Gedanken – „An der Liebe Gottes teilnehmen“

von Stefania Caterina und Tomislav Vlašić

(übersetztes Audio)

  1. Juni 2020

Tomislav Vlašić: Liebe Schwestern und Brüder, wir haben in diesen Monaten erlebt, dass unsere Feste sehr reich sind, weil wir diese Feste in Gemeinschaft mit der ganzen Kirche des ganzen Universums feiern. Heute feiern wir die Vorabendmesse zu Ehren des Allerheiligsten Herzens Jesu. Der Samstag ist dem Unbefleckten Herzen Marias geweiht und wir befinden uns in der Novene zur Königin des Friedens. Am Vorabend zur Königin des Friedens feiern wir den ersten Vorläufer des Kommens Jesu, also seines ersten Kommens. Wir befinden uns aber in den Zeiten, in denen der Vorläufer des zweiten Kommens Jesu, der Heilige Michael, die letzte Schlacht anführt. Wir bewegen uns also in diesem Rahmen, während wir das Fest des Allerheiligsten Herzens Jesu feiern.

Wir können sagen, dass sich alle Lesungen[1] im Wort „Liebe“, „Liebe Gottes“ zusammenfassen lassen und das ganze Gesetz und die Propheten enthält. Der Titel, den ich diesen Gedanken geben möchte, lautet aber „An der Liebe Gottes teilnehmen“. Es ist eines, darüber nachzudenken, sie zu studieren, etwas anderes an der vollkommenen Liebe Gottes teilzunehmen.

In der ersten Lesung aus dem Buch Deuteronomium hören wir aus dem Mund Mose die Ermahnung an Israel bezüglich der Liebe Gottes, denn Gott hat in seiner unendlichen Liebe jenes Volk ausgewählt, nicht weil es ein großes, mächtiges Volk war, sondern weil Gott dieses Volk liebt. Gott möchte, dass sich dieses Volk daran erinnert, dass Gott die Liebe ist, dass Er treu ist und alle Versprechen erfüllt, die Er gibt. Wir wissen, dass Gott über einen sehr langen Zeitraum, über Jahrtausende versucht hat, die Menschheit aufzurichten, sie allmählich aufzuwecken, um ihr die Liebe ins Gedächtnis zu rufen, gegen die unsere Väter zuwidergehandelt hatten. Auch uns wird oft heute bewusst, dass wir Fehler im Leben gemacht und Gott verletzt haben.

Im Evangelium nach Johannes gibt es ein starkes Zeugnis der Offenbarung der Liebe Gottes und diese erfährt ihren Höhepunkt in Kapitel 13, als Jesus die Eucharistie einsetzt. Er gibt sich über die Grenzen der Zeit und des Raumes hin, das heißt, Er reißt alle Barrieren nieder und schenkt dem Menschen als Nahrung diese Liebe. In Kapitel 19, in der Passion, die der menschlichen Logik nach tragisch ist, führt uns der Heilige Johannes feierlich zu Füßen des Kreuzes, um zu erfahren, dass sich diese Liebe offenbart hat. Bevor Jesus stirbt, regelt Er die Dinge und vertraut Maria Johannes an: «Frau siehe, dein Sohn», und sagt dann zu Johannes: «Siehe, deine Mutter». An das erinnern wir uns später, wenn wir darüber nachdenken, wie wir an der reinen Liebe Gottes teilnehmen können. «Dann sagte Jesus: „Es ist vollbracht“, neigte sein Haupt und gab seinen Geist auf». Danach wurde sein Herz durchbohrt und der Heilige Johannes hebt dies als einen sehr starken Aspekt hervor. Auch nach seinem Tod fließt das Leben zu uns.

Diese Betrachtung ist sehr, sehr schön, aber es gibt eine weitere Betrachtung, die der Heilige Johannes in der heutigen Lesung übermittelt, Kapitel 4 des ersten Briefes des Heiligen Johannes. Er zeigt das Kennzeichen der Liebe Gottes und wie sie zu überprüfen ist und das ist ein Spiegel, um vor Gott, vor uns selbst und voreinander zu stehen. «Jeder, der liebt, stammt von Gott», das bedeutet, dass wir leben, wenn wir mit der Liebe Gottes lieben. Wenn wir nicht lieben, sind wir tot. All unsere Organisationen, all unsere Riten, alle Sakramente, wenn sie uns nicht zu dieser Teilnahme bringen, haben sie keinen Sinn, dann sind wir nicht geboren. Das Kennzeichen dieser Liebe ist: über alle Grenzen hinausgehen und diese Liebe lebendig, wirksam erhalten – die Grenzen der Sünde, der Zeit und des Raums. Indem wir dem Nächsten unsere Liebe zeigen, bezeugen wir, dass Jesus der Christus ist, bezeugen wir Christus. Es ist ein schöner Ausdruck: «Wenn wir einander lieben, bleibt Gott in uns und seine Liebe ist in uns vollendet». Können wir uns vorstellen, dass in uns, so begrenzten Geschöpfen, eine vollendete Liebe vorhanden ist? Aber das ist die Wahrheit, es reicht, dass wir sie erfahren. Und darin offenbart sich die Gegenwart des Heiligen Geistes und wir bleiben in dieser Liebe, der dreifaltigen Liebe des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Das ist grundlegend für unsere Teilnahme an der reinen Liebe, die jede Grenze der befleckten Liebe auf der Erde überwindet, die immer eine Portion Egoismus, Egozentrismus enthält.

Das Evangelium führt uns in eine Haltung, wo sich diese Liebe, diese großzügige Liebe Gottes erneut offenbart, aber sie kann nur den Kleinen, den Armen mitgeteilt werden. Die mächtigen, reichen, aufgeblasenen, überheblichen Menschen suchen sie nicht. Dieser Abschnitt von Matthäus wird in der Exegese „Der Lobpreis“ genannt: «Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, weil du das vor den Weisen und Klugen verborgen und es den Unmündigen offenbart hast. Alles ist mir von meinem Vater übergeben worden; niemand kennt den Sohn, nur der Vater, und niemand kennt den Vater, nur der Sohn und der, dem es der Sohn offenbaren will. Kommt alle zu mir, die ihr mühselig und beladen seid! Ich will euch erquicken.» Jesus möchte seine vollendete Liebe mitteilen. Jetzt müssen wir zum nächsten Punkt gehen: unsere Teilnahme. Unsere Teilnahme ist, diese Liebe zu leben und zu offenbaren, und all diese Worte, die wir von Johannes in dem ersten Brief gehört haben, mögen eine Vibration, eine Wahrheit, eine Macht, eine Offenbarung in uns sein.

Wir fragen uns, können wir diese Liebe leben? Ja! Johannes bezeugt es. Hier kehren wir zur Handlung Jesu des Anvertrauens zurück: «Frau siehe, dein Sohn», «Siehe, deine Mutter». Die Teilnahme an dieser Liebe ist das völlige Bewusstsein, dass der größte Sünder, der Kleinste, der, der nichts ist, an dieser Liebe teilnehmen kann. Das ist die Demut. Anzuerkennen, dass Gott der Einzige ist, der uns mit seiner reinen Liebe erfüllt, wenn wir Ihn an die erste Stelle setzen. Ungeachtet des Evangeliums, ungeachtet der Eucharistie, ungeachtet all der Offenbarungen, die wir erhalten haben, bleiben im Menschen nach der Erbsünde, nach den Sünden, die die Menschheit begangen hat – und jeder von uns hat im Leben Fehler begangen – Narben, Schuldgefühle, eine Schicht, die wir nicht erwecken können. Wir begnügen uns mit einer Grenze und begrenzen uns selbst. Ich bringe hier also die Worte, die uns die Muttergottes in der Botschaft vom 6. Januar 2017[2] geschenkt hat.

„Wisst, Kinder, dass kein Geschöpf in sich die reine Liebe hat, wenn es sie nicht von Gott geschenkt bekommt. Ihr müsst Jesus darum bitten, dass Er euch die wahre Liebe schenkt. Tut nichts mit eurer menschlichen Liebe. Satan wird mit all seinem Hass handeln, daher wird das Volk mit der ganzen Liebe Jesu handeln müssen. Jesus hat das Leben für sein Volk gegeben und es gibt keine größere Liebe als diese.“ Wir befinden uns mitten in der Schlacht zwischen Satan und uns, der uns hasst, und die Muttergottes fährt fort: „Wenn ihr Gott das Leben für eure Schwestern und Brüder hingebt, wird euch keine Macht der Finsternis besiegen können. Ich werde bei euch sein, für euch beten und mich für euch aufopfern, damit euch mein Herr mit seiner Liebe erfüllen möge. Gebt mir all eure Gebete, eure Absichten, eure Gedanken und eure Wünsche; ich werde sie von jedem Egoismus reinigen und sie Gott darbringen, und ich werde nur um das bitten, was das Beste für euch ist.“ Unsere Teilnahme bedeutet also, unsere Schwächen, unsere Absichten, die ganze Dynamik in unseren Seelen zu übergeben und sich der Muttergottes zur Verfügung zu stellen, um uns mit dem Herzen Ihres Sohnes Jesus zu vereinen, der sich über alle Grenzen hinaus verschenkt hat, damit auch wir in Ihm und durch Ihn diese Liebe haben können. „Ich bitte euch, an meinem Opfer teilzunehmen und ich werde an eurem teilnehmen“, denn Ihr Opfer ist erfüllt, vollkommen und als solches ist es in den dreifaltigen Wirbel, in das Leben der Allerheiligsten Dreifaltigkeit eingetreten. „Ich bin eure Mutter und die Mutter Gottes und möchte euch alle in das Herz meines Sohnes führen, damit Er euch in die neue Schöpfung bringen kann.“

Ich zitiere diese Worte der Muttergottes, weil wir, wie ich gesagt habe, mitten in der Schlacht sind und wir uns auf den Jahrestag der Erscheinungen der Muttergottes, Königin des Friedens in Medjugorje vorbereiten. Wir müssen uns in diesem Sinn, in diesem Zusammenhang darauf vorbereiten, um die Liebe wahrzunehmen, die Gott uns durch die Unbefleckte Mutter schenken möchte, denn Sie ist es, die uns hervorbringt, die uns innerlich reinigt und uns dazu fähig macht, an dieser Liebe Gottes teilzunehmen. Es reicht nicht zu sagen: „Ich bin demütig“. Die Demut besteht auch darin, die Programme Gottes anzunehmen. Gott hat uns die Mutter geschenkt und die Mutter hat die ganze Kirche des Universums aufgerufen und vorbereitet, um Jesus in alle Heiligtümer, in alle Tempel zu folgen und hier fließt jeder Reichtum, jede Gnade zusammen, die Gott über die Jahrtausende geschenkt hat. Aufrichtig bei Maria zu sein bedeutet, an dieser reinen Liebe teilzunehmen, sicher zu sein, dass der Heilige Geist vollkommen in uns handeln kann, in jedem Einzelnen und in allen gemeinsam.

Diese Feier des Jahrestags der Erscheinungen der Muttergottes, Königin des Friedens in Medjugorje feiern wir also in dieser Richtung. Auch wenn wir nicht hinfahren können, bereiten wir uns vor, um diese Liebe zu werden, die sich für die Schwestern und Brüder in Christus hingibt, die an der reinen Liebe Gottes teilnimmt und sie dem ganzen Universum offenbart. Die Kirche, das heißt die katholische Religion hat diese Liebe Gottes nicht erkannt, weder Papst, noch Bischof, noch Kommissionen. Es obliegt der Kirche des ganzen Universums, diese Liebe Gottes zu offenbaren, die Er für uns geschenkt hat.

Ich segne und begleite euch mit dem Gebet und wir alle, die wir in der Stiftung sind, begleiten euch fortwährend und segnen euch im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.

[1] Vgl. 1. Lesung: Dtn 7,6-11; Ps 103(102); 2. Lesung: 1Joh 4,7-16; Evangelium: Mt 11,25-30

[2] Botschaft der Muttergottes „Nehmt an meinem Opfer teil und ich werde an eurem teilnehmen“, veröffentlicht auf https://unterwegszurneuenschoepfung.org

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