Kirche Jesu Christi des Universums
von Mauro
(übersetztes Audio)
8.9.2023
Röm 8, 28-30; Ps 13; Mt 1, 1-16.18-23
Wenn wir die heutigen Lesungen der Geburt von Maria mit Glauben, mit Einfachheit und mit Vertrauen betrachten, wenn wir sie mit einer Haltung betrachten, in der wir wissen, wem wir unser Leben übergeben haben, wenn wir sie mit einer Haltung betrachten, in der wir wissen, unser Leben hingegeben zu haben und dass unser Leben in den Händen Gottes liegt und daran glauben, dass Gott unser Leben führt; wenn wir uns nicht fragen, wie Gott unser Leben führt, sondern einfach in allem, was geschieht, zu verstehen versuchen, was Gott uns sagen möchte; wenn wir zu verstehen versuchen, wie Gott uns führt, was wir tun, was wir loslassen sollen, aber ohne unsere Hingabe, unsere Identität, unsere Gewissheit in Frage zu stellen, in Gottes Händen zu sein und uns diesen Händen niemand entreißen kann, dann können wir sagen, dass diese Lesungen genau das bestätigen.
Der Heilige Paulus schreibt an die Römer: «Wir wissen, dass Gott bei denen, die ihn lieben, alles zum Guten führt, bei denen, die nach seinem ewigen Plan berufen sind.»[1] Alles führt zum Guten. Das bedeutet, dass uns nichts Böses geschehen kann, dass es DAS Böse nicht gibt. Ich erkläre es besser: Das Böse existiert, aber es gelingt ihm nicht, mir DAS Böse zuzufügen, was bedeutet, meine Seele zu verlieren. Es kann mir meinen Körper nehmen, aber nicht meine Seele. Es kann mir alles Mögliche zustoßen, aber «bei denen, die Gott lieben, führt alles zum Guten.»
«Denn alle, die er im Voraus erkannt hat,… »[2], wenn wir Ihm unser Leben hingegeben haben – und wir wissen, dass uns selbst der Wunsch, Gott unser Leben darzubringen, von Ihm eingegeben wurde. Keinem von uns gelingt es aus eigener Kraft, Gott das Leben darzubringen. Es ist ein Wunsch, den Gott in uns hineingelegt hat. Keiner hat diesen Wunsch. Wenn Gott ihn nicht in uns hineingelegt hat, werden wir Ihm nicht unser Leben aufopfern. Dieser Wunsch geht auf das „Ja“ zu Gott zum Zeitpunkt der Empfängnis zurück. Wenn wir „Ja“ zu Ihm gesagt haben, wenn wir „Ja“ zu dem gesagt haben, wie unser Leben, unsere Identität aussehen sollen, dann vertraut uns der Vater dem Sohn an und der Sohn schenkt uns den Heiligen Geist, der uns unterweist. Im Heiligen Geist geben wir unser Leben hin, aber es ist immer ein Wirken Gottes. Er hat uns also erkannt. «Im Voraus erkannt und auch im Voraus dazu bestimmt, an Wesen und Gestalt seines Sohnes teilzuhaben, damit dieser der Erstgeborene unter vielen Schwestern und Brüdern sei. Die er aber vorausbestimmt hat, die hat er auch berufen, und die er berufen hat, die hat er auch gerecht gemacht; die er aber gerecht gemacht hat, die hat er auch verherrlicht.»[3]
Es ist alles ein Weg: Alles führt zum Guten. Dass alles zum Guten führt, ist der Weg, es bedeutet, zum Wesen und zur Gestalt des Sohnes Gottes in uns zu gelangen, damit auch wir Kinder Gottes werden. Seht, ihr werdet sagen: „Das ist zu einfach“, aber das ist der Gedanke Gottes. Schwierig wird es im Leben, wo wir in diesem Glauben bleiben müssen; schwierig wird es im Laufe unseres Lebens, bei allem, was uns zustößt: den Händen Gottes überlassen zu bleiben, der weiß, wie Er uns führen muss – nicht wir, sondern Er –, und dann alles, was uns zustößt, in jenem Wesen und jener Gestalt Gottes, in jenem Weg wiederzuerkennen, den Gott in uns und für uns hineingelegt hat. Ich werde jetzt nicht die gegenseitige Hilfe, die Gemeinschaft, die Hingabe füreinander nennen, das wisst ihr alles.
Ein Beispiel für einen, der so war: der Heilige Josef aus dem heutigen Evangelium[4]. Es überstieg ihn, dass die Allerheiligste Jungfrau Maria durch den Heiligen Geist ein Kind empfangen hatte. Ich meine, seien wir ehrlich: Nicht einmal der Heilige Josef konnte das damals begreifen. Aber, als Kind Gottes, als Gerechter wusste er, dass alles zum Guten führt, weshalb er einfach sagte: „Besser ich trenne mich von Ihr in Stille, dann können sie Ihr kein Leid zufügen.“[5] Dann griff Gott ein und sobald Gott eingegriffen hatte, verstand Josef. Und so war es das gesamte Leben von Maria und von Josef. Bei Jesus ist es leicht, das zu sagen, nachdem Er Gott ist, aber so war es auch für die beiden, für die Allerheiligste Jungfrau Maria und den Heiligen Josef, die auf diese Weise von Gott geführt wurden. Das Versprechen, dass jeder von uns und wir alle gemeinsam auf die gleiche Weise geführt werden, seht, dieses Versprechen gilt auch für uns, und die ganze Kirche Jesu Christi, alle Werkzeuge begleiten uns. Der Punkt ist, zur Verfügung zu stehen.
Es gibt auch eine falsche Art, den Brief des Heiligen Paulus an die Römer zu lesen: „Ich bin gerecht, ich bin auserwählt, ich bin im Voraus bestimmt, ich bin Priester, ich bin gesalbt.“ Auf diese Weise haben wir schon verloren. Ich weiß, dass ich gesalbt wurde, ich weiß, dass ich Priester bin, aber ich weiß, dass es ohne die Hilfe von Gott, den Schwestern und Brüdern nicht möglich ist, mich formen, mich umwandeln zu lassen, mir meinen Gedanken aus den Ohren zu ziehen, der immer oder fast immer im Widerspruch zum Gedanken Gottes steht. Aber all das kann nur dann geschehen, wenn ich weiß, dass für Gott alles möglich ist und alles zum Guten führt, alles, eine Krankheit, der Tod, ein Unglück, eine Hungersnot, die Pest. Alles führt zum Guten bei jenen, die Gott lieben und sich lieben lassen.
[1] Röm 8, 28
[2] Röm 8, 29
[3] Vgl. Röm 8, 29-30
[4] Vgl. Mt 1, 1-16.18-23
[5] Vgl. Mt 1, 19
