Vorbereitung auf das Hochfest Allerheiligen

Kirche Jesu Christi des Universums

von Mauro

(übersetztes Audio)

29.10.2022

30.Woche im Jahreskreis – Lesejahr 2, Samstag

Vor uns liegt das Fest Allerheiligen und unmittelbar danach das Fest Allerseelen. Ich möchte heute mit euch über das Fest Allerheiligen sprechen.

Dieses Fest bedeutet nicht, alle Heiligen an einem Tag zusammenzufassen, die täglich gefeiert werden, sondern es ist ihr Fest, das Gedächtnis an sie und somit die Gemeinschaft mit ihnen, mit all jenen, die in ihrem Leben Jesus Christus gesucht haben; all jene, die uns unbekannt sind, aber an die Gott sich erinnert. Es sind all jene, die Jesus Christus an die erste Stelle gestellt haben, all jene, die im Laufe der Geschichte die Kenntnis des wahren Gottes an die erste Stelle gestellt haben. Es sind all jene, die in ihrem Leben, in dem, was auch immer sie getan haben – auch, wenn sie keine Anhaltspunkte waren –, gelebt, geliebt, gelitten und sich gefreut haben, aber immer im Glauben an Gott, im Glauben an Christus und in der Gewissheit, dass es ein Leben nach dem Tod gibt, dass es eine Begegnung mit dem wahren Gott gibt. All jene, die so gelebt haben, sind heilig, sind die Heiligen.

Wir feiern auch jene Gerechten, jene untadeligen Menschen, die in ihrem Leben nicht einmal über Jesus Christus sprechen gehört haben. Sie haben möglicherweise in anderen Religionen gelebt oder waren vollkommene Atheisten, wie mancher sagt. Sie sind weder Gott noch Christus jemals begegnet, eventuell haben sie vom Verstand her nicht einmal versucht, Ihn zu suchen, aber da sie als untadelige Menschen gelebt haben, begegneten sie Ihm nach dem Tod und in diesem Augenblick baten sie um die Taufe. Daher feiern wir an diesem Tag auch all jene, die wir getauft haben, die jeder von euch getauft hat. Ich kann euch versichern, dass sie euch, uns, alle sehr dankbar sind, dieses Geschenk erhalten zu haben und daher sind sie große Freunde, die wir im Himmel haben. Wir feiern sie am Tag Allerheiligen.

Es ist ein wichtiges Hochfest, manchmal geht es ein bisschen unbemerkt vorüber. Die gängige Meinung ist, dass die Heiligen bereits das Paradies erreicht haben, sie brauchen nichts mehr, sie sind im Frieden, im ewigen Licht. Ich glaube, dass wir in diesen Jahren verstanden haben, dass die Heiligen sehr aktiv sind. Die Heiligen sind, gemeinsam mit uns, einer ständigen Veränderung unterworfen, einer Umwandlung, einem Weg auf die Neue Schöpfung zu. Der Unterschied ist, dass sie sich im Licht befinden, dass sie die Dinge auf eine andere Art und Weise sehen, dass sie in den Gedanken Gottes, in den Gedanken Christi eingetreten und uns daher eine große Hilfe sind. Wie nie zuvor wissen wir jetzt, dass sie hier sind, bei uns, denn mit der Schlacht, die gerade auf der Erde geschlagen wird, sind sie an vorderster Front. Sie unterstützen uns sehr, um die Geschichte neu schreiben zu können und gemeinsam mit Gott die Neue Schöpfung zu errichten.

In den vergangenen Tagen haben wir für den Frieden gebetet und die Heiligen waren alle mit ihrem Gebet dabei. Sie wissen, worum sie bitten müssen. Auch sie werden oft im Laufe ihres Lebens, so wie wir jetzt, für etwas gebetet haben, ausgehend von dem, was sie verstehen konnten. Jetzt ist ihr Gebet wie ein Pfeil, der ins Schwarze trifft, weil sie wissen, worum sie bitten müssen; sie wissen, wo und wen sie bitten müssen.

Es ist für uns also wichtig, diese Gemeinschaft mit den Heiligen zu leben, die wir seit jeher bekennen, die wir aber möglicherweise nicht völlig verstanden haben. Die Gemeinschaft der Heiligen bedeutet nicht, nur zu ihnen zu beten, wenn wir sie brauchen, sondern eine Beziehung mit ihnen zu haben. Jetzt kennen sie Christus und das Gebet, das sie am liebsten erhören, und das wir am häufigsten beten müssten, ist: „Hilf mir, Christus kennenzulernen“. Es gibt Heilige, bei denen es uns besondere leicht fällt, uns an sie zu wenden. Möglicherweise haben wir Ähnlichkeiten, sie gefallen uns: „Hilf mir, Christus kennenzulernen. Führe mich zur Kenntnis von Christus“, und sie werden uns ihre Hilfe nicht verwehren.

Wenn wir an die Heiligen denken, so denken wir für gewöhnlich an jene aus unseren Familien, unsere Verstorbenen, und menschlich gesehen ist das auch richtig, aber vergesst nicht, dass wir Mitbürger der Heiligen und Hausgenossen Gottes[1] sind, von allen! Wendet euch daher mit demselben Vertrauen, mit dem ihr euch an einen Familienangehörigen wendet, auch an sie. Wenn euer Gebet lautet: „Hilf mir, Christus kennenzulernen“, helfen sie euch bestimmt und sie werden euch vorwärtsbringen.

Es ist dieselbe Gemeinschaft, die wir, wie mehrfach erwähnt, vergessen wir es also nicht, mit unseren Schutzengeln und den Erzengeln leben sollen. Wenn wir diese gesunde Gewohnheit annehmen – nennt es gerne Gewohnheit, auch wenn es nicht der richtige Begriff ist –, wird sie große Früchte tragen; mit den Engeln, den Heiligen zu sprechen, mit der Allerheiligsten Jungfrau Maria, mit dem Heiligen Josef und mit Jesus. Es ist der richtige Weg, um durch die enge Tür[2] zu gelangen und um umgewandelt zu werden, es ist dieser Dialog, der uns dabei hilft.

Meiner Meinung nach ist dieses Fest Allerheiligen, wie alle bzw. fast alle großen Hochfeste, ein deutliches Beispiel dafür, wie der Geist der Welt, der letztlich der Geist Luzifers ist, Verwirrung stiftet, wie er versucht, dem Fest entgegenzuwirken. Auch hier denken wir an schwerwiegende Dinge, an satanische Riten, usw. Sicher gibt es auch die, aber einer der größten Schäden, den der Geist der Welt anrichtet ist der, sich in die NORMALITÄT einzuschleichen und die Dinge NORMAL werden zu lassen, aber das sind sie nicht. Es wird Halloween gefeiert anstatt Allerheiligen. Alle tun das, es wird sogar in den Pfarren gefeiert. Der Weihnachtsmann wird gefeiert anstatt der Geburt Jesu Christi, auch alle Christen feiern ihn. Weihnachtsmann hier, Weihnachtsmann da. Am 6. Januar wird eine Hexe gefeiert, die auf einem Besen reitet anstatt der Offenbarung unseres Herrn Jesus Christus[3]. Eine Hexe! Seit wann das denn? Es wird „ferragosto“[4] gefeiert, obwohl wir die Aufnahme von Maria in den Himmel feiern.

Bei all diesen Dingen könntet ihr sagen: „Ach, ist ja nicht so schlimm“. Es ist sehr schlimm, weil diese Dinge zur NORMALITÄT geworden sind. Wenn wir also sagen, dass sich auch in uns der Geist Gottes mit dem Geist der Welt mischt, dann kann das ein Beispiel dafür sein. Es fehlt uns an Klarheit. Ich sage nicht, dass wir jetzt zu Pharisäern werden sollen, die bei allem etwas zu bekritteln hatten, aber zumindest sollte uns bewusst werden, wie sich die Welt in alles eingeschlichen hat.

Ich mache euch einen Vorschlag für jene Nacht vor dem Fest Allerheiligen. Gerade in dieser so besonderen Zeit herrscht eine zersetzende Energie vor, die auf die Primärenergie prallt, der Frieden steht auf dem Spiel, all diese schlimmen Situationen, die ich jetzt nicht alle aufzählen werden, aber warum nehmen wir uns nicht alle vor, in dieser Nacht zu beten, und wenn jemand, so wie wir, das Allerheiligste hat, warum nicht die ganze Nacht Anbetung zu halten, gerade in Erwartung der Heiligen, des Festes Allerheiligen? Mit ihnen anzubeten, mit ihnen wiedergutzumachen, mit ihnen vor Jesus zu stehen, gemeinsam mit der Allerheiligsten Jungfrau Maria, für all jene, die als Geister verkleidet herumlaufen und Kürbisse feiern.

Anlässlich des Festes von Allerheiligen habe ich mich gefragt, und schließe damit, was Heiligkeit bedeutet? Heiligkeit bedeutet nicht, zu Personen zu werden, an die im Kalender gedacht wird! Heiligkeit bedeutet nicht, Wunder zu tun, Heiligkeit ist nicht die Anzahl an Gebeten oder Heilige Messen, an denen wir teilgenommen haben. Heiligkeit kann auf viele verschiedene Arten definiert werden, aber es ist eine Art zu sein, eine Art zu leben. Die Heiligkeit ist eine Person, es ist Gott, «Seid heilig, denn ich, der Herr, euer Gott, bin heilig.»[5] Heiligkeit ist die Umwandlung des Gedanken, Heiligkeit ist, Jesus mit aller Kraft zu suchen, mit unserem ganzen Verstand, aus ganzer Seele und mit unserem ganzen Körper[6], Christus zu suchen, immer, das ist Heiligkeit.

Die Heiligkeit ist Ausdruck der sieben Gaben des Heiligen Geistes. Sie ist nicht der Ausdruck außergewöhnlicher Gaben, das ist nicht Heiligkeit. Es bedeutet, Menschen des Friedens zu sein. Heiligkeit bedeutet, Ausdruck der Seligpreisungen zu sein. Am 1. November feiern wir all jene, die sich im Laufe der Geschichte auf diese Weise verhalten haben. Heiligkeit bedeutet Einfachheit, Fülle, Ausgeglichenheit. Heiligkeit bedeutet nicht, nach Heiligkeit zu suchen, nur um heilig zu sein, sondern sie ist die Frucht eines Lebens, das Christus sucht. Tatsächlich ist die Heiligkeit kein Werk von Menschen, sondern Werk Gottes. Es ist Gott, der uns heilig macht. Es ist Jesus Christus, der durch seine Erlösung die Möglichkeit dafür geschaffen hat, es ist die Allerheiligste Jungfrau Maria, die mit ihrer Miterlösung dazu beiträgt, es sind alle Werkzeuge mit ihrem Wirken und wir durch unsere Teilnahme mit: „Ich möchte es, ja, ich will“. Dann beginnt das Werk Gottes das Werk der Heiligkeit, das Werk der Verherrlichung jedes Menschen, eines jeden von uns.

Ich würde sagen, Heiligkeit ist Glaube. Sie ist der Glaube an Gott, die Gewissheit, dass Gott alles kann, dass Gott alles umwandelt, dass Gott alles in allen ist, dass Er in allen gegenwärtig ist und durch alle wirkt. Es ist Gottes Werk, das unsere Entscheidungen umwandelt und uns dahin führt, unseren Gedanken zu ändern, in uns sein Abbild und sein Gleichnis, die Fülle zu erwecken. Das ist Heiligkeit.

Wir wurden mehrfach um zwei sehr einfach Dinge gebeten: um den Glauben und die Einfachheit, um ein einfaches Leben. Wenn wir so leben, sind wir heilig. Der Heilige Paulus schreibt an die Heiligen, die sich hier, die sich dort befinden. Es sind Menschen die auf dem Weg sind, wie wir. Würde uns der Heilige Paulus heute schreiben, er würde sagen: „An die Heiligen der Kirche Jesu Christi auf der Erde.“

Versuchen wir also, uns in diesem Bewusstsein auf dieses Fest vorzubereiten. Es ist eine Freude. Mitbürger der Heiligen und Hausgenossen Gottes, sich zu wünschen, mit ihnen an diesem Fest teilzunehmen, weil sie Freunde sind. Sie sind keine Übermenschen, sondern Freunde und mit ihnen möchten wir zusammenarbeiten, mit ihnen möchten wir beten, mit ihnen möchten wir uns freuen und weinen, und wenn wir auf diese Weise auf dem Weg sind, werden wir dorthin gelangen, wo sie sind und alle gemeinsam die Neue Schöpfung errichten.

Ich wünsche allen eine schöne Vorbereitung und die Freude sich als Heilige unter den Heiligen zu fühlen.

Möge Gott uns segnen, im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.

[1] Eph 2, 19

[2] Vgl. Mt 7, 13-14; Lc 13, 24

[3] In Italien bringt die „Befana“, eine alte Frau bzw. eine Hexe, den Kindern am 6. Januar Süßigkeiten. (Anm. d. Ü.)

[4] Mit „ferragosto“ wird in Italien der 15. August gefeiert, um den herum die Italiener ihren Sommerurlaub nehmen. (Anm. d. Ü.)

[5] Lv 19, 2

[6] Vgl. Deut 6, 5; Mt 12, 30

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