Dem Schöpfer in der Stille begegnen

Kirche Jesu Christi des Universums

von Mauro

(übersetztes Audio)

18.12.2021

Wir befinden uns in der Weihnachtswoche und noch einmal sind wir dabei, das Geheimnis der Liebe Gottes zu betrachten, DER Liebe, die der Grund dafür ist, dass Jesus, die Zweite Person der Dreifaltigkeit, Mensch wird. Er wird aus Liebe Mensch, Er wird in diesem Geheimnis der Erlösung Mensch, das die Dreifaltigkeit vorgesehen hat, so, wie wir es kennen.

Ich glaube, dass es für uns schwierig, wenn nicht, meines Erachtens nach, sogar unmöglich ist, wirklich innerlich zu verstehen, was es für Gott bedeutet, die menschliche Natur anzunehmen. Ich glaube, es gelingt uns nicht, es völlig zu verstehen: zuzulassen, dass die Dreifaltigkeit Mensch wird, in einen Körper eintritt, sich von der menschlichen Natur beschränken lässt, in den Geist der Welt eintaucht, auch wenn der Geist der Welt nicht in die Dreifaltigkeit eingetreten ist, aber er hat Sie umgeben. Ich glaube, dass es uns nicht gelingt, das zu verstehen, aber wir können, indem wir es betrachten, noch besser verstehen, wie sehr Gott uns liebt, wenn Er so weit gegangen ist, das zu tun. Jesus war uns in allem gleich, außer der Sünde.

Wenn es eine Eigenschaft gibt, die wir aus dieser Haltung, das heißt aus Weihnachten, unter anderem erkennen können, so ist es die wahre Demut: das ist Demut. Wir sprechen oft davon, demütig zu sein, aber wenn ihr darüber nachdenkt, so ist das Demut: Gott, der Mensch wird. Es ist Demut, die aus Liebe geschieht, aus Liebe zu den Geschöpfen: der Schöpfer, der Mensch wird, der Gerechte, der für den Ungerechten bezahlt. Wie oft wurden wir gebeten, einfach zu sein, demütig. Seht, der erste Schritt, um einfach zu sein ist – und ich würde nicht einmal demütig sagen, weil es die Wahrheit ist – anzuerkennen, dass wir lediglich Geschöpfe sind. Wir sind Geschöpfe, die den Schöpfer brauchen. Diese Wahrheit ist der erste Schritt für das, was Einfachheit und Demut sein können. Und es ist die Wahrheit und als solche macht sie uns frei, denn, überlegt, selbst wenn wir sagen: „Ich bin ein Geschöpf“, unser ganzes Wesen aber dagegen ankämpft, dann belastet das unser Leben. Wann kämpfen wir dagegen an? Wenn wir unsere Begrenztheit nicht anerkennen. Ein Geschöpf ist begrenzt, ein Geschöpf ist nicht vollkommen, sondern unvollkommen. Ein Geschöpf kann sich alleine nicht retten. Ein Geschöpf kann alleine nicht heilig werden. Ein Geschöpf kann alleine nicht in die neue Schöpfung eintreten. Ihr seht also, dass es befreiend ist.

Im Gegensatz zu Jesus wurden wir in die Sünde, in die Erbsünde hineingeboren. Er ist uns in allem gleich außer der Sünde. Uns hat die Erbsünde berührt und nur Jesus kann die Erbsünde in uns besiegen. Nur, indem wir Ihn annehmen und diese Liebe anerkennen. Wann nehmen wir diese Liebe an? Wenn wir sie lieben. Und wann lieben wir sie? Wenn wir sie kennen. Also auch: diese Realität und diese Wahrheit, von der wir seit jeher wissen, diese Liebe kennen, aber auch betrachten und das führt uns dazu, die Sünde zu besiegen; die Erbsünde und alle Sünden, denn es ist die Liebe, die die Sünde besiegt, nicht unsere Willenskraft.

Demut bedeutet nicht, sich zu demütigen. Wir verwechseln häufig wahre Demut damit, uns zu demütigen. Ich wiederhole, wahre Demut bedeutet: Ich bin begrenzt, ich bin Geschöpf. Und ich wiederhole auch: Das befreit mich und erdrückt mich nicht. Es befreit mich zu wissen, dass ich Gott brauche. Es macht mich glücklicher, freier zu wissen, dass ich ohne Ihn nichts tun kann. Jemand, der nicht demütig ist, fühlt sich von diesem Bedürfnis hingegen beschränkt, er fühlt, dass ihm etwas fehlt. In der Wahrheit erkennt das Geschöpf, dass ihm etwas fehlt, dass ihm viel fehlt. Aber es weiß, dass ihm Jesus all das gibt, was es benötigt, es weiß, dass Gott es nicht daran fehlen lassen wird, ihm das zu geben, was es braucht. All das ist befreiend und führt allmählich zur Umwandlung.

Was bedeutet das, Gott zu brauchen, wenn wir auf diesem Weg sind? Ich denke, dass wir gelassen sagen können: Wir betrachten alles, was Gott uns geschenkt hat, wir betrachten diese Zeit, die außergewöhnlichen Gaben, die Er uns schenkt, ausgehend von den Sakramenten. Wir brauchen sie, selbstverständlich. Ohne sie geht es nicht, natürlich, aber deshalb stehen sie uns auch zur Verfügung. Wir brauchen das Gebet, sicherlich. Gerade weil wir als Geschöpfe geboren wurden und in die Erbsünde eingetaucht sind und von ihr berührt werden, schaffen wir es nicht, wenn wir nicht beten. Vor allem aber brauchen wir die Eucharistie.

Ihr seht also, wie alles in unserem Leben als Geschenk der Liebe bereits vorgesehen ist. Es wurde uns bereits alles geschenkt, als Geschenk der Liebe. Seht, wenn wir uns nicht als Geschöpfe erkennen, erkennen wir auch die Geschenke Gottes nicht, die Er uns gibt und es gelingt uns auch nicht, die Liebe zu spüren, die Gott uns schenkt, weil Gott uns als Geschöpfe liebt. Er liebt uns für das, was wir sind. Wenn wir uns also nicht als begrenzt erkennen, dann gelingt es uns auch nicht, die ganze Liebe zu spüren, die Er uns schenkt, weil wir sie nur dann suchen und für sie empfänglich sind, wenn wir unseren Vorstellungen nach brav, vollkommen und recht sind. Dabei verlieren wir viel von dieser Liebe, da sie hingegen noch viel stärker ist, wenn wir nicht recht, sondern fehlerhaft sind. Wenn wir uns also als nicht begrenzt erkennen, sind wir es, die verlieren, Gott verliert dabei nichts.

Wenn wir es genauer betrachten, war die große Sünde Luzifers – und der anderen Engel, denn man spricht immer nur von Luzifer, aber nicht nur er hat sich aufgelehnt, sondern mit ihm viele Engel, er war nicht der Einzige –, der Fehler, nicht anzuerkennen Geschöpf zu sein. Sie wissen – und das bedeutet, dass sie diesen Fehler immer noch und bis in alle Ewigkeit machen –, dass sie Geschöpfe und keine Schöpfer sind, aber sie akzeptieren es nicht. Sie haben sich deshalb gegen Gott aufgelehnt, weil sie es nicht akzeptieren. Indem sie es nicht akzeptieren, Geschöpf zu sein, möchten sie wie Gott sein. Dann lehnten sie sich noch mehr auf, weil Gott bereits an den Menschen dachte und sie nicht wie der Mensch sein möchten. Wir können noch Verschiedenes anführen, aber der Ausgangspunkt ist nicht zu akzeptieren, Geschöpf zu sein, schön, leuchtend, mächtig, aber Geschöpf.

Wenn wir es genauer betrachten, so ist das Geschenk des Lebens das größte Geschenk, aber unmittelbar darauf folgt das Geschenk der Freiheit. Bereits die Tatsache, sich als Geschöpf anerkennen zu können oder eben nicht, weist auf die Freiheit hin. Luzifer war frei, sich als Geschöpf anzuerkennen oder nicht. Er entschied sich für ‚oder nicht‘, in der Freiheit. Und das gilt auch immer für jeden von uns.

Die Liebe annehmen, die uns erschafft, die Liebe annehmen, die für uns bezahlt und jene Liebe annehmen, die unser ganzes Leben vorsieht, damit wir durch die Umwandlung und Auferstehung, durch seine Verherrlichung, die Er in uns vollzieht, zum wahren Leben zurückkehren, dazu, Kinder Gottes zu sein. Diese Liebe anbeten ist das Leben, es ist der Grund, weshalb wir auf der Erde sind.

Ich denke, wenn wir in diesen Tagen die Allerheiligste Jungfrau Maria und den Heiligen Josef betrachten, sehen wir zwei, die gerade das bezeugen: zwei Geschöpfe, auch wenn Maria ohne Sünde empfangen wurde, sich aber als Geschöpf erachtete, das den Schöpfer braucht und dem Schöpfer gegenüber gehorsam ist. Betrachten wir auch das Evangelium von heute: der Heilige Josef träumt von einem Engel. Für uns ist es heute klar, wenn wir hören: «Fürchte dich nicht, das Kind, das in Ihr heranwächst, wurde vom Heiligen Geist empfangen.»[1] Versetzt euch in die Lage von Josef, der träumt: «Empfangen…», was bedeutet das? Und doch glaubt er. Er ist Geschöpf, aber er nimmt alles an, was ihm der Schöpfer sagt und steht auf und tut, was ihm gesagt wurde. Wenn ihr das ganze Leben von Maria und Josef betrachtet, so waren sie immer Geschöpfe. Sie bezeugen diese Hilfe und was in dieser Zeit geschehen ist. Und ich denke, dass gerade sie uns jetzt, wo wir uns in dieser lebendigen Gegenwart Jesu im Rahmen seines zweiten Kommens befinden, helfen, diese Haltung einer wahren Hingabe, eines wahren Gehorsams Gott und dem Geist Gottes gegenüber einzunehmen, der gegenwärtig ist, zu uns spricht und uns berührt.

Ich denke, dass wir sagen können, dass zwei Leben in uns sind. Es ist eine Möglichkeit, ein bisschen unsere Person zu beschreiben: da ist unser Leben, das, was wir denken, alle Handlungen, die wir tun; aber es ist auch dieses göttliche Leben in uns, das Leben des Geistes, die lebendige Gegenwart, das Abbild und das Gleichnis mit Gott. Der Sohn Gottes ist bereits in uns. Unser Leben ist, wie bereits gesagt, von der Erbsünde berührt. Das Leben Jesu, Jesus, der bereits in uns ist und somit sein Leben in uns, wurde nicht berührt. Es ist nicht wie bei der Allerheiligsten Jungfrau Maria, die ohne Erbsünde empfangen wurde, aber auch in uns befindet sich durch die Taufe dieses Leben, dieses lebendige Abbild, das nichts mit der Sünde gemein hat. Und ich glaube, dass unser Leben genau das ist: das Verschmelzen dieser beiden Leben. Wenn wir von Umwandlung sprechen, davon, dass Jesu sich in uns verherrlicht und uns zur Auferstehung führt, ist das genau das.

Es gibt noch eine andere Art und Weise, um das auszudrücken, was wir in dieser Zeit sagen: diese beiden Leben, die verschmelzen, um ein Leben zu werden, unser Gedanke, der mit seinem verschmilzt, unser Leben, das stirbt und seines, das aufersteht. Natürlich sind es immer wir, aber wir gehen als neue Geschöpfe hervor. Und auch hier: ohne Gott gelingt uns das nicht, ohne Ihm zu folgen, denn nur Er kennt den Weg. Er ist den Weg zuerst gegangen und kennt ihn für jeden von uns, wir nicht. Die Hilfe, die Er uns schenkt, haben wir bereits gesehen und Er schenkt uns noch viel mehr: außergewöhnliche Werkzeuge, gewöhnlich Werkzeuge, … Er schenkt uns jetzt auch Orte. Aber manchmal sind diese Hilfen, die uns geschenkt werden – und gerade hier prallt unser Leben mit seinem zusammen – Prüfungen, Probleme, Krankheiten. Es sind Werkzeuge, damit sich unser Leben mit seinem vereint, damit es mit seinem verschmilzt. Und das können wir nur im Glauben, in der Gewissheit, dass Gott uns liebt und unser Leben lenkt, in der Gewissheit, dass Er uns nichts Böses will, auch wenn es schwierig ist für uns; in der Gewissheit und der Hoffnung, dass alles, was wir erleben, Sinn hat, wenn wir Ihm treu bleiben.

Ich würde sogar noch weiter gehen: Manchmal fällt es uns sogar schwer, treu zu bleiben. Ich rate euch: Seid euch sicher das ER treu ist. Wir sind es nicht, aber Er schon. Wenn wir also sozusagen ‚nichts‘ tun – nicht in dem Sinn, dass wir nichts tun sollen, sondern, indem wir eine Haltung annehmen, in der wir offen sind – kann Er wirken, Er ist treu. Und in dieser seiner Treue verherrlicht Er sich in all diesen Prüfungen und dann werden wir umgewandelt und können auferstehen. Wir befinden uns übrigens in der Woche, in der wir uns jedes Jahr an Sein Leben erinnern. Er hat diese Durchgänge zuerst an sich selbst erlebt. Er bittet uns nicht, sie zu durchleben, während Er sie nicht durchlebt hat. Er hat sie durchlebt und sagt uns: „Lasst mich gewähren, damit ich diese Durchgänge auch in euch durchleben kann“. Er bittet uns nicht, sie zu tun, Er sagt: „Lasst mich gewähren, damit ich sie machen kann, damit ich in jedem von euch das Kreuz nehmen und es zu Gott bringen kann; damit ihr aufersteht“. Es ist immer sein Werk.

Um diese Liebe, um diese Art zu lieben betrachten zu können, um sie ein bisschen verstehen zu können, gibt es nur einen Weg: die Stille. Wenn ich sage, dass wir nichts tun müssen, meine ich damit nicht, materiell nichts tun, ich meine damit genau diese Stille. Der einzige Weg zu verstehen ist, in die Stille einzutauchen. „Du, Herr, weißt“. Stille, die nicht bedeutet: „Ich sage nichts“. Ich will damit also nicht sagen, werden wir alle stumm, sondern leben wir in der Stille von jeder Stimme, von all unseren Gedanken, in der Stille von all den Dingen, die sich in uns bewegen, und, seien wir ehrlich, Lärm machen: Vorstellungen, Murren,… all das macht Lärm. Auch von all den schönen Ideen, wie wir etwas für Gott tun können: wir nennen es Aktivismus, geistigen Aktivismus.

Ich rate euch, zumindest in dieser Woche – und möge es dann eure Art zu leben werden – zur Stille; zur Stille, um tatsächlich Ihn zu betrachten. Seht, in der Nacht von Weihnachten, in der Jesus auf die Erde kam, lag alles in der Stille, alles: die Schöpfung lag in der Stille, alle Engel waren still. Alle waren still, alle beobachteten, was Gott sich hatte einfallen lassen, um die Menschen zu retten. Alle waren still. Die Allerheiligsten Jungfrau Maria war still, der Heilige Josef dachte: „Was wird geschehen?“ Das Universum lag in der Stille. Dann explodierte der Lobpreis des Heiligen Michael, der Gesang der Engel, als er zu den Hirten ging: «Ich überbringe euch eine große Freude.»[2] Aber ich sage euch, dass bis zu diesem Augenblick alles in der Betrachtung der schöpferischen Stille Gottes lag.

Es ist in der Stille, in der der Heilige Geist Intentionen, seine Wünsche hervorruft, in der Er in uns den Weg öffnet, den wir gehen müssen. Er zeigt ihn uns in der Stille deutlich auf. Es ist in der Stille, in der Er unser Denken öffnet. Dieses Jahr erhielten wir Worte der Heiligen Petrus und Paulus, in denen sie sagten, dass sie uns in der Nacht Dinge mitteilen[3]. Wir haben dafür einen Beweis, da die treuen Schwestern und Brüder den Wissenschaftlern der Erde die Lösung für die Impfung mitteilten. Aber wer nimmt sie an? Der, der es versteht und lernt, in der Stille zu sein. Wie oft wurde uns gesagt – und das gilt für die neue Medizin, für die Wissenschaft – dass, würden wir, anstelle zu suchen und entdecken zu wollen, in das Geheimnis eintauchen, würde uns Gott alles offenbaren. Wie? Durch Eingebungen, indem wir weitergehen und uns einsetzen.

Versuchen wir also, die Stille zu leben, versuchen wir in dieser Woche wirklich, in die Freude einzutauchen wie zur Zeit der Geburt Jesu, als Gott sich etwas einfallen ließ, um uns zu retten. Wir haben noch nicht alles entdeckt: Wir haben begriffen, wie Er uns erlöst hat, wir haben begriffen, dass Er uns einen Weg geöffnet hat, aber die neue Schöpfung haben wir noch nicht begriffen. Wir haben noch nicht begriffen, wie die Begegnung mit den treuen Schwestern und Brüdern aussehen wird. Auch was das Leben in unseren Dörfern konkret für uns bedeutet. All diese Initiativen, die vor uns liegen, haben wir noch nicht begriffen. Tauchen wir in die Stille ein und hören wir innerlich zu.

Und ich bitte Maria, Mutter der Stille, uns in dieser Woche zu begleiten, uns zu begleiten, damit wir wirklich zulassen, dass die ganze Gnade Gottes in uns hervorkommen kann, dass der Sohn Gottes in jedem von uns geboren werden kann; uns auf dieser wunderbaren Reise, die das Leben ist zu begleiten, die wunderbar ist, wenn wir sie mit Ihm gehen, diese wunderbare Reise, die nicht von den Prüfungen, den Durchgängen abhängt, sondern lediglich von der Fähigkeit, in dieser Stille zu stehen und zu betrachten, dass Gott Gott ist. Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.

[1] Vgl. Mt 1, 18-24

[2] Vgl. Lk 2, 10

[3] Vgl. Botschaft des Heiligen Apostels Petrus „Folgt den Spuren der Heiligen, in Gemeinschaft mit ihnen“ und des Heiligen Apostels Paulus „Ihr lebt bereits im kosmischen Pfingsten“ vom 29. Juni 2021, beide veröffentlicht auf https://unterwegszurneuenschoepfung.org