Christi Himmelfahrt

Kirche Jesu Christi des Universums

von Mauro

(übersetztes Audio)

27.05.2022

Die Osterzeit geht auf ihr Ende zu. Wir befinden uns zwischen dem Fest Christi Himmelfahrt[1] und Pfingsten und ich denke, dass es für uns, die wir einen Weg zurückgelegt haben, gut ist anzufangen, diese Feste in ihrer Fülle zu betrachten, sie besser zu verstehen, in der ganzen Tragweite, die sie haben.

Nach seiner Auferstehung sprach der Herr vierzig Tage mit den Aposteln[2], in etwa so, wie Er jetzt zu uns spricht. In diesem seinem zweiten zwischenzeitlichen Kommen bereitet Er uns auf seine glorreiche Wiederkehr vor.

Das Fest der Himmelfahrt ist, wie viele andere Feste, ein Fest, das Luzifer auf besondere Weise sehr hasst, weil es daran erinnert, das mit der Auferstehung nicht alles zu Ende ist, sondern weitergehen muss bis zur Auffahrt in den Himmel, und das gilt auch für uns. Die Allerheiligste Jungfrau Maria ist in der Fülle als Einzige gemeinsam mit Jesus auch im Körper in den Himmel aufgenommen worden, und jeder von uns ist dazu berufen. Das Pfingstfest schenkt uns mit der Gabe des Heiligen Geistes gerade jene notwendigen, außergewöhnlichen Gnaden, um den Weg von der Auferstehung zur Himmelfahrt gehen zu können.

Es ist, als bestünde der Weg zu Gott aus verschiedenen Schritten. Der erste Schritt ist, Jesus Christus anzuerkennen und sein Werk zu erkennen; anzuerkennen, dass Er einen Weg geöffnet hat, seine Vergebung anzunehmen und das, was Er getan hat. Es reicht nicht, von Seinem Tod, vom Schmerz, den Er erlitten hat, berührt und ergriffen zu sein, sondern wir müssen jenen Schmerz annehmen, jene Liebe – denn richtigerweise ist es als Liebe zu bezeichnen – und verstehen, dass Er uns mit dieser Liebe einen Weg geöffnet hat, um in das einzutreten, was wir von Ewigkeit her sind: Kinder Gottes. Das ist der erste Schritt.

Indem wir das annehmen, beginnt für uns hier auf der Erde ein Weg des unaufhörlichen Todes und der Auferstehung durch und dank Jesus. Es stirbt also fortwährend der alte Mensch und der neue Mensch wird geboren. Der Gipfel besteht darin, die alte Art und Weise zu denken, also den alten Gedanken, sterben zu lassen und in eine neue Art und Weise zu denken, in einen neuen Gedanken, einzutreten. Bereits im Alten Testament wurde das mit der Umwandlung des Herzens beschrieben: «Ich schenke euch ein neues Herz»[3]. Es ist also dieses neue Herz, das den Geist bezeichnet, für das uns Jesus die Gnade geschenkt hat, um es erlangen zu können und Er schenkt es uns durch den Heiligen Geist, die erste Gabe an jene, die an Jesus glauben. Der Heilige Geist erinnert uns unablässig daran, wer wir sind, wohin wir gehen, an das, was Jesus sagte, was uns Gott Vater zum Zeitpunkt der Empfängnis sagte, an das was wir bei der Empfängnis antworteten; der Heilige Geist, der uns nicht so sehr mit außergewöhnlichen Gaben begleitet, sondern mit DER außergewöhnlichen Gabe, durch die wir verstehen, wer wir sind, wohin wir gehen, das ewige Leben, die Himmelfahrt, in den Himmel aufzufahren.

Das Herzstück beinahe des gesamten Evangeliums der Osterzeit ist: «Wenn ihr nicht nach dem strebt, was im Himmel ist …»[4], «Noch kurze Zeit, dann seht ihr mich nicht mehr, und wieder kurze Zeit, dann werdet ihr mich sehen. […] Ich werde euch wiedersehen; dann wird euer Herz sich freuen»[5]. Das sind alles Abschnitte, die diese ewige Begegnung mit dem Auferstandenen Christus in Erinnerung rufen, die ewig dauern wird.

Dieser Schritt der Himmelfahrt bedeutet also gerade, alles zu Gott zu erheben und nicht bei der Auferstehung stehenzubleiben. Man könnte auch sagen, auch wenn es vielleicht seltsam erscheinen mag: „Wenn ich auferstanden bin, was brauche ich dann noch?“ Wenn wir dabei stehenbleiben, heißt das, dass wir noch an den Dingen der Erde festhalten. Ich mache ein banales Beispiel: Wenn ich von einer schweren Krankheit geheilt werde, die zum Tod hätte führen können, ist das zwar schön, aber wenn ich diese Krankheit nicht als Gelegenheit ergreife, in das Leben des Geistes einzutreten, ist sie nutzlos. Ich habe lediglich meine Dimension hier um einige Jahre verlängert, muss aber dennoch der Wirklichkeit des Geistes begegnen. Wenn ich also die Gelegenheit nicht nütze, um dem Geist zu begegnen, habe ich nichts verstanden, vielmehr werde ich zusätzlich bestraft, weil mir Jesus sagt: „Du hattest zwei Möglichkeiten anstelle von einer wie jeder andere, denn du wurdest auch geheilt.“

Die Himmelfahrt ist also die Fortsetzung der Auferstehung. In den Lesungen der Himmelfahrt ist es deutlich: das Zentrum für uns ist, die lebendige Gegenwart Jesu zu bezeugen; worum wir auch in einer Botschaft des Heiligen Petrus gebeten wurden[6]. Aber wir müssen vor allem seine glorreiche Wiederkehr bezeugen. Das ist unsere Aufgabe, und in diesen Lesungen sagt Er es deutlich, und zwar am Ende, als Er in den Himmel auffährt, Ihn alle betrachten, sagen die Engel: «Warum schaut ihr zum Himmel empor? Dieser Jesus, der von euch ging und in den Himmel aufgenommen wurde, wird ebenso wiederkommen, wie ihr ihn habt zum Himmel hingehen sehen.»[7] Und was ist das, wenn nicht Hoffnung? Glaube, Hoffnung und Liebe.

Der Glaube also in all das, wovon wir sprechen und darüber hinaus; die Hoffnung ist die Hoffnung auf die Begegnung mit Christus. Die Hoffnung, die vom Glauben genährt wird, ist die Gewissheit, dass wir für immer bei Ihm sein werden, dass Er zurückkehren wird, um uns zu holen. Er hat gesagt, dass Er einen Platz für uns vorbereitet hat und dass wir nicht traurig sein dürfen[8]. Er hat für uns gebetet, damit die Welt nicht siegt[9], Er, der die Welt besiegt hat[10].

Glaube also an Ihn, Glaube an sein Wirken nährt diese Hoffnung und die Liebe. Ich sage euch, dass das, worum wir gebeten werden, unsere Liebe, die wahre Nächstenliebe füreinander und für die Welt, bedeutet, diesen Glauben zu leben, jeden Tag in diesem Glauben zu leben und in diese Dimensionen der Himmelfahrt und Pfingsten einzutauchen. Nicht wegen der außergewöhnlichen Gaben, sondern für die Gabe der Gewissheit, dass Jesus die Welt besiegt hat. Unser Zeugnis, das Nächstenliebe für diese Welt bedeutet, ist zu bezeugen, dass Jesus die Welt besiegt hat[11]. Er hat sie für mich und für euch besiegt, Er hat sie in jeder Situation besiegt, unabhängig davon, wie es uns geht und welche Last wir tragen. Jesus hat gesiegt. Dieser Glaube, genährt von der Hoffnung, ist Ausdruck unserer Nächstenliebe, unserer wahren Nächstenliebe für die Welt.

Ich empfehle euch, am Tag von Christi Himmelfahrt, den Brief an die Hebräer[12] (Lesejahr C) zu lesen. Lest ihn in aller Ruhe. Ich lese jetzt nur den letzten Teil, denn dort wird alles beschrieben, und zwar: «So haben wir die Zuversicht, Brüder und Schwestern, durch das Blut Jesu in das Heiligtum einzutreten. Er hat uns den neuen und lebendigen Weg erschlossen durch den Vorhang hindurch, das heißt durch sein Fleisch. Und da wir einen Hohepriester haben, der über das Haus Gottes gestellt ist, lasst uns mit aufrichtigem Herzen und in voller Gewissheit des Glaubens hinzutreten, die Herzen durch Besprengung gereinigt vom schlechten Gewissen und den Leib gewaschen mit reinem Wasser! Lasst uns an dem unwandelbaren Bekenntnis der Hoffnung festhalten, denn er, der die Verheißung gegeben hat, ist treu!»

Seht, hier steht alles. Indem wir annehmen, durch sein Blut gewaschen zu werden, getauft in seinem Geist, indem wir durch sein Fleisch hindurchgehen, das uns auch durch die Eucharistie nährt, in der Gewissheit, dass Er uns all das schenkt, was wir benötigen, indem Er uns den Heiligen Geist schenkt, halten wir an der Hoffnung fest. Worauf hoffen wir? Auf seine Treue, nicht auf unsere. Unser Glaube liegt auf Ihm, dann ist Er es, der, wie Er es bereits getan hat, jeden Weg öffnet, denn Er hat die Welt besiegt, für mich und für alle.

Wir sprechen von unserem Wirken im Geist. Seht, das ist das Wirken im Geist, dieser Glaube, der sehr konkret wird, denn dieses Wirken im Geist wird zum Glauben im alltäglichen Leben, in meinen Problemen, in all dem, was ich durchleben muss. Glaube! Das ist das Wirken im Geist. Das verändert die Welt, das ist Nächstenliebe für die Welt.

Stellt euch vor, die Christen würden so handeln. Was müssen die Christen in der Welt tun? Man ist nicht Christ, nur weil man getauft ist! Jesus sagt: «Wer den Geist Christi nicht hat, gehört nicht zu ihm.»[13] Man ist auch nicht Christ, nur weil man einer Organisation angehört; Christen im Sinne von Christus angehörend, nicht, um einen Titel zu haben. Einer Organisation anzugehören, die Katholische Kirche, Orthodoxe Kirche oder Neue Kirche Jesu Christi (ich gebe auch unsere dazu) heißt, denn wenn wir den Geist Christi nicht haben, dann haben wir nicht das, wovon wir gerade sprechen, dann sind wir keine Christen. Zu Christen werden wir auch nicht, indem wir viel beten, auch nicht, wenn wir täglich zur Messe gehen, zur Heiligen Messe und auch nicht, wenn wir jeden Tag den Leib Christi erhalten. Zu Christen werden wir, wenn wir glaubend zur Heiligen Messe gehen; während wir beten zu glauben, dass Jesus die Welt besiegt hat, zu glauben, dass Er sein Leben für uns gegeben hat; zu glauben, dass Er uns so sehr liebt, dass Er sein Leben noch einmal gerne für uns geben würde; zu glauben, dass Er uns niemals verlassen wird. Zu Christen werden wir, wenn wir glauben, dass unser Leben hier auf der Erde mit allen Situationen, die es mit sich bringt, ein Trampolin ist, für das Leben im Jenseits, ein Weg vom Tod zur Auferstehung. Dann messen wir nicht dem Geist der Welt entsprechend, ob es schön oder hässlich ist, warum dieses oder jenes geschieht, sondern leben es im Glauben, in der Hoffnung und in der Liebe; in der Liebe Christi und so werden auch wir zur Liebe für die anderen in diesem Glauben und dann sind wir Christen.

Seht, wir befinden uns in einer Zeit – wir haben es bei den Impfbefürwortern und Impfgegnern gesehen – in der alle Pazifisten sind, aber die Christen sind keine Pazifisten, sondern Friedensstifter. Es liegt ein Unterschied darin, Frieden zu stiften. Wie können wir aber Frieden dort hinbringen, wo Krieg herrscht? Wir können Frieden dort hinbringen, wo Krieg herrscht, indem wir unseren Tag von morgens bis abends im Frieden leben, indem wir den Frieden in dem überbringen, wer wir sind, in allen Situationen, die wir erleben. Und wie gelingt es, den Frieden zu überbringen? Nur, wenn wir glauben, dass Jesus die Welt besiegt hat. Wenn wir nicht daran glauben, gelingt es niemandem, den Frieden zu überbringen. Christen als Friedensstifter gelingt nur, wenn sie mit absoluter Gewissheit wissen, dass nur Jesus die Situationen auf der Erde lösen kann. Es gibt nichts und niemanden, der einen Krieg beenden kann, der uns die Gnaden schenken kann, unter uns und unter allen Völkern in Frieden zu leben, nur Jesus. In diesem Glauben werden wir zu Friedensstiftern und dann können wir selbstverständlich auch konkret handeln. Aber wenn wir nicht diesen Ausgangspunkt haben, werden wir zu Pazifisten. Ich hoffe, der Unterschied ist klar. Es gibt nur Jesus, der der Weg, die Wahrheit und das Leben ist[14], sonst niemanden.

Viele – nennen wir sie Heiden, um den Begriff aus der Apostelgeschichte zu verwenden – vieler anderer Religionen, viele Atheisten sind guten Willens und nahe daran, ins Himmelreich einzutreten, wie Jesus im Evangelium zu jemandem sagt[15], und wir müssen sie aufnehmen und ihnen helfen, folgenden Schritt zu tun: „Um vollkommen zu sein, fehlt dir eines: an Jesus Christus zu glauben.“ Damit sie das tun können, dürfen wir es ihnen nicht aufzwingen, sondern müssen es im Glauben überbringen. Das ist unser Zeugnis. Viele sind – unter Anführungszeichen – näher, Christen zu sein, obwohl sie nicht getauft sind, als manch Getaufter. Aber dieser Schritt fehlt ihnen.

Wie immer seht ihr, dass uns der Heilige Geist in allen Situationen des Tages führt. Wir müssen aufrichtig sein und uns jeden Tag, an dem wir diese Umwandlung leben, fragen, ob uns der Geist der Welt oder der Geist Gottes führt. Der Glaube wird uns darin erleuchten und uns Klarheit schenken: Messe ich mein Befinden nach weltlichen Kriterien oder nach dem, wie Gott denkt; bewerte ich das, was ich tue, nach weltlichen Kriterien oder nach dem, wie Gott denkt. Dann wird unser Leben, wie uns gesagt wurde, zum Zeugnis, denn seht, jeder, Atheist oder welcher Religion auch immer er angehören mag, ist fähig zu erkennen, welcher Geist einen Menschen antreibt. Jeder erkennt das.

Wenn wir also im Geist Gottes leben, wird unser Leben Zeugnis ablegen und alle werden es spüren. Jene, die zum Zeitpunkt der Empfängnis „Ja“ zu Gott gesagt haben, werden angezogen und jene, die „Nein“ gesagt haben, zurückgewiesen werden. Jene, die zwischen dem „Ja“ und dem „Nein“ unentschlossen sind, werden Gnaden erhalten, um sich zu entscheiden. Das ist die Osterzeit, damit mit Pfingsten die Gnaden erneuert werden, um das ganze Jahr weitergehen zu können, aber auf die Himmelfahrt hin. Das können wir tun, weil wir uns, wie immer im Glauben, sicher sind, dass uns Jesus den Heiligen Geist schenkt; natürlich nur jenen, die glauben und selbstverständlich nur aus Gnade.

Ich wünsche mir und uns allen also gutes Voranschreiten. Möge uns die Allerheiligste Jungfrau Maria segnen, im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.

[1] In Italien wird das Fest Christi Himmelfahrt am 7. Sonntag der Osterzeit gefeiert. (Anm.d.Ü.)

[2] Vgl. Apg 1, 1-3

[3] Vgl. Ez 36, 26

[4] Vgl. Kol 3, 1-2

[5] Vgl. Joh 16, 16-23

[6] Vgl. Botschaft des Heiligen Apostels Petrus vom 30. April 2020 „Verkündet die glorreiche Wiederkehr Christi“, veröffentlicht im Buch „Unterwegs zur Neuen Schöpfung – Band 7 – 2020“, S. 71 und auf unserer Webseite https://unterwegszurneuenschoepfung.org

[7] Vgl. Apg 1, 9-11

[8] Vgl. Joh 14, 1-3

[9] Vgl. Joh 17, 15-20

[10] Vgl. Joh 16, 33

[11] Siehe Fußnote 10

[12] Vgl. Heb 9, 24-28; 10, 19-23

[13] Vgl. Röm 8, 9

[14] Vgl. Joh 14, 6

[15] Vgl. Mk 12, 28-34