihn zu wenden, Er bat uns, unsere Denkweise zu ändern. Er sagte uns, wir sollten die Richtung ändern. Er schenkte uns auch konkrete Werkzeuge, um aus der Krise herauszukommen. Um aber wirklich durch diese Prüfung hindurchzugehen und als Auferstandene daraus hervorzugehen, war es nötig, dass die Menschheit ihr Leben, ihre Art zu denken und ihre Ausrichtung ändern würde. Leider denke ich, dass wir uns eingestehen müssen, dass das nicht geschehen ist. Die Lage der Erde ist jetzt viel schlimmer als vorher. Das haben wir alle vor Augen: Die psychischen Krankheiten haben sich vermehrt, die Beschwerden sowie die schwierigen Situationen haben zugenommen. Covid hat die Menschheit nicht gleichgültig gelassen. Es hat sie schwächer gemacht, auch auf spiritueller Ebene, insbesondere auf spiritueller Ebene. Die Menschheit ist auf spiritueller Ebene nach unten abgedriftet, sie hat sich nicht nach oben bewegt. Sie hat die Hilfe Gottes nicht angenommen.

Noch einmal, wie bereits vor zweitausend Jahren, ist der Retter auch jetzt nicht angenommen worden, nicht völlig. Ich glaube mich nicht zu täuschen, wenn ich sage, dass die Menschheit die Prüfungen hinter sich lassen möchte, aber um fortzufahren, entsprechend dem eigenen Gedanken zu leben, um fortzufahren, das eigene Leben zu leben. Sie bittet nicht: „Ich möchte die Prüfungen hinter mir lassen. Hilf mir, o Herr, sag mir, was ich tun soll.“ Auch wenn der Herr um Hilfe gebeten wird, dann allerdings mit dem Gedanken: „Nimm diese Prüfung von mir, aber ich möchte mich nicht verändern.“ Das ist das Problem.

Die Gegenwart Jesu in seinem zweiten Kommen hat das Böse verringert, das die Erde mit diesem Verhalten an sich gezogen hat. Seine Gegenwart hier, sein zweites Kommen hat uns vor der starken zersetzenden Energie beschützt, die die Erde getroffen hat und weiterhin trifft. Er hat die Wirkung des Bösen verringert. Aber auch für Ihn ist es in gewisser Weise notwendig, angenommen und unterstützt zu werden, Er braucht ein Volk. Am Ende des Evangeliums sagt Er: «Werde ich, wenn ich auf die Erde zurückkehre, noch Glauben finden?»[2] Und wir müssen sagen: „Ja, hier findest du ihn“. Was bewirkt unser Ja? Es macht uns zu einem Volk von Miterlösern, wie wir mehrfach gesagt haben. Es bewirkt, dass unser Ja zu Jesus durch Maria bedeutet: „Wir möchten bei Dir sein, den Weg gehen, den Du gehst. Wir möchten Dir helfen, soweit es uns möglich ist, um so zu leben, wie Du es von uns möchtest.“ Das bedeutet, Miterlöser zu sein: Sein Wirken zu akzeptieren, zu erlauben, dass Er mit uns tun kann, was Er möchte.

Ich möchte euch alle, die ihr Teil dieser Kirche seid, heute Abend also genau darum bitten. Ich möchte euch, ausgehend vom Advent, aber dann für das ganze kommende Jahr bitten: Verstärken wir unser Gebet. Möge unsere Hingabe an Jesus durch Maria immer reiner und makelloser werden. Und seht, wie ich mehrfach gesagt habe, ist es keine Frage von Aufsehen erregenden Gesten und langen Gebeten. Es handelt sich gerade um diesen Glauben, um das Bewusstsein, dass alles, was uns zustößt, deshalb geschieht, weil Gott es zulässt und wir, wenn wir es in diesem Bewusstsein „Gott hat es zugelassen, also nehme ich es an und erhebe es“ annehmen, zu Miterlösern werden.

Darum bitte ich euch also in dieser Zeit. Das bedeutet, Jesus zu helfen. Das bedeutet, Maria zu helfen. Das Leben anzunehmen. Es ist unumgänglich, den Blick etwas von uns selbst abzuwenden, von unseren Durchgängen, von unseren Dingen, die wir ändern müssen. Kreisen wir nicht mehr um unsere Begrenztheit, sondern leben wir einfach. Wir haben Jesus unser Leben geschenkt und im Glauben wissen wir, dass Jesus weiß, wie Er uns führen muss. Wir nehmen alles in diesem Glauben an. Halten wir uns nicht damit auf zu betrachten, ob wir einen Fehler oder ob wir etwas gut gemacht haben, sondern erlauben wir Jesus, in uns zu arbeiten, uns zu verwenden, um dieser Menschheit ihre Begrenztheit zu nehmen, unsere Begrenztheit zu verwenden, um sie anderen zu nehmen. Wenn wir also auf diese Weise unsere persönliche Hingabe und die Hingabe von uns allen als Volk leben, dann wird sie zu einem Werkzeug des Heils. Nicht, dass wir retten, sondern Jesus kann durch uns wirklich diese Menschheit und jede Begrenztheit erheben.

Durch die Prüfungen hindurchzugehen, die die Menschheit erlebt, bedeutet gerade, dass jeder von uns Gott erlaubt, dass diese Prüfungen uns berühren, um den Egoismus in uns zu beseitigen, damit er für die Menschheit beseitigt wird in dem Bewusstsein, dass wir nicht besser als die anderen sind. Wir haben die gleiche Begrenztheit wie alle anderen, wir unterscheiden uns aber, indem wir sagen: „Ich weiß Herr, dass Du diese Begrenztheit besiegen kannst“ und daher Gott erlauben, sie zu besiegen. Das bedeutet eine völlige Umwandlung. Es heißt aber nicht, perfekt zu sein, sondern zu wissen, dass auch meine Sünde in den Händen Gottes eine Hilfe für die Menschheit sein kann, wenn ich bereit bin zu sterben, wenn ich bereit bin, mich gebrauchen zu lassen.

Diese Erde ist voll von Egoismus, von Anmaßung, sie ist streitsüchtig, überall gibt es Streit. Von der kleinen Familie bis hin zu den Nationen, den Völkern ist alles Krieg und Streit. Wenn wir uns also Gott aufopfern, um dieser Menschheit zu helfen, müssen wir genau dort siegen. Wir müssen die Streitsucht in uns besiegen, den Egoismus in uns, die Anmaßung in uns. Wir müssen uns glücklich fühlen, während wir gerade dort auf die Probe gestellt werden. Denn, wie können wir die Anmaßung besiegen? Indem wir gütig sind. Wie können wir den Egoismus besiegen? Indem wir uns hingeben. Wie können wir die Kriege, die Streitsucht besiegen? Indem wir Frieden bringen. Das sind die Seligpreisungen.

Das Leben lässt sich in Folgendem zusammenfassen: die Seligpreisungen zu leben. Wenn wir die Seligpreisungen leben, werden wir auch glücklich sein, aber der Schritt dorthin ist nicht: „Ich bete, um glücklich zu sein“, denn wenn wir darum beten glücklich zu sein, bedeutet das, durch das Feuer gehen zu müssen. In uns wird also der Egoismus hervorkommen, die Anmaßung, der Zorn – das ist normal, aber wir müssen es Gott übergeben und es nicht an den Schwestern und Brüdern auslassen. Das bedeutet, das Schlechte in Gutes umzuwandeln, die zersetzende Energie aufnehmen und sie zu Gott zu bringen, damit sie zu Primärenergie wird. Das bedeutet, Miterlöser zu sein. Jesus hat das getan: Er hat sich unsere Schwächen aufgebürdet. Maria hat das getan und auch wir müssen das tun. Nicht auf heroische Weise, sondern indem wir Jesus freie Hand lassen, um uns auf seine Weise auf die Probe zu stellen. Jedem wird Er die Last geben, die notwendig ist. Jeder wird seine eigenen Schritte machen müssen, aber wenn wir es alle tun, entsteht eine große Kraft.

Darum möchte ich euch für diesen Advent bitten. Erfreut, ausgewählt worden zu sein, erfreut, dass wir zu Überbringern der Hoffnung werden, weil wir uns dessen gewiss sind, bereits gewonnen zu haben. Es ist nicht so, dass wir uns auf etwas einlassen, von dem wir nicht wissen, wie es abläuft. Wir wissen, wie es abläuft: Wir werden auf die Probe gestellt werden, wir werden verfolgt werden, aber wir werden auch siegen. Wir wissen bereits, dass wir gewonnen haben. Gemeinsam mit Jesus können wir nicht verlieren, vergesst das nicht. Das, was ihr glaubt zu verlieren, ist nur euer Stolz, der verliert, aber je eher er verliert, umso besser. Auch wenn uns scheint, in menschlicher Hinsicht zu verlieren, ist es kein Verlust, sondern ein Gewinn. Es ist Teil der Umwandlung, die geschehen muss, damit wir zu neuen Menschen werden. Daher verlieren wir nichts, sondern gewinnen nur. «Ich sehe alles als Verlust an, weil die Erkenntnis Christi Jesu, meines Herrn, alles übertrifft.»[3] Uns an etwas zu klammern, führt lediglich dazu, dass es beschwerlich wird, dass wir eine Lösung finden müssen. Es führt uns dazu, diejenigen zu sein, die nachdenken, beten und unterscheiden müssen. Auf Gott zu vertrauen, es Gott zu erlauben zu handeln und dabei die Seligpreisungen zu leben bedeutet, wie die Kinder zu sein, wie das Evangelium sagt: «Seid einfach wie die Kinder. Werdet wie die Kinder.»[4] Und wir können nur gewinnen.

Seht, die Lage der Erde ist so schlimm, dass kein Mensch sie lösen kann außer Christus. Es ist sinnlos, dass wir es versuchen. Glaubt mir: Übergeben wir uns Ihm, lassen wir Ihm freie Hand, leben wir mit Glauben auf einfache Weise und wir werden Wunder sehen. Er wird noch mehr dazu gezwungen sein einzugreifen, als Er es bereits tut. Wenn Er ein Volk findet, das Ihn auf diese Weise annimmt, das Ihm auf diese Weise folgen möchte, ist Er gezwungen. Es wird auch die Zeiten seiner glorreichen Wiederkehr beschleunigen und wir werden jetzt tatsächlich die Zeit der Seligpreisungen, der Wunder, des tiefen Friedens erleben. Wir werden auch sehen, wie sich dieses Volk in Form von Dörfern weiterentwickelt, in all dem, was Er angekündigt hat, aber es wird sein Werk sein, nicht unseres. Andernfalls werden wir uns anstrengen, uns abmühen und ermüden und es wird immer ein bisschen Enttäuschung dabei sein. Warum? Weil die zersetzende Energie wirklich stark ist. Die Primärenergie ist stärker, aber wir müssen ihr freien Lauf lassen.

Ich bin mir also sicher, dass wir eine positive Antwort geben werden und danke Gott für die Antwort eines jeden von uns, von euch und bitte die Allerheiligste Jungfrau Maria, euch zu begleiten und zu segnen, im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.

[1] Vgl. Botschaft vom 13. Februar 2017 „Gott existiert“ aus dem Buch „Das Leben ohne Gott ist kein Leben – Botschaften der Mutter der Menschheit an Stefania Caterina“, S. 7, Verlag Luci dell’Esodo (verlag@lucidellesodo.com)

[2] Vgl. Lk 18, 1-8

[3] Phil 3, 8

[4] Vgl. Mt 18, 3; Mk 10, 14; Lk 18, 16

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