Samstag der 2. Woche der Fastenzeit

Kirche Jesu Christi des Universums

von Mauro

(übersetztes Audio)

2.3.2024

Mi 7, 14-15. 18-20; Ps 103(102); Lk 15, 1-3. 11-32

Im heutigen Evangelium wird das Gleichnis vom „verlorenen Sohn“ erzählt, wobei es richtiger wäre, es „Vom guten Vater“ zu nennen. Meiner Meinung nach zeigt es auf perfekte Weise den Weg auf, den jeder Mensch zu gehen aufgerufen ist: den Weg, um den Vater kennenzulernen.

Es gibt eine Botschaft, ich denke, sie ist vom Heiligen Raphael, in der steht, dass wir, solange wir nicht beim Vater angelangt sind, nichts erreicht haben, dass beim Sohn Jesus stehenzubleiben und nicht zum Vater zu gelangen bedeutet, nichts erreicht zu haben1. Ich denke, dass wir alle, wie der jüngere Sohn im Gleichnis, viele Gnaden vergeudet und viel Zeit verloren haben, bevor wir uns bewusst wurden – bevor wir begonnen haben, uns bewusst zu werden, denn es ist ein Weg, der noch andauert –, einen Vater im Himmel zu haben, nichts Abstraktes, Entferntes; bevor in uns der Wunsch entstanden ist, dem Vater zu begegnen, Ihn kennenzulernen. Ich glaube nämlich, dass die Figur des Vaters so wie die des Heiligen Geistes, im Unterschied zu jener von Jesus, immer etwas abstrakt bleiben.

Der erste Schritt war, glaube ich, für uns alle zu verstehen, dass das Leben bedeutet, den Vater zu kennen und Den, den der Vater gesandt hat2. Es ist gerade diese Sehnsucht in uns, die uns auf dem Weg hält, die uns, gottseidank und zu Recht, dazu bringt, bereit zu sein, uns selbst abzusterben, um in Christus aufzuerstehen und als neue Geschöpfe wiedergeboren zu werden. Es ist diese Sehnsucht nach dem Vater, die uns dazu bringt, weiterzugehen, zu glauben, zu hoffen und zu lieben.

Im Evangelium heißt es auch immer wieder, dass wir die gesamte Welt erobern können, wenn wir aber unsere Seele verlieren, so nützt es uns nichts3. Die eigene Seele zu verlieren könnte auch so ausgelegt werden, dass, wenn wir nicht dem Vater begegnen, wir nichts erreicht haben. Ich möchte mir gar nicht vorstellen, wie furchtbar es sein muss zu sterben, denn wir alle werden sterben, ohne diese Sehnsucht, zum Vater zu gehen, wo wir Ihn besser sehen, besser kennenlernen können; sondern erloschen durch das Leben zu gehen ohne nichts davon zu wissen, ohne diese Sehnsucht in uns zu haben, das muss schrecklich sein, das muss der wahre Tod sein, der Tod, der Angst macht.

Ich glaube, wir alle spüren, dass dieses Feuer, diese Sehnsucht, den Vater kennenzulernen, uns in gewissem Sinne weiterbringt, uns aber andererseits immer ein Gefühl der Leere hinterlässt, sodass uns immer etwas fehlt. Wir haben bereits einen weiten Weg zurückgelegt, wir sind tief in das Gebet eingetaucht und in diese Sehnsucht, aber diese Sehnsucht endet nie. Er ist wie ein Brunnen, der niemals voll ist.

Wir sagen, dass wir Gott immer an die erste Stelle setzen sollen, denn das ist der erste Schritt, um von den Gesetzen des Geistes auszugehen; es ist der erste Schritt, um zu versuchen, das Evangelium konkret zu leben, aber ich denke, dass wir eines klarstellen müssen: Gott an die erste Stelle zu setzen ist, zweifelsohne, der erste Schritte, wie jener, den Vater kennen zu wollen, aber wenn dann das Wirken des Heiligen Geistes in uns nicht beginnt, reicht es nicht. Nur Jesus kann uns den Heiligen Geist schenken, aber wenn wir den Heiligen Geist nicht ungehindert wirken lassen, reicht es nicht.

Ich hoffe, es besser erklären zu können. Wenn ich als Beispiel das Gleichnis nehme, das wir gehört haben, so könnte man meinen, dass der ältere Sohn von den beiden jener war, der dem Vater am nächsten war. Er befolgte alle seine Befehle, war immer bei ihm, hat nie etwas missachtet. Man könnte sagen, er hat den Vater an die erste Stelle gesetzt. Ich mache diesen Vergleich damit, Gott an die erste Stelle zu setzen: er hat den Vater an die erste Stelle gesetzt. Aber die Reaktion, die der älter Sohn hatte, als sein Bruder zurückkam, zeigt, dass es nicht so war: Er hat seinen Vater nicht gekannt. Seine Art, den Gehorsam seinem Vater gegenüber an die erste Stelle zu setzen, hat keine Früchte getragen. Er reagierte wie einer, der seinen Vater nicht kennt. Ich sage das, damit wir verstehen: Es reicht nicht, Gott an die erste Stelle zu setzen, es ist notwendig, dass der Heilige Geist mit seinem Wirken beginnt, um Gott überhaupt an erster Stelle zu haben, um zu wissen, was zu tun ist, um Gott an erster Stelle zu haben, was zu tun ist, um diese Kenntnis zu erlangen.

In gewisser Weise ist es eine Gefahr, der wir alle ausgesetzt sind, jeder Christ: zu beten, zur Messe zu gehen, zu glauben, Gott an erster Stelle zu haben, aber ohne dem Wirken des Heiligen Geistes, selbst wenn wir die Sakramente empfangen. Der Heilige Paulus erzählt in der Apostelgeschichte, dass er jemandem begegnet ist, der sogar predigt, aber als er ihn fragt: «Aber habt ihr den Heiligen Geist empfangen?», «Ah, wir wissen nicht einmal, dass es Ihn gibt.»4

Der Heilige Geist, der immer ein bisschen der Unbekannte ist, ist, wenn wir Ihn in all dem betrachten, was wir tun, im Zentrum, im Zentrum des dreifaltigen Wirkens: Der Vater erschafft, Jesus erlöst, und die erste Gabe ist der Heilige Geist. Es ist jedoch der Heilige Geist, der uns alles erklärt. Jesus öffnet den Geist der Apostel für den Heiligen Geist, damit Er ihnen alles erklären kann. Jesus handelt in der Fülle des Heiligen Geistes. Jesus zahlt für uns, Er gibt uns die Möglichkeit, den Heiligen Geist zu empfangen, Er erkauft Ihn in gewisser Weise, aber wir müssen Ihn handeln lassen. Es reicht nicht, dass Jesus zahlt, dass Er uns den Heiligen Geist schenkt, wenn wir Ihn nicht ungehindert wirken lassen. Durch den Heiligen Geist öffnet Jesus uns den Weg, um zum Vater zurückzukehren, im Heiligen Geist.

Wir wissen, dass die Sünde, die nicht vergeben wird, die Sünde gegen den Heiligen Geist ist. Warum? Meiner Meinung nach ist das sehr einfach: weil es die Ablehnung des Wirkens Gottes ist; man lehnt das ganze Wirken ab, das in einem beginnt, wenn man den Sohn annimmt. Ohne Jesus können wir nichts tun, das ist klar, aber ohne Jesus, der uns die Möglichkeit gibt, den Heiligen Geist zu empfangen, können wir ebenfalls nichts tun. Ohne Jesus, der den Vater um Vergebung bittet, der für uns Vergebung beim Vater erlangt, der uns den Heiligen Geist schenkt, können wir nichts tun. Aber wenn wir uns dann dem Wirken des Heiligen Geistes verschließen, lehnen wir das Wirken Gottes ab. Auf gewisse Weise banalisieren wir sogar das Opfer Christi und machen es nutzlos.

Wir haben in dieser Zeit von der mystischen Vereinigung mit Jesus gesprochen5, und gesagt, dass die Sehnsucht, uns mit Ihm auf mystische Weise zu vereinen, die Sehnsucht, die Seinen zu sein, Ihm unser Leben hinzugeben, damit Er mit uns alles machen kann, was seinem Willen entspricht, die mystische Vereinigung ist. Es ist keine Frage von Charismen, sondern hängt von dieser Sehnsucht ab, eins mit Christus zu sein. Der nächste Schritt nach der mystischen Vereinigung ist – und das wissen wir gut seit dem Buch „Die Geschichte neu schreiben“ – die geistige Erkenntnis und schließlich die unmittelbare Erkenntnis6. Ich glaube, es gelingt euch allen zu verstehen, dass uns Jesus, wenn wir uns mit Ihm vereinen, den Heiligen Geist schenkt. Im Heiligen Geist treten wir in diese geistige Erkenntnis ein, wir beginnen, die Dinge so zu sehen, wie sie sein sollten, beziehungsweise wie sie in Gott sind, wie sie in Gott funktionieren. Der nächste Schritt ist die unmittelbare Erkenntnis: Man weiß immer, was zu tun ist, ohne jemanden zu fragen. Warum? Weil wir in den Heiligen Geist eingetaucht sind und einem dort klar ist, was zu tun ist.

Ich nenne ihn den nächsten Schritt, denn es ist eine Sache, den Heiligen Geist zu haben, Ihn ungehindert handeln zu lassen und die Realität zu sehen; diese Realität entfacht in uns die Sehnsucht, noch mehr teilzunehmen. Und die Sehnsucht teilzunehmen, was ist das? Die Hingabe des Lebens, den Vater kennenzulernen an die erste Stelle zu setzen. All das verstärkt sich, es hält uns eingetaucht in den Heiligen Geist und lässt uns zur unmittelbaren Erkenntnis gelangen, weil es der Heilige Geist ist, der uns führt, weil unser Leben vom Heiligen Geist begleitet und geführt wird. Es ist keine Frage von Visionen, Lokutionen, sondern es geht um diese Beziehung eines Kind Gottes mit allen Drei Personen der Dreifaltigkeit: mit dem Vater, der uns neu erschafft, dem Sohn, der uns erlöst und uns den Heiligen Geist schenkt, der uns zum Vater zurückbringt. Es ist ein Kreis, ein Wirbel. Wenn wir diesen Kreis verlassen, verlieren wir die unmittelbare Erkenntnis – natürlich auch jene geistige –, es wird uns schwer fallen, die mystische Vereinigung zu leben, wir werden wie Wechselstrom sein, ein bisschen an, ein bisschen aus, ein bisschen an, ein bisschen aus.

Ich habe gesagt, dass alles vom Heiligen Geist ausgeht und, wenn ihr es genauer betrachtet, sogar die Heilige Messe. Es ist das lebendige Wirken unserer Vereinigung mit dem Heiligen Geist, von Beginn an: das Schuldbekenntnis, wofür bitten wir um Vergebung? Es ist der Heilige Geist, der uns zeigt, was uns an der mystischen Vereinigung hindert, was uns an der Hingabe des Lebens hindert, was uns daran hindert, eins mit Gott, mit Jesus und durch Jesus zu sein. Es ist der Heilige Geist, der uns eingibt, was wir loslassen müssen, wofür wir um Vergebung bitten müssen. Es ist immer der Heilige Geist, der uns die tiefere Bedeutung des Wortes Gottes zu verstehen gibt, der uns auch unsere konkreten Schritte aufzeigt. Es ist immer der Heilige Geist. Das meine ich, wenn ich sage: „Lasst Ihn ungehindert wirken, sperrt Ihn nicht ein.“ Es ist immer Er, es ist immer sein Wirken!

Bei der Gabenbereitung können wir nur durch den Heiligen Geist und im Heiligen Geist unser Leben aufopfern, nur durch Ihn können wir uns mit Jesus vereinen und Ihm durch unser königliches oder ministerielles Priestertum alles übergeben, was uns begegnet ist, was wir erlebt und berührt haben, unser ganzes Leben, unser ganzes Wesen. Es ist immer ein Wirken des Heiligen Geistes. Bei der Wandlung bitten wir: „Vater, sende deinen Geist auf diese Gaben herab und heilige sie.“ Es ist der Heilige Geist. Er ist immer im Zentrum des ganzen dreifaltigen Wirkens.

In der Kommunion, die vom Heiligen Geist geweiht wird, ist es wiederum Jesus, der uns, indem Er sich uns selbst zuteil werden lässt, den Heiligen Geist in Fülle schenkt, damit der Kreislauf der geistigen Schau und der unmittelbaren Erkenntnis beginnt, in der mystischen Vereinigung, weil Er in uns ist.

Unser Gebet, um das uns Maria in Medjugorje gebeten hat, ist das Gebet im Geist, wo wir eintauchen in den Geist, wo wir eintreten in jenes Heiligtum, das sich in uns befindet, wo das Reich Gottes ist – «das Reich Gottes ist in euch»7 -, und es liegt allein an diesem Gebet, dass im Menschen die Umwandlung beginnt und in allem, was diesen Menschen umgibt, die Umwandlung der Wirklichkeit, eine neue Welt.

Wir haben dabei natürlich den Schwerpunkt auf die Stille gelegt. Es ist klar, das wir selber still sein müssen, wenn wir auf den Heiligen Geist hören möchten. Und wenn wir ganz viele Stimmen, Worte, Gedanken hören – zu Beginn ist das so, das ist normal – dann sind das alles Dinge, die mit Geduld ans Licht kommen müssen, um Platz für den Heiligen Geist zu machen. Ein Heiliger pflegte zu sagen, dass das Gebet, wenn es wirklich in den Heiligen Geist eingetaucht ist, ein stilles Gebet ist, dann gibt es kein Reden mehr, jedes Wort ist zu viel. Wenn das Gebet wirklich das Gebet des Heiligen Geistes ist, dann ist es Stille, da sein Wirken beginnt, berührt, weil Er eins ist mit Jesus, weil Er eins ist mit dem Vater, daher sind nicht einmal mehr Worte vonnöten. Sie handeln und wirken.

Ich komme also zum Ende. Die Sünde gegen den Heiligen Geist ist also jene, die in dieser Zeit, in dieser Epoche am häufigsten vorkommt. Ich würde sagen, dass unsere Epoche gerade dieses Gericht erlebt, auch wenn „Gericht“ ein furchtbares Wort ist. Es geschieht genau dann, wenn wir bewusst das Wirken Gottes blockieren, (denn ich glaube, selbst wenn wir so tun, als würden wir es nicht wissen, wissen wir es). Wir blockieren es in uns, wenn wir es verhindern, weil wir für ein Ja nicht bereit und nicht frei sind. Dieses Ja ist ein Ja für eine aufrichtige Hingabe, die uneigennützig ist, ohne eigene Bedürfnisse und Absichten, wo wir wirklich glauben, dass wir durch die Allerheiligste Jungfrau Maria und durch ihre Fürsprache alles erhalten, was wir benötigen, jeder einzelne und alle gemeinsam. Wenn wir das nicht tun, blockieren wir das Wirken Gottes und begehen eine Sünde gegen den Heiligen Geist, weil wir seine Hilfe, sein Eingreifen ablehnen.

Ohne Jesus können wir also nichts tun. Wir wissen auch, dass es uns ohne die Allerheiligste Jungfrau Maria nicht gelingt, zu Jesus zu gelangen, aber, ich bitte euch, habt jetzt den Mut, immer tiefer in dieses Gebet des Heiligen Geistes einzutreten. Glaubt, dass Er eure Leben führt. Erschreckt nicht vor Dingen, die euch „seltsam“ erscheinen mögen oder nicht der Norm entsprechend. Sorgt euch lediglich darum, jeden Tag zu überprüfen, ob das, was wirklich für euch zählt, eure Umwandlung ist, um zum Abbild und Gleichnis Gottes zu werden, ob es in eurem Leben nur darum geht. Wenn dem so ist, lasst den Heiligen Geist ungehindert wirken. Wenn ihr Jesus das Leben dargebracht habt, habt Vertrauen.

Ich vertraue die ganze Kirche der Allerheiligsten Jungfrau Maria, der Miterlöserin an, ich vertraue Ihr jedes Ja zu Gott bei der Empfängnis an, jeden Menschen guten Willens. Ich möchte Dir, o Vater, durch Maria insbesondere die Unschuldigen, die Einfachen, die Kleinen anvertrauen, all jene, die in dieser Zeit von der zersetzenden Energie, von diesem so starken Wirken des Bösen erdrückt werden. Ich vertraue Dir alle Sterbenden an, jeden Märtyrer; ich vertraue Dir all das Blut an, das auf dieser Erde vergossen wird und möchte es Dir aufopfern. Und möge der Heilige Geist, der von Dir gesandt wird und den uns der Sohn, Jesus Christus, erkauft hat, wirklich jeden von uns erneuern, in jedem von uns die Sehnsucht erwecken, Kind Gottes zu sein, im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.“

1 Vgl. „Über die Große Barriere hinaus”, Kap. 1, „Jesus Christus führt uns zum Vater“, S. 33-35; Verlag Luci dell’Esodo, verlag@lucidellesodo.com

2 Vgl. Joh 17, 3

3 Vgl. Lk 9, 24-25

4 Vgl. Apg 19, 1-2

5 Siehe Kapitel 5 des Buches „Die Geschichte neu schreiben – Band 1 – Im Gedanken Gottes“, „Die mystische Vereinigung mit Christus“. Im italienischen Buch „Riscrivere la Storia – vol. I – Nel pensiero di Dio“ befindet sich dieses Kapitel auf S. 73. Eine deutsche Version ist derzeit noch nicht erhältlich.

6 Siehe Kapitel 5 des Buches „Die Geschichte neu schreiben – Band 1 – Im Gedanken Gottes“, „Die unmittelbare Erkenntis“. Im italienischen Buch „Riscrivere la Storia – vol. I – Nel pensiero di Dio“ befindet sich dieses Kapitel auf S. 87.

7 Vgl. Lk 17, 20-21