Gedanken – „In meinem Namen werdet ihr siegen“

von Stefania Caterina und Pater Tomislav Vlašić

(übersetztes Audio)

  1. Januar 2021

Pater Tomislav Vlašić: Liebe Schwestern und Brüder, mit dieser Vigilfeier der Epiphanie treten wir in das Hochfest der Erscheinung des Herrn, der Offenbarung des Herrn, unseres Gottes allen Völkern gegenüber ein. Anlässlich des Hochfestes der Mutter Gottes weihten wir uns Ihr, denn in ihrem Herzen können wir die Gegenwart Gottes wahrnehmen, und Sie begleitet uns mit ihrer Hilfe, um diese Gegenwart völlig zu leben.

Heute sprach Jesus zu uns[1]. Er sprach von der Macht der Anrufung seines Namens. Er hat uns in dieses Hochfest eingeführt und möchte dieses Hochfest vor Gott Vater mit seiner ganzen Kirche feiern. Dieses Hochfest ist ein Wendepunkt. Wir können das aus den liturgischen Lesungen verstehen, aber eingefügt in diese Zeiten des zwischenzeitlichen Kommens Jesu Christi ist es ein Wendepunkt, um sich zu entscheiden: sich auf die Seite Herodes zu stellen, der Ihn töten wollte, auf die Seite der Hohenpriester, die Ihn zum schamvollen Tod am Kreuz verurteilten, auf die Seite jener, die dort standen und Ihn beschimpften, jene, die das Leben Gottes in sich getötet haben und es in den anderen töten. Oder sich auf die Seite jener zu stellen, die Ihn, wie Maria, annehmen. Sie schenkt Ihm das irdische Leben, ihren Körper, ihr Blut, die Bemühungen ihrer Seele. Der Heilige Josef, der sich völlig diesem Geschöpf widmet, dem Sohn Gottes, der in Maria Mensch geworden ist. Sie beschützen und fördern Ihn. Und Maria nahm zu Füßen des Kreuzes am Heil teil, Sie erlebte ihre Umwandlung, den Höhepunkt, um Mutter der Menschheit zu werden.

Was bedeutet, Jesus anzunehmen? Es gibt verschiedene Punkte, die wir aus der Botschaft Jesu, aber auch aus dem Evangelium[2] begreifen können. Der erste Punkt ist, dass wir geheilt werden wollen, aber bevor wir geheilt werden, spüren wir den Schmerz, dass wir krank sind, dass unser Leben nicht funktioniert, dass es ein viel größeres Leben gibt, ein ewiges Leben. Das Evangelium spricht von Menschen, die der Religion angehören, die sehen und doch nicht sehen, hören und doch nicht hören. Sie haben ein Herz, aber spüren nichts, weil sie in sich verschlossen sind und nicht verändert werden möchten. Das müssen wir in uns sehen, um uns dafür zu entscheiden, auf der Seite von Maria, Josef und allen Heiligen zu stehen, um das Leben in uns und in allen anderen auf der Erde und im Universum zu fördern. Das ist die Aufgabe der Kirche. Zuerst unsere Erneuerung und Auferstehung, die uns zur Fülle des Lebens führen.

Wie ihr seht, wirft Jesus in der Botschaft einen Blick auf das Christentum, auf die christlichen Konfessionen, auf ihr Verhalten und ihr Unvermögen, auf die Bedürfnisse der Menschheit eine Antwort zu geben. Wie Er sagt, hat sich der Großteil dieser Konfessionen heute in humanitäre Organisationen verwandelt. In den Augen Gottes ist das besorgniserregend, auch wenn die Teilnahme an einer humanitären Organisation wie der Caritas lobenswert ist, aber sie führt nicht zum Heil des Menschen, der dazu berufen ist, in das Leben in Gott einzutreten und durch Jesus Christus im Heiligen Geist die Fülle des Lebens zu erhalten.

Jesus führt also einen Begriff in dieser Botschaft ein: unterwegs sein. Mit diesem Fest machen wir uns in diesem Jahr, das Christus, dem König des Universums geweiht ist, auf den Weg. Er möchte sich in diesem Jahr zeigen, das eine Etappe vor seiner glorreichen Offenbarung ist, es ist die Etappe seines zwischenzeitlichen Kommens. Das bedeutet für uns eine Offenheit für die Fülle, die Akzeptanz Jesu Christi nicht nur formal, seinem Wort oder den Institutionen, den religiösen Konfessionen gegenüber, sondern im Geist und in der Wahrheit. Das ist für uns sehr wichtig und ereignet sich fortwährend, so wie das Leben in einer Familie entsteht, so geschieht es auch in der Kirche, der wahren Kirche, die Jesus Christus angehört.

Erneut hob Jesus hervor, dass die Kirche eine ist, jene, die Er eingesetzt hat und die jetzt so unter uns herabkommt, wie sie im Himmel ist und wie sie sein sollte. Er unterstreicht die Eigenschaften dieser Kirche, die ihr in der Botschaft nachlesen könnt. In der Botschaft sagt Jesus: „Von jetzt an bis zu meinem glorreichen Kommen werde ich unter meinem Volk des ganzen Universums sein, nicht sichtbar für die Augen jener, die mich ablehnen, für die gesamte Zeit, die der Vater vorsieht.“ Warum ist Er nicht sichtbar für jene, die Ihn ablehnen? Weil sie frei sind, Er zwingt niemanden. In dieser Zeit zieht Er niemanden mit sich, auch wenn die Kirche im Laufe dieser Jahrtausende viele mitgezogen hat, um sie zu Christus zu führen. Aber in diesen Zeiten muss es eine freie und persönliche Entscheidung sein, da jeder von uns einzigartig ist, und es muss eine vollständige Entscheidung sein, weil wir auf die Fülle des Lebens hingehen. Jesus zeigt sich inmitten seines Volkes im Geist – dieses Argument greifen wir in diesen Gedanken auf, um zu sehen, wie Er uns zur Fülle, zur neuen Schöpfung führt. Jesus sagt: „Ihr, mein Volk, werdet es sein, die meine Macht offenbaren und meine Gegenwart unter euch bezeugen. Ich werde in den Tiefen eures Geistes wirken und ihr werdet nach außen die Früchte eurer Vereinigung mit mir tragen. Zeichen und Wunder werden eure Mission begleiten, denn ich werde es sein, der gemeinsam mit euch wirkt. Ich bitte euch, meiner Autorität gegenüber fügsam und gehorsam zu sein, um über euch verfügen zu können.“ „Meiner Autorität gegenüber…“; wir sagten mehrfach, dass wir in Zeiten leben, in denen Jesus die ganze Kirche, jeden Einzelnen unter seine Autorität stellen wird. Keine andere Autorität kann Ihn ersetzen, auch kein Prophet, kein Charismatiker, niemand, auch kein Hierarch, weil jeder von uns in seiner Einzigartigkeit im Heiligen Geist offen sein muss, dass Leben des Dreieinigen Gottes anzunehmen, das Leben von Gott anzunehmen, das durch Jesus Christus im Heiligen Geist in uns eintritt, wie eine Trieb, der im Frühling die Sonne und das Wasser wahrnimmt. Wenn wir nicht fähig sind, dieses Leben von Gott wahrzunehmen, dann können wir auch keine Früchte bringen und etwas weitergeben. Wir können vieles im Katechismusunterricht, im Theologiestudium lernen, aber das ist nicht dasselbe. Unsere Fähigkeit wahrzunehmen und zu unterscheiden ist wichtig, auch in den Studien und dem Katechismusunterricht, aber es ist wichtig, mit unserem ganzen Sein das Leben wahrzunehmen, das von Gott herabkommt.

Dann lehrt uns Jesus, seinen Namen anzurufen, um Leben weitergeben zu können, das Leben in Richtung der anderen pulsieren zu lassen, und ich denke, dass diese drei Punkte, die Er hervorgehoben hat, sehr wichtig sind für unseren Weg des Gebets, der Messfeiern und der Beziehungen: „Verwendet meinen Namen, um zu bitten und zu geben. Die Macht meines Namens öffnet die Türen für die wahren Wunder und das, was unmöglich ist, wird möglich. Ich möchte, dass ihr von jetzt an um alles in meinem Namen bittet. Vor jedem persönlichen oder gemeinsamen Gebet und vor jeder Messfeier – erster Punkt – ruft den Heiligen Geist an, damit Er euch helfen möge, um das zu bitten, was den Wünschen Gottes entspricht. Er kennt eure Wünsche und jene des Volkes, aber Er kennt auch die Wünsche Gottes und wird nicht erlauben, dass ihr um Dinge bittet, die nicht Gott entsprechen“. Warum setzt Jesus die Anrufung des Heiligen Geistes an die erste Stelle? Weil der Heilige Geist, der Geist Gottes, die Vollkommene Liebe ist, Er pulsiert in Richtung aller, in Richtung aller Menschen, aller Engel, auch in Richtung Luzifers, aber Luzifer lehnt Die Liebe ab. Wir können sie in uns ablehnen oder annehmen. Wenige Menschen tauchen in den Geist ein, bevor sie sprechen, predigen, um etwas bitten und darum geht es in unserer Entscheidung: nehmen wir das Leben Gottes in uns wahr oder nicht. Wenn wir tun möchten, was Gott will, schenkt uns der Heilige Geist die ersten Impulse. Der Heilige Geist begleitet uns ständig seit dem Augenblick der Empfängnis. Zum Beispiel die Allerheiligste Jungfrau Maria. Sie wurde begleitet und dann kam der Augenblick der Empfängnis Jesu, es begann die Zeit ihrer Mission und die Allmacht Gottes kam über Sie. Dann wirkte die Allmacht Gottes in Ihr vor dem Gekreuzigten Sohn und die Allmacht Gottes führte Sie vollständig in die neue Schöpfung, mit Seele und Körper. Der erste Punkt ist also: was möchten wir?

Dann der zweite Punkt aus der Botschaft: „Dann weiht euch meiner Mutter, der Braut des Heiligen Geistes, damit jede eurer Bitten durch ihre reinsten Intentionen gefiltert werde. Sie wird Gott nur jene Bitten darbringen, die würdig sind, erfüllt zu werden“. Und hier müssen wir tatsächlich die vollkommene Mutter entdecken, die uns begleitet und wir müssen die Miterlöserin begreifen, die in das Leben der Allerheiligsten Dreifaltigkeit, in die Fülle eingetreten ist und uns vollkommen zu Jesus bringt, wenn wir das annehmen, was Sie uns innerlich mitteilt. Wie wir oftmals sagten, heben alle Prophezeiungen für diese Zeit hervor, dass uns in diesen Zeiten niemand beschützen kann außer die Unbefleckte Mutter und ihr Unbeflecktes Herz. Wenn wir uns aber auf diese Weise mit ihrem Herzen vereinen, werden wir wie ihr Herz und verhalten uns Jesus gegenüber wie Sie – und niemand hat Jesus so angenommen, wie Sie in angenommen hat.

„Zuletzt bittet den Vater, euch in meinem Namen zu erhören. Ich werde vor Ihm stehen und Ihn bitten, eure Gebete zu erhören, wenn diese gerecht und für euer Wohl und das Wohl jener notwendig sind, für die ihr betet.“ Und hier sind wir im Prozess, durch den wir uns erheben, durch den wir in die Fülle eintreten, weil Jesus alles für uns begleicht. Er hält vollkommen Fürsprache für das, was für uns das Heil bedeutet und wird uns, jeden Einzelnen und die ganze Kirche, vollkommen zum Vater in die neue Schöpfung begleiten. Wie wir im Buch „Das Universum und seine Bewohner“[3] geschrieben haben, handelt dann die dreifaltige Macht vollkommen in uns und wir sind erfüllt vom Leben Gottes.

Für uns ist es sehr wichtig, uns auf diese Weise auf den Weg zu machen und uns auf das Hochfest der Taufe des Herrn vorzubereiten, an dem wir unser Taufversprechen erneuern werden. Aber in diesem Jahr kann die Erneuerung des Taufversprechens nichts Aufgesagtes sein, keine oberflächliche Teilnahme, sondern ein Annehmen jener Macht, mit der sich Jesus in diesen Zeiten in seiner Kirche im ganzen Universum zeigt.

Ein weiterer Aspekt ist sehr wichtig für uns: wenn wir auf dem Weg sind, um allmählich diese Fülle anzunehmen, dürfen wir niemandem etwas aufzwingen. Wir müssen jeden selbst entscheiden lassen. Kein Prophet kann sich aufdrängen, wie der Heilige Paulus sagt: Prophezeiungen sind beschränkt[4]. Wenn wir die Propheten des Alten Testaments betrachten, so sind sie voll Symbolik, voll von Bildern und Gott spricht zu uns durch diese Bilder. Aber wir befinden uns in Zeiten, in denen uns das zwischenzeitliche Kommen Jesu darauf vorbereitet, seine glorreiche Offenbarung zu begreifen, was auch unsere eigene glorreiche Offenbarung zur Fülle hin bedeutet. Wir können also nichts aufzwingen. Und auch mit schönen Predigten, schönen Konzepten, schönen Bildern, damit, andere einzuschüchtern, können wir niemanden retten. In Wahrheit müsste jeder vom Leben Gottes pulsieren, von seiner Liebe, seinem Licht, seiner Macht und den anderen die Möglichkeit geben sich zu entscheiden. Dass sie die Situation betrachten und in ihrem Innersten beschließen, wofür sie sich innerlich entschieden haben und diese Entscheidung kann nicht verborgen bleiben wie die versteckten Talente[5]. Jetzt muss alles ans Licht kommen und wenn wir in die Fülle des Lebens Gottes gehen wollen, müssen wir uns auf diese Fülle ausrichten und die Fülle offenbaren.

Diese Tage der Vorbereitung auf das Hochfest der Taufe sind wertvoll für uns, weil Jesus in diesen Tagen wirkt, damit sich jeder vorbereitet. Jesus bereitete sich als Mensch 30 Jahre vor, dann tauchte Er in diese tiefe Stille ein, um das Leben des Vaters im Heiligen Geist wahrzunehmen und die Prüfungen durch Satan zu bestehen, und wir befinden uns in dieser Zeit. Wir sind dazu aufgerufen, allmählich in die Fülle einzutreten und sie den anderen mitzuteilen. Das ist unsere Entscheidung, auf welcher Seite wir stehen wollen. Ich füge hinzu, dass jeder von uns und wir alle dies nur in der Kirche Jesu Christi leben können, der einzigen im Universum; in Richtung aller dieses Leben ausstrahlen, so wie Jesus alle retten wollte, aber nicht mit menschlichen Mitteln, sondern mit der Macht des Heiligen Geistes, in der sich Jesus in diesem Jahr zeigt, und Er wird kommen, an jedes Herz zu klopfen.

Ich segne euch an diesem Abend, damit ihr euch innerlich sammeln könnt. Lasst die Bilder, die der Heilige Matthäus beschrieben hat, los – es war Ausdruck der damaligen Zeit – damit der Heilige Geist euren Geist für die Gegenwart des Herrn Jesus öffnen möge, der sein glorreiches Kommen vorbereitet, das Böse besiegt, uns heilt, uns tröstet, uns umwandelt, unser Sehen, unser Hören, unser Herz, unser Fühlen und unsere Unterscheidungsgabe heilt. Ich segne euch, damit jeder von uns diese Gegenwart Jesu, das Leben, das erblüht, überströmt und sich den anderen hingibt, vermitteln möge, im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.

[1] Botschaft Jesu vom 5. Januar 2021 „In meinem Namen werdet ihr siegen“, veröffentlicht auf https://unterwegszurneuenschoepfung.org

[2] Vgl. Mt 2,1-12

[3] Verlag Luci dell‘Esodo

[4] Vgl. 1Kor 13,9

[5] Vgl. Mt 25,14-30