Das Letzte Abendmahl des Herrn

Botschaft des Heiligen Apostels Johannes vom 11. Juni 2020 – Hochfest des Leibes und Blutes Christi, Fronleichnam1

Das Letzte Abendmahl des Herrn

 

„Geliebte Schwestern und Brüder,

ich segne euch an diesem so großen Tag für die Kirche Gottes, die im Universum verstreut ist. Auf der Erde gedenkt ihr vor allem der Einsetzung der Eucharistie beim Letzten Abendmahl. Es werden der Leib und das Blut Christi in der Gestalt der Hostie verehrt.

Dennoch geschah beim Letzten Abendmahl, neben der Einsetzung der Eucharistie, die an sich schon ein außerordentliches Ereignis ist, etwas ebenso Bedeutendes: der Beginn der Passion Jesu. Gerade hier gab Jesus sich selbst hin, noch vor dem Kalvarienberg. Er verwandelte den auf dem Tisch vorhandenen Wein und das Brot in Seinen Leib und Sein Blut. Er bot sie uns Aposteln an, bevor wir uns in alle Richtungen zerstreuten und von unseren menschlichen Ängsten eingeholt wurden. Beim Letzten Abendmahl opferte sich Jesus selbst auf und trat Luzifer entgegen, der bereits in Judas Iskariot gegenwärtig war. Er gab ihm die Erlaubnis zu tun, was er beabsichtigte. Mit den Worten, die im Evangelium zu lesen sind: „Was du tun willst, das tu bald“2, gab Jesus Luzifer die Erlaubnis, ohne der der Teufel niemals gegen Gott hätte vorgehen können.

Bei jenem dramatischen Abendmahl, bei dem Jesus den Verrat durch einen von uns ankündigte und uns Sein Blut zu trinken gab mit den ausdrücklichen Worten, dass es für uns und für alle vergossen würde, zitterten wir. Wir begannen zu verstehen, dass das, was uns Jesus über seine Passion vorausgesagt hatte, in Erfüllung ging. Mit der Fußwaschung zeigte uns der Herr, wie sehr sich die Liebe Gottes erniedrigt hatte, um den Menschen zu dienen, aber gleichzeitig zeigte Er uns, dass auch wir den anderen dienen müssen, wie Er uns gedient hatte.3

Es war eine dramatische Nacht, in der wir vor Ehrfurcht und Angst zitterten vor all dem, was geschah und noch geschehen musste; wir hatten den Heiligen Geist noch nicht empfangen, und alles erfüllte uns mit Entsetzen. Als wir im Garten von Getsemani die Wachen kommen sahen, verstanden wir, dass die Reise Jesu als Mensch zu Ende ging. Ich verstand jedoch in meinem Geist, dass etwas noch Größeres begann. Beim Letzten Abendmahl bat uns Jesus, die Wandlung des Brotes und des Weins in Seinen Leib und Sein Blut in seinem Gedächtnis zu erneuern, wie Er es getan hatte. Mit diesen Worten gab Er uns und den Priestern aller Zeiten die Macht, dasselbe zu tun, unaufhörlich, bis zum Ende der Zeiten.

Nach dem Abendmahl, bevor wir nach Getsemani gingen, bat mich Jesus, seine Mutter zu holen und Ihr zur Seite zu stehen, bis Er gestorben sei. Ich wusste, dass Jesus sterben würde, auch wenn ich diese Wahrheit aus menschlicher Sicht zurückwies, und dass das, was Er gesagt hatte, in Erfüllung gehen musste. Ich ging, um die Mutter zu holen, und das war für mich ein Moment größten Schmerzes. Unsere Blicke trafen sich in einer tiefen Stille. Wir wussten beide, was geschehen würde. Unsere Mutter litt, wie Jesus litt, und ich wusste nicht, wie ich Sie trösten sollte. Ich hatte keine menschlichen Mittel, um Sie zu trösten. Aber Sie war es, die mich mit ihrer Macht tröstete. Sie war es immer, die uns in jeder Prüfung tröstete.

In jener tragischen und großartigen Nacht hinterließ uns Jesus Seinen Leib und Sein Blut, die ihr heute in der Eucharistie verehrt. Sie wird auch im Himmel verehrt, von den Engeln und Heiligen.

Jedes Mal, wenn ihr die Eucharistie feiert, setzt ihr fort, was wir Apostel begonnen haben und erneuert das unermessliche Wunder der Wandlung des Brotes und des Weins in den Leib und das Blut Christi. Sie sind die einzige wahre Nahrung, die den Menschen auf dieser Erde geschenkt wurde. Ihr habt noch nicht ganz verstanden, was das bedeutet. Ihr wisst nicht, wie sehr die Kinder Gottes auf jenen Planeten leiden, auf denen Luzifer wirkt und wo es die Eucharistie nicht gibt. Dank der Gnade Gottes füllen jedoch die Sieben Großen Erzengel, die Priester der Zentralen Zelle und die neuen Priester diese große Lücke.

Wenn ihr in euren Messfeiern die Hostie und den Kelch erhebt, nährt ihr auf geistige Weise viele Schwestern und Brüder, auch auf den Planeten des Unteren Universums, wo die Eucharistie nicht gegenwärtig ist. Ich bitte euch daher, euch bewusst zu sein, dass ihr über die Zeit hinweg fortbestehen lasst, was Jesus während des Letzten Abendmahls tat und wir Apostel nach Ihm. Jedes Mal, wenn wir in den ersten christlichen Gemeinden das Opfer Christi feierten, erlebten wir Apostel dasselbe Ereignis des Letzten Abendmahls und empfanden eine tiefe Freude und Dankbarkeit Christus gegenüber. Wir spürten in uns die Macht Seiner Auferstehung. Jede eurer Feiern dürfte nicht nur die Teilnahme am Opfer Jesu sein, sondern auch an der Macht Seiner Auferstehung zugunsten vieler Seelen.

In jeder Heiligen Messe opfert ihr die Ereignisse auf und nehmt sie vorweg, denn im Opfer Jesu wird alles, was war, was ist und was sein wird verzehrt. Das Böse wird verzehrt und dem Teufel die Kraft genommen. Deshalb hasst Luzifer die Eucharistie und hat immer versucht, sie auf jede Weise zu entweihen. Er weiß um die Macht dieses Sakramentes und die Kraft der Teilnahme des Volkes am eucharistischen Opfer. Eure Teilnahme ist die einzige Möglichkeit, die ihr habt, um das Böse zu besiegen. Ohne die Hilfe Jesu, der durch die Eucharistie physisch in euch eintritt, hättet ihr keine Möglichkeit, diese schreckliche Wüste zu durchqueren, die karg und voller Schlangen und Skorpione ist, die das Leben auf der Erde darsellt. Welche Hilfe hättet ihr ohne die Eucharistie?

Ohne die echte Teilnahme des Priesters und des Volkes am Opfer Christi kann die Eucharistie ihre Wirkung nicht voll entfalten, ähnlich wie die Taufe, wenn die Hingabe des Lebens an Gott fehlt. Und das gilt für alle Sakramente. Die Teilnahme an der Heiligen Messe ist wichtig, aber ebenso wichtig ist es, die Eucharistie in euch aufzunehmen. Die Teilnahme allein schenkt euch nicht dieselbe Macht, die sich aus dem Empfang des lebendigen Christus in euch ergibt.

Versteht ihr, was es bedeutet, Christus in euch anzunehmen, mit der dreifaltigen Macht und der Primärenergie des Universums, die Er in sich trägt? Da sich die Menschen der Eucharistie gefühlskalt, zerstreut und hastig nähern, haben sie keinen Zugang zu dieser Macht. Es ist, als bestünde ein Schleier, ähnlich dem Schleier im Tempel von Jerusalem, der das Volk daran hinderte, das Allerheiligste zu sehen. Das liegt zum einen an den Priestern, die die Heilige Messe nicht so feiern, wie sie sollten, weil sie sich selbst nicht aufopfern, und zum anderen am Volk, das sich in gleicher Weise verhält.

Ihr seid stattdessen aufgerufen, gut zu verstehen, was es bedeutet, an der Heiligen Messe teilzunehmen und die Eucharistie zu empfangen. Es ist kein Ritus, keine Formalität und noch weniger eine Vorschrift: Es ist euer Leben, die Nahrung, die Gott euch schenkt, „eine wirkliche Speise und ein wirklicher Trank“4, wie Jesus sagte.

Ihr müsst zur lebendigen Eucharistie werden, sonst scheitert eure Mission. Wenn ihr das nicht seid auf der Erde, was seid ihr dann? Schwätzer, Prediger, Fanatiker, Mitglieder einer religiösen Konfession? Was seid ihr dann?

In vielen Kirchen, Klöstern und Stiften wird die Eucharistie entweiht, vor allem wegen der Gefühlskälte der Menschen, die an den Messfeiern teilnehmen. Das ist schlimm. Viele Ordensleute sind mittlerweile zu bloßen Mitgliedern einer Kongregation geworden, die alles für die Kongregation tun, der sie angehören, und nicht für den Herrn. Sie leben mehr für eine Struktur als für Jesus. Das darf nicht auch euch geschehen. Die Kirche Jesu Christi des Universums ist wichtig, sie ist ein grundlegendes Werkzeug, aber sie ist ein Werkzeug. Zuerst kommt Gott und dann sein Werkzeug. Macht nicht den Fehler, die Kirche höher zu stellen als Gott.

Ich segne euch, im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.“



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Nach den Worten des Heiligen Johannes wollte auch der Heilige Apostel Barnabas, dessen Fest auf den heutigen Tag fällt, sein Zeugnis hinzufügen.

 

Botschaft des Heiligen Apostels Barnabas

„Ich füge dem, was bisher gesagt wurde, meine eigene Erfahrung hinzu. Ich habe nicht am Letzten Abendmahl teilgenommen, ebenso wenig wie der Heilige Paulus, mit dem ich lange Zeit zusammengearbeitet habe. In den Eucharistiefeiern der ersten christlichen Gemeinden ließen unser Glaube und der des Volkes das Opfer Christi jedoch gegenwärtig werden. Wir spürten, was die Apostel beim Letzten Abendmahl empfunden hatten: den Schmerz des menschlichen Verrats, das Leiden Jesu auf dem Kreuz, die Macht seiner Auferstehung. Das muss sich auch in euch ereignen. Auch ihr habt die Möglichkeit, in jeder eurer Messfeiern die Macht der ersten Feier Christi beim Letzten Abendmahl zu spüren.

Die Kirche Jesu Christi des Universums müsste diese Macht fortbestehen lassen und nicht einen Ritus wiederholen. Sie müsste die Gegenwart Jesu lebendig werden lassen, denn Er ist es, der in jeder Heiligen Messe wirkt, indem Er das unermessliche Wunder der Wandlung des Brotes und des Weins in Seinen Leib und Sein Blut erneuert.

Dies ist die Aufgabe der Kirche, neben allen Werken der Nächstenliebe. Die Grundlage jedes Wirkens der Kirche besteht darin, in jeder Heiligen Messe das große Wunder der Transsubstantiation5 zu vergegenwärtigen. Dieses machtvolle Wunder nährt das ganze Universum und nicht nur die Erde, denn nicht ein Tropfen des Blutes Christi, das auf euren Altären vergossen wird, geht verloren.

Wenn ihr euch versammelt, um die Heilige Messe zu feiern, fühlt euch in den Abendmahlsaal versetzt, in dem Jesus sein Letztes Abendmahl feierte, so wie wir, Apostel der zweiten Generation, es taten. Das ist, was wir erlebten, auch durch die Erfahrung von Johannes, Petrus und den anderen Aposteln, die uns allen die Liebe zum lebendigen Christus zu vermitteln wussten. Um das Gleiche bitte ich euch im Namen vieler armer Menschen, die nicht die Gnade haben wie ihr, jeden Tag die Heilige Messe feiern zu können. Eure Verantwortung ist groß, aber auch eure Freude muss groß sein.

In jeder Heiligen Messe fühlt ihr das Leiden Christi auf dem Kreuz, das sich in jeder Messfeier erneuert, und den Verrat, der nicht nur der Verrat von Judas Iskariot war, sondern eines großen Teils der Menschheit. Aber lasst nicht zu, dass das Leiden des Kreuzes größer ist als die Freude der Auferstehung. Das Opfer des Kreuzes wird durch die Macht der Auferstehung vollendet, sonst bleibt es ein krankhaftes Leiden.

Das Blut Christi wurde für die Vergebung aller Sünden vergossen und nicht nur für die Erbsünde. Jesus bezahlte für die Sünde der Stammeltern und stellte die Beziehung zwischen Gott und der Menschheit wieder her, aber Er vergoss Sein Blut auch für eure persönlichen Sünden. Er liebte euch persönlich und gab sein Leben für jeden und für alle. Seid euch gewiss, dass das von Jesus auf dem Kreuz und auf jedem Altar vergossene Blut all eure Sünden tilgt. Das lässt euch verstehen, was die Auferstehung ist: der Sieg über den Tod und die Sünde, die den Tod hervorruft. Deshalb habe ich euch gesagt, dass die Kraft der Auferstehung Christi immer als Vollendung des Opfers des Kreuzes gegenwärtig sein muss. Das Kreuz darf nicht über die Auferstehung siegen und umgekehrt, sondern es muss ein Gleichgewicht herrschen. Wenn Jesus mit Seinem Leib und Seinem Blut in euch eintritt, müsstet ihr euch in ein Bad der Erneuerung eingetaucht fühlen und in euch die Macht des dreifaltigen Wirkens spüren. Vergesst nicht, dass es nicht nur Jesus ist, der durch die Eucharistie in euch eintritt, sondern die ganze Allerheiligste Dreifaltigkeit.

Denkt auch daran, dass die Allerheiligste Jungfrau Maria Vorbild und Werkzeug für die Kirche ist, denn kein anderes menschliches Wesen hat jemals so wie Sie am Opfer Ihres Sohnes teilgenommen und wird jemals so teilnehmen. Die Mutter kann euch mit ihrer Allmacht die wahre Teilnahme am eucharistischen Opfer vermitteln. Indem ihr von Ihr und mit Ihr lernt, werdet auch ihr am Opfer und an der Auferstehung Christi teilnehmen.

Ich segne euch, im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.“



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Am Ende unseres Gesprächs mit dem Heiligen Johannes und dem Heiligen Barnabas haben wir die Mutter Gottes gebeten, uns zu segnen.

Segen der Allerheiligsten Jungfrau Maria

Ich bin euch immer nahe. Meine Aufgabe als Mutter, Königin und Miterlöserin ist es, euch dabei zu helfen, in all euren Prüfungen und Leiden den Sieg der Auferstehung Jesu zu erfahren. Ich segne euch gemeinsam mit der ganzen Kirche Jesu Christi des Universums, im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.“

 

1 Auch wenn in Italien das Hochfest des Leibes und Blutes Christi, Fronleichnam, am Sonntag gefeiert wird, haben wir uns dennoch entschieden, es auch an diesem Tag zu feiern, wie es in vielen Ländern geschieht, die es am Donnerstag nach dem Dreifaltigkeitssonntag in Erinnerung an den Gründonnerstag feiern.

2 Joh 13,27

3 Vgl. Joh 13

4 Vgl. Joh 6,55

5 Die Transsubstantiation bezeichnet die wirkliche Gegenwart Christi im eucharistischen Sakrament durch den völlständigen Übergang der Substanz des Brotes und des Weines in jene des Leibes und des Blutes Christi durch die Worte der Wandlung, die vom Priester während der Messe gesprochen werden (Definition laut Oxford Languages).

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