Die Heilge Osternacht

Kirche Jesu Christi des Universums

von Mauro

(übersetztes Audio)

30.3.2024

Die Heilige Osternacht (Lesejahr B)

Gen 1,1-2,2 Gen 22,1-18 Ex 14,15–15,1 Jes 54,5-14 Jes 55,1-11
Bar 3,9-15+3,32-4,4 Ez 36,16-28 Röm 6,3-11 Mk 16,1-8

Wir haben in diesem Triduum gesagt, dass wir als Kirche bei Jesus und bei der Allerheiligsten Jungfrau Maria sein möchten, bei all ihren Schritten. Jetzt befinden wir uns in der Osternacht.

Dieses Ostertriduum ist für uns – für alle Christen, aber für uns im Besonderen – das Triduum, das wir jeden Donnerstag, Freitag und Samstag der Woche wiederholen, und dafür gibt einen Grund. Den versuchen wir uns jetzt anzusehen.

Die Osternacht: Als Kirche sind wir bei der Allerheiligsten Jungfrau Maria und wachen mit Ihr. Worauf wartete Maria? Sie war die Einzige, die an die Auferstehung glaubte. Wir wissen, dass Maria Magdalena, Lazarus und der Evangelist Johannes zum Teil daran glaubten, aber die Muttergottes war die Einzige, die ohne zu zweifeln daran glaubte. Viele Menschen, die Lazarus auferstehen sahen, Lazarus selbst, auferstanden, flohen angesichts dessen, was mit Jesus geschah, sie liefen davon. Sie schafften es nicht zu glauben. Das hören wir auch im heutigen Evangelium: Sie sehen einen Engel, der zu ihnen spricht und ihnen sagt: «Jesus ist nicht hier. Geht, und sagt den anderen…»1, aber sie tun es nicht. Sie haben Angst.

Was müssen also wir als Kirche tun, die wir mit Maria wachen? Ich denke, unsere Aufgabe ist es, Gottes Handeln in dieser Zeit zu betrachten, noch einmal zu betrachten – verzeiht, wenn ich euch das sage – was Gott bei uns getan hat, was Er um uns herum getan hat; zu betrachten, was Er in unserem eigenen Leben getan hat und was Er gerade tut. Unsere Aufgabe ist es, unsere ganze Situation und die der Welt im Licht des Glaubens zu betrachten. Wir müssen jenen Glauben haben, den Maria hatte, den Sie an die Auferstehung hatte. Wir müssen an die Auferstehung glauben und auch an das Handeln Gottes in dieser Zeit, weil Er auferstanden ist und weil Er in seinem zweiten Kommen gegenwärtig ist. Dann können wir warten und uns freuen, wir können jubeln, über jede Auferstehung.

Die Auferstehung: Wir könnten mit anderen Worten sagen: Neues Leben, neues Geschöpf, neuer Gedanke.“ «Der alte Mensch», sagt der Heilige Paulus2, «ist mit Christus gekreuzigt. Er ist nicht mehr, er ist im Grab.» Auferstehung bedeutet, befreit zu werden. Wer auferstanden ist, ist frei, er hat keine Ketten mehr, er ist auferstanden. Für den auferstandenen Jesus gab es nichts mehr, was Ihn aufhalten konnten. Auferstanden heißt, keine Ängste mehr zu haben. Mit der Auferstehung ist die Mutter der Ängste besiegt: der Tod. Wovor müssen wir uns fürchten? Wenn wir mit Christus vereint sind, wenn wir Christus lieben, wenn wir Ihm auf seinem Weg durch das Leben, durch den Tod und durch das Kreuz gefolgt sind und mit Ihm auferstehen, was sollte uns Angst machen?

Also, diese Vigilfeiern, die wir jede Woche wiederholen – dabei müssen wir ehrlich sein – sind ein Eingeständnis dessen, dass wir viel Glauben brauchen, viele Schritte, um zu glauben, um sagen zu können: „Ich glaube“; wir müssen es so oft sagen, wir haben die Fülle noch nicht erreicht. Wahrscheinlich würden auch wir, wie jene Frauen, weglaufen und schweigen, wenn jetzt der Herr hier erscheinen und zu uns sagen würde: „Geht und sagt.“

Diese drei Tage – Donnerstag, Freitag und Samstag – zeigen jedem von uns den Weg, unsere Ängste zu besiegen, eine nach der anderen. Sie zeigen uns den Weg, unsere Tode zu besiegen, um dahin zu gelangen, Den Tod zu besiegen. Und der Herr Jesus hat uns gezeigt, wie wir uns DEM LEBEN stellen sollen, so wie Er es gelebt hat, wie Er es gemacht hat. Bei jedem Schritt zu beten, um den Schritt zu verstehen und sich bewusst zu werden, dass wir den Schritt nicht machen möchten, dass das unser Problem ist. Und der Herr zeigt uns das, wie Er es Jesus zeigte. So gelangen auch wir zu unserem Gethsemane, wo wir sagen: «Wenn es möglich ist, nimm diesen Kelch von mir! Aber nicht mein, sondern dein Wille soll geschehen.»3 Wenn wir das getan haben, haben wir alle Gnaden, um durch diesen Tod hindurchzugehen, aber es ist immer noch DER TOD. Die Mühsal, der Schmerz und die Prüfung werden uns nicht genommen, denn unser alter Mensch will nicht sterben, aber er muss sterben.

Dann kommt der Augenblick, den wir heute durchleben, die Zeit des Wartens, und in diesem Augenblick wirkt die Gnade und führt uns zur Auferstehung. All das können wir nicht tun, wenn wir Jesus nicht lieben. Keinen dieser Schritte, von denen ich gesprochen habe, können wir tun, ohne zu glauben, dass Jesus die Welt besiegt hat, dass Jesus auferstanden ist. Aber selbst der Glaube daran reicht nicht aus, ich sage es noch einmal, wir müssen es glauben und darin eintreten, mit Ihm.

So ausgedrückt hätte ich auch einfach sagen können: „Wir müssen uns hingeben, uns mit Ihm aufopfern, das Leben darbringen, Er hat den Weg geöffnet“, das sind alles Dinge, die wir kennen. Aber wir müssen einen Schritt hinzufügen, den vielleicht niemand oder nur wenige völlig verstehen, aber als Volk sind wir aufgefordert, ihn zu verstehen: Christ zu sein ist keine Religion, Christ zu sein ist eine Art zu Leben. Wenn man sich entscheidet, Christ zu sein, kann man nicht so bleiben, wie zuvor; wenn man sich entscheidet, Christ zu sein, sich taufen zu lassen, kann man nicht gemäß der Welt leben, denn als Christ ist man in der Welt, aber nicht von der Welt4.

Hier gibt es etwas Großes, von dem ich glaube, dass der Herr darauf wartet und uns dafür vorbereitet hat. „Die neue Schöpfung“, werdet ihr sagen, aber ich glaube, dass es schon hier auf der Erde ist. Es ist ein Schritt, der für das Volk Gottes, für sein Volk, bereitsteht und darin besteht, als Kinder Gottes zu leben. Ich kann euch nicht sagen, wie das gehen soll – so, so oder so –, aber ich weiß, dass wir im Evangelium, in den Lesungen, in allem, was uns gesagt wurde, alles haben. «Alles ist vollbracht»5, das, was die Aufgabe des Herrn war, hat Er getan. „Alles ist vollbracht“, es liegt an uns.

Christ zu sein bedeutet, wirklich nichts mit der Welt gemein zu haben, was nicht bedeutet, nicht zu leben. Es bedeutet, als Kinder Gottes zu leben, es bedeutet, den Wunsch, den Mut und die Freude zu haben, GEMEINSAM zu entdecken, was es heißt, als Kinder Gottes zu leben, und, glaubt mir, für diese Welt ist das etwas Neues. Das ist das neue Volk, das ist die Neue Schöpfung, die schon auf der Erde beginnt. Das ist etwas, was, wie ich glaube, nicht einmal allen Heiligen gelungen ist zu leben, denn meistens lebten die Heiligen allein und hatten kein Volk um sich herum. Sie öffneten einen Weg, sie bereiteten ihn für uns vor; aber jetzt muss dieser Weg von einem Volk beschritten werden, das der Menschheit zeigt, was es heißt, Kinder Gottes zu sein. Ich denke, das ist es, was diese Vigil für uns bedeutet. So möchte ich sie leben, ein Warten darauf.

In dieser Vigil möchte ich, in Betrachtung dessen, was Gott getan hat, in Betrachtung der Lesungen, in Betrachtung auch dessen, was Er bereits mit uns als Volk getan hat, all die Verheißungen, die sich bereits erfüllt haben, die letzten Jahre, wirklich die letzten Zeiten betrachten und sehen und bezeugen, dass Jesus gegenwärtig ist; ich möchte sehen und bezeugen, dass die Kirche, das neue Jerusalem, vom Himmel herabkommt, und man kann es spüren, man kann seine Schwingungen spüren, man kann seine Kraft spüren, und ich erkenne es gerade wegen des Bösen, das hervorkommt, weil es sich nicht mehr verstecken kann.

Ich möchte diese Zeit des Wartens also leben, und ich lade euch ein, sie zu leben, indem ihr die Allerheiligste Jungfrau Maria betrachtet, die in die Dreifaltigkeit eingetreten ist, die betet und jeden von uns hervorbringt. Betrachtet, dass ihr eine Mutter im Himmel habt, und besiegt in dieser Betrachtung jede Angst, jede Beschränktheit und geht über jede Prüfung hinaus.

Ich möchte Maria betrachten und Ihr danken, ich möchte Gott danken für das, was Er für diese Menschheit getan hat, für das, was Er für mich, für euch getan hat; ich möchte Gott danken für jeden von euch. Und im Frieden, dem Frieden, der aus dieser Gewissheit kommt, dass ich gesehen, dass ich berührt habe, muss ich jetzt nur noch darauf warten, dass sich alles verwirklicht, und auf die neuen Zeiten. Auf die neuen Zeiten, die nicht vom Menschen abhängen, sondern die Gott mit dem Menschen verwirklichen will. Eine Zeit des Wartens also, in der wir sagen: „Komm, Herr Jesus, vollbringe, aber wir müssen es gemeinsam sagen, denn wenn ich es allein sage, geht es mir wie so vielen Heiligen: Dann muss ich warten, bis ich nach drüben gehe, um die Fülle zu erleben, während sie schon hier beginnen könnte.

Es ist eine Herausforderung, die Gott an uns stellt; aber wenn man die Geschichte betrachtet, gab es immer eine Herausforderung, die Gott an den Menschen stellte, eine Herausforderung, in die Er alles gab. Gott hat alles gegeben, Er hat uns alles gegeben, Gnade über Gnade, Geschenk über Geschenk, und Er hat darauf gewartet, dass wir sagen: „Hier bin ich!“

Ich denke, dass in Erwartung der Auferstehung Christi die Zeit gekommen ist, in der es so sein muss. Die Allerheiligste Jungfrau Maria hatte es schwer, denn sie war allein und musste Petrus, die Apostel und die Kirche unterstützen, denn das war die Kirche. Ich mag den Gedanken, dass dieses Warten jetzt, wo Sie ein Volk hat, ihr Volk, das Sie hervorgebracht hat, wirklich zur Herrlichkeit wird, zur Herrlichkeit Gottes und auch zu unserer Herrlichkeit.

Ich möchte also noch einmal die ganze Kirche in das Herz Mariens legen, in ihr Warten, in ihr Gebet. In das Herz Mariens möchte ich all jene legen, die uns vorausgegangen sind und hier unter uns sind, all jene, die vor uns in die Neue Schöpfung eingetreten sind. Ich möchte die Letzten, die Kleinen, die Einfachen, alle Märtyrer dieser Menschheit, die Märtyrer der zersetzenden Energie dieser Menschheit in ihr Herz legen. Und möge dein Herz, o Mutter, möge dein Gebet all jene zu erwecken verstehen, die Ja bei ihrer Empfängnis gesagt haben, möge es all jene zu erwecken verstehen, die Kinder Gottes sein möchten, im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.

1 Vgl. Mk 16, 1-8

2 Vgl. Röm 6, 3-11

3 Vgl. Lk 22, 42

4 Vgl. Joh 15, 19; Joh 17, 16

5 Vgl. Joh 19, 30