Die lebendige Liturgie

14. August 2020 – Vigilfeier zum Hochfest Mariens, aufgenommen in den Himmel, Mutter und Königin der neuen Schöpfung

Botschaft der Muttergottes

Die lebendige Liturgie

 

„Geliebte Kinder,

ich segne euch alle hier Anwesenden und jene, die mit euch im selben Geist vereint sind. Ich freue mich, mit euch die neue Liturgie für dieses Jahr zu beginnen. Ein liturgisches Jahr ist keine Ansammlung von Riten und Gedenktagen, sondern ein fortschreitender und sich immer weiter vertiefender Weg zur Fülle des Lebens. Es ist ein Weg auf die neue Schöpfung zu, den jeder von euch und das ganze Volk Gottes auf der Erde sowie auf anderen Gott treuen Planeten unternimmt.

Ich habe „neue Liturgie“ gesagt, aber in Wahrheit handelt es sich um eine ewige Liturgie. Eure Liturgie auf der Erde ist nämlich die Teilnahme an der Ewigen Liturgie, die seit Anbeginn der Schöpfung im Himmel stattfindet[1]. Vor dem Thron Gottes opfert mein Sohn Jesus, der Hohepriester, dem Vater im Heiligen Geist die Opfer, die Gebete und die Liebe seines ganzen Volkes auf, das im Universum verstreut ist.[2] Und wenn ihr euch in jeder Heiligen Messe Gott darbringt und Ihm die Erde aufopfert, werdet ihr zu einem Strahl des himmlischen Lichts, zu einem Schimmer der Ewigen Liturgie.

Vor allem in der Eucharistiefeier, dem Gedächtnis des Todes und der Auferstehung meines Sohnes, seid ihr auf besondere Weise mit dem vereint, was im Himmel geschieht. In jenem Augenblick nimmt der Vater das Opfer des Sohnes an, vereint mit dem Opfer seines Volkes, das das Gedächtnis von Ostern feiert.[3]

Denkt immer daran, dass das auf anderen Planeten nicht geschieht. Nur auf der Erde wird das Gedächtnis des Todes und der Auferstehung meines Sohnes gefeiert. Das, was auf dem Kalvarienberg und dann bei der Auferstehung geschah, wird gegenwärtig. Während eurer Messfeiern sind die Augen des Universums auf euch gerichtet. Dann strömt von der Himmlischen Liturgie, wo der Vater das Opfer des Sohnes annimmt, das Licht aus, das euch alle durchflutet und auf das gesamte Universum herabkommt. Gleichzeitig erhebt sich vom Altar, auf dem ihr feiert, ein göttliches Licht, das zum Himmel zurückkehrt und sich durch den dreifaltigen Wirbel wieder auf den ganzen Mystischen Leib Christi verteilt.[4] Auf diese Weise, vereint mit der Ewigen Liturgie des Himmels, nehmt ihr an dem teil, was dort oben geschieht und erhaltet das Licht und die Macht der Himmlischen Liturgie.

Das geschieht auch, wenn ihr gemeinsam oder alleine betet. Wenn ihr vor dem Antlitz Gottes steht, seid ihr immer in Gemeinschaft mit dem Himmel und der göttlichen Macht. Ihr seid in den Wirbel der Allerheiligsten Dreifaltigkeit eingetaucht, der euch erreicht, berührt und nicht nur mit der Macht Gottes erfüllt, sondern auch mit der Macht ihres Mystischen Leibes.

Der dreifaltige Wirbel ist wie ein Transportband: Er lässt die Macht, die Weisheit und die Erfahrung des Mystischen Leibes Christi zu euch gelangen. Er trägt die Heiligkeit des Volkes Gottes des ganzen Universums in sich, die sich im Laufe der Jahrtausende entfaltet hat. Überlegt, aus welcher Macht ihr schöpfen könnt, wenn ihr euch durch mein Herz im Heiligen Geist mit Gott und allen Schwestern und Brüdern verbindet.[5] So lässt zum Beispiel ein Heiliger, den ihr in euren Messfeiern ehrt, auf euch seine Liebe und seine Macht herabkommen. Er betet für euch, nimmt eure Gebete gerne an und erhebt sie zu Gott.

Ihr seht also, dass die Liturgie keine Ansammlung von Ritualen ohne Leben ist, wie es leider an vielen Orten der Erde der Fall ist, sondern ein lebendiges Gedächtnis. Sie ist die aktive Teilnahme eines jeden von euch und des Volkes des ganzen Universums am Priestertum Christi.

In euren Messfeiern habt ihr das Privileg, den Tod und die Auferstehung meines Sohnes als Zeugen zu erleben; ihr seid keine einfachen Teilnehmer, sondern Zeugen. In jenem Augenblick bezeugt ihr dem ganzen Universum, dass der Herr wahrhaft auf der Erde gestorben und auferstanden ist zugunsten des ganzen Universums und dass Er fortfährt, sich in jeder Heiligen Messe zu opfern. Und wenn ihr würdig feiert, feiert der ganze Himmel mit euch. Dem Vater ist die Feier dieses Gedächtnisses wohlgefällig und Er lässt jede Gnade auf sein Volk herabkommen.

Es ist Zeit, dass diese Kirche[6] ihre Liturgie feiert. Ich bitte euch alle, insbesondere die Priester und jene unter euch, die eine Verantwortung tragen, euch zu bemühen, eure Liturgie immer aktueller und lebendiger zu gestalten, indem ihr euch der Heiligen Schrift und der Offenbarungen bedient, die ihr erhalten habt. Möge die Feier jedes Hochfestes, jedes Festes und jedes Gedenktages ein aktuelles und lebendiges Gedächtnis sein.

Ich bin bei euch in all euren Messfeiern. In dem Augenblick, in dem der Priester die Hostie und den Kelch erhebt, bin ich vor dem Altar für euch alle niedergeworfen, so wie ich es im Himmel vor dem Altar Gottes bin, wenn mein Sohn seine Liturgie mit den Erzengeln, den Engeln und den Heiligen feiert. Werft auch ihr euch mit mir nieder, nicht so sehr physisch, sondern vielmehr geistig: gemeinsam mit mir vor jedem Altar niedergeworfen für das Heil aller Menschen.

Meine Kinder, die Erde befindet sich am Rand eines Abgrunds. Ich habe euch das viele Male gesagt und wiederhole es immer wieder. Die einzige Rettung für die Menschheit der Erde ist die Feier der Eucharistie vereint mit der Himmlischen Liturgie. Es gibt keine andere Hoffnung für die Kinder Gottes auf dieser Erde. Deshalb habt ihr die große Verantwortung würdig, aktiv und mit christlicher Nächstenliebe an jeder eurer Messfeiern teilzunehmen.

Ihr verehrt den Gekreuzigten. Ihr seid nicht wie jene, die meinen Sohn und mich auf Golgotha anspuckten. Viele Christen tun heute das Gleiche, wenn sie unwürdig am Opfer meines Sohnes teilnehmen. Ihr aber seid nicht wie diese Leute: Ihr seid ein neues Volk, das sich gemeinsam mit mir vor dem Erlöser niederwirft, zur Ehre des Vaters im Heiligen Geist.

Euer Zeugnis, das ihr durch die Liturgie ablegt, ist marianisch und franziskanisch. Deshalb muss euer liturgisches Jahr mit mir gelebt werden, von diesem Volk mir geweiht; es ist ein Weg auf die neue Schöpfung zu. Die Jahre vergehen schnell in Richtung neue Schöpfung und ihr werdet sehen, wie sich die Zeit immer mehr beschleunigt.[7]

Euer Weg ist franziskanisch. Der Heilige Franziskus erlebte auf der Erde eine Dimension, die jener der treuen Menschheiten ähnlich ist. Er ist der Heilige, der sich am meisten der geistigen Dimension genähert hat, die ihr eines Tages in der neuen Schöpfung leben werdet.[8] Aus diesem Grund hält er ständig für euch Fürsprache, er öffnet euch den Weg gemeinsam mit der Heiligen Klara, die nach mir eure Mutter ist, denkt immer daran. Sie brachte viele Kinder Gottes in der Stille, in der Hingabe an Gott, im Gebet und im stillen Opfer hervor.

Der Vater will kein Volk, das Lärm macht, polemisiert oder revolutionär ist, sondern ein einfaches, demütiges, stilles Volk. Still, nicht weil es unfähig wäre Zeugnis abzulegen, sondern weil es nicht streitet und niemanden angreift, sondern seine Liturgie zutiefst lebt.

Das ist es, was ich mir von euch wünsche: dass ihr, unabhängig von dem, was in der Welt passieren wird, Zeugen der Himmlischen Liturgie seid durch eure auf heilige Weise gelebte Liturgie, um ein heiliges Volk zu sein, Zeugen des Heils. Ich werde euch helfen, Zeugen der Größe Gottes und meiner Würde als Mutter, Königin und Miterlöserin zu sein

Ich segne und begleite euch, im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.“

[1] „Die Geschichte neu schreiben – Band 2 – Das Universum und seine Bewohner“, Kap. 1 und 2; Eph 1,1-10

[2] Vgl. Heb 10,11-14

[3] Vgl. 1Kor 11,23-34

[4] Vgl. Röm 12,5; 1Kor 11,24; 1Kor 12,12

[5] Wir haben wiederholt vom dreifaltigen Wirken gesprochen, das durch das Volk Gottes wirkt, das sich zur Verfügung stellt, das Leben Gott durch das Unbefleckte Herz Mariens aufzuopfern zugunsten aller Kinder Gottes. Über den dreifaltigen Wirbel haben wir insbesondere im Buch „Über die Große Barriere hinaus“, Kap. 1 gesprochen. Das ganze Volk, das sich Gott Vater durch Jesus Christus im Heiligen Geist hingibt, wird in den dreifaltigen Wirbel einbezogen. Er ist nach Gott die größte Macht, die im Universum wirkt.

[6] Das bezieht sich auf die „Kirche Jesu Christi des Universums“, der wir angehören.

[7] Siehe Botschaft Gott Vaters vom 7. August 2020 „Dieses Hochfest sei der Beginn eures liturgischen Jahres“

[8] „Die Geschichte neu schreiben – Band 1 – Im Gedanken Gottes“, S. 116 (Die Seitenangaben beziehen sich auf die italienische Ausgabe des Buches “Riscrivere la Storia – Vol I – Nel pensiero di Dio“, da es noch nicht auf Deutsch erschienen ist).

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