Gedanken – „Das Geheimnis der Erlösung“

von Pater Tomislav Vlašić

(übersetztes Audio)

  1. Februar 2021

Pater Tomislav Vlašić: Liebe Schwestern und Brüder, heute möchte ich über das Thema „Das Geheimnis der Erlösung“ sprechen und das Geheimnis der Erlösung als Volk des ganzen Universums, als Kirche des ganzen Universums feiern. Das ganze vergangene Jahr über und auch in der Weihnachtszeit erlebten wir eine besondere Teilnahme des Lebens Gottes an unserem Leben und unsere Teilnahme am Leben Gottes. Jetzt treten wir mit dem kommenden Mittwoch in die Fastenzeit ein, wo dieser Weg, das Geheimnis der Erlösung zu feiern, beginnt und mit dem Fest der Himmelfahrt und dem Fest der Allerheiligsten Dreifaltigkeit endet, wo der Sohn Gottes, der Erlöser, in die Herrlichkeit beim Vater zurückkehrt. Das ist also der Weg, um dieses Geheimnis zu leben. Ich möchte einige Orientierungshilfen zu Beginn dieser Fastenzeit geben, dann werden euch die Priester begleiten, die euch am nächsten sind.

Beginnen wir mit den Lesungen des sechsten Sonntags, Lesejahr B. Die erste Lesung aus dem Buch Levitikus spricht über den Aussätzigen[1]. Der Aussätzigen wurde in der damaligen Mentalität nicht nur als körperlich Erkrankter gesehen, sondern als Sünder, da der Aussatz entsprechend dieser Mentalität eine Folge der Sünde war. Der Aussätzige wurde von der Gemeinschaft mit dem Volk Gottes ausgeschlossen, er wurde abgesondert und lebte alleine, was bedeutet, dass er wie jemand ohne Gnade behandelt wurde. Das Evangelium nach Markus zeigt die Heilung eines Aussätzigen[2], der vor Gott auf die Knie fiel und schrie: «Wenn du willst, kannst du mich rein machen.» Warum schrie er? Er schrie aus tiefstem Herzen, im Bewusstsein des Übels das er durchlebte, auch in geistiger Hinsicht. Und Jesus antwortete bewegt: «Ich will – werde rein!», und der Mann wurde rein. Danach verbot ihm Jesus, Ihm zu folgen. Er wies ihn an, niemandem etwas zu sagen, um nicht zu stören, aber Zeugnis abzulegen, aber dieser Mann verkündete überall die Gnade Gottes.

Betrachtet diese Elemente, sie alle dienen dazu, diese Zeit der Erlösung zu entfalten: unser individuelles Bewusstsein und das kollektive Bewusstsein der ganzen Menschheit: wenn wir von Gott losgelöst sind, befinden wir uns in Todesgefahr; und dass jeder von uns und wir alle gemeinsam durch Jesus Christus in der Macht des Heiligen Geistes den Weg hin zur neuen Schöpfung, zur Auferstehung gehen und dass wir bereits hier auf der Erde zur Verherrlichung Gottes leben, um die Herrlichkeit im Himmel zu erreichen. Der Heilige Paulus sagt: «Nehmt mich zum Vorbild, wie ich Christus zum Vorbild nehme», und er fügt hinzu: «Tut alles zur Verherrlichung Gottes.»[3] Die grundlegende Ausrichtung in dieser Zeit ist also sich zu erheben, um zur Verherrlichung Gottes zu leben, im Bewusstsein, dass Gott da ist, dass Er in seinem Sohn Jesus Christus, dem König des Universums unter uns ist. Wenn wir wie dieser Aussätzige bereit sind umgewandelt zu werden, in die Herrlichkeit Gottes geführt zu werden, dann sagt Jesus: «Ja, ich will, werde rein!» Natürlich war die Heilung des Aussätzigen etwas Besonderes, ein Zeichen. Wir müssen einen Weg zurücklegen, so wie jedes Leben, das beginnt, einen eigenen Weg in der Freiheit, einen Weg der Reife hat, um die Fülle zu erreichen. Das ist der Rahmen für diese Feier des Geheimnisses der Fastenzeit und der Österlichen Zeit, ausgerichtet auf den Sieg, auf die Herrlichkeit Gottes, die auch unsere Herrlichkeit ist, die Auferstehung, und auf diese Weise können wir dieses Licht und diese Gnade für die ganze Menschheit greifbar machen.

Wenn das Geheimnis des Glaubens gefeiert wird, wird das Gedächtnis des Heils gefeiert. Was ist dieses Andenken? Ihr wisst, dass wir nach dem Abbild Gottes erschaffen wurden, aber nicht nur, sondern auch nach dem Gleichnis Gottes. Dieses Abbild haben wir vor unseren Augen, jene Erinnerung an das, was wir waren. Das Gleichnis bedeutet, Gott ähnlich zu handeln. Jede Erinnerung beinhaltet in sich auch das Gedächtnis. Wir sehen in der Gesellschaft große menschliche Tragödien, manche feiern die Helden, manche die Scharfrichter. Anlässlich der besonderen Feste, wie zum Beispiel zu Weihnachten, wenn sich die Familie versammelt, wenn die Gegenwart Gottes spürbar ist, werden oft Selbstmorde begangen oder Menschen verletzen sich selbst. Vor allem Kinder, die Leid erfahren haben, tun dies. Heute, während der Epidemie, geschieht das häufig. Was bedeutet das? Das bedeutet, dass sich in uns, in unserem Gedächtnis, zwei Arten von Energien gegenüberstehen: die reine, lebensnotwendige Primärenergie und jene zerstörerische Energie. Wenn sich nun manche Menschen an gewisse schreckliche Ereignisse in ihrem Leben erinnern, dann erwacht auf dominante Weise die negative Energie. Seit der Erbsünde ist die Erde von dieser zersetzenden, negativen Energie umfangen und unsere Erinnerung ist, wie uns die treuen Schwestern und Brüder bezeugen, auf ein Mindestmaß reduziert. Daher kann auch das Andenken nicht dynamisch sein und nicht auf lebendige Weise ausgedrückt werden, wie Gott es vorgesehen hätte. Wir haben die Erinnerung an das verloren, was wir waren, dessen, was Gott uns schenken wollte: das eigene Leben, an Seinem Leben teilzunehmen. Indem wir die Erinnerung verloren haben, haben wir auch jene Gnade verloren, Gott ähnlich zu handeln und die negative Energie hat von uns Besitz ergriffen.

Diese Zeit, in der wir leben, ist, wie wir verkündet haben, die Zeit der Gegenwart Christi, insbesondere durch sein zwischenzeitliches Kommen, um sein glorreiches Kommen vorzubereiten. Und seine Gegenwart wird sehr machtvoll sein, sie wird sich Schritt für Schritt in einem Volk zeigen, das unterwegs ist, um umgeformt zu werden, um innerlich auferstanden zu sein und zur neuen Schöpfung gebracht zu werden. Jene, die sich der Gnade gegenüber verschließen, die das Heil durch Christus, den König ablehnen, versinken in jener negativen Energie. Das ist das Gesetz, das das Leben regiert. Ihr könnt es auch Psychologie nennen, oder wie ihr wollt, aber so ist es und das gilt für die Erde und für das ganze Universum.

Was müssen wir tun? In diesen Jahren ist in uns und vor uns alles vorgezeichnet. Vor allem wird uns der innerliche Weg unserer Teilnahme am dreifaltigen Wirken gezeigt: die Hingabe an Jesus Christus durch das Unbefleckte Herz Mariens, um am dreifaltigen Leben teilnehmen zu können. Wir haben auf unserem Weg Schritte durch das Unbefleckte Herz Mariens gemacht, unserer Mutter, Königin, Miterlöserin, Mutter und Königin der neuen Schöpfung. Das waren nicht nur Titel. Es bedeutet, unser Leben der Macht der Mutter und Königin anzuvertrauen, es ist für uns alle der Zugang, um an der Königswürde der Mutter, an ihrer Allmacht teilzunehmen, an ihrer Eigenschaft als Miterlöserin, die Sie aus Gnade von Gott erhalten hat; es ist der Zugang, um an Ihrer Entscheidung teilzunehmen, die ganze Macht zu verwenden, die Sie von Gott erhalten hat, um die Kinder Gottes zu beschützen, hervorzubringen und zu begleiten. In mehr oder weniger einer Woche, am 21. Februar, feiern wir als Kirche des Universums die Messe zu Ehren der Miterlöserin. Am Montag, dem 22. Februar, der Kathedra Petri, aber auch der Offenbarung der Miterlöserin, feiern wir feierlich in unseren Häusern und mit dem Volk das sich versammelt diese Tatsache und bringen Gott Lobpreis dar für dieses Geschenk. Die Mutter und Miterlöserin hat dieses Jahr der zwischenzeitlichen Gegenwart Jesu unter uns vorbereitet.

Was wird Jesus in diesem Jahr tun? Wenn wir bereit sind, wie dieser Aussätzige, wenn wir anerkennen, dass wir Probleme haben, die wir lösen müssen, dass sich diese Menschheit ändern, den Weg finden muss, um Gott zu finden und mit Gott zu leben, dann wir der Herr tiefgreifend auf uns einwirken, wie Er auf den Heiligen Petrus, den Heiligen Johannes, die ganzen Apostel einwirkte, um uns weiterzubringen und damit wir in uns die Macht des Auferstandenen Christus erfahren. Dann geschieht die Evangelisierung wie eine Frucht, wie eine Blume, die erblüht, wie eine reife Frucht, die uns ruft: nehmt mich, kostet, ich tue euch gut. Unser Leben ist dazu fähig, dieses Leben auszustrahlen, es auf der Erde zu offenbaren. Es ist der einzige Weg, um aus dieser Epidemie, aus allen Epidemien, auch den geistigen, herauszukommen.

Die Kirche Jesu Christi muss das innerlich als den Weg verstehen, der schnell zur neuen Schöpfung führt und gleichzeitig die Verantwortung ihrer Berufung übernehmen, der Kirche Jesu Christi zugunsten aller Kinder Gottes anzugehören, die in die neue Schöpfung eintreten möchten. Wir sind zur Offenheit für Christus berufen, wie der Heilige Paulus sagt, «nehmt mich zum Vorbild, wie ich Christus zum Vorbild nehme», damit Er uns in dieser Fastenzeit umwandeln, in uns das Böse besiegen möge, bis dorthin, wo das Böse unser Leben wie in einem Selbstmord hat versinken lassen. Der Tod ist eine Art Selbstmord, denn Gott verursacht den Tod nicht; es war Satan, der den Tod verursachte. Jesus wird in uns und unter uns herabkommen, um das zu heilen, was in uns noch krank ist, um uns zu jenem reinen Bild unseres Lebens zu führen, das Gott hat und um uns fähig zu machen, das Böse und den Tod zu besiegen und das Leben zu bejubeln. Unser Weg durch die Fastenzeit geht also nicht in die Richtung, das Leiden Christi zu betrachten, um über uns selbst oder über Jesus zu weinen, sondern um mit Ihm jede Welle des Bösen zu reiten, die es heute in der Welt gibt, um Schritt für Schritt zu siegen. Am Ende wird die ganze Schöpfung befreit sein.

Die Gegenwart Jesu unter uns bringt die Gnade mit sich, dass wir an einem machtvollen dreifaltigen Wirken in uns teilnehmen können. Das wurde uns durch seine einzige Kirche im ganzen Universum gesagt. Denkt also daran, welche Rolle die Mutter Gottes für uns spielt: Sie ist unter uns, an der Seite eines jeden von uns. Die ganze Kirche des Universums ist an unserer Seite, die Heiligen, die treuen Schwestern und Brüder, die Seelen des Fegefeuers, die lebenden Schwestern und Brüder im ganzen Universum und auf der Erde, und alle werden dieses Jahr in der Kirche das Osterfest insbesondere mit der Gegenwart Christi feiern und wir können an dieser Gnade teilnehmen. Uns zu öffnen, zu erlauben, dass der Herr zu uns spricht, dass Er uns verändert, uns umwandelt und uns fähig macht, Gott, das Antlitz Gottes zu betrachten und wie die Engel dieses Leben aufzusaugen, das in uns und unter uns zu kreisen beginnt. Am Ende strömt dieses Leben, unser Leben über und offenbart sich den anderen.

Ein paar konkrete Dinge: die erste Frage ist: möchtest du völlig geheilt werden? Der Aussätzige war sich dessen bewusst und schrie: «Wenn du willst, kannst du mich rein machen». In uns muss dieser Schrei sein – Schrei, Gebet, Wunsch, dass der Herr all das enthüllen möge, durch das wir mit Ihm hindurchgehen müssen, um jene Quelle der zersetzenden Energie in uns zu besiegen, die uns zu einer Art Selbstverletzung oder Selbstzerstörung führt – denn wir müssen mit Glauben an dieser Umwandlung teilnehmen. Wie können wir das tun? Eines ist sicher, wer diesen Weg gehen möchte, kann sich nicht mit dem Aufsagen von Gebeten zufriedengeben oder ein Gewohnheitstier bleiben aus Pflicht der Religion gegenüber. Er muss mit dem lebendigen Christus, der berührt und den wir berühren können, eine Beziehung eingehen: «Wenn du willst, kannst du mich rein machen»; «Ich will!» Wenn ihr aufrichtig darum bittet, ist Er bereits da: «Ich will!», und beginnt auf seine Art, in der Zeit, die Er vorsieht, zu handeln, Schritt für Schritt wie ein Vater, eine Mutter, die das Kind bei seinem Wachstum begleiten.

Das Zweite ist: findet in dieser Zeit die Zeit zu lesen, zu meditieren und zu betrachten. Was? Das Wort des Evangeliums, der Heiligen Schrift, aber ihr müsst am Wort Gottes teilnehmen, das in diese Zeit durch die treuen Schwestern und Brüder, durch die Engel, die Heiligen, durch die Allerheiligste Jungfrau Maria, durch Jesus Christus und durch den Heiligen Geist herabgekommen ist, und auch der Vater hat gesprochen. Es waren keine privaten, persönlichen Worte und Botschaften: die ganze Kirche des Universums hat zu allen Kindern Gottes gesprochen. Sie hat ihre Erfahrung, ihre Macht, die Energie der Gnade übermittelt, ausgehend vom Heiligen Erzengel Michael, aber auch unsere Schutzengel, alle um uns herum sind miteingebunden. Diese Worte also, die der Dreieinige Gott und die ganze Kirche durch diese Offenbarungen an uns gerichtet haben, sind um uns herum lebendig, sie sind die gegenwärtige, lebendige Kirche in dieser Zeit, die bei uns ist. Indem wir über diese Worte nachdenken und sie leben, fügen wir uns als Kirche des ganzen Universums in diesen Weg ein und nehmen all das Gute der Jahrtausende an und sammeln es, da es den Kindern Gottes gehört. Dieser Reichtum wird sich auf die ganze Erde, auf alle auswirken, auch auf den Letzten, den wir einsammeln müssen. Jeder von uns muss diese Haltung einnehmen.

Es gibt einige praktische Dinge: heute wird viel über psychische, psychologische Probleme in den Familien aufgrund der Epidemie gesprochen. Wenn ihr euch bemüht, in euren Kindern, in euren Familien diese Beziehung mit dem lebendigen Gott, mit der Kirche des lebendigen Gottes zu erwecken, dann wird sich die ganze Kirche des Universums in euren Häusern, in euren Familien zeigen und ihr werdet die ganze Gnade spüren. In euren Kindern wird das Leben erwachen, nicht die Selbstzerstörung. Das ist der Augenblick, in dem die Christen guten Willens einen Qualitätssprung machen müssen, aus dem eigenen Bedürfnis heraus, aber auch aus Pflicht all jenen gegenüber, die verzweifelt sind und nicht wissen, wie sie aus der Verzweiflung herauskommen.

Ich rate euch nicht, Mönche oder Nonnen zu werden, sondern Zeit für die Stille zu finden, um dem lebendigen Gott, um Christus in euch zu begegnen und diese Gnade in euch zu spüren. Findet die Zeit, um in diese Beziehung einzutreten. Geht nicht in die Kirche, um eine Pflicht zu erfüllen, das ist der falsche Weg. Die Religion rettet euch nicht. Aber wenn ihr in die Kirche geht, um dem lebendigen Gott zu begegnen, wenn ihr das sucht, werdet ihr Ihn finden. Wenn die Priester ihrer Aufgabe nicht gerecht werden, vermittelt die Kirche des ganzen Universums und ihr werdet den lebendigen Gott finden. Gibt es Probleme in euren Familien? Ruft Christus, der gegenwärtig ist, um Hilfe an, die Mutter, Königin und Miterlöserin, ruft die Schutzengel und die ganze Kirche des Universums an und ihr werdet von der Gnade erfüllt werden.

Das sind die Richtung und die Punkte, denen zu folgen ist. Nehmt diese Haltung an und bereitet euch darauf vor, euch auf den Weg zu machen. Das nächste Mal sprechen wir anlässlich unseres Hochfestes der Miterlöserin zu euch. Aber es bringt nichts, zu euch zu sprechen, wenn ihr nicht eintaucht und euch nicht vorbereitet. Bereitet euch vor und spürt, dass Jesus sofort kommt, um euch zu helfen und schickt Ihn zu den Unglücksmenschen, zu den Armen, den Verwirrten. In diesen Tagen hatte ich gesundheitliche Probleme und so sagte ich zu Jesus: „Du hast mich gesandt und jetzt sende ich Dich. Ich kann nichts tun, geh Du zu den Armen, den Regierenden, den Verwirrten, den Abweisenden, geh überall hin.“ Auf diese Weise müssen wir handeln, damit die Gegenwart Christi die Erde und das ganze Universum erfüllt. Wie immer verspreche ich euch, euch zu begleiten gemeinsam mit jenen, die sich für diesen Dienst geweiht haben.

Und ich segne euch, damit der Herr Jesus unter euch gegenwärtig wird und ihr seine Gegenwart in allen Situationen spüren könnt, auch dann, wenn ihr glaubt, aus jener Situation nicht herauszufinden. Möge Jesus Christus gegenwärtig sein, um über alle Wellen zu regieren, die euch treffen, um die Wellen des Bösen zurückzuweisen und damit ihr die Wellen der Gnade wahrnehmen und die Rettung leben könnt, im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.

[1] Vgl. Lev 13,1-2.45-46

[2] Vgl. Mk 1,40-45

[3] Vgl. 1Cor 10,31-11,1