Die Angst vor dem Tod besiegen

Kirche Jesu Christi des Universums

Gedanken von Stefania Caterina und Tomislav Vlašić

14. April 2015

Liebe Schwestern und Brüder, wir sind ein Volk, das unterwegs ist zur Neuen Schöpfung, deshalb ist es sehr wichtig, die Gesetze zu lernen, die das neue Leben in Christus regieren. Aus diesem Grund möchten wir in dieser Zeit das Thema des Todes vertiefen, das der Heilige Raffael im Buch „Über die Große Barriere hinaus“[1] in Kapitel 14 erläutert hat.

Heute Abend sprechen wir von der Angst vor dem Tod und wie wir die Angst und den Tod besiegen können. Versuchen wir aufmerksam zu sein, damit uns der Heilige Geist innerlich führen kann. Versuchen wir, keine Hindernisse in unserem Geist und in unseren Gedanken aufzubauen.

Aus dem Buch „Über die Große Barriere hinaus“, „Die Angst vor dem Tod“, S. 251

„Die Angst vor dem Tod steckt in jedem Menschen. Jede andere Angst hat ihren Ursprung in der Angst vor dem Tod. Auch der Zweifel und die Angst sind eine Form des Todes und stammen von ihm ab. Der Tod geht Hand in Hand mit der Verzweiflung. Die Angst vor dem Tod ist in jedem Menschen gegenwärtig als Konsequenz der Erbsünde, des Verlustes der ursprünglichen Unsterblichkeit.

Ihr könnt diese Angst nur besiegen, wenn ihr Gott euer Leben und euren Tod aufopfert. Euer Tod ist das letzte große Opfer an Gott, das ihr darbringt, solange ihr noch in eurem Körper seid. Jesus selbst übergab sterbend seinen Geist dem Vater, während Er ihm dabei seinen Tod aufopferte. So besiegte Er den Tod und die Angst vor dem Tod.

Gott hat euch zu seiner eigenen Mission aufgerufen, nämlich den Tod und die Unterwelt zu besiegen. Ihr seid aufgerufen, sie gemeinsam mit Christus zu besiegen. Wie? Durch das Opfer eures Lebens, die gleiche Weise, die euer Meister gewählt hat. Das ist wichtig. Häufig wird der Tod auch unter Christen als unumgängliches Ereignis angesehen, das mit Resignation akzeptiert werden muss. Wenn ihr hingegen Christus angehört, dann ist euer Tod voll von Hoffnung. Dann kann er ein Instrument des Heils sein.

Der Tod, der aufgrund der Erbsünde in die Schöpfung eingetreten ist, wird durch den Sieg Christi über die Sünde und das Böse vertrieben werden. Mit dem Opfer Christi vereint könnt ihr dazu beitragen, das ganze Universum vom Tod und vom Dämon zu befreien. Vergesst nicht, dass das das endgültige Ziel des Erlösungswerkes ist.

Alles Böse, das den Menschen trifft, hat seinen Ursprung nicht in Gott, sondern in Satan und in der Teilnahme des Menschen am Werk Satans. Das ist die Wurzel alles Bösen.

Auf der Erde gibt es leider nur wenige, die Jesus Christus und seine Erlösung annehmen. Sehr wenige opfern sich selbst Gott auf. Deshalb nimmt die Finsternis immer mehr zu und die Prüfungen für jene, die Gott treu sind, werden immer schwerer. Es nähern sich Zeiten großer Lasten und Schlachten für alle Auserwählten.

Ich lade euch ein, euch Gott durch die Hl. Jungfrau Maria aufzuopfern. Euer Opfer ist ein Werkzeug des Sieges und der Vorbereitung auf die Wiederkunft Christi. Es bereitet die endgültige Niederlage des Todes und der Unterwelt vor.“

(Hl. Erzengel Raffael, 24.2.2001)

„Die Angst vor dem Tod steckt in jedem Menschen. Jede andere Angst hat ihren Ursprung in der Angst vor dem Tod.“ Das ist für unser Leben von grundlegender Bedeutung. Diese Schritte, die uns der Heilige Raffael gezeigt hat, wären für jeden Pädagogen, für jeden Psychologen hilfreich, um in die Tiefe eintauchen und die Wurzel der Ängste entdecken zu können.

Die Angst vor dem Tod ist in der Bibel nicht sehr ausführlich beschrieben, aber wir wissen aus unserer Erfahrung, aus den wenigen Worten, die am Anfang der Bibel hinsichtlich der Erbsünde geschrieben stehen, dass der Mensch in Verzweiflung geriet, dass er Angst vor Gott hatte[2]. Adam hatte Angst vor Eva: Er zeigte das, indem er Eva anklagte und sie ihn.

Die Angst versteckt sich in unseren Wurzeln und wir spüren sie, denn unsere Seele wurde unsterblich erschaffen und erinnert sich an die Unsterblichkeit. Sie leidet, weil unser Körper stirbt, weil sich der Mensch zersetzt. In uns gibt es nicht nur die Erinnerung an den Tod, sondern in unserem Gedächtnis ist auch die Wunde des Todes. Sie ist die größte Wunde, die in unserem Inneren, in unserem Gedächtnis wirkt, und es gibt für diese Wunde kein anderes Heilmittel als die Auferstehung Christi, die uns zu unserer eigenen Auferstehung führt, zur Auferstehung aller jener, die an seinem Leben teilnehmen. Das öffnet uns für die Hoffnung und wir sind aufgerufen, daran teilzunehmen.

Infolge dieser Angst hat der Mensch Angst vor Gott, er verschließt sich und sieht Ihn nicht, er möchte Ihn nicht sehen. Er verschließt sich in sich selbst und sieht sich selbst nicht so, wie er in Gott ist, wie er erschaffen wurde. Er sieht sich selbst nicht so, wie er sein sollte, wie er sich in Gott sehen müsste und steckt im Dunkeln fest. Im Dunkeln ist immer Angst. Das provoziert und verdirbt uns. In uns verstecken sich viele verschiedene Ausprägungen der Angst: negative Gefühle, Anschuldigungen, Schuldgefühle, Zweifel, Unsicherheit. Das ist normal, denn wenn wir nicht im Licht sind, können wir die Dinge nicht klar sehen. Es ist normal, weil wir unsere Identität verloren haben. Wer seine Identität verliert, wird unsicher. Daher verfälscht der Mensch, der Gott nicht sehen möchte, sein Leben, die Religion, die Offenbarungen. Er verfälscht alles, weil er alles so sehen möchte, wie er will, so, wie er es, verschlossen in sich selbst, versteht und projiziert sich dort hinein, anstatt in Gott einzutauchen.

In diesem Abschnitt haben wir mehrmals gehört, dass der einzige Ausweg darin besteht, Gott unser Leben, unseren Tod hinzugeben, durch das Unbefleckte Herz Mariens. Wir berühren also erneut das Thema der Hingabe unseres Lebens. Als Christen müssten wir wissen, dass unser Leben in der Taufe stirbt. Wir leben daher nicht mehr für uns selbst, sondern für Christus und in Christus, und durch Christus werden wir auferstehen[3]. Was bedeutet also, sich selbst abzusterben? Es bedeutet, die Verdorbenheit loszulassen, es bedeutet, die Entscheidung zu treffen, jenes Leben loszulassen, das Frucht der Verdorbenheit ist, als wir uns von Gott getrennt hatten, um nach eigenem Gutdünken zu leben und dadurch in die Gesetze des Todes eingetreten sind. Die Taufe bedeutet, das Leben zu überprüfen und auf jenes Verhalten zu verzichten, das uns zerstört, das die Verdorbenheit in das ganze Universum bringt und dazu führt, außerhalb der Gesetze des Lebens zu leben.

Gott schenkt uns aufgrund seiner Barmherzigkeit immer wieder das Leben, seinen Atem, aber Er kann uns die Unsterblichkeit nicht wiedergeben, wenn wir sie nicht möchten, wenn wir nicht auf die Sterblichkeit verzichten. Sich selbst loszulassen bedeutet, jenes Scheitern loszulassen, das wir verursacht haben und das in uns wirkt, weil wir immer noch den Gesetzen der Verdorbenheit unterworfen sind. Jesus unser Leben zu übergeben bedeutet, die Pflanze des auferstandenen Lebens zu pflanzen und durch Jesus Christus in die Quelle des Lebens in Gott einzutauchen, der der Ursprung unseres Lebens ist. Wir opfern uns durch das Unbefleckte Herz Mariens auf, denn alleine schaffen wir gar nichts. Sie merzt alle Mängel der Menschen aus, auch der Christen, und deshalb wurde Sie uns als Mutter geschenkt.

Die Angst vor dem Tod verschließt uns in uns selbst und zerstört uns, daher war Jesus deutlich, als Er sagte: «Sucht das Reich Gottes; dann wird euch das andere dazugeben.»[4] Warum hat Er das gesagt? Weil der Mensch, der vor Gott davonläuft, hier auf der Erde ein sterbliches Leben aufbaut. Er tut alles und steht am Ende vor dem Tod. In diesem Abschnitt sagt der Heilige Raffael, dass wir Gott das Leben und den Tod aufopfern müssen. Was bedeutet das? Es bedeutet, dass wir jeden Tag durch unseren Tod hindurchgehen, uns selbst absterben und die Auswirkungen der Erbsünde tragen. Wenn wir Gott unser Leben und unseren Tod hingeben und durch den Tod hindurchgehen, dann dient unser Tod als Durchgang, um aufzuerstehen, wie bei Jesus Christus. Wir haben in unseren Tod die Pflanze der Auferstehung gepflanzt, und sie wächst, und wir müssen sie durch unser tägliches Sterben nähren, fördern und dazu veranlassen, hundertfache Frucht zu bringen.

In unseren Büchern haben wir von der kosmischen Verdorbenheit gesprochen, die durch Luzifer begonnen hat und von der insbesondere die Erde betroffen ist. Auf der Erde gibt es mehr Satanisten, die ihr Leben Luzifer aufopfern als Christen, die ihr Leben Jesus Christus hingeben, und das führt zu Zerstörung und Verdorbenheit. Unser Weg ist es also, wieder ein auferstandenes Leben zu leben, und durch die Hingabe unseres Lebens und unseres Todes besiegen wir die Verdorbenheit, weil Gott entschieden hat, den Geist derer zur stärken, die nach seinen Gesetzen leben möchten. Das wird in diesen Zeiten beschleunigt. Gott wird diesen Menschen die Macht des Geistes schenken, um den Tod zu besiegen, denn wir sind für die Auferstehung vorgesehen. Das ist der Weg! Wenn wir diesen Glauben, diese Hoffnung und die Liebe Gott gegenüber in uns entfachen und sie in den Mittelpunkt unserer Aufmerksamkeit stellen, dann wir sich in uns dieses neue Leben entfalten. Das einzige, das wir als Christen in diese Welt tragen können, ist das Zeugnis über das neue Leben, über die Auferstehung.

Bemühen wir uns also in den täglichen Dingen, unser ganzes Leben in Gott einzutauchen: den Tod, den wir in uns tragen und in dem sich die Angst vor dem Scheitern befindet; den Tod, von dem die Angst ausgeht, weshalb die Menschen das eigene Leben und das Leben der anderen besitzen und so diese innere Leere ausgleichen möchten. Bringen wir unser Leben Gott dar und entscheiden wir uns für die Auferstehung, dafür, als Auferstandene zu leben, und der Herr wird uns die Gnade in Fülle geben und wir werden schnell voranschreiten.

Ich segne euch, damit der auferstandene Christus, der zu den Aposteln, den Jüngern und den Frauen kam, zu jedem einzelnen von euch kommen möge, euren Geist und das Leben Gottes in euch beleben und den Tod vernichten möge. Der Tod möge in euch keine verheerenden Auswirkungen hervorrufen, sondern den Gesetzen des Lebens unterworfen sein. Gott möge ihn für unsere Reinigung und unsere Umwandlung verwenden, dafür, dass das verdorbene Leben in uns abstirbt. Er stärke unseren Geist und das Leben, das in uns eingepflanzt wurde.

Ich segne euch, damit unter euch großzügige Seelen hervorkommen, die vollkommen für Christus leben und das Leben überbringen, das den Tod, die Verdorbenheit und jede Art von Verzweiflung besiegt und der Menschheit gute Neuigkeiten überbringt, keine merkwürdigen Prophezeiungen, die verwirren, verängstigen und nichts mit den Gesetzen des reinen Geistes zu tun haben. Mögen in euch die Gesetze des reinen Geistes wirken, durch die der Herr Jesus Christus regiert und weshalb euch nichts Böses zustoßen kann, im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.

[1] Verlag Luci dell’Esodo, verlag@lucidellesodo.com

[2] Vgl. Gen 3

[3] Vgl. Kol 3, 3-4

[4] Vgl. Lk 12, 31