Gedanken – „40 Jahre Erscheinungen in Medjugorje“

von Pater Tomislav Vlašić

(übersetztes Audio)

  1. Juni 2021

Geliebte Schwestern und Brüder, wir befinden uns in der Novene, die uns auf den 40. Jahrestag der Erscheinungen der Muttergottes, Königin des Friedens in Medjugorje vorbereitet. Es ist jetzt wichtig, dass wir uns bewusst werden, was in dieser Zeit geschehen ist und was uns erwartet, insbesondere welche Haltung wir einnehmen müssen, um die Gnaden dieser Zeit mit voller Verantwortung wahrzunehmen.

Für die Vigilfeier zum 12. Sonntag im Jahreskreis haben wir den Abschnitt des Evangeliums nach Johannes, Kapitel 2, Vers 1 bis 12 ausgesucht. Wir befinden uns in Kana in Galiläa, es findet eine Hochzeit statt und die Mutter des Herrn hat bemerkt, dass Wein fehlt. «Sie haben keinen Wein mehr», sagt Sie zu Jesus und Jesus antwortet: «Was willst du von mir, Frau? Meine Stunde ist noch nicht gekommen», und die Mutter sagt zu den Dienern: «Was er euch sagt, das tut!» Es gibt verschiedene Auslegungen dieser Worte Jesu, sogar, dass Er über die Mutter verärgert war, aber in Wahrheit hat die Mutter des Herrn den Auftakt zur messianischen Zeit, zum öffentlichen Leben des Herrn gegeben.

Die Muttergottes drängte sich nicht auf den Platz Jesu, aber Sie erweckte den Heiligen Geist im Sohn angesichts dessen, was auf der Erde geschieht. Seht euch das Herzensgebet der Muttergottes gut an, dieser vollkommenen Frau, die eine vollkommene Sensibilität für die Dinge Gottes hat, und es war ihre mütterliche Autorität, die Gott aufrüttelte. Wie ist das möglich? Aber das ist völlig verständlich. Würde die Muttergottes mit ihren Gebeten nichts in Bewegung setzen und würde sich niemand der Erde an Gott wenden, würde alles flach bleiben, öde und tot, denn Gott zwingt die Menschheit nicht. Gott wartet auf die Initiative des Menschen, die Gegenwart des Retters in der Welt zu erkennen.

Die Haltung der Mutter des Herrn gab den Auftakt zum öffentlichen Leben des Herrn, und wie uns der Heilige Johannes berichtet, tat der Herr sein erstes Zeichen und offenbarte seine Herrlichkeit. Von diesem Punkt des Evangeliums müssen wir ausgehen, um die Verkündigung zu verstehen, die die Muttergottes am 7. Dezember vergangenen Jahres am Vorabend zum Hochfest der Unbefleckten Empfängnis machte: „Ich freue mich, weil mich der Herr sendet, euch die frohe Nachricht der Gnade und des Friedens zu überbringen, aber auch die harte Schlacht gegen die Mächte der Finsternis anzukündigen. Er trug mir auf, euch den Beginn der messianischen Zeiten zu verkünden.“[1]

Diese 40 Jahre der Erscheinungen der Muttergottes in Medjugorje waren also eine Vorbereitung auf diese Ereignisse. Was ist der Leitfaden in dieser vierzigjährigen Vorbereitung durch das Unbefleckte Herz Mariens? Es ist eine Vorbereitung im Gebet, worauf ich oft hingewiesen habe, als ich die Muttergottes zitierte, die in der Gebetsgruppe sagte: „Viele beten, aber sehr wenige treten in das Gebet ein“, und die Muttergottes lehrte uns, in das Gebet des Geistes einzutreten. In dieser zwischenzeitlichen Gegenwart Jesu, in diesem Beginn der messianischen Zeit zeigt sich Jesus still, verborgen, Er wirkt im Heiligen Geist. Wir haben also Zutritt zu Jesus Christus, der gegenwärtig, verborgen, aber genauso gegenwärtig ist, als wäre Er im Körper hier, durch das Unbefleckte Herz Mariens, die uns begleitet, damit wir in das Gebet des Geistes eintreten können. Das ist unerlässlich, um das annehmen zu können, was uns Gott mithilfe der Unbefleckten Mutter, Miterlöserin und Königin, Braut des Heiligen Geistes mitteilen möchte. Es ist unumgänglich, in diese Zeiten einzutreten, um unser Leben völlig zu leben und den anderen die Gnaden mitzuteilen, die Gott der Menschheit schenkt und schenken möchte.

Das Gebet im Geist ist keiner charismatischen Bewegung, der charismatischen Erneuerung oder einer sonstigen kirchlichen Bewegung zugeordnet. Es siedelt sich in uns, in unserem Geist an, der sich für den Heiligen Geist öffnet, sein Wirken annimmt und es den anderen mitteilt, nicht mit Worten, sondern mit einem neuen Leben. In der Erklärung, die uns die Muttergottes über das Gebet im Geist im ersten Band „Die Geschichte neu schreiben – Im Gedanken Gottes“[2], Seite 41-42 gegeben hat, sagt Sie, dass das Gebet einfach ein Fließen des Lebens Gottes ist und von unserer Seite aus zurückfließt, ein Fließen und Zurückfließen des Lebens Gottes in uns, seines ganzen Lebens mit seiner gesamten Allmacht.

Um tiefer in dieses Gebet eintreten zu können, möchte ich einige Worte der Muttergottes hervorheben: „Das Gebet des Geistes geht hingegen niemals von einem rein persönlichen Bedürfnis aus, sondern vom Plan Gottes, den der Heilige Geist dem Geist des Menschen guten Willens offenbart, der ihn versteht und darauf eine Antwort gibt.“[3] Das ist jetzt für unsere weiteren Schritte sehr wichtig und dafür, wirklich das Leben eines an die Allerheiligste Dreifaltigkeit Glaubenden verstehen und deuten zu können: dass Gott im Plan meines Lebens, im Plan des Leben eines jeden von uns, im Plan des Lebens einer Zelle, eines Dorfes des Vaters, im Leben des ganzen Volkes, das mit dieser Haltung weitergeht, Sein Leben mitteilt. Gott teilt sein Leben so mit, wie es ist und wir können es verstehen und den anderen weitergeben.

In dieser Fähigkeit versteht der Einzelne in Gemeinschaft mit der ganzen Kirche des Universums, in einer Zelle, in einem Dorf des Vaters, alle Wahrheiten Gottes in sich. Er muss sie nicht anderswo, zum Beispiel in Büchern suchen. In diesem Verständnis erkennt er seinen Platz in dieser Zeit, seinen Duft, seine Schönheit, seinen völligen Wert und erstrahlt wie eine Blume. Diese Haltung erhebt uns über jede religiöse Organisation hinaus, die auch ihre Berechtigung hat, über jede Struktur, über jedes System. Sie fügt uns in eine persönliche Beziehung mit der Allerheiligsten Dreifaltigkeit ein, in das Leben der Allerheiligsten Dreifaltigkeit, das vom Vater über den Sohn im Heiligen Geist fließt, mit der Muttergottes, die uns hilft, den Heiligen Geist wahrzunehmen, da Sie die Braut schlechthin des Heiligen Geistes ist, und so finden wir unser Leben. Unser Leben explodiert, offenbart seinen Duft, seine Schönheit und bringt für die ganze Menschheit, für das ganze Universum Früchte hervor.

Die Muttergottes sagt, nicht von den persönlichen Bedürfnissen auszugehen. Diese persönlichen Bedürfnisse beziehen sich auf das, was das Evangelium meint mit: «Sucht zuerst das Reich Gottes, alles andere wird euch dazugegeben.»[4] Ihr könnt das verstehen, denn wenn wir diese Haltung einnehmen, verschwinden unsere Sorgen für Dinge, für Ereignisse und wir befreien uns von einer großen, innerlichen Zwangslage, von einer Unruhe, einer Anspannung und Sorge, und hier ist die Frucht der Königin des Friedens anzusiedeln, dass in uns der Friede einkehrt.

Auf unserem Weg in der Gebetsgruppe in Medjugorje zeigte uns die Muttergottes folgende Schritte: sich von den äußeren Dingen lösen, sich gemütlich hinsetzen, die Sünden Gott anvertrauen, bereuen und die Probleme Gott übergeben. Gott hört zu und begreift und in euch kehrt Friede ein. Ruft dann den Heiligen Geist an, dessen Wirken ihr jetzt für euch und durch euch wahrnehmen könnt. Jetzt könnt ihr das Evangelium lesen. Am Schluss dankt dem Vater und betet zu Ihm. Es ist ein einfacher Weg, der uns in eine persönliche Beziehung mit Gott einführt und wodurch das Leben fließt. Es ist sehr wichtig, das zu verstehen. Ihr könnt das nicht erlernen, indem ihr Bücher lest, sondern indem ihr das Gebet praktiziert. Auf diesem innerlichen Weg kommt alles, was in euch ist, ans Licht, die Sorgen, die Fehler, die Sünden und all das könnt ihr durch das Unbefleckte Herz Mariens dem Herrn anvertrauen und der Herr wird euch erneuern und euer Leben ändern, weshalb ihr ständig umgewandelt werdet.

Wir sind also in einer Zeit angelangt, in der Jesus mit der Macht des Heiligen Geistes gegenwärtig ist. Er bleibt den Menschen verborgen, die Ihn ablehnen, die sich nicht für Ihn interessieren. Wenn wir die Muttergottes in ihrem Kommen annehmen möchten, können wir keine oberflächliche Gebetshaltung einnehmen, die Gebete lediglich aufsagen und uns der Verantwortung entziehen zu sehen, zu hören und zu verstehen. Habt ihr verstanden? Wir entziehen uns unserer Verantwortung und möchten, dass uns die anderen sagen, welche Gebete wir beten sollen und auf welche Weise. Wir bleiben blind, taub und gefühllos. Wir befinden uns in der Zeit, in der alles aufgeweckt wird, und dieser Jahrestag wird sehr stark in diese Richtung wirken, weil er jede Falschheit in der Einstellung zu Gott ans Licht bringen wird. Wir sind aufgerufen, diese Haltung einzunehmen, damit unser Leben erblüht, Früchte bringt und seine Früchte der ganzen Menschheit offenbart.

Ich möchte euch auch daran erinnern, dass die Muttergottes am 7. Dezember des vergangenen Jahres das Zeichen[5] der ganzen Menschheit der Erde anvertraute, das Zeichen, das alle Mitglieder der Kirche des Universums im ganzen Universum tragen, und Sie möchte, dass dieses Zeichen auf der Brust getragen wird. Jene, die keine Möglichkeit haben, dieses Zeichen physisch zu erhalten, erhalten dieses Zeichen, wenn sie diese Programme annehmen, in sich eingeprägt, in ihren Geist. Das ist unumgänglich, denn durch das Unbefleckte Herz Mariens, der vollkommenen Frau, der Mutter und Braut des Heiligen Geistes, muss sich die Menschheit zu Christus erheben, der im Heiligen Geist wirkt. Warum durch die Muttergottes? Weil Sie sich mit Seele und Körper in der Allerheiligsten Dreifaltigkeit befindet. Sie ist die einfühlsamste Mutter für alle Bedürfnisse der Kinder und ihr Einfühlungsvermögen ist eine große Hilfe für jeden von uns, weshalb wir nicht auf Sie verzichten können.

Ich lade euch also alle in diesen Tagen ein, diese Dinge zu verstehen und euch auf den Jahrestag der Muttergottes vorzubereiten, denn die Muttergottes ist nicht aus Versehen mit 40 Jahren ihrer Erscheinungen so lange und so häufig unter uns. Die Muttergottes hätte der Menschheit noch mehr geschenkt, wenn sie eine Antwort gegeben hätte. Aber ihr alle, die ihr an die Unbefleckte Muttergottes, Mutter, Braut des Heiligen Geistes, Miterlöserin und Königin des Universums glaubt, geht in diese Richtung und übernehmt Verantwortung für das Leben Gottes in euch und für die anderen.

Und ich segne euch, im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.

[1] Vgl. Botschaft der Allerheiligsten Jungfrau Maria „Die messianische Zeit“, veröffentlicht auf https://unterwegszurneuenschoepfung.org

[2] Verlag Luci dell’Esodo. Die Seitenangabe bezieht sich auf die italienische Ausgabe des Buches, da es derzeit noch keine deutsche Übersetzung gibt.

[3] Siehe vorherige Fußnote

[4] Vgl. Mt 6,33

[5] Siehe Fußnote 1 und die Rubrik „Das Zeichen ist ein Kreuz…“ auf unserer Webseite https://unterwegszurneuenschoepfung.org