Geh und sündige von jetzt an nicht mehr! (Joh 8,11)

Liebe Leserinnen und Leser,

diesen Monat spricht Jesus von der Sünde und ihren Konsequenzen. Es handelt sich um eine Realität, die wir alle im Leben erfahren haben, weil sie Teil unserer schwachen, menschlichen Natur ist. Jesus hilft uns, uns dieser Realität mit Wohlwollen und mit der angemessenen Offenheit für seine Barmherzigkeit zu nähern. Nur so wird die Sünde nicht zu einer zerstörerischen Erfahrung, sondern vielmehr zu einer Möglichkeit besser zu verstehen, wer wir sind und uns mit der Hilfe Gottes zu bessern. Jesus führt auch sieben Punkte an, die wichtige Schritte auf unserem Weg sind. Ich halte es für sinnvoll, jeden Tag einen Punkt zu betrachten, möglicherweise mit anderen die eigenen Überlegungen auszutauschen und das in die Praxis umzusetzen, was in uns hervorgerufen wurde. Ich überlasse euch also seinen Worten und wünsche euch alles Gute.

Botschaft Jesu vom 25. Mai 2011

„Meine geliebten Kinder, heute möchte ich mit euch gemeinsam ein heikles Thema berühren: die Sünde. Wer von euch kann sagen, dass er ohne Sünde sei? Würdet ihr das behaupten, wäret ihr nicht ehrlich, denn die Sünde ist Teil eurer menschlichen Natur, die durch die Schwachheit gekennzeichnet ist. Ich möchte euch dabei helfen besser zu verstehen, damit ihr die Erfahrung der Sünde bewusster leben und auf die rechte Art und Weise aus ihr heraustreten könnt.

Vor allem, was ist die Sünde und wo bildet sie sich in euch? Die Sünde ist eine Haltung eures Seins, die euch in Widerspruch zu den göttlichen Gesetzen des Lebens bringt. Diese Haltung kann mehr oder weniger ausgeprägt sein, aber sie entsteht immer aus einem Widerspruch eures Egoismus mit den Gesetzen Gottes, zwischen euren Wünschen und den Wünschen Gottes, zwischen euren Gedanken und den Gedanken Gottes. Die Sünde entsteht aus der Verschlossenheit Gott gegenüber im Innersten eures Selbst. Damit ihr das verstehen könnt, ist es notwendig, dass ihr wisst, wie euer Wesen funktioniert.

Ihr besteht aus Geist, Seele und Körper. Der Geist ist das Zentrum eurer Person und ist in der Seele enthalten, die ihrerseits im Körper enthalten ist. Wenn Gott euch erschafft, prägt Er seine Gesetze in euren Geist ein, weil ihr seine Kinder seid, nach seinem Abbild und Gleichnis erschaffen. In eurem Geist wirkt der Heilige Geist, der euch durch eine ständige Übertragung von Impulsen, die mächtige Schwingungen sind, am Leben erhält. Durch diese Impulse erinnert Er euch ständig daran, dass ihr Kinder Gottes seid. Er teilt euch die göttlichen Wünsche und Gedanken mit, die für euch bestimmt sind und hilft euch, die göttlichen Gesetze zu verstehen, die in euch eingeprägt sind. Deshalb kennt euer Geist die Gesetze Gottes und das, was Gott gefällt; er gibt diese Kenntnis an die Seele weiter, auch in diesem Fall in Form von Impulsen, das heißt in Form von Schwingungen. Die Seele integriert und verarbeitet sie weiter mithilfe ihres Verstandes, bis sie einen eigenen Gedanken formt, der fähig ist, eure Ausrichtung, eure Überzeugungen und eure Entscheidungen zu bestimmen. Die Impulse, die vom Geist stammen und durch die Seele weiterverarbeitet wurden, werden durch die Seele an das Gehirn weitergegeben, um durch Worte und Handlungen äußerlich sichtbar zu werden. So wird der Körper zu einem wertvollen Werkzeug, das eure Identität und das göttliche Leben, das in euch eingeschlossen ist, in der Realität, in der ihr lebt, erkennbar werden lässt.

Der Heilige Geist übermittelt eurem Geist alles, was für das Funktionieren eures Lebens nötig ist, sei es auf geistiger als auch auf körperlicher Ebene, denn die Gesetze Gottes regeln auch die lebensnotwendigen Funktionen eures Körpers von der Empfängnis bis zum Tod. Auch in diesem Fall übermittelt der Geist der Seele die vom Heiligen Geist erhaltenen Impulse und die Seele übermittelt sie dem Körper, der so am Leben erhalten wird und fähig ist, alle seine Funktionen zu erfüllen. Im ständigen Austausch zwischen eurem Geist und dem Heiligen Geist fließen in euch das körperliche und das geistige Leben. Es ist ein wunderbarer und vollkommener Prozess.

Ist euer Geist mit dem Heiligen Geist vereint, weil ihr Gott liebt und wünscht, Ihm treu zu dienen, erhaltet ihr ununterbrochen mächtige Impulse, die euch zum Guten drängen; euer Geist wird von Tag zu Tag stärker und öffnet sich immer mehr dem Handeln Gottes. Er dehnt sich aus, um der immer stärker werdenden Gegenwart des Heiligen Geistes Platz zu machen. So wachst ihr darin, die göttlichen Gesetze innerlich zu verstehen und euer Geist gibt der Seele klare und starke Impulse weiter. Auch eure Seele wird stärker und nimmt fügsam und mit Liebe die Impulse des Geistes auf und gibt sie unversehrt an den Körper weiter, der sie auf korrekte Weise ausführt. Auf diese Weise seid ihr gesunde, unversehrte Personen, denn zwischen euch und Gott gibt es keine Hindernisse.

Aber was geschieht, wenn ihr es ablehnt, euch von Gott führen zu lassen, wenn ihr Ihn nicht liebt? Euer Geist verschließt sich dem Handeln des Heiligen Geistes und empfängt schwache Impulse. Eure Seele wird schwach und verarbeitet die Impulse mit Mühe weiter, während sie dem Körper fehlerhafte Informationen weitergibt. Eure Verschlossenheit Gott gegenüber beeinträchtigt den lebensnotwendigen Austausch zwischen dem Heiligen Geist und eurem Geist, und hier entstehen die spirituellen Probleme, die physischen und psychischen Krankheiten. Die Seele ist nicht ausreichend durch die göttlichen Impulse genährt. Sie muss sich selbst zu helfen wissen und erarbeitet einen eigenen Gedanken, der von dem Gedanken Gottes getrennt ist und ihr nicht erlaubt, die göttlichen Gesetze zu verstehen. Das fehlende Verständnis der Gesetze Gottes führt unweigerlich zu fehlerhaftem Verhalten.

Hieraus entsteht die Sünde. Sie hat ihren Ursprung im Geist des Menschen, wenn dieser sich dem Handeln des Heiligen Geistes verschließt. Sie ist ein Riss in der Beziehung zwischen euch und Gott. Das bedeutet, dass der Geist sich weigert, mit Gott zusammenzuarbeiten und Ihn weder als Vater noch als Herrn anerkennt. Wenn ihr hingegen Gott liebt und mit Ihm vereint seid, ist euer Geist von Angesicht zu Angesicht mit dem Schöpfer; Er teilt euch durch seinen Heiligen Geist das mit, was gut für euch ist und handelt, um das Gute zu verwirklichen, indem Er euch fähig macht, an seinem Handeln fügsam und mit dem ehrlichen Wunsch, Gott zu gehorchen, teilzunehmen.

Wie fügt sich Satan in all das ein? Er kann nicht im Geist des Menschen leben, es sei denn der Mensch selbst öffnet ihm freiwillig und bei vollem Bewusstsein die Türen. Ich beziehe mich hier auf Fälle echter Besessenheit durch den Teufel, die glücklicherweise sehr selten sind, in denen der Geist des Menschen wünscht, der Dämon möge von seinem ganzen Wesen Besitz nehmen und der Gott völlig ablehnt; er macht das bei vollem Bewusstsein. Normalerweise handelt Satan aber von außen her, indem er das menschliche Wesen dort provoziert und versucht, wo es am verwundbarsten ist. Er wirkt vor allem auf das Gehirn und die Sinne, damit die Seele starke Impulse von außen erhält und davon beunruhigt und geschwächt wird. So beginnt sie, sich nur auf sich zu konzentrieren, lässt die Angst zu bis sie den Kontakt zum Geist und als Konsequenz zum Heiligen Geist verliert. Wie ihr seht, geht das Handeln Satans euch gegenüber von außen aus, während das Wirken Gottes von innen ausgeht, das heißt vom Geist, in dem, wie schon gesagt, die für euer Leben notwendigen Impulse entstehen. Das innerliche Wirken Gottes verbindet sich mit dem äußeren, denn Er handelt auch außerhalb des Menschen zugunsten der gesamten Schöpfung. Wer in Harmonie mit Gott lebt, genießt vollkommen die Vorteile seines zweifachen Wirkens, des äußerlichen und des innerlichen.[1]

Wenn ihr in Gott eingetaucht seid durch ein einfaches und fröhliches Leben, das von Gebet und dem Dienst an Gott und euren Schwestern und Brüdern gekennzeichnet ist, läuft alles in euch mit Leichtigkeit ab; das Leben quillt unerschöpflich aus der Tiefe eures Geistes hervor. Satan kann euch versuchen und belästigen, aber er wird es nicht schaffen, die Harmonie des göttlichen Lebens in euch zu stören, da der Heilige Geist, der der Beistand ist, eurem Geist nämlich seine Kraft mitteilt, der diese der Seele und diese wiederum dem Körper weitergibt, bis sie sich äußerlich offenbart und Satan sich entfernen muss. Die großen Heiligen und Mystiker wurden von Satan auf verschiedene Arten und zum Teil sehr stark versucht und belästigt, aber sie wurden niemals besiegt. Ihre Vereinigung mit Gott hat sie unverwundbar gemacht, denn die Kraft Gottes strömte durch ihren für Gott offenen Geist, floss in ihrem ganzen Sein und drängte so den Feind zurück. Auch ihr könnt das erreichen, denn das Handeln Gottes ist in jedem von euch gegenwärtig genau so wie in den Heiligen und Mystikern. Gott bevorzugt niemanden, ihr seid alle seine Kinder, jeder erhält das gleiche Erbteil, aber es liegt an euch, es Früchte tragen zu lassen.

Die Sünde ist für den Menschen immer eine schmerzhafte Erfahrung, da sie Konsequenzen hinterlässt genau wie einige körperliche Krankheiten. Wenn ihr ehrlich bereut, wird Gott euch vergeben, aber das bedeutet nicht, dass automatisch alle Konsequenzen gelöscht sind. Wenn ihr zum Beispiel gegen jemanden eine böse Handlung begeht und sie bereut, erhaltet ihr zwar die Vergebung, aber das Leiden bleibt in denen, die ihr verletzt habt; dieses Leiden könnte sogar an die nächsten Generationen weitergegeben werden. Denkt zum Beispiel an die Fälle von Mord: Oft leiden die Kinder der Opfer unter unermesslichen Traumen, ohne dass es ihnen gelingt, diese überwinden und noch weniger vergeben zu können; so breitet sich ihr Leiden über ganze Generationen aus und verursacht Hass und Rache.[2]

Denkt immer daran, dass jede Verletzung der göttlichen Gesetze Konsequenzen für euch und für euren Nächsten mit sich bringt und sich indirekt auf die gesamte Menschheit ergießt, denn kein Mensch ist von seinesgleichen isoliert, und die Menschheit ist wie eine große Familie; das Verhalten eines Mitglieds beeinflusst die anderen, gewollt oder nicht gewollt. Deshalb endet das Wiederholen bestimmter Sünden Einzelner damit, eine Form von kollektiver Sünde ins Leben zu rufen, die auf der gesamten Menschheit lastet und sie global schwächt. Im Fall der Abtreibung habt ihr ein Beispiel einer der schwersten Sünden eurer Menschheit. Diese kollektiven Sünden belasten jeden von euch auf eurem geistigen Weg und es entsteht ein Zirkel, durch den die individuelle Sünde die Zahl der kollektiven Sünden steigert und umgekehrt.

Was ist also zu tun? Ich schlage euch einige wichtige Punkte zur Betrachtung und für euren inneren Weg vor:

  1. Glaubt an Gott und auch an mich. Ich bin der Erlöser. Ich bin mitten unter euch herabgekommen, um eure Sünden auf mich zu laden und so die gewaltige Schuld zu begleichen, die eure Stammeltern ausgehandelt haben. Sie lehnten sich Gott gegenüber auf, indem sie die Erbsünde begingen. Mein Opfer hat den Zorn des Vaters besänftigt und euch den Weg zu einer neuen Beziehung mit Gott geöffnet, einer Beziehung als Kinder zum Vater. Mein Blut, das ich am Kreuz vergossen habe, ist euer Passierschein, eure Garantie, dass euch die Vergebung geschenkt wird, wenn ihr darum bittet und es wird euch immer eine neue Möglichkeit zur Auferstehung gewährt werden. Es schützt auch gegen das Böse, das meinem Blut nichts entgegensetzen kann. Es ist für das Böse eine unüberwindliche Barriere.
  2. Übergebt mir euer Leben und gebt euch mir ganz hin, damit ich euch wirklich helfen kann. Denn, auch wenn es wahr ist, dass mein Opfer fortwährend zu euren Gunsten wirkt, so ist es auch wahr, dass sich der Nutzen der Erlösung, die ich bewirkt habe, nicht in seiner ganzen Kraft entfalten kann, wenn ihr nicht mit mir vereint seid. Nur indem ihr mir euer Leben aufopfert, werdet ihr mit mir vereint sein und vollkommen an der Erlösung teilhaben. Ich respektiere eure Freiheit und zwinge euch auf keine Weise dazu, gerettet zu werden; ich biete euch die Erlösung an und öffne euch den Weg, damit ihr sie erreichen könnt, aber ich zwinge euch nicht dazu sie anzunehmen. Versteht: Ihr seid freie Geschöpfe in den Augen Gottes. Es liegt in eurer Verantwortung zu entscheiden, ob ihr die erhaltenen Talente Frucht bringen lassen wollt oder sie eingrabt,[3] und das gilt auch für die Erlösung. Wenn ihr mir euch selbst hingebt und mir erlaubt, euch zu führen, werdet ihr eins sein mit mir und ich werde euch helfen, nicht zu sündigen. So werdet ihr die gewaltigen Schätze der Erlösung vollkommen genießen.
  3. Versucht, die Sünde, die aus der Ablehnung Gottes und der Verachtung seiner Gesetze stammt, von der zu unterscheiden, die von eurer menschlichen Schwachheit herrührt. Ihr seid Geschöpfe und als solche habt ihr eine strukturelle Grenze, die ihr nicht überwinden könnt außer mithilfe der göttlichen Gnade. Es ist wichtig, dass ihr diesen Unterschied versteht, um euch nicht zu sehr zu entmutigen. Ich bringe euch ein Beispiel: Ein Mensch weiß genau, dass er nicht töten darf, denn das ist ein Gesetz, das in seinem Geist eingeprägt ist. Wenn er nun willentlich tötet, im Bewusstsein dessen, was er tut und des Bösen, das er provoziert, begeht er eine schwere Sünde, denn er kannte den Willen Gottes, aber hat sich vorsätzlich dem göttlichen Willen entgegengestellt. Ein anderer Mensch im Gegenteil findet sich im Widerspruch mit dem Gesetz Gottes aufgrund seiner Schwachheit: Einer Schwierigkeit gegenüber ist es ihm nicht gelungen, seine menschliche Grenze zu überwinden und hat auf fehlerhafte Art gehandelt, weil er verängstigt, unfähig, usw. war. Diese Verhaltensweisen kommen in eurem Alltag häufig vor: Ihr hattet einen harten Tag, kehrt müde nach Hause zurück und streitet mit eurer Frau, eurem Mann, eurem Sohn, usw. Ihr handelt, indem ihr verletzt, angreift, kritisiert. Was macht ihr normalerweise in solchen Fällen? Beginnt ihr, euer Verhalten zu analysieren? Fühlt ihr euch unwürdig, unfähig, depressiv und letztendlich als Sünder? Kommt ihr an den Punkt, an dem ihr an meiner Barmherzigkeit zweifelt? Nein, meine Kinder, tut das nicht! Seid euch dessen bewusst, dass ich euch gut kenne, niemand kennt euch besser als ich. Ich weiß, wann eure Fehler aus einer Ablehnung Gottes entstehen oder wann sie Frucht eurer Schwachheit sind. Ich beuge mich über euch, wenn ihr schwach seid, mit unermesslicher Zärtlichkeit richte ich euch wieder auf, denn ich sehe euch belastet und verirrt. Ich kenne eure menschliche Natur, denn ich habe sie auf mich genommen.

Wenn es geschieht, dass ihr aufgrund eurer Schwachheit sündigt, bittet Gott sofort um Hilfe. Sucht seine Vergebung und habt Vertrauen in seine Barmherzigkeit. Er kennt alles. Bleibt im Frieden und setzt euren Weg des Glaubens fort, während ihr euch darum bemüht, euch so gut es geht zu bessern. Eure guten Absichten zählen viel in den Augen Gottes ungeachtet eurer Grenzen, denn Gott sieht mehr auf die Ehrlichkeit eures Herzens als auf die Resultate, im Gegenteil zu dem, was die Menschen tun. Je mehr ihr euch auf Gott verlasst und euch durch eine ehrlich Hingabe eurer Selbst mit Ihm vereint, desto mehr lernt ihr, eure Grenze zu kennen und euch in eurer menschlichen Natur zu akzeptieren. Seid barmherzig mit euch selbst, so wie es auch Gott ist! Akzeptiert eure Grenze mit innerem Frieden und ohne euch zu entmutigen. Ich sage damit nicht, dass ihr eure Sünden rechtfertigen sollt, sondern dass ihr euch mit den Augen Gottes betrachten sollt, der euch nicht verurteilt sondern euch verbessert. Deshalb versucht auch ihr euch zu verbessern ohne euch zu verurteilen. Das wird euch dabei helfen, auf eurem inneren Weg weiterzugehen.

  1. Habt Vertrauen in die Barmherzigkeit Gottes, aber ohne sie dabei auszunutzen! Viele denken, dass die göttliche Barmherzigkeit ein Geschenk sei, das billig zu haben ist, sozusagen eine Schuldigkeit Gottes, aber dem ist nicht so. Gott ist der Menschheit gegenüber immer barmherzig und ihr wäret arm, wäre Er es nicht, aber das bedeutet nicht, dass ihr alles tun könnt, was ihr glaubt, da Gott ohnehin barmherzig ist. Wenn ihr das glaubt, macht ihr einen schweren Fehler. Jedes Geschenk Gottes wirkt vollkommen, wenn vonseiten des Menschen eine respektvolle und ehrliche Annahme da ist, wenn der gute Wille vorhanden ist, so ein Geschenk Frucht bringen zu lassen. Das bedeutet, dass ihr die Barmherzigkeit Gottes mit Dankbarkeit annehmen müsst in dem Bewusstsein, dass sie euch noch mehr dazu verpflichtet, euer Leben zu ändern. Häufig höre ich die Christen von der Barmherzigkeit sprechen als wäre sie eine Süßigkeit, die Gott hier und dort verteilt, weil es so sein muss, unabhängig von der Verpflichtung des Menschen nach bestem Wissen zu handeln. Seht euer Unrecht ein und versteht, dass die Barmherzigkeit ein großes Geschenk ist, mit dem nicht zu scherzen ist und das mit tiefem Respekt anzunehmen ist.
  2. Lernt, euren Nächsten um Verzeihung zu bitten und zu vergeben. Wenn ihr eine Person verletzt habt, bittet sie um Verzeihung; wenn es die Umstände zulassen, trefft sie und gebt ihr zu verstehen, dass es euch ehrlich leidtut. Es kann sein, dass sie versteht oder dass sie euch zurückweist; in beiden Fällen habt ihr viel für euch selbst und für jene Person getan, denn ihr habt die Spirale der Feindseligkeit und der Rache durchbrochen und habt die Kraft Gottes in Bewegung gesetzt. Gott wird alles andere übernehmen und euer gute Wille wird Früchte bringen, ob ihr sie seht oder nicht. Das Gute, das ihr getan habt, wird immer zu euch zurückkehren und wenn nicht von dieser Person, so wird es von einer anderen zurückkommen. Gott vergisst nie. Das Gleiche gilt in dem Fall, in dem euch eine Person verletzt hat und euch um Verzeihung bittet. Verzeiht immer, denn das löst viele Knoten und ebnet den Weg zu eurer inneren Heilung und jener der Person, die euch verletzt hat. Ich weiß, dass das schwierige Schritte sind! Auch in diesem Fall schränkt euch eure Schwachheit als Geschöpfe ein. Ich sage euch, dass es sehr schwer ist, ohne die Hilfe Gottes um Verzeihung zu bitten und zu verzeihen. Die menschlichen Gründe, die sozialen Umstände, die Scham, die Demütigung, die menschliche Wahrnehmung der Gerechtigkeit überwiegen mitunter und bilden unüberwindliche Mauern. Aber wer auf Gott vertraut und wünscht, seine Gesetze zu lieben, dem wird immer dabei geholfen, auch die schwierigsten Schritte zu tun. Gott unterstützt jede eurer guten Absichten! Ich möchte, dass ihr versteht, dass die Vergebung nicht nur eine lobenswerte und heldenhafte Haltung ist, sondern ein göttliches Gesetz, das unfehlbar wirkt. Sie hat eine derartige Reichweite, dass sie den geistigen und physischen Leiden Abhilfe schafft, von denen viele tatsächlich aus der Unfähigkeit entstehen, um Verzeihung zu bitten und zu verzeihen.
  3. Versucht das Böse, das ihr anderen zugefügt habt, wiedergutzumachen. In vielen Fällen ist es unmöglich, die Situationen, die durch die Sünde geschaffen wurden, wiedergutzumachen, aber es ist immer möglich sich darum zu bemühen, die Konsequenzen der begangenen Sünde zu erleichtern. Wenn ihr eurem Nächsten Schaden zugefügt habt, versucht, nach euren Möglichkeiten Wiedergutmachung zu leisten. Ich verlange von euch keine heldenhaften Handlungen oder solche, die eure Kräfte übersteigen, sondern kleine Gesten der Liebe und Güte der verletzten Person gegenüber oder, wenn diese sie ablehnt, anderen Personen gegenüber, die vergleichbare Situationen erleben. Auch das wird für euch und für jene, denen ihr geschadet habt, eine große Hilfe sein und wird vor Gott großen Wert haben, der alles weiß und alles versteht.
  4. Versteht es, auch aus euren Fehlern Lehren zu ziehen. Manchmal bringt die begangene Sünde einen Teil von euch ans Licht, den ihr nie betrachtet habt; ein anderes Mal macht sie eine Verschlossenheit eures Geistes gegenüber Gott deutlich. Arbeitet an diesem Punkt und bittet den Heiligen Geist um Hilfe. Er wird euch erleuchten, indem Er euch verstehen lässt, wo ihr am schwächsten seid und wo ihr dem Handeln Gottes noch Widerstand leistet. Lasst euch nicht entmutigen und bittet Ihn weiterhin um Licht, um euch verbessern zu können. Dann opfert Gott die Schwächen und auch die Verschlossenheit auf, denen ihr begegnet seid. Übergebt Ihm auch eure Sünden. Gott wird euch auf dem besten Weg dahin führen, eure Natur überwinden zu können und die Lehre, die ihr aus euren Fehler gezogen habt, nicht zu vergessen. Als Kinder lernt ihr, nach vielen Stürzen wieder aufzustehen, euch einzuprägen, was für euer Gleichgewicht gefährlich ist und fallt nicht mehr. Das Gleiche geschieht auch im Geist; ihr könnt sehr viel aus euren Stürzen lernen. Das bedeutet nicht, dass es schön oder nützlich ist zu stürzen; die Sünde ist nie schön noch nützlich, aber mit der Hilfe Gottes kann auch ein Fehler eine Möglichkeit zur Verbesserung und zum Wachstum sein.

Ich habe euch diese sieben Schritte vorgeschlagen, weil ich möchte, dass ihr euch selbst im Licht Gottes betrachtet. Niemand von euch ist vollkommen und es ist gut, dass ihr demütigt akzeptiert, was ihr seid, Geschöpfe, die meiner Liebe bedürfen. Das heißt aber nicht, dass ihr euch verachten oder als gescheitert und ohne Hoffnung betrachten sollt. Dass ihr begrenzte Geschöpfe seid bedeutet durchaus nicht, dass ihr unfähige oder unwürdige Geschöpfe seid, im Gegenteil: Ihr seid viel Wert in den Augen eures Schöpfers. Er hat euch frei und intelligent geschaffen und erwartet sich von euch, dass ihr das Beste erreicht, das in euch ist; Er möchte, dass ihr die Fülle und die Glückseligkeit erreicht und zählt auf jeden von euch. Es ist unwichtig, wozu ihr fähig seid, was die anderen von euch denken, noch ob ihr in eurem Leben etwas falsch gemacht habt; in den Augen eures Herrn zählt nur eure Liebe für Ihn und euer gute Wille, an seinem Werk so gut ihr könnt teilzunehmen.

Als ich unter euch auf der Erde war, bin ich vielen Sündern auf meinem Weg begegnet. Ich nahm sie mit Liebe an, vergab ihnen, heilte sie und befreite sie vom Bösen. Ich demütigte sie niemals noch behandelte ich sie schlecht. Ich hielt ihnen keine Moralpredigten noch schüchterte ich sie ein, indem ich ihnen mit Strafe drohte. Im Gegenteil, ich hob sie immer wieder auf und zeigte ihnen den Weg zur Veränderung. Jedem von ihnen sagte ich wie zur Ehebrecherin[4]: „Geh und sündige von jetzt an nicht mehr.“ Das Gleiche sage ich heute jedem von euch. Und wenn es euch in eurem Leben ebenfalls geschieht, dass ihr Sündern begegnet oder ihr euch selbst als solche fühlt, verschließt nie weder ihnen noch euch den Weg, sondern wiederholt meine Worte: „Geh und sündige von jetzt an nicht mehr.“ Sucht immer einen Spalt zum Licht hin und wendet euch mir zu. Tut dies und ihr werdet Licht erhalten, tut dies und ihr werdet leben.

Ich segne euch im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.“

[1] Im Buch „Die Geschichte neu schreiben – Band 1 Im Gedanken Gottes“ habe ich in Kapitel 6 von der zweifachen Handlung Gottes gesprochen.

[2] Im Buch „Über die Große Barriere hinaus“ habe ich in Kapitel 10 ausführlich darüber gesprochen, was in den Generationen aufgrund der Sünde, die von den Mitgliedern einer Familie begangen wird, geschieht.

[3] Vgl. Mt 25,14-30

[4] Vgl. Joh 8,11

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