Gedanken – „Sich durch Christus, mit Christus und in Christus erheben“

von Stefania Caterina und Pater Tomislav Vlašić

(übersetztes Audio)

  1. Mai 2019

Pater Tomislav: Liebe Schwestern und Brüder, unser heutiges Thema hat den Titel: „Sich durch Christus, mit Christus und in Christus erheben“. Wir haben in der letzten Zeit davon gesprochen, in den dreifaltigen Wirbel einzutauchen, an der Gnade teilzunehmen, die im dreifaltigen Wirbel ist, aber jetzt gehen wir darauf zu, uns in den dreifaltigen Wirbel zu erheben, denn vor uns liegen das Hochfest Christi Himmelfahrt, das Pfingstfest und nach Pfingsten das Hochfest der Allerheiligsten Dreifaltigkeit.

Ihr alle habt eine Botschaft[1] bekommen, die wir im Haus in Medjugorje erhalten haben, wohin wir all jene mitgenommen haben, die an diesen Programmen teilnehmen und sich erheben möchten. Ihr habt die Botschaft erhalten, deren zentrales Thema der Glaube an Gott, an Christus ist, der diese Macht, die uns ist, bewegt. Ist kein Glaube da, dann bewegt sich diese Macht auch nicht. Diese Macht kann Berge versetzen.

Dieser Glaube kann in uns lebendig sein, weil uns der Heilige Geist als Gabe geschenkt wurde. Dieser Glaube kann große Wunder bewirken, aber das größte Wunder ist unser erfülltes Leben in Gott und am Ende wird uns dieser Glaube an den Sohn Gottes dahin führen, den Weg für seine Wiederkehr vorzubereiten und Er wünscht, sich durch uns der Welt als der ICH BIN zu offenbaren.

Wenn man über das Thema des Glaubens nachdenkt, auch so wie er in der Botschaft dargestellt wird – aber ich überlasse es euch, über diese Botschaft nachzudenken – kann man leicht eine Glaubenshaltung einnehmen, die wie eine Formel ist, ein Sich-Konzentrieren, eine Möglichkeit zu suchen, wie man diese Kraft in die Hand nehmen und regieren kann. Das ist nicht der Weg. Der Weg ist, im Glauben an Jesus Christus offen zu sein und das Wirken der Allerheiligsten Dreifaltigkeit anzunehmen, die durch den Sohn im Heiligen Geist geht.

Der Glaube erschöpft sich nicht in der Teilnahme an einem Ritual, an einem Gebet. Der Glaube bedeutet, diese Dynamik des Lebens Christi in der Beziehung mit dem Vater im Heiligen Geist anzunehmen. Wenn wir ihn nicht auf diese Weise annehmen und den Glauben nicht so verstehen, dann können wir das Ziel nicht erreichen, das Jesus angegeben hat. Was ist das Ziel? Das Ziel wurde in der Liturgie des 5. Sonntags der Osterzeit, Lesejahr C angegeben. Jesus, der bereits von Judas verraten wurde, rief aus: «Jetzt ist der Menschensohn verherrlicht, und Gott ist in ihm verherrlicht. Wenn Gott in ihm verherrlicht ist, wird auch Gott ihn in sich verherrlichen, und er wird ihn bald verherrlichen.»[2] Das war der Augenblick des Verrats durch den Apostel. Jesus, der unschuldig ist, wird auf das Kreuz geschlagen.

Das ist der zwangsläufige Schritt für jeden von uns, um unbefleckt und unversehrt im Glauben zu sein: am Leben Jesu teilzunehmen. Ein kleiner Verrat, kleine oder größere Prüfungen, unser Geist wird zum Sieger und bezieht unsere Seele, unseren Körper in diesen Sieg der Auferstehung Christi mit ein und erhebt sich. Wenn wir in jeder Prüfung nachgeben, dann fehlt uns diese Kraft und die Teilnahme am Leben Christi ist nicht vollständig.

Das, was wir im Evangelium nach Johannes, Kapitel 13 gelesen haben, bezeichnet einen Weg bis Pfingsten und auf diesem gesamten Weg bis Pfingsten zeichnet uns Jesus vor, wie wir an seinem Leben, an seinem Weg teilnehmen können, um vom Heiligen Geist erfüllt zu sein und zum Vater erhoben zu werden. Man kann die Gabe des Heiligen Geistes nur erhalten, wenn man mit Jesus Christus und mit dem Willen des Vaters vereint ist.

Wir können uns einige Dinge anhören, die Jesus den Aposteln gesagt hat, ausgehend vom heutigen Evangelium[3]. «Bleibt in mir. Wenn jemand mich liebt, wird er an meinem Wort festhalten; mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und bei ihm wohnen.» Durch die reine, unbefleckte, unversehrte Liebe sind wir dafür offen, dass die Allerheiligste Dreifaltigkeit in uns wohnen und in uns wirken möge. «Wer mich nicht liebt, hält an meinen Worten nicht fest. Und das Wort, das ihr hört, stammt nicht von mir, sondern vom Vater, der mich gesandt hat.»

Diese Worte lassen uns eine Haltung einnehmen, in die Unterweisungen Jesu, in sein Leben einzutreten. Im Kapitel 15 von Johannes spricht Er in einem Gleichnis: «Ich bin der wahre Weinstock, und mein Vater ist der Winzer. Jede Rebe an mir, die keine Frucht bringt, schneidet er ab, und jede Rebe, die Frucht bringt, reinigt er, damit sie mehr Frucht bringt.» Unsere Offenheit muss dem Vater gegenüber sein durch den Sohn, Dem gegenüber, der uns hervorgebracht hat. «Wie die Rebe aus sich keine Frucht bringen kann, sondern nur, wenn sie am Weinstock bleibt, so könnt auch ihr keine Frucht bringen, wenn ihr nicht in mir bleibt.» In Christus bleiben in der ganzen Dynamik seines Lebens, das gibt uns Lebenskraft.

«Das habe ich euch gesagt, während ich noch bei euch bin», sagt Jesus im heutigen Evangelium. «Der Beistand aber, der Heilige Geist, den der Vater in meinem Namen senden wird, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe.» Jesus sagt in der Botschaft, die wir erhalten haben: „Ich habe euch meinen Geist gegeben, der Kraft, Liebe und Intelligenz ist. Durch den Geist könnt ihr euren Glauben lebendig erhalten und durch ihn den Weg für euch und die Menschheit öffnen.“ Die sichtbare Gegenwart Jesu in seinen Worten, die wir mit unseren Ohren hören können, zieht sich zurück und überlässt dem Geist den Platz, der den Vater mit dem Sohn vereint. Er wird allen Kindern geschenkt und im Heiligen Geist erheben wir uns durch Jesus Christus zum Vater. Was bedeutet, sich zum Vater erheben? Das vollkommene Leben zu haben.

Wir bereiten uns auf das Fest der Himmelfahrt Jesu vor, aber wir sind dazu aufgerufen, diesen Weg selber zu gehen. «Ihr habt gehört, dass ich zu euch sagte: „Ich gehe fort und komme wieder zu euch zurück“. Wenn ihr mich lieb hättet, würdet ihr euch freuen, dass ich zum Vater gehe; denn der Vater ist größer als ich. Jetzt schon habe ich es euch gesagt, bevor es geschieht, damit ihr, wenn es geschieht, zum Glauben kommt.» Und Jesus sagt: «Ich gehe, dann komme ich wieder und werde euch zu mir holen», und wir leben in dieser Offenheit, dass die dreifaltige Macht auf jeden von uns, auf das ganze Volk ausgegossen wird, wenn wir offen sind, diesen Weg zu gehen und diese Dynamik anzunehmen, die im Leben Jesu ist.

«Frieden hinterlasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch; nicht einen Frieden, wie die Welt ihn gibt, gebe ich euch. Euer Herz beunruhige sich nicht und verzage nicht.» Ihr erinnert euch an die Botschaft des Heiligen Josef über die jungfräulich Stille, die wir im Buch „Über die Große Barriere hinaus“ veröffentlicht haben[4]. Der jungfräuliche Frieden in uns ist notwendig. Wenn wir den Frieden, den Gott schenkt, nicht in uns bewahren, dann bewegen uns die Unruhen dieser Welt wie eine Flasche Bier. Der Korken springt herunter und das Bier spritzt heraus oder die Flasche geht kaputt. Das geschieht mit uns Menschen. Alles wird leer. Im Frieden Gottes, von dem der Heilige Paulus sagt, dass er das Band der Vollkommenheit ist wie übrigens auch die Liebe, können wir die Macht Gottes in uns wahrnehmen, können wir in Gott still stehen und dem Geist der Welt nicht erlauben, uns in dieser Verwirrung hin- und herzuschütteln.

Wir sind dazu aufgerufen, diesen Geist Gottes, der in uns unversehrt und frei ist, auf die Menschheit auszugießen. Was tun wir am Tag der Europawahlen? Stellen wir uns auf die Seite der einen oder der anderen Partei? Es ist in Ordnung, eine Staatbürgerpflicht zu erfüllen, aber unsere Aufgabe ist es heute, auf das ganze Volk den Geist des Friedens, den Geist des Lichts und der Macht Gottes auszugießen. Jeder von uns muss ein Tempel sein, in dem die Gnade Gottes überströmt und sich auf die anderen ausgießt, sonst sind wir den Aufgaben dieser Zeit nicht gewachsen.

Jesus spricht in der Botschaft davon, Berge zu versetzen; jene Berge versetzen, die das erfüllte Leben in den Seelen verhindern, zuerst in uns, aber auch um uns. Wenn wir verwurzelt im Frieden Christi leben, innerlich davon überzeugt, dass Er die Situation der Erde und des ganzen Universums in der Hand hält, dann geben wir diesen Geist weiter.

Wir haben auch die Bewegung der Jugendlichen gesehen, die darum kämpfen, die Erde zu retten, aber welche Ideale haben die Jugendlichen? Sie sind sicher guten Willlens, aber ihr müsst wissen, was die Erde mehr als alles andere verunreinigt: der Hass, die schmutzige, egoistische Liebe. Hier beginnen alle Probleme. Wenn wir die Liebe Gottes nicht auf die anderen um uns ausgießen, werden wir besorgt, friedlos.

Im Evangelium nach Johannes, insbesondere im Kapitel 15, ruft uns Jesus dazu auf, in der Liebe zu leben. «Wie mich der Vater geliebt hat, so habe ich euch geliebt. Bleibt in meiner Liebe. Wenn ihr meine Gebote haltet, werdet ihr in meiner Liebe bleiben, so wie ich die Gebote meines Vaters gehalten habe und in seiner Liebe bleibe.» Die Liebe, von der Jesus spricht, ist, dem Nächsten das Leben zu schenken. Eine größere Liebe als diese gibt es nicht. Wenn eine Frau ein kleines Kind hat, das einen Fehler begeht, dann korrigiert sie es mit Liebe und gießt Liebe auf das Kind aus. Wenn sie Hass oder Aggressivität ausgießt, dann bleiben Wunden, weil es miteinbezogen wird und den Frieden, die Liebe und die Freude verliert. Auf gleiche Weise können auch wir die Liebe, die Freude verlieren, die Jesus uns schenkt; wir können das Leben verlieren, wenn wir an die Tragödien, an die verwirrenden Dinge heute denken, die es in der Gesellschaft der Erde gibt. Jesus ruft uns dazu auf, Berge zu versetzen, den Weg durch die Barrieren zu öffnen, die in den Leben sind.

Nur wenn wir in Christus bleiben, in seiner Beziehung mit dem Vater im Heiligen Geist, der das Leben schenkt, dann können wir das Leben auf die anderen ausgießen. Und wie wird sich Jesus am Ende offenbaren? Wie Er in der Botschaft sagt: „ICH BIN“. Bei seiner zweiten verherrlichten Wiederkehr wird Er sich durch seine Kinder offenbaren, als völlige Verwirklichung des Planes Gottes.

Ihr seht also, dass der Glaube an Jesus Christus ein Weg ist. «Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.»[5] In diesen Tagen gehen wir diesen Weg, sonst bleiben die Himmelfahrt und das Herabkommen des Heiligen Geistes romantische Feste, mit Gefühlen und Empfindungen, das alles in einem Augenblick verrauchen kann wie der Samen, der auf den steinigen Grund fällt, sofort aufgeht und dann vertrocknet[6]. In Christus unversehrt bleiben bedeutet, dass der Heilige Geist in uns in der Fülle wirken kann. Dann werden wir in jene Beziehung mit dem Vater durch den Sohn gebracht und wir werden über alle Unruhen, die in uns sein können, hinausgetragen, denn Jesus hat uns gerettet, aber auch über die Unruhen um uns, denn Er wird sich als der Retter aller Menschen guten Willens zeigen.

Machen wir uns also alle auf den Weg, um in dieser Zeit, in diesen Wochen einen innerlichen Weg zurückzulegen, ohne auch nur ein Wort, das uns Jesus lehrt, zu überspringen, sondern im Wort zu bleiben, jedes Wort wahrzunehmen, damit es reichlich Früchte in uns bringen kann. Jesus sagt bezüglich dem Glauben mit Deutlichkeit: «Wenn ihr mich lieb hättet, würdet ihr euch freuen, dass ich zum Vater gehe; denn der Vater ist größer als ich. Jetzt schon habe ich es euch gesagt, bevor es geschieht, damit ihr, wenn es geschieht, zum Glauben kommt. Wer an mich glaubt, wird die Werke, die ich vollbringe, auch vollbringen, und er wird noch größere vollbringen, denn ich gehe zum Vater. Alles, um was ihr in meinem Namen bittet, werde ich tun, damit der Vater im Sohn verherrlicht wird. Wenn ihr mich um etwas in meinem Namen bittet, werde ich es tun». Und Jesus geht zum Vater für uns, bereitet den Weg in uns und vor uns. Je nach unserer Offenheit wird Er in uns mit der Macht des Heiligen Geistes wirken und reichliche Früchte schenken. Alles, worum wir mit Ihm vereint zur Ehre des Vaters, für unser erfülltes Leben beim Vater bitten, wird uns geschenkt.

Ich segne euch, damit wir diesen Weg gemeinsam mit dem Sohn Jesus Christus durch diese Woche gehen können, in der Er uns diesen Weg lehrt und uns dem Vater zeigen möchte, damit wir bereit sind, gezeigt zu werden und der Vater durch den Sohn sein Werk vollbringt und wir es im Heiligen Geist vollbringen, im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.

[1] Vgl. Botschaft Jesu vom 18. Mai 2019 mit dem Titel „Die Kraft des Glaubens“, veröffentlicht auf https://unterwegszurneuenschoepfung.org

[2] Vgl. Evangelium des 5. Sonntags der Osterzeit – Lesejahr C: Joh 13,31-33a.34-35

[3] Vgl. Evangelium des 6. Sonntags der Osterzeit – Lesejahr C: Joh 14,23-29

[4] Cfr. Seite 209; Verlag Luci dell’Esodo; verlag@lucidellesodo.com

[5] Joh 14,6

[6] Vgl. Mt 13,3-9

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