Gedanken – „Hochfest Christi, König des Universums“

von Stefania Caterina und Pater Tomislav Vlašić

(übersetztes Audio)

  1. November 2019

Pater Tomislav: Liebe Schwestern und Brüder, ich wünsche euch ein schönes Hochfest Christkönig und möchte, dass wir alle in Christus, mit Christus und für Christus sind und dass wir an diesem Tag einen Weg beginnen, ein Eintreten in das Wirken Christi im ganzen Universum.

Heute hat Er gesprochen und wir geben euch die Botschaft, sobald sie abgeschrieben ist, unterdessen sprach Er aber über seine Kirche des ganzen Universums, die sein Mystischer Leib ist und dass seine Kirche sein lebendiger Leib sein muss. Sie kann keine Religiosität, keine Zugehörigkeit an ein religiöses Institut sein, sie verbraucht sich nicht dort, sondern sie muss in Christus, für Christus und mit Christus leben.

Ich möchte euch also einige Dinge sagen, die in Verbindung zu den heutigen Lesungen stehen[1]. In der ersten Lesung steht: «In jenen Tagen kamen alle Stämme Israels zu David nach Hebron und sagten: „Wir sind doch dein Fleisch und Bein“.» Die wahren Christen müssen ein Leib mit Christus sein, ein lebendiger Leib, sonst sind sie keine Christen. Das ist nichts Neues, es ist eine Neuigkeit für jene, die nach der Taufe eingeschlafen sind. In der Taufe wurden wir zu Priestern, Propheten und Königen gesalbt. Solange unser Priestertum, unsere Prophezeiung im Namen Jesu Christi, unser Königtum nicht explodieren, sich nicht mit aller Macht offenbaren, haben wir das christliche Leben in uns nicht erreicht.

Es gelingt uns gerade, das allgemeine Priestertum und die Prophezeiung ein bisschen zu erklären und zu verstehen, aber das Königtum ist schwieriger: sich völlig vom Allmächtigen Gott regiert zu fühlen, sich schon jetzt im Geist mit Jesus in den Himmel aufgenommen zu fühlen. Darin verwurzelt, wie der Heilige Paulus im Brief an die Kolosser sagt: «Danken wir dem Vater mit Freude! Er hat uns fähig gemacht, Anteil zu haben am Los der Heiligen, die im Licht sind.»

Der Christ ist jener, der spürt, dass Jesus wirklich seinen Körper genommen hat und dabei ist, ihn umzuwandeln, ihn zu erheben, bis er aufersteht, wie Er auferstanden ist, und nicht nur, sondern auch unseren umgewandelten, verherrlichten Körper mit Seinem verherrlichten Körper mitzunehmen und ihn an Seiner Bestimmung teilhaben zu lassen. Der Text des Heiligen Paulus ist sehr wichtig: «Er hat uns der Macht der Finsternis entrissen», unsere Sünden vergeben. Er sagt, dass Christus das sichtbare Abbild des unsichtbaren Gottes ist. In Ihm spiegeln wir uns wider, Er ist die Wahrheit, Er ist das Licht, in Ihm wird alles in uns erleuchtet, das heißt, alles erhält seinen Sinn, da wir durch Ihn, zu seiner Ehre erschaffen wurden.

«Er ist das Haupt, der Leib aber ist die Kirche.» Ohne Ihn ist die Kirche ein Organismus ohne Haupt. Ihr wisst, was das bedeutet. Ein Christ, der nicht mit dem lebendigen Christus vereint ist, ist ohne Haupt. Versteht ihr, was das bedeutet? Er ist der Erstgeborene, aber auch wir sind Kinder Gottes, wenn wir völlig an seinem Leben teilnehmen, um gemeinsam mit Ihm die Fülle zu erreichen.

Ich kehre zu den Worten des Heiligen Erzengels Michael vom 29. September[2] zurück, wo er uns dazu aufgerufen hat, unser Priestertum zu leben, uns zu reinigen und uns dem Heiligen Geist zu weihen, und während wir über den Tod Jesu, über jene Momente der Todesqualen gemäß der vier Evangelien nachdenken, können wir sehen, ob wir im Glauben, in der Hoffnung, in der Liebe mit Christus sind. Mit Christus, für Christus finden wir die Quelle unseres Lebens, die Quelle der Heilung, die Quelle der Befreiung von allen Sünden.

Ich möchte einige Punkte hervorheben, die pädagogisch, therapeutisch sind. Der Heilige Matthäus und der Heilige Markus schrieben die Worte Jesu: «Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?»[3] Viele Christen fühlen sich von Gott verlassen, sind verzweifelt und zählen nicht mehr auf Gott. Das ist die geistige Verzweiflung, aber Jesus war nicht verzweifelt, Er weinte und litt; wie jedes Kind, das vor seiner Mutter weint, wenn es leidet; aber Sein Glaube, Seine Hoffnung und Seine Liebe zum Vater hin… Er war nicht verzweifelt. Aber heute verzweifelt der Christ, wenn er nicht mit Dem vereint ist, der die Beziehung mit dem lebendigen Gott wiederhergestellt hat und das können wir nur überwinden, indem wir uns ungezwungen und mit Liebe Christus durch die Unbefleckte Mutter hingeben.

Der Heilige Lukas bringt im heutigen Evangelium eine Szene, in der das Volk, die Oberhäupter und die Priester Jesus beleidigten. Viele aus dem Volk waren jene, die Wunder gesehen und wundersame Heilungen erlebt hatten, aber uns zieht der Abschnitt der Vergebung des Verbrechers an. Ein Verbrecher beleidigte Ihn, der andere sagt: «„Nicht einmal du fürchtest Gott? Dich hat doch das gleiche Urteil getroffen. Uns geschieht recht, wir erhalten den Lohn für unsere Taten; dieser aber hat nichts Unrechtes getan“. Dann sagte er: „Jesus, denk an mich, wenn du in dein Reich kommst!“ Jesus antwortete ihm: „Amen, ich sage dir: Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein“.» Ich möchte also heute, dass wir mit unserem Geist im Paradies sind und wir alle können das sein, wir alle, wenn wir anerkennen, dass wir wegen unserer Schulden leiden, wegen der Schulden der ganzen Menschheit, wegen unserer persönlichen Schulden. „Denk an mich, wenn du in dein Reich kommst!“ Sofort! Aber es ist sehr wichtig, auch etwas anderes anzuerkennen, was dieser Verbrecher anerkannt hat: „Uns geschieht recht, wir erhalten den Lohn für unsere Taten; dieser aber hat nichts Unrechtes getan“. Unser König macht nie etwas Schlechtes, Er möchte das Beste für uns und dieser Glaube macht in uns die Türen weit auf für unsere Vergebung.

Diese beiden Elemente – die Schuld anerkennen und anerkennen, dass Jesus Christus immer Gutes für uns will, dass Er nicht dazu fähig ist, Böses zu tun – öffnen uns die Tür, um uns zu erheben. Ohne dieses Bekenntnis kann sich niemand erheben. Seht, wir können innerlich auf uns konzentriert sein, auf unsere Existenz, uns selbst bedauern, leiden, weil wir in dieser Familie, an jenem Ort geboren wurden, weil wir nicht studiert haben, weil wir nicht wie die anderen sind, weil wir irgendein Gebrechen haben, aber wir alle sind mit Christus dazu aufgerufen, all das zu tragen, es zu befreien, es in Frieden zu bringen und zu erheben. Das ist der priesterliche, prophetische, königliche Dienst. Ihr könnt also Christus verstehen, der der Erstgeborene ist, der vor allen Zeiten gezeugt wurde, dass durch Ihn jeder von uns erschaffen ist, jeder nach dem Beispiel Christi. Wenn wir uns Ihm durch die Unbefleckte Mutter Maria bedingungslos hingegeben, wenn wir mit Ihm wirken, dann tritt Er in uns zutage, in uns kommt seine Fülle hervor. Das wollte der Heilige Paulus in seinem Brief sagen und wir gehen jetzt darauf zu, an großen Ereignissen teilzunehmen, aber alles geht durch uns.

In der Botschaft sagt Jesus, dass Er in seiner Kirche des ganzen Universums erstrahlen wird, dass Er sich offenbaren wird und wir wissen, dass Er sich ein zweites Mal offenbaren wird und wir Ihm ähnlich sein werden. Was bedeutet das? Dass in uns die ganze Schönheit ans Licht kommen wird, die Gott bei der Schöpfung für einen jeden von uns vorgesehen hat. Aufgrund der Schuld sind wir in die Sklaverei gefallen, jetzt, wenn wir völlig an seinem Leben teilnehmen, beginnt in uns der Frühling des Lebens, der uns allmählich aber immer schneller vorwärts bringt, bis wir uns alle in der neuen Schöpfung befinden.

Ich möchte also, dass die Gnade dieses Tages in uns lebendig sei und dass wir mit dieser Gnade heute aufbrechen. Wir stellen unser ganzes Leben Jesus durch die Unbefleckte Mutter zur Verfügung, aber nehmen wir diese beiden Wochen bis zur Unbefleckten und dann am Hochfest der Unbefleckten in unserem Portal, dem Portal des Antlitzes Mariens, in unseren Heiligtümern, die mit dem Portal verbunden sind, in den Zellen, in jedem Einzelnen – dieser Tag wird ein Tag des Aufbruchs werden, um an den Ereignissen teilzunehmen, die uns im neuen liturgischen Jahr erwarten.

Wir laden euch alle ein, die ihr diese Wahrheit fühlt und anerkennt, euch eng mit Christus, dem König im Heiligen Geist zu vereinen, aber auch unter uns. Wir stehen denen zur Verfügung, die mit uns auf dem Weg sein möchten, die sich mit uns austauschen möchten. Wir stehen euch allen in jeden Augenblick mit Christus, für Christus und in Christus zur Verfügung, wo auch immer ihr euch befindet, für all jene, die zum Zeitpunkt der Empfängnis Ja zu unserem Herrn Jesus Christus, zur Unbefleckten Mutter gesagt haben, für all jene, die guten Willens sind und am Leben Christi teilhaben möchten.

Wir segnen euch, im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.

[1] Vgl. Lesungen des Hochfestes Christkönig, Lesejahr C: 1. Lesung: 2Sam 5,1-3; 2. Lesung: Kol 1,12-20; Evangelium: Lk 23,35-43

[2] Vgl. Botschaft mit dem Titel „Anweisungen für diese Zeit“, veröffentlicht auf https://unterwegszurneuenschoepfung.org

[3] Mt 27,46; Mk 15,34

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