Die Entscheidung der Seele

24. August 2010

Liebe Leserinnen und Leser,

ich bin froh, erneut bei euch sein zu können. Setzen wir unseren Weg gemeinsam fort, der dazu führen soll, das Leben Gottes in uns immer besser verstehen zu können. In diesem Monat möchte ich euch eine Botschaft des Heiligen Geistes zur Verfügung stellen, die von der Notwendigkeit spricht, sich für die Wahrheit zu entscheiden und von den Konsequenzen, die der Mangel dieser Entscheidung mit sich bringt.

Ich glaube, dass diese Worte uns alle betreffen, denn jeden Tag müssen wir uns zwischen dem Guten und dem Bösen, zwischen der Wahrheit und der Lüge entscheiden. Es scheint fast, als würde uns das Leben dazu zwingen, eine endlose Partie Schach zu spielen, in der es lebensnotwendig ist, die richtige Schachfigur zu ziehen und zu entscheiden, welchen Weg wir einschlagen sollen, entweder den Weg Gottes oder jenen, den wir für den besten halten oder schlimmer noch jenen, den uns Satan vorschlägt und zu dem er uns auf tausend Weisen zu verführen versucht. Es bleibt uns nichts anderes übrig, als unser Leben Gott durch das Unbefleckte Herz Mariens aufzuopfern, damit wir Schritt für Schritt zur richtigen Entscheidung geführt werden, die uns auch zur Umwandlung unseres Lebens führt. Die Entscheidung der Seele weiterlesen

In Gemeinschaft leben ohne zu murren und ohne Neid

24. Juli 2010

Ich grüße euch, liebe Leserinnen und Leser!

Ich hoffe, es geht euch gut und ihr könnt ein wenig sommerliche Erholung genießen. Die Botschaft des Heiligen Geistes, die ich euch in diesem Monat zur Verfügung stelle, spricht von der geschwisterlichen Gemeinschaft, die ihre Quelle und Kraft in der Gemeinschaft zwischen den Drei Personen der Allerheiligsten Dreifaltigkeit findet.

Es ist nicht immer leicht, in Gemeinschaft mit unserem Nächsten zu leben aufgrund unserer Schwäche und der Schwäche der anderen, die wir gut kennen. Trotzdem können wir alle Grenzen überwinden, wenn wir uns Jesus durch das Unbefleckte Herz Mariens aufopfern. Denn durch den Akt der Hingabe vereinen wir uns mit Jesus und auf diese Weise sind nicht mehr wir diejenigen, die lieben und eine wahre Gemeinschaft mit den anderen schaffen, sondern Jesus. In Gemeinschaft leben ohne zu murren und ohne Neid weiterlesen

Geheiligt in der Wahrheit

24. Juni 2010

Liebe Leserinnen und Leser, aufs Neue sind wir beisammen. Ich hoffe, es geht euch gut und ihr seid glücklich in Gott. In diesem Monat möchte ich euch jene Worte weitergeben, die mir der Heilige Geist in Bezug auf die Weihe mitgeteilt hat.

Wenn wir von der Weihe sprechen, denken wir spontan an Priester oder Ordensleute. In Wirklichkeit ist jeder von uns berufen sich Gott zu weihen.

Diese Weihe besteht nicht so sehr in einer bestimmten Lebensform als vielmehr in einer inneren Haltung der Person, die sich dem Herrn hingibt, unabhängig von der Realität in der sie lebt. In diesem Sinn sind all jene Geweihte, die aufrichtig wünschen, Gott anzugehören und sich seinem Willen überlassen. Die Weihe unseres Selbst ist der Nährboden, aus dem jede Berufung hervorgeht, ob Ehe, Priestertum, Ordensleben, usw.

Jene, die sich entscheiden, ihr Leben in die Hände Gottes zu legen, indem sie jeden Egoismus loslassen, um dem Weg Jesu zu folgen, werden vom Herrn angenommen als seine Geweihten. Gott macht keine Unterschiede zwischen den Menschen, Er nimmt mit Liebe die Gabe eines jeden an.

Erschrecken wir also nicht, denn es wird nicht von uns verlangt, große Dinge zu tun oder kultivierte Reden zu halten, um Gott zu gefallen. Es wird von uns nur verlangt, voller Vertrauen zu sein wie Kinder, ohne Arglist, die an die Güte ihres Vaters glauben und sich Ihm anvertrauen mit der Gewissheit, dafür nur Gutes und Glück zu erhalten. Wenn wir das tun, werden wir von Gott umgewandelt und nehmen an seinem Werk der Erlösung teil. Ja, der Herr braucht solche Geweihten, um der Menschheit zu helfen, um ihr eine andere Lebensweise zu zeigen und jedem Menschen guten Willens den Weg der Hoffnung zu öffnen.

Hier also die Worte des Heiligen Geistes. Ich wünsche euch, dass ihr durch sie Licht und Kraft erhaltet. Ich grüße und umarme euch alle in Christus.

Botschaft des Heiligen Geistes vom 18. Mai 1999

„Ihr habt im Evangelium diese Worte Jesu gelesen: „Und ich heilige[1] mich für sie, damit auch sie in der Wahrheit geheiligt sind.“ (Joh 17, 19-20). Jesus sprach vom Opfer, das jeder Christ aus seinem eigenen Leben machen soll und das jeden Christen zu einem authentischen Geweihten macht. Leider sind nicht alle Christen geweiht und nicht alle, die sich als Geweihte bezeichnen, sind es in der Wahrheit. Das beleidigt Gott, denn ihr Opfer ist unrein. Das unreine Opfer ist schlimmer als die Lüge. Wer sagt, sich Gott aufzuopfern und dann nicht in der Wahrheit, sondern in der Dunkelheit lebt, ist schlimmer als jene, die sich für die Dunkelheit entscheiden. Das tat Judas und andere fahren fort, es ihm gleichzutun.

Durch die Hingabe des Lebens seid ihr Gott geweiht. Dieses Opfer muss in der Wahrheit geschehen, nicht aber in eurer Wahrheit, der Wahrheit eures Ichs oder eures Verstandes, sondern in der Wahrheit Gottes. Es muss also ein Opfer nach dem Willen Gottes sein, nach dem, was für jeden von euch vorgesehen ist. Viele möchten nämlich das erhalten, was nicht für sie vorgesehen ist. Sie möchten bestimmte Charismen besitzen und letztlich auch Gott. Das lässt euch nicht mehr in der Wahrheit sein, denn Gott gibt jedem entsprechend der Gnade, den Möglichkeiten und den Fähigkeiten des Einzelnen, und all das tut Er mit Liebe und aus Liebe, mit Aufmerksamkeit jeder Seele gegenüber.

Die Wahrheit Gottes besteht in dem, was für jeden von euch vorgesehen ist. In dieser Wahrheit könnt ihr euch authentisch weihen und euer Leben Gott zur Verfügung stellen, damit Er seinen göttlichen Plan in euch verwirklicht.

Wenn ihr hingegen Ambitionen, menschliche Wünsche oder persönliche Interpretationen des Willens Gottes in den Mittelpunkt stellt, wird eure Weihe außerhalb der Wahrheit sein, sie wird nur ein Mittel sein, um eure Erwartungen zu verwirklichen, auch wenn ihr meint, von einem großen Glauben angetrieben zu sein. Es gibt in vielen, die sich Geweihte nennen, kranke Bestrebungen, da sie sich auf ihre Weise weihen, um etwas von Gott zu erhalten, und das ist Ambition.

Wenn ihr in der Wahrheit Gottes lebt, werdet ihr wahre Geweihte sein. Nicht einmal das Böse wird euch schaden können, denn es wird in euch nichts finden können, woran es sich klammern kann. Satan versucht nämlich, euch von der Wahrheit, vom Plan Gottes zu entfernen. Er versucht, euch vom göttlichen Willen abzulenken, indem er eure Ambitionen nährt und eure Schwächen ausnützt, um euch von der Wahrheit fortzuziehen. Wenn ihr aber aus ganzer Seele wollt, dass sich nur die Wahrheit Gottes für euch verwirklicht, dann kann euch Satan nicht anrühren.

Ich lade euch ein, darüber nachzudenken, ob in euch alles in der Wahrheit ist, ob jeder Schritt, jeder Wunsch, jedes Gebet in der Wahrheit Gottes sind, im Plan Gottes für euch, der eure Wahrheit ist, die Wahrheit eures Seins.

In der Wahrheit geheiligt, geweiht zu sein, bedeutet, alles zu verlassen. Jesus hat euch eingeladen, alles zu verlassen (Mk 10, 17-27 und Mk 10, 28-31). Leider wird diese Einladung von vielen von euch auf rein materieller Ebene gesehen, so, als habe euch Jesus lediglich befohlen hinzugehen, eure Güter zu verkaufen, in einer Art Geschäft, um eure Angelegenheiten in Ordnung zu bringen und Ihm dann nachzufolgen. Nein, darum geht es nicht! Alles zu verlassen bezieht sich auf das, was in euch ist, auf eure menschlichen Sicherheiten, auf die bequemen Entscheidungen, auf die Kompromisse, auf die ihr oft zurückgreift, wenn die Wahrheit Gottes mit eurer Wahrheit nicht vereinbar ist, wenn die Wünsche Gottes euren entgegengesetzt sind, wenn ihr eine Gefahr für euren guten Ruf fürchtet. All das ist gefährlicher als die materiellen Reichtümer.

Viele meinen sich Gott geweiht zu haben, weil sie irgendein materielles Gut losgelassen haben, aber sie täuschen sich, denn sie haben ihre innere Welt nicht verlassen, die sie dazu bringt, das Vertrauen mehr in die Menschen und in die Dinge der Erde zu setzen als in Gott. Der Geist der Welt folgt manchmal auch den Ordensleuten bis hinter die Klostermauern, er breitet sich wie ein Virus unter den Christen aus und verdirbt das Volk Gottes. Daraus entstehen für die Gläubigen viele Übel: der Mangel an Gebet, an Glauben und Hingabe an Gott, zu viel Rationalität, leere Worte und unnütze Predigten.

Als Jünger Christi wird von euch in besonderer Weise verlangt, alles zu verlassen. Wer sich dem Vater durch den Sohn im Heiligen Geist aufopfert, kann nichts besitzen: Da er das eigene Leben hingegeben hat, hat er Gott alles geschenkt. Wer hingegen eine Sicherheit besitzt, die sich nicht ausschließlich auf Gott stützt, besitzt etwas und das bedeutet, dass er nicht alles losgelassen hat. Wer nicht alles verlassen hat, kann nicht alles geben.

Auf dem Weg der wahren Weihe gehen die, die wirklich alles verlassen haben und die bereit sind, nicht auf etwas zu hoffen, das für die menschlichen Augen sichtbar ist, sondern auf etwas, das nur mit den Augen des Glaubens erfasst werden kann. Hier seid ihr aufgerufen, eure Netze auszuwerfen (Lk 5, 5) und auf das Unbekannte zuzugehen. Damit euch das gelingt, könnt ihr nur auf Gott zählen. Vergesst nie, dass ihr nur durch die Vorsehung am Leben gehalten werdet, die das Band ist, das euch mit Gott verbindet. Deshalb zerreißt es nie, sonst werdet ihr ins Leere fallen. Ich möchte euch darin ermutigen, denn, wie euch Jesus versichert hat, wird jeder, der alles verlässt, das Hundertfache erhalten und das ewige Leben.

Ich segne euch mit dem Segen des Lichts, der Kraft und des Friedens, im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.“

[1] Im italienischen Bibelzitat wird, anders als im Deutschen, das Wort consacrare verwendet, das Weihe bedeutet.

Sich zum Vater erheben

26. Mai 2010

Liebe Leserinnen und Leser,

aufs Neue sind wir beisammen nach der Osterzeit, in der wir die großen Ereignisse der Erlösung betrachtet haben. Tatsächlich ist für jeden Einzelnen von uns der große Übergang vom Tod zum Leben unumgänglich, unabhängig von den liturgischen Zeiten. Tod und Auferstehung begleiten uns durch unser ganzes Leben. In den vielen Prüfungen des Lebens sind wir aufgerufen, den österlichen Sieg Christi zu erfahren, indem wir jeden Tod in Auferstehung umwandeln.

Wir sind Teil des Volkes Gottes, das ständig auf dem Weg ist hin zur vollständigen Verwirklichung der göttlichen Versprechen. Es ist ein Weg, der zwangsläufig über den Schritt der Bekehrung geht, bis wir zur Umwandlung unseres Seins gelangen. Darüber habe ich ausführlich im ersten Band der Buchreihe „Die Geschichte neu schreiben“, mit dem Titel: „Im Gedanken Gottes“[1], gesprochen. In diesem Buch habe ich die Erfahrungen und Erklärungen wiedergegeben, die ich in Bezug auf den Gedanken Gottes erhalten habe, der in uns lebt und uns von Tag zu Tag umwandelt. Sich zum Vater erheben weiterlesen

Die intime Beziehung mit Gott

24. April 2010

Ich grüße euch, liebe Leserinnen und Leser!

Ich hoffe, ihr hattet ein frohes Osterfest der Auferstehung mit Jesus. Wir nähern uns dem Hochfest von Pfingsten. Der Katechismus der Katholischen Kirche[1] ruft uns die tiefe Bedeutung dieses Hochfestes in Erinnerung. Es heißt: „Fünfzig Tage nach seiner Auferstehung spendet der verherrlichte Jesus Christus an Pfingsten den Geist in Überfülle. Er macht ihn als göttliche Person offenbar, so dass die heilige Dreifaltigkeit voll und ganz geoffenbart ist. Die Sendung Christi und des Geistes wird zur Sendung der Kirche. Diese Sendung besteht darin, das Mysterium der Gemeinschaft der Dreifaltigkeit zu verkünden und auszubreiten.“ (Kap. III § 144).

Es ist also für jeden von uns grundlegend, in einer immer engeren Beziehung mit dem Heiligen Geist zu leben, damit Er uns führt, heiligt, in Christus leben lehrt und uns sendet, um vom Leben Christi Zeugnis abzulegen. Um euch dabei zu helfen, möchte ich euch in diesem Monat eine Botschaft vorschlagen, die ich zur Pfingstvigil 1999 vom Heiligen Geist erhalten habe und in der von der Notwendigkeit gesprochen wird, die wahre Vertrautheit mit Gott zu leben, die die Grundlage des geistigen Lebens ist. Die intime Beziehung mit Gott weiterlesen

Gott hat uns einen Namen gegeben

31. März 2010

Liebe Leserinnen und Leser, von Herzen wünsche ich euch Frohe Ostern!

Ich würde mir wünschen, dass es für jeden von uns ein Ostern der wahren Auferstehung ist, ein tiefer, innerlicher Durchgang hin zur neuen Schöpfung, den Jesus für uns geöffnet hat, indem Er den Tod besiegt hat. Der Glaube an Christus gibt uns die Gewissheit, dass wir zu einem neuen, erlösten und auferstandenen Leben berufen sind. Um dorthin zu gelangen reicht es nicht, an den Feiern zum Gedenken an den Tod und die Auferstehung Christi teilzunehmen. Es bedarf auch unserer völligen Teilnahme am innerlichen Wirken des Heiligen Geistes, der die Erinnerung unserer Seele erweckt und uns dabei hilft, unsere wahre Identität in Gott zu erkennen, und zwar jene, seine Kinder zu sein.

Es ist wichtig, vor Gott von Angesicht zu Angesicht zu stehen, Ihm zu erlauben, uns mit seinem Blick zu durchdringen und uns von Ihm bei unserem Namen rufen zu lassen. Das ist das Erwachen des Lebens, das ist unsere Auferstehung. In der Bibel ist der Name, mit dem Gott einen Menschen ruft, die Bestimmung der Person selbst. Gott hat uns einen Namen gegeben weiterlesen

Den Tod und das Reich des Todes durchqueren und besiegen

26. Februar 2010

Die Fastenzeit hat begonnen – eine intensive Vorbereitungszeit auf Ostern. Ich denke, dass wir alle Jesus in seinem österlichen Übergang vom Tod zum Leben folgen wollen, einem Durchgang, der auf jeden Einzelnen von uns in allen möglichen Lebensumständen zukommt. Wir wissen nur zu gut, dass unser Dasein voller Umstände ist, die nicht immer rosig sind. In der Familie, am Arbeitsplatz, in den Beziehungen mit anderen, in den verschiedenen Schwierigkeiten, die uns jeden Tag erwarten, können wir uns entscheiden, diese Ereignisse passiv zu ertragen oder das zu tun, was Jesus getan hat: jede Prüfung in einen Sieg zu verwandeln, jeden Tod in eine Auferstehung. Wie? Indem wir Gott unsere Schwierigkeiten übergeben, zu Ihm unsere Herzen und unsere Gedanken erheben, mit Glauben beten und fest daran glauben, dass Er das Böse in Gutes verwandeln kann, aufgrund der großen Liebe, die Er für uns hegt. Oft beten wir um etwas, das uns am Herzen liegt und nicht immer erhalten wir es – wir sind enttäuscht und beginnen, mit dem Herrn zu diskutieren. Ich persönlich habe durch die Prüfungen des Lebens erkannt, dass die tiefe Bedeutung des Gebets nicht jene ist, Gott zu bitten, das zu verwirklichen, was wir uns zurechtgelegt haben. Der Sinn des Gebetes liegt vielmehr darin, jede Situation vor Gott hinzutragen, sie in seinen Händen zu lassen und zu erlauben, dass Er alles so löst, wie Er es vorgesehen hat, denn seine Vorsehung übersteigt all unsere Vorstellungen. Den Tod und das Reich des Todes durchqueren und besiegen weiterlesen

Die Allerheiligste Jungfrau Maria, Miterlöserin der Menschheit

2. Februar 2010

Im Buch „Über die große Barriere hinaus“ habe ich keine Reihe von Phänomenen und außergewöhnlichen Erfahrungen vorgestellt. Das war in der Tat nicht meine Absicht. Indem ich den Leserinnen und Lesern meine Erfahrungen beschrieben habe, wollte ich vielmehr viele hilfreiche Elemente aufzeigen, um zu erklären, dass sich das ganze Universum auf Jesus Christus hinbewegt in der Erwartung, dass die ganze Schöpfung in Ihm wieder vereint wird. Jene, die Christus angehören, wie die Erzengel, die Engel, die Heiligen, die Seelen im Fegefeuer und die Menschen, die Gott treu sind, auf der Erde wie auf anderen Planeten, müssen zwangsläufig mit Christus vereint leben, um ihre Mission zugunsten der ganzen Menschheit ausüben zu können. Gemeinsam mit dem Leben, das wir empfangen, erhalten wir alle auch eine Mission. Das Sein und das Handeln bilden unsere Identität. Unsere Mission kann sich aber nicht verwirklichen, wenn wir nicht mit Christus vereint sind. Getrennt von Ihm verlieren wir die Orientierung und nicht selten finden wir uns wieder leere Werke zu tun, ungeachtet unseres guten Willens. Wir laufen also Gefahr, viele Werke im Namen Gottes zu tun, ohne jedoch das Werk Gottes zu vollbringen. Jesus selbst wies uns darauf hin, als Er sagte: „Getrennt von mir könnt ihr nichts vollbringen“ (Joh 15, 5).

Wir sind alle zur mystischen Vereinigung mit Christus berufen. Sie ist keine außergewöhnliche Erfahrung, die nur wenigen, auserwählten Seelen vorbehalten ist, sondern eine verpflichtende Etappe für jeden Christen, die gleichzeitig Ausgangs- und Zielpunkt unseres Weges ist. Die mystische Vereinigung mit Christus ist die völlige Vereinigung mit seinem Leben, das uns zur Wirklichkeit des Lebens Gottes führt. Vereint mit Jesus Christus erfahren wir, was es bedeutet, in Gott und mit Gott zu leben. Davon spricht der Heilige Paulus im Brief an die Galater, wo er betont: „Nicht mehr ich lebe, sondern Christus lebt in mir. Soweit ich aber jetzt noch in dieser Welt lebe, lebe ich im Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt und sich für mich hingegeben hat“ (Gal 2, 20). Zur mystischen Vereinigung gelangen wir nur durch die aufrichtige und freiwillige Hingabe von uns selbst an Gott in Christus, durch das Unbefleckte Herz Mariens. Die Allerheiligste Jungfrau Maria, Miterlöserin der Menschheit weiterlesen

Freie und intelligente Geschöpfe

10. Januar 2010, Taufe des Herrn

Die Fähigkeit, die Ereignisse in der Welt zu unterscheiden und zu beurteilen, ist für jeden Einzelnen von uns lebensnotwendig. Das ist nicht nur unser Recht, sondern ich würde eher sagen, dass es vielmehr auch unsere Pflicht ist. Sonst nehmen wir die Ereignisse mit Resignation, Angst, Depression, Sorge und Passivität hin oder werden nervös und aggressiv. Das sind alles Haltungen innerer Auflehnung. Wir haben jedoch eine große Verantwortung für unser Leben und das der anderen, sowie für das, was in der ganzen Menschheit geschieht. Wenn das für jeden Menschen gilt, dann gilt es umso mehr für den, der sich als gläubig bezeichnet. Jesus hat mir einmal gesagt: „Ich habe keine Marionetten geschaffen, sondern freie und intelligente Geschöpfe“. Weil wir also keine Marionetten sind, da Gott uns frei und intelligent erschaffen hat, sind wir fähig, die Ereignisse um uns herum im Licht der geistigen Intelligenz zu lesen, die uns der Herr geschenkt hat, als Er uns nach Seinem Abbild und Gleichnis erschaffen hat.

Wenn wir für die Realität, die uns umgibt, Verantwortung übernehmen und nicht mehr nur passive Zuschauer sind, dann nehmen wir auf schöpferische Weise an ihr teil und erhalten so die Möglichkeit, unseren Beitrag an der Geschichte zu leisten. Wenn wir noch dazu behaupten gläubig zu sein, dann bringt uns unsere Verantwortung dazu, am Werk Gottes teilzunehmen. Wie? Durch unsere Entscheidung, für Gott zu leben durch die Liebe, die unseren Gedanken erhebt und uns hilft, das, was Gott für uns tut, zu verstehen. Wenn diese Entscheidung fehlt, beschränken wir uns darauf, die Ereignisse, die geschehen, als einfache Phänomene zu betrachten. Dann sind wir auf geistiger Ebene blind, da unseren Augen das Licht Gottes vorenthalten bleibt. Freie und intelligente Geschöpfe weiterlesen

von Stefania Caterina und Tomislav Vlašić

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