Heiliger Petrus und Heiliger Paulus

Kirche Jesu Christi des Universums

von Mauro

(übersetztes Audio)

29.6.2023

Apg 12, 1-11; Ps 34(33); 2Tim 4, 6-8.17.18; Mt 16, 13-19

Wir feiern also das Hochfest der Heiligen Petrus und Paulus. Vor zwei Jahren, als beide zu uns gesprochen haben[1], empfahl uns Petrus, die Gemeinschaft mit ihnen zu leben, er empfahl uns, eine echte Beziehung mit ihnen und mit allen Heiligen zu leben; zu spüren, dass sie handeln und nicht zu denken, dass sie stumm und starr im Himmel oben sind, sondern konkret gemeinsam mit uns handeln, dass sie mit uns in jener Dimension arbeiten, in der sie arbeiten können und in der es für uns mühsamer ist, nämlich in der Dimension des Geistes.

Wenn wir von den Lesungen aus dem Evangelium nach Matthäus ausgehen, dann stoßen wir auf die Frage von Jesus: «Für wen halten die Menschen den Menschensohn?»[2] Das ist eine Frage, von der ich meine, es sei gut, sie uns selbst des Öfteren zu stellen. Es ist eine Frage, die die Menschheit der Erde vielleicht vergessen hat sich zu stellen, denn wenn es eine Person gibt, die in unseren Tagen vergessen ist, dann ist es Jesus Christus. Wenn wir Ihn also weder zu Rate, noch in Betracht ziehen, wenn Er nicht einmal erwähnt wird, dann stelle ich mir vor, dass es noch viel unwahrscheinlicher ist, dass die Menschen sich fragen: „Wer ist Jesus für mich? Was bedeutet Er für mich?“ Und das, was in unseren Tagen fehlt, ist hingegen genau dieses Sich-Betrachten vor Ihm, jeder alleine, und zu verstehen „Für mich, was bedeutet Er? Wie viel zählt Er? Wie wichtig ist Er? Er ist wichtig, aber ist Er auf derselben Ebene von so vielen anderen Dingen in meinem Leben? Er ist wichtig, aber ich habe mein eigenes Leben?“ Jeder muss die Frage beantworten: Wie viel zählt Jesus für mich?

Im Evangelium fährt Er fort: «Du bist Petrus und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen.» Ich möchte darauf nicht weiter eingehen; ich denke, diese Haltung ist uns allen klar. Aber ich möchte mit euch folgende Worte betrachten: «Ich werde dir die Schlüssel des Himmelreichs geben; was du auf Erden binden wirst, das wird im Himmel gebunden sein, und was du auf Erden lösen wirst, das wird im Himmel gelöst sein.» Ich glaube, dass viele Menschen diese Bedeutung den Priestern, der Beichte, usw. zuschreiben, während es sich vielmehr um eine persönliche Haltung eines jeden von uns handelt. Wir sind es, die wir uns binden und das, womit wir uns hier auf der Erde binden, wird auch im Himmelreich gebunden sein. Wir sind es, die wir uns lösen können, und wir können einander von gewissen Bindungen lösen in dem Ausmaß, in dem wir uns dafür öffnen, was Jesus für uns ist: Wenn Er der Christus ist, der Sohn des Lebendigen Gottes, dann öffnet sich in diesem Glauben alles.

Wir haben im Brief des Heiligen Paulus an Timotheus gehört: «Ich habe den guten Kampf gekämpft, den Lauf vollendet, die Treue bewahrt.»[3] Was bedeutet das? Woher nimmt er diesen Mut? Um welche Treue, um welchen Glauben geht es? Um die Treue, um den Glauben, von dem ich spreche! Um die Treue, um den Glauben an Christus, den Sohn des Lebendigen Gottes. Er spricht am Ende seines Briefes davon. Der Glaube, den der Heilige Paulus hatte, war folgender: «Der Herr wird mich allem bösen Treiben entreißen und retten in sein himmlisches Reich. Ihm sei die Ehre in alle Ewigkeit.»[4] Das ist der Glaube, den wir alle haben müssen: „Der Herr wird mich retten.“ Alles, was wir also binden, wird sich in uns lösen, wenn wir diesen Glauben haben. Wenn wir diesen Glauben nicht haben, sind wir es, die wir uns binden.

Jesus hat uns mit seiner Erlösung diese Kraft, diese Macht und die Fähigkeit geschenkt, uns in seinem Namen zu befreien. Er hat uns befreit. „Seht zu, frei zu bleiben“, sagt Er, „Ich habe euch befreit, aber an euch liegt es, diesen Glauben zu haben.“ Seht, im Namen Jesu zu glauben, an seine Macht zu glauben, bezieht sich nicht auf einen Glauben, der an die persönlichen Umstände, an die persönlichen Bedürfnisse gebunden ist, an Wunder, die in unserem Leben geschehen können – natürlich kann ich nicht leugnen, dass das Glaube ist, das Evangelium ist voll davon, oder?, von Menschen, zu denen Jesus sagt: «Was willst du, dass ich für dich tue? Dein Glaube hat dich gerettet, geh!»[5]

Ich spreche vom Glauben des Heiligen Paulus: «Ich habe den guten Kampf gekämpft.» Ich denke, dass Er uns um diesen Glauben bittet, um sagen zu können: „Ich haben den guten Kampf gekämpft“, und diesen Kampf kämpfen wir, nicht, weil wir darum bitten, die Prüfung möge aufhören, weil wir um ein Wunder bitten oder weil wir bitten, dass alles gut geht. Den Kampf kämpfen wir, wenn wir AUFGRUND DES GLAUBENS wissen, dass uns Jesus von allem Bösen befreit. Aber selbst wenn Er uns nicht hier auf der Erde befreit, wissen wir, dass Er uns von allem Bösen befreit. Ich habe den Glauben der drei jungen Männer schon früher erwähnt, die in den Feuerofen geworfen werden und zu denen der König sagt: «Wer ist der Gott, der euch retten könnte aus meiner Hand?». «Ich bin sicher, dass Er uns retten wird, aber selbst WENN NICHT, so sei dir, König, kundgetan, dass wir niemals an dich glauben werden, sondern weiterhin an unseren Gott glauben.»[6] Diesen Glauben.

Seht, ein derartiger Glaube ist notwendig heute, und gerade wir müssen diesen Glauben haben aufgrund dessen, wofür Er uns berufen hat in diesen Endzeiten. Wir müssen diesen Glauben haben, um alles in Christus zu vereinen und gerade für dieses Leben, um das Er uns bittet, damit Er das Zeugnis von Menschen überbringen kann, die im Glauben an seine Verheißungen leben und seine glorreiche Wiederkehr erwarten. Um diesen Glauben geht es, immer. Um diesen totalen Glauben, den wir in allem haben müssen. Um diesen Glauben zu haben, ist die Frage, die ich gestellt habe, notwendig, damit wir überprüfen, was im Zentrum meines Lebens, was an erster Stelle steht, «Für wen halten die Menschen den Menschensohn?»

Ich denke, dass das, was uns der Heilige Paulus 2021[7] gesagt hat, eine Kontrolle für uns sein sollte: entweder habe ich diesen Glauben oder ich muss darum bitten.

Ich lese seine Worte: „Ich bitte euch alle, dieselbe starke und großzügige Liebe zu Jesus zu haben. Die Liebe zu Ihm ist für euch die einzige Garantie einer aufrichtigen Liebe zum Vater, aber auch der Gabe des Heiligen Geistes. Der Vater gewährt diese Gabe nämlich nur den wahren Jüngern Jesu, die Ihn lieben, Ihn annehmen und Ihn als den anerkennen, der Er ist: der Herr des Universums, Sohn des Allerhöchsten Gottes. Bemüht euch sehr, die Liebe zu Jesus zu pflegen. Jetzt ist die Zeit, in der die Kirche diese Liebe im ganzen Universum und insbesondere auf der Erde zum Ausdruck bringen muss, wo die falschen Religionen und die falsche Kirche diese Liebe nicht offenbaren. Ihr müsst das Banner Christi hochhalten: nicht nur sein Kreuz und seine Auferstehung, sondern auch jenes der Liebe zu Ihm, die euch zu allem und jedem hindrängt, die euch fähig macht, Freunde und Feinde zu umarmen und euch hilft, die Menschheit, die leidet, besser zu machen. Ich bete für euch gemeinsam mit allen Heiligen; wie euch Petrus gesagt hat, sind wir alle in dieser Zeit im Einsatz. Wir teilen eurem Geist die Frucht dessen mit, was wir getan und erlebt haben, während wir im Körper waren. Auf diese Weise geht der gewaltige Reichtum Gottes der Generationen von Heiligen von Geist zu Geist weiter.“

Es ist diese Liebe, an der wir uns messen müssen, nicht an der Liebe für ein Werk, für uns selbst oder für die anderen, denn auch die Liebe uns selbst und den anderen gegenüber muss Frucht dieser Liebe zu Jesus sein. Alles, was seinen Ursprung nicht darin hat, ist kein Glaube. Alles muss hier beginnen. In dem Glauben, dass Er es ist, der die Geschichte lenkt, in dem Glauben, dass Er hier ist, in dem Glauben, der uns die Gewissheit und die Sicherheit schenkt, dass sich alles erfüllen wird, dass alles zur Vollendung gebracht wird. Dann wird uns diese Liebe dahin bringen, uns für das zu bemühen, worum uns Jesus gebeten hat: Seelen des Bräutigams[8] zu sein. Ich denke, dass wir uns in Zeiten befinden, in denen wir entweder Seelen des Bräutigams sind oder, ich will nicht sagen, dass wir verlieren, aber wir können keinen Einfluss auf die Geschichte nehmen. Die Geschichte neu schreiben und auf die Ereignisse Einfluss nehmen können die Seelen des Bräutigams, jene, die Jesus freie Hand lassen.

Bitten wir also den Heiligen Petrus, den Heiligen Paulus, den Heiligen Johannes und alle Heiligen, dass sie uns wirklich im Geist helfen, die Bedeutung und die Schönheit zu verstehen, diese völlige Beziehung mit Jesus zu leben, Ihm zu erlauben, in uns alles zu lösen. Mögen sie uns dann helfen, uns nicht selbst zu binden, uns nicht selbst einzusperren, sondern es zu verstehen, das Leben zu verlieren aus Liebe zu Gott. Ihr Segen komme auf uns und auf all das herab, was mit uns verbunden ist, im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.

[1] Vgl. Botschaft des Heiligen Apostels Petrus vom 29. Juni 2021 „Folgt den Spuren der Heiligen, in Gemeinschaft mit ihnen“ und Botschaft des Heiligen Apostels Paulus vom 29. Juni 2021 „Ihr lebt bereits das kosmische Pfingsten“. Beide Botschaften wurden auf unserer Webseite https://unterwegszurneuenschoepfung.org veröffentlicht und im Buch „Unterwegs zur Neuen Schöpfung – Band 8, 2021“, auf den Seiten 69 und 73. Verlag Luci dell’Esodo.

[2] Vgl. Mt 16, 13-19

[3] Vgl. 2Tim 4, 7

[4] Vgl. 2Tim 4, 18

[5] Vgl. Mt 9,2; 9,22; 9,29; 15,28; Mk 2,5; 5,34; 10,52; Lk 5,20; 7,50; 8,48; 17,19; 18,42

[6] Vgl. Dan 3, 13-18

[7] Siehe Fußnote 1

[8] Vgl. Botschaft Jesu vom 24. Dezember 2020 „Seelen des Bräutigams“, veröffentlicht auf unserer Webseite und im Buch „Unterwegs zur Neuen Schöpfung – Band 7, 2020“, S. 141; Verlag Luci dell‘Esodo